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Kevin Söll

ALLE Altcoins haben dieses PROBLEM❗️Welche Chance bietet sich noch bei Bitcoin⁉️Live Kryptotalk

Gastauftritt / CollaborationVeröffentlicht auf: KSNC Crypto | Dein Krypto Kanal
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So, herzlich willkommen an unsere Community, an unseren Chat, an Kevins Community. Jetzt sagen viele vielleicht: „Okay, Kevin, ja Mensch, du bist ja da.“ Ja, heute aber nicht allein, denn ich habe heute meinen Namensvetter mit da und das freut mich ungemein, denn das ist das erste Mal auf meinem Kanal, dass ich einen Namensvetter habe, und auch Kevin Söll ist das erste Mal zu Gast. Ich freue mich riesig auf dieses Gespräch. Denn ihr wisst natürlich, ich versuche euch die verschiedensten Meinungen und Ansichten mitzugeben. Und auch, wie ihr es natürlich im Thumbnail schon entnehmen konntet, wird es auch um Altcoins gehen, aber nicht nur darum. Ich möchte euch auch ein Stück weit Kevin Söll näherbringen, seine Ansichten, und wir haben auch einiges vorbereitet. Ich grüße erst mal den Chat: Antoni, Crypto Fibonacci ist schon da. Haut gerne auf den Like-Button. Und ja, hiermit kündige ich Kevin Söll an.

Ja, ich muss ganz ehrlich sagen: Der sieht natürlich noch viel jünger aus und viel besser als ich, richtig frisch. Von daher herzlich willkommen, Kevin, auf unserem Kanal zum heutigen Interview. Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat. Einmal musste ich es verschieben, muss ich auch sagen, das lag an mir, denn da musste ich leider absagen, aber das soll dem Ganzen natürlich nicht schaden. Kevin, vielen, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, auch über deine Ansichten zu sprechen und dass du heute zu Gast bist. Von daher, Kevin, wie geht es dir erst mal?

Ja, also erst mal danke für die Einladung. Wie du es vorhin schon gesagt hast, Namensvetter. Also ich sehe jetzt schon die ganzen Kevin-Witze in den Kommentaren. Zwei Kevins, die sich über Krypto unterhalten – gibt es was Besseres? Also ja, da bieten wir definitiv schon mal eine Steilvorlage. Aber ja, mir geht es gut. Ich kann mich absolut nicht beklagen. Auch der Markt macht mir momentan wirklich Spaß fürs Portfolio, von daher alles bestens.

Ja, haben wir uns gerade schon darüber unterhalten. Natürlich gerade jetzt – oder nicht zur Aufnahme, wir sind ja live – 86.500 Dollar steht Bitcoin. Hätte wahrscheinlich keiner mit gerechnet. Wir hatten uns auch kurz, bevor wir live gegangen sind, darüber unterhalten. Das werden wir aber natürlich jetzt gemeinsam machen.

Zum anderen dann natürlich noch: Change Your Mindset, Grüße, Titanen. Ja, wir sind live und „Krypto-Film-Witze-Stream“ wurde mir nicht vorgeschlagen. Ja, schauen wir mal. Aber zumindest bist du ja da und ich hoffe, dass noch ganz, ganz viele Leute kommen. Teilt das also natürlich gern.

Und wir wollen erst mal darüber sprechen, Kevin: Wie lange bist du überhaupt schon am Markt und wo liegt eigentlich dein Hauptaugenmerk? Zum einen natürlich YouTube-technisch, weil man dir natürlich auch auf YouTube folgen kann, aber auch allgemein im Krypto-Space.

Also, ich verfolge Krypto seit 2017. Mittlerweile ist es krass, wenn man zurückdenkt: fast neun oder ungefähr neun Jahre, knapp zehn Jahre. Den Krypto-Kanal gestartet habe ich im Jahr 2021. Das war der Zyklus, wo ich damals gedacht habe: Okay, jetzt ist es fix, Krypto ist da, das wird nicht mehr weggehen. Denn noch beim Zyklus davor war damals die große Angst: Oh Gott, was ist, wenn in den USA irgendwie Krypto verboten wird? Dann ist das Ding weg und so weiter.

Seit ungefähr fünf Jahren habe ich auch meinen eigenen YouTube-Kanal. Ich würde sagen, vom Fokus her – also was ich selber für mein Portfolio mache oder auch bei uns, wir haben noch eine bezahlte Membership – liegt der Fokus primär auf, das hört sich jetzt ein bisschen komisch an, aber ich sage mal: Makro-Trading von Bitcoin. Dass man quasi die großen Makro-Züge tradet. Also nichts Kurzfristiges, auch nichts Mittelfristiges, sondern mehr, dass man quasi über den klassischen Vierjahreszyklus einfach die Volatilität von Bitcoin gezielt ausnutzt. Primär mit Bitcoin mittlerweile, mit Hebel und in Kombination mit DeFi-Protokollen, also mit Decentralized-Finance-Protokollen. Das hat vielleicht auch der eine oder andere schon mal gehört.

Das ist eigentlich das, was ich mit meinem Portfolioanteil mache. Ich würde auch sagen, dass ich im Vergleich zu anderen YouTubern deutlich stärker den Fokus auf Onchain-Daten habe. Ich finde es einfach faszinierend, dass man über irgendwelche Projekte Sachen direkt auf der Blockchain nachschauen kann. Das gibt es bei Aktien und so weiter einfach nicht. Ich komme ursprünglich aus der Aktienwelt. Von daher war das etwas, wo ich gedacht habe: Das ist einfach nur geil, wenn man sich das noch zusätzlich anschauen kann.

Klingt auf jeden Fall sehr, sehr interessant. Das solltet ihr euch auf jeden Fall merken und Kevin da natürlich auch folgen. Und ich hoffe natürlich auch, wenn es ihm heute gefallen hat, dass er natürlich nicht das letzte Mal da war. Das heißt, wenn ihr auch Themen habt oder im Nachgang bestimmte Fragen an Kevin habt, folgt ihm natürlich logischerweise, aber lasst es mich auch gerne in den Kommentaren wissen. Dann können wir das natürlich noch mal aufgreifen und ihn auch einladen, vielleicht auch mal beim Stammtisch.

Kevin, erst mal spannend, weil wenn man jetzt so hört: 2017. Und es ist nicht mehr so lange hin, oder reden wir vom Jahr 2027, kann man fast sagen: zehn Jahre. Wo sind zehn Jahre geblieben? Ich hatte letztens auch das Thema, da ging es aber um eine andere Sache. Da sage ich zu meiner Frau: „Ey, elf Jahre – wo sind elf Jahre geblieben?“ Das ist echt verrückt.

Und was natürlich auch Fakt ist: Krypto ist natürlich da, um zu bleiben. Ich glaube, da können wir uns einig sein. Inkognito: „Hallo Kevin und Kevin.“ Ja, genau. Das klingt auch cool. Allein deshalb darf es nicht der letzte Stream gewesen sein.

Wir haben vorher schon ein Stück weit – ich will nicht sagen philosophiert, aber vielleicht doch ein Stück weit philosophiert – und kurz darüber gesprochen. Mir geht es natürlich darum, deine Meinung einzuholen, was den Markt betrifft. Wenn wir uns jetzt die aktuelle Marktlage anschauen, Bitcoin aktuell bei 86.500 Dollar, haben wir schon darüber gesprochen. Und da geht es immer wieder um diesen Bitcoin-Boden. Wir haben eben schon gesagt: Komm, wir heben uns noch ein Stück weit auf, wenn wir jetzt live sind, dass wir darüber vielleicht auch ein Stück weit philosophieren beziehungsweise deine Ansichten einholen.

Die Frage ist jetzt wirklich: Haben wir den Boden gesehen? Wie ist deine Meinung dazu? Oder sehen wir dieses Jahr noch mal einen Rücksetzer? Und wenn ja, welche Bereiche testen wir vielleicht deiner Meinung nach noch mal? Du hattest mich eben schon gefragt, ne? Und es ist momentan gefühlt so schwierig. Von daher will ich jetzt auch die Gäste nicht weiter auf die Folter spannen. Hau mal raus.

Okay, ich hau mal raus. Also, ob wir noch Rücksetzer sehen, denke ich auf jeden Fall. Ob das zu einem tieferen Tief kommt, da schätze ich mittlerweile die Wahrscheinlichkeit relativ gering ein. Ich würde sagen, es gab primär zwei Events, die für mich persönlich die Wahrscheinlichkeit massiv gesenkt haben.

Das erste Event war der größere: der extrem starke Ausbruch aus der Boden-Area, den wir vor ein paar Wochen gesehen haben. Vor dem Ausbruch hätte ich dir wahrscheinlich noch gesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf ein tieferes Tief gehen, liegt bei 70 Prozent, und die Wahrscheinlichkeit, dass das der Boden war, bei 30 Prozent, um den Dreh. Nach dem Ausbruch würde ich sagen, hat sich das komplett gedreht: 30 zu 70 Prozent. Denn so ein Ausbruch aus der Boden-Area ist einfach nicht wirklich typisch für einen Bärenmarkt.

Zu dem Zeitpunkt haben dann auch einige Onchain-Daten quasi schon Bullruns signalisiert, was historisch betrachtet auch noch nie in einem Bärenmarkt vorkam. Das kam erst dann dazu, wenn tatsächlich der finale Zyklusboden drin war. Das war das erste Event.

Dann kam jetzt das zweite Event vor ein paar Tagen: Bitcoin hat über dem 50-Week-Moving-Average geschlossen. Das war für mich persönlich schon relativ lange die goldene Linie, die quasi zwischen Bullrun und Bärenmarkt unterscheidet. Natürlich ist das keine allgemeine Definition, aber zumindest in der Vergangenheit hat das sehr gut gepasst. Wir haben jetzt tatsächlich den ersten Wochenschluss darüber gesehen, erst am Sonntag, und danach direkt den Ausbruch aus der Range.

Das sind für mich zwei ganz klare Zeichen, dass der Start eines Bullruns da ist. Wir sind allerdings aus meiner Sicht immer noch relativ früh dabei. Schaut euch einfach mal an, wo wir im letzten Zyklus preislich waren, als das tatsächlich passiert ist. Das sind die ersten Prozente. Das heißt, aus meiner Sicht ist noch nichts verpasst oder sonst was. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein tieferes Tief sehen, würde ich mittlerweile vielleicht noch bei zehn, maximal 15 Prozent sehen. Das ist zumindest aktuell meine Einschätzung.

Entschuldigung, ich würde gerne noch mal darüber sprechen: Welche Bereiche hättest du wirklich noch für möglich gehalten und hättest du damit gerechnet? Denn genau darüber haben wir ja vorher gesprochen, als wir offline waren. Ich bin ganz ehrlich: Dass es jetzt so geht, hätte ich auch nicht unbedingt gedacht. Wie ging es dir da? Welche Rücksetzer hättest du noch für möglich gehalten? Also welche Kurse? Das ist ja das, was die Leute beschäftigt. Wahrscheinlich kennst du das auch aus deiner Community: „Ja, Kevin, was glaubst du, wo geht es noch mal hin?“

Natürlich wissen wir das nicht. Es gibt Wahrscheinlichkeiten, man kann es ein Stück weit analysieren, aber die genaue Glaskugel haben wir auch nicht. Welche Kurse hättest du noch für möglich gehalten, und war das so zu erwarten? Hattest du erwartet, dass es genau so passiert, wie es jetzt kommt?

Definitiv nicht. Ich habe im Allgemeinen den Fokus bei Boden- und Top-Findung. Gerade jetzt in der Boden-Area hatte ich primär die zeitliche Perspektive im Blick. Rein zeitlich gesehen sollte der Zyklusboden nach einem klassischen Zyklus ungefähr im Oktober herumkommen.

Auch die preisliche Perspektive, wenn man sich anschaut, wie groß die Korrektur bisher vom Top war, ist eine Anomalie, kann man nicht anders sagen. Die Korrektur mit 53, 54 Prozent vom Top ist supermild im Vergleich zum letzten Bärenmarkt, zum vorletzten und so weiter. Das passt ebenfalls nicht.

Auch bei den Bottom-Indikatoren hatte ich eigentlich den Fokus. Ich biete zusätzlich einen bezahlten Service an, der heißt GG, wo wir genau diese Themen durchgehen. Da haben bisher zwar ein paar Bottom-Indikatoren ausgeschlagen, aber der mit Abstand größte Teil der klassischen Bottom-Indikatoren, die bisher immer funktioniert haben, definitiv nicht. Das war für mich also auch eine Überraschung.

Gerade im Kryptomarkt, bei so einem relativ schnelllebigen und volatilen Markt, muss man mental flexibel sein und seine eigene These wiederlegen können. Wenn sie einfach nicht mehr passt und wir derzeit irgendwelche Daten im Markt sehen, die momentan nicht zu einem Bärenmarkt passen, dann muss man sich ein Stück weit anpassen.

Nur weil man eine gewisse Einstellung oder Meinung hat, heißt das ja nicht, dass man auch genauso positioniert sein muss. Man kann sich auch so positionieren, dass man trotzdem auf ein potenzielles Szenario vorbereitet ist. Aber ja, das hat mich definitiv ebenfalls überrascht. Ich glaube, das ging vielen Leuten so, die auf Oktober gewartet haben oder vielleicht auch nach wie vor auf Oktober warten. Und irgendwie rennt Bitcoin gerade davon.

Man muss es sagen: Bitcoin rennt gefühlt davon. Es gab natürlich verschiedene Ansichten zu diesen Rücksetzern und Korrekturen. Es gab Leute, die sogar unter 30.000 Dollar prognostiziert haben. Darüber haben wir uns gerade auch unterhalten. Es gab welche, die es noch ein Stück tiefer gesehen haben, als wir es jetzt sehen.

Für mich ist es immer so – und das sind auch viele aus unserer Community, die gesagt haben –, dass es trotzdem keine schlechten Einstiegsmöglichkeiten bei Bitcoin sind, weil Bitcoin um die 60.000 Dollar war. Ist es für dich vielleicht auch ein Stück weit so, dass nicht zu erwarten war, dass der Markt erwachsener wird, also mehr in der realen Welt angekommen ist? 2021 hatte man teilweise noch das Gefühl: Wer weiß, was passiert? Vor 2021 sowieso mit Bitcoin.

Aber gefühlt ist es ja so: Wenn so etwas passiert, ist es nicht mehr so planbar, wie man es sich vielleicht vorstellt. Man muss immer wieder neu analysieren und den Markt betrachten. Wenn so etwas passiert, wird der Markt ja eigentlich immer ein Stück erwachsener, oder? Kann man das auch so nennen?

Gute Frage. Wahrscheinlich könnte man das so interpretieren: Wir sehen nicht mehr diese extrem krasse Volatilität wie in der Vergangenheit, und mit abnehmender Volatilität nimmt auch das Vertrauen zu und so weiter – ein Zeichen von Adoption. Wir sind momentan auch bei größeren Preisleveln als im letzten Zyklus. Das heißt, die Adoption schreitet voran. Kann man so sehen.

Gleichzeitig denke ich, dass es diese Zyklen noch relativ lange geben wird. Ich gehe nicht davon aus, dass das jetzt irgendwie das Ende des Vierjahreszyklus ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in der Zukunft auf heute zurückschauen und sagen: Ja, okay, es war halt nicht auf den Monat genau, aber nach vier Jahren, also aufs Jahr genau, hat es in etwa gepasst. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in der Art wahrscheinlich weitergehen wird.

Ob das jetzt ein Zeichen zunehmender Adoption ist, weiß ich nicht. Wir haben im Bärenmarkt definitiv Sachen gesehen, die wir in den letzten Bärenmärkten nicht gesehen haben. Beispielsweise hat Strategy in diesem Jahr schon – ich weiß nicht, wie viele Milliarden – in Bitcoin reingebuttert. Sie haben ab und zu kurzfristig ein bisschen Bitcoin verkauft, aber wenn man sich die Bilanz anschaut, haben sie im Bärenmarkt extrem viele Milliarden in Bitcoin investiert.

Das gab es im letzten und im vorletzten Bärenmarkt nicht: dass da irgendwie ein Big Player mit Geld kam und das Ganze investieren konnte. Von daher ist es wahrscheinlich der Weg, dass die Volatilität in beide Richtungen ein bisschen abnimmt.

Wir haben auch schon im letzten Bullrun gesehen, dass der Zyklus anders gelaufen ist. Wir hatten einen treppenförmigen Anstieg. Das hatten wir in der Vergangenheit nicht. In der Vergangenheit war es immer schön parabolisch, mit Altcoin-Saison und so weiter. Im letzten Bärenmarkt beziehungsweise Bullrun kam das ein bisschen zu kurz. Wahrscheinlich ist es auch ein Zeichen von Adoption und davon, dass das Ganze jetzt ein bisschen reifer wird.

Aber ich glaube, Kevin, da sind wir uns einig: Es wird auf jeden Fall nie langweilig in diesem Markt, weil Sachen doch anders passieren, als man es sich vorstellt.

Ich muss natürlich wieder ein bisschen schmunzeln, weil es bei uns in der Community immer auch ein bisschen lustig zugeht. Gierbremse schreibt gerade: „Der Boden sollte drin sein.“ Das war so ein bisschen wieder ... Also auf jeden Fall. Den habe ich da vorne nicht geholfen. Von daher musste ich dir den jetzt bringen. Ich liebe unseren Chat, ich liebe die Livestreams, es macht immer wieder Spaß.

Und Gierbremse schreibt: „Ja, ihr hattet das böse Wort gesagt: Altcoins.“ Wir werden natürlich darüber auch noch sprechen. Viele haben sich da ein Stück weit mehr erhofft, und auch darüber werden wir sprechen.

Wir nehmen noch eine Frage aus dem Chat: Titan fragt: „Niemand kann sagen, ob der Boden drin ist, weil alle sich auf die Vergangenheit beziehen und deren Chartentwicklung. Ich behaupte, wir gehen bis auf 100.000 Dollar und danach tiefer als 55.000 Dollar. Hältst du so ein Szenario eventuell auch für möglich oder ausgeschlossen?“

Möglich ist definitiv alles. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ist wahrscheinlich eher die Frage. Wenn wir auf 100.000 gehen und dann noch mal auf 55.000, kann ich mir persönlich diesen Verlauf nicht vorstellen. Ich denke, ein tieferes Tief zu setzen, wird im Zeitverlauf immer und immer unwahrscheinlicher.

Das sehen wir auch, wenn der Markt ein bisschen Momentum hat. Viele Leute wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie sitzen gerade noch mit Cash an der Seitenlinie und denken sich: „Ah shit, ich wollte ja noch irgendwie beim Boden einsteigen.“ Die warten jetzt gerade nur auf die nächste Korrektur, und dann kommt noch mehr Kapital in den Markt.

Wenn wir so etwas sehen, wäre das Black-Swan-Event, das ich mir vorstellen könnte, im Worst-Case-Szenario ein absolut krasser Crash im Aktienmarkt. Und der zieht dann auch Krypto mit runter. Das kann definitiv passieren. Wir sehen ja Aktienmärkte, die gefühlt schon seit langer Zeit nur noch steigen. Irgendwann muss es mal stoppen.

Vielleicht kommen wir später noch mal darauf zu sprechen, wie deine Ansichten dazu sind. Ich sage immer: Irgendwann muss ja mal der Stecker gezogen werden. Das ist so meine Ansicht dazu.

Crypto Fibonacci fragt: „Denkt ihr, wenn der Vierjahreszyklus bricht, könnte Bitcoin dann auch auf 10.000 Dollar gehen, weil man sich nicht mehr daran orientieren kann?“ 10.000 Dollar – ich weiß gar nicht, was da passieren müsste. Ich kann mir das nicht vorstellen.

10.000 Dollar wären tiefer als der Tiefpunkt des vorletzten Bärenmarktes. Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wenn so etwas passiert – die Wahrscheinlichkeit ist nicht null –, dann glaube ich eher, dass es auf Quantencomputer, eine neue Sicherheitslücke oder so etwas zurückgeht. Ausschließen würde ich es nicht, aber die Wahrscheinlichkeit würde ich als sehr gering einstufen.

So, jetzt möchte ich ein Stück weit vorausgehen. Auf diesem Bullrun, der uns bevorsteht, haben sich viele im Crypto-Space viel mehr erwartet. Man kann vielleicht auch darüber sprechen, dass der letzte Bullrun ein Stück weit eine Enttäuschung war.

Für mich persönlich nicht, denn wenn ich mir bestimmte Projekte und Bitcoin anschaue, wo Bitcoin hergekommen ist und wo wir das Top gesehen haben, kann man eigentlich nicht von Enttäuschung sprechen. Bitcoin hat performt und auch gewisse Altcoins. Aber einige sehen das anders.

Viele Fragen erreichen mich natürlich: Wie bullish oder wie bärisch bist du? Deswegen stelle ich dir die Frage mit Blick auf den kommenden Bullrun: Welches Potenzial siehst du speziell bei Bitcoin? Es gibt verschiedene Annahmen. Manche sagen, bei 150.000 Dollar liegt die Erwartungshaltung. Manche sprechen auch schon von einer Viertelmillion bei Bitcoin. Wie sieht deine Erwartungshaltung mit dem Stand aus, den man jetzt hat? Bist du eher bärisch oder eher bullish unterwegs?

Ich würde sagen, ich bin eher bullish unterwegs. Hätte sich der Bärenmarkt mehr oder weniger normal ausgespielt – mit „normal“ meine ich irgendwo den Zyklusboden bei 40.000, 45.000 Dollar, um den Dreh –, hätte ich wahrscheinlich erwartet, dass das Potenzial im nächsten Bullrun zwischen 160.000 und 190.000 Dollar liegt. Ein gutes 4x hätte ich mir vom Boden gut vorstellen können. Wenn man das noch gezielt mit Hebel ausspielt, hätte es sich definitiv gelohnt.

Aber dieser Zyklus hat uns schon beim Bärenmarkt überrascht. Von daher schließe ich nicht aus, dass er uns auch beim Bullrun überrascht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir im nächsten Bullrun wieder eine, vielleicht nicht klassische, aber eine Altcoin-Saison sehen. Davon gehe ich eher aus als nicht.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir zu dem Zeitpunkt eine deutlich lockerere Geldpolitik haben, vielleicht Gelddrucken dazukommt und die ganzen Risk-on-Assets wieder besser performen. Ich bin optimistisch.

Optimistisch müssen und wollen wir natürlich sein. Wir haben eine Prognose herausgehauen: September 2029, 167.000 Dollar und mehr. Wir haben nichts dagegen.

Kevin, jetzt kommt natürlich der Part, wie es vielen wahrscheinlich gehen wird, die vielleicht noch nicht komplett das Kapital investiert haben, das sie zur Verfügung hatten und investieren wollten. Wie sieht deine Einkaufsstrategie grundsätzlich aus? Vielleicht auch in der aktuellen Phase? Investierst du jetzt weiter? Und ist es nur Bitcoin? Oder sind es auch Altcoins, in die du investierst?

Das wird der erste Zyklus für mich, in dem ich tatsächlich nicht direkt in Altcoins investiere. In der Vergangenheit habe ich das häufiger gemacht. Mittlerweile denke ich, dass mein Edge deutlich stärker auf dem zyklischen Trading von Bitcoin mit Hebel liegt und dass ich dadurch viele Altcoins outperformen kann, ohne das Risiko der Altcoins eingehen zu müssen.

Mein Portfolio: Ich habe eine deutlich größere Strategy-Position aufgebaut, als ich ursprünglich geplant hatte. Wir haben Strategy über mehrere Wochen und Monate bei uns relativ intensiv verfolgt, gerade mit dem mNAV, also wie viele Bitcoin man pro Aktie bekommt. Das ist im Bärenmarkt noch tiefer gefallen als beim absoluten Tiefpunkt des letzten Bärenmarktes. Das konnte ich nicht erwarten. Das war für mich der Zeitpunkt, an dem ich ziemlich aggressiv Strategy nachgekauft habe.

Leider nicht zu viel bei 80 Dollar oder so, aber um die 90 Dollar habe ich mir doch die Taschen vollgemacht. Ich glaube, mein Durchschnittspreis liegt bei – lass mich lügen – 93, 94 Dollar oder so. Leider habe ich nicht alles reingebuttert, weil ich dachte: „Ach, das geht noch tiefer.“ Dann kam bei Strategy der gute Pump und ich dachte mir: „Ach, du Held.“

Aber sei froh. Ich habe damals aus Gier Solana verpasst. Das werde ich nicht vergessen. Solana stand bei neun Dollar. Ich sagte: „Nein, der geht auf fünf.“ Dann ging es wieder hoch. Ich sagte: „Nein, steigst du nicht mehr ein.“ Tja, aber sei froh, dass du überhaupt investiert hast.

Ich kann mich absolut nicht beschweren. Das Portfolio steht gerade an. Es geht mir alles gerade zu schnell und zu gut. Da läuten bei mir schon die Alarmglocken, dass irgendwann eine Korrektur kommt. Auf jeden Fall ist man weiter vorbereitet.

Nach wie vor ist der Großteil bei mir Bitcoin. Ein guter Teil davon ist gehebelt. Ein guter Teil ist im Cold Storage. Das ist einfach eine Position, die ich nicht anfasse, auf die ich auch keinen Zugriff habe. Dann habe ich eine gute Strategy-Position und noch einen kleineren Teil in Bitmine. Bitmine ist quasi die Treasury hinter Ether. Das ist meine indirekte Ether-Wette und auch die Wette darauf, dass sich Bitmine in diesem Zyklus vielleicht so verhält wie Strategy im letzten Zyklus. Das ist ein bisschen die Investment-These dahinter.

Aber Altcoins in deinem Portfolio eigentlich? Gar nichts mehr, nein. In diesem Zyklus nicht mehr. Im letzten Zyklus war ich sehr stark in Ether investiert. Das war eine bittere Enttäuschung. Nicht, dass man damit kein Geld verdient hätte, aber nicht das, was ich mir ursprünglich vorgestellt hatte. Ether hat auch mein Bitcoin-Investment ein gutes Stück underperformt.

Ich habe dann meine ganze Investment-These stärker hinterfragt und bin zum Schluss gekommen, dass mir die Rendite – nur in Anführungszeichen – von Bitcoin, allerdings mit Hebel, lieber ist. Und wenn ich von Hebel spreche, meine ich nicht irgendwie 10x, 100x oder sonst was, sondern konservativ, vielleicht maximal 2x oder so. Auf Nummer sicher.

Ich möchte trotzdem noch ein Stück weit bei den Altcoins bleiben, weil das natürlich ein Thema ist, wenn man Jahre oder über Jahre in diesem Markt ist. Gerade wenn man relativ frisch in den Markt kommt, kommt man an diesem Altcoin-Thema gar nicht vorbei. Es wird viel versprochen: Heute ein Dollar, morgen 100 Dollar. Bestes Beispiel ist XRP, ohne jetzt auf XRP einzugehen. Da fällt mir besonders auf, dass man natürlich immer riesengroß denkt.

Welche Altcoins haben für dich überhaupt eine Daseinsberechtigung? Es gibt einen Haufen. Wenn du unabhängig von den Kursen sagen müsstest, welche Altcoins werden für dich interessant, weil du sagst: „Okay, das macht irgendwo Sinn, das hat eine Daseinsberechtigung?“

Ich glaube, es kommt darauf an, aus welcher Perspektive man das Ganze sieht. Die meisten vermuten jetzt vielleicht, dass ich sage: Die allermeisten Altcoins haben wahrscheinlich keine Daseinsberechtigung. Ich würde allerdings das Gegenteil behaupten, weil es immer darauf ankommt, aus welcher Perspektive man das Ganze sieht.

Wenn wir zwischen Altcoins, die mit Blockchains zu tun haben, und Altcoins, die zu Projekten gehören, die auf den Blockchains aufbauen, unterscheiden, gibt es einen riesigen fundamentalen Unterschied.

Wenn wir eine Blockchain nehmen, also einen Coin, der zu einer Blockchain gehört, würde ich sagen, sind nahezu alle Coins Pflicht, weil man sonst das Netzwerk nicht sicher halten kann. Wie sollte beispielsweise Ethereum ohne Ether funktionieren? Mit Proof of Stake würde das nicht funktionieren. Die Gas Fees würden ebenfalls nicht funktionieren. Ethereum würde ohne Ether tatsächlich nicht funktionieren. Absolut hat Ether seine Daseinsberechtigung.

Wenn wir von Projekten sprechen, die auf einer Blockchain aufbauen, also irgendwelchen DeFi-Protokollen oder sonst was, würde ich sagen: Aus der Perspektive des Teams hat der Token absolut eine Daseinsberechtigung, weil das die primäre Form ist, wie sich die Teams finanzieren und so ein Projekt überhaupt starten können. Gäbe es den Token nicht, würde das komplett wegfallen.

Aus der Nutzerperspektive würde ich tatsächlich sagen, dass die allerwenigsten Coins eine Daseinsberechtigung haben, weil sie im Wesentlichen nur der Finanzierungsmechanismus hinter einem Projekt sind.

Eine Sache, die mir vor allem im letzten Zyklus bewusst wurde, ist ein Thema, das bei den meisten Altcoins aus meiner Sicht fehlt: Value Capture. Also wie der Wert eines Projekts tatsächlich in den Token einfließt, sodass der Token gut performt, wenn das Projekt gut performt oder mehr Adoption erfährt.

Bestes Beispiel: Ethereum. Ich bin absoluter Ethereum-Power-User. Es gibt keine Woche, in der ich nicht irgendeine Transaktion auf Ethereum mache, gerade mit DeFi-Protokollen. Aber wie genau profitiert der Ether-Token davon, wenn ich Ethereum nutze? Ein bisschen Gas Fees werden verbrannt, dadurch kann Ether etwas weniger inflationär werden. Aber ansonsten könnte sich die Netzwerkaktivität auf Ethereum verdoppeln. Es könnten doppelt so viele Stablecoins auf Ethereum landen. Was würde das mit dem Token machen? Fundamental relativ wenig.

Was bei Ether aus meiner Sicht extrem fehlt, genauso wie beim Großteil der anderen Altcoins, ist diese Value Capture. Wieso sollte der Token gut performen, nur weil das Ökosystem gut performt? Das Ethereum-Ökosystem blüht auf, es steht so gut wie wahrscheinlich noch nie zuvor. Der Ether-Token bekommt davon aber relativ wenig Liebe ab. Das ist der Punkt, der bei den meisten Projekten aus meiner Sicht fehlt, zumindest wenn man fundamental investiert und nicht einfach nur nach Narrativen.

In Kurzfassung: Es kommt auf die Perspektive an, aber wahrscheinlich haben die allermeisten Coins tatsächlich ihre Daseinsberechtigung. Auch die hinterletzten Memecoins haben ihre Daseinsberechtigung. Stichwort Gamble und so weiter. Man muss sich die Industrie anschauen. Das ist ein Riesenteil. Wir Menschen ticken irrational. Wir wollen gamblen. Das hat wahrscheinlich auch seine Daseinsberechtigung. Das heißt nicht, dass ich darin investieren würde, aber eine Daseinsberechtigung ist definitiv da.

Ich kann mir sogar vorstellen, dass, wenn es keine Memecoins gäbe, das Geschrei groß wäre: „Mensch, wo ist es denn hin?“ Ich hatte ursprünglich gefragt, welche drei Altcoins für dich das größte Potenzial haben. Ich würde das einfach auf einen beschränken. Du kennst die Top Ten laut CoinMarketCap. Wenn du Solana, Ethereum und XRP anschaust: Welches Projekt hat für diesen kommenden Bullrun aus deiner persönlichen Sicht das größte Gewinnpotenzial?

Gewinntechnisch schaue ich mir bei Altcoins nie nur die Chancen an, sondern vor allem auch die Risiken. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem das Ding komplett um die Ohren fliegt? Das ist ein reales Risiko bei Altcoins.

Vor ein bis zwei Jahren hätte ich dir problemlos meine Top drei Altcoins genannt und erklärt, warum die to the moon gehen und 100x machen. Was ich in den letzten Jahren aber gelernt habe, ist, mich auf mein eigenes Edge zu fokussieren – auf das, wo ich persönlich wirklich einen Wettbewerbsvorteil habe.

Ich war noch nie besonders gut im Altcoin-Picking. Das war nie meine Expertise. Ich habe zwar ab und zu in Altcoins investiert und auch gutes Geld verdient, aber das waren fast immer Altcoins, deren Tokenomics ich von A bis Z verstanden hatte und bei denen ich sehr involviert war. Ich wusste direkt, wenn etwas in die falsche Richtung lief oder es Zeit zum Aussteigen war.

Wenn ich irgendwo investiert war, war ich auch zeitlich sehr stark involviert. Für den nächsten Zyklus ist es schwierig. Man könnte sich anschauen, welche Altcoins schon im frühen Bullrun gut performen, beispielsweise Hyperliquid. Hyperliquid performt hervorragend. Die Tokenomics sind relativ interessant, das hat tatsächlich Potenzial, und ich benutze die Hyperliquid-Blockchain auch sehr intensiv.

Gleichzeitig erinnert mich das an 2022 und Anfang 2023. Damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass Altcoins, die ganz zu Beginn oder im Bärenmarkt gut performen, nach hinten raus meistens schlechter performen. Man könnte alte Videos von mir anschauen, in denen ich dachte: „Den Altcoin kaufe ich später, der performt im Bärenmarkt so gut, der muss im Bullrun to the moon gehen.“ Und dann kam es irgendwie nicht dazu.

Manchmal ist es schwierig, weil man nicht genau weiß, welches Projekt performt. Man muss sich irgendwann entscheiden. Ich bekomme diese Fragen ständig – nicht nur über Kommentare, sondern auch über Telegram. Die Leute fragen: „Kannst du nicht mal diese Fragen stellen?“ Und ich sage immer: Ich nenne die Namen der Fragesteller nicht.

Wie wichtig ist eine Community eigentlich? XRP hat eine riesenstarke Community. Es geht gar nicht um XRP, sondern um die Community. Wie wichtig kann so eine Community für einen Altcoin sein?

Ich denke, extrem wichtig. XRP ist wahrscheinlich vor allem im DACH-Raum das beste Beispiel dafür. Wenn eine starke Community dahintersteht, kann bei einem Projekt einiges passieren. Je stärker die Community, desto irrationaler kann die Price Action sein. Im letzten Zyklus gab es bei XRP Candles, die tatsächlich nur kommen können, wenn ein Projekt eine gewisse Community dahinter hat.

Community ist definitiv ein großer Faktor. Bei Bitcoin ist es nicht anders. Bitcoin hat viele Bitcoin-Maximalisten, die das Ganze fast wie eine Religion sehen. Das meine ich nicht abwertend, sondern sie denken wirklich, Bitcoin fixt jedes Problem auf der Welt. Darüber kann man diskutieren, aber Community ist bei Bitcoin extrem wichtig und genauso bei Altcoins.

Beim nächsten Thema geht es um Altcoins, bei denen du dir vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würdest und sagen würdest: „Um Gottes willen, passt bloß auf.“ Jemand kommt zu dir und sagt: „Ich investiere in drei Altcoins. Welche sollte ich definitiv meiden?“

Ich würde sagen, es ist eine allgemeine Kategorie oder Kombination aus drei Punkten. Erstens: hochinflationär, also dass im Zeitverlauf sehr viele Tokens ausgeschüttet werden und Tokens vielleicht auch an das Team ausgeschüttet werden. Zweitens: so gut wie überhaupt keine Value Capture – das Ökosystem kann gut performen und Adoption erfahren, aber der Token bekommt nichts davon ab. Drittens: so gut wie überhaupt keine Community dahinter.

Das Paradebeispiel, das mir einfällt, ist Arbitrum. Arbitrum ist ein Token der Arbitrum-Blockchain, den man für nichts braucht. Er ist einfach nur da, ist inflationär und hat keine Value Capture. Es gibt keine Arbitrum-Community. Es gibt eine Ethereum-Community, aber ich habe noch nie ein Arbitrum-Treffen oder sonst was gesehen. Wenn jemand in Arbitrum investiert, denke ich nur: „Oh Gott.“ Ich will niemanden angreifen, aber das ist meine persönliche Meinung.

Im Chat schreibt jemand: „Polka-Schrott, Polka-Schrott und Cardano.“ Tony schreibt: „Entweder man liebt oder hasst XRP.“ Das ist auch so. Ich hatte letztens einen Talk bei XRP Deutschland. Wenn es um XRP geht, hat man das Gefühl, man kann nur anecken, egal wie.

Kevin, jetzt mal zum Kapital, das man zur Verfügung hat, um zu investieren. Wir machen das natürlich, um unser Geld ein Stück weit zu vermehren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Kryptosektor, Aktiensektor, Edelmetalle wie Gold oder Silber. Eine vierte Möglichkeit wäre, das Geld auf der Seitenlinie zu parken, vielleicht in Fiat oder Stablecoins, um bei einem Rücksetzer einzusteigen. Wie würdest du aktuell investieren? Sagen wir, du bekommst 100.000 Euro.

Wenn ich heute ein Portfolio von 100.000 Euro aufbauen müsste, läge mein Fokus noch absolut auf Vermögensaufbau und nicht Vermögenserhalt. Ich bin jung, gesund und würde wahrscheinlich alles in Krypto packen, weil ich dort mit der höchsten Wahrscheinlichkeit deutlich höhere Renditen erwirtschaften kann als in jeder anderen Anlageklasse.

Wenn es deutlich mehr wird, tendiere ich dazu, stärker in andere Anlageklassen zu diversifizieren. Aber das ist nur das, was ich selber machen würde. Ich bin jung, habe keine Kinder, keine Haustiere, kein Garnichts. Ich habe null Verantwortlichkeiten und bin nur für mich selbst verantwortlich. Wenn alles in den Sand gesetzt ist, habe ich ein aktives Einkommen, von dem ich leben kann. Meine Ausgangssituation erlaubt mir diese Risk-on-Mentalität. Das ist nicht bei jedem so. Von daher ist es hochgradig individuell.

Liebe Leute, das bedeutet nicht, dass ihr das genauso handhaben sollt, wenn ihr neu im Markt seid. Es gibt verschiedene Ansichten und Gründe, warum Kevin das so tun würde oder warum ihr das vielleicht nicht tun solltet.

Wenn du heute dein Portfolio aufbauen müsstest und 100 Prozent in Krypto investieren würdest: Hätten Altcoins eine Daseinsberechtigung oder würdest du alles auf Bitcoin setzen?

Ich würde wahrscheinlich auch einen guten Teil in Strategy packen. Ich sehe Strategy nach wie vor als eine Art, Bitcoin mit Hebel relativ günstig zu kaufen. Von daher wären es wahrscheinlich Bitcoin und Strategy, beides wahrscheinlich mit Hebel. Das ist nicht das, was man in Büchern über Finanzen oder Vermögensaufbau liest, aber es hat bei mir in der Vergangenheit hervorragend funktioniert.

Was gerade auch immer wieder die Runde macht, ist das Thema Hardware Wallets. Ich habe das Gefühl, dass man immer wieder davon spricht, das komplette Geld auf Börsen zu packen. Sind Hardware Wallets durch gewisse Risiken oder Probleme, die aufgekommen sind, ein Stück weit in Vergessenheit geraten? Haben Hardware Wallets für jeden Krypto-Investor eine Daseinsberechtigung? Oder kommt es darauf an, wie viel man investiert hat?

Die Antwort ist ganz klar: Es kommt darauf an. Wenn ich ein Krypto-Portfolio von 500 Euro habe, kaufe ich mir dann wirklich für 100 Euro eine Hardware Wallet? Wahrscheinlich nicht. Dann investiere ich lieber die 500 Euro direkt und habe sie bei einer Börse liegen. Selbst wenn die im Worst Case gehackt wird, ist das Geld etwas, das ich wieder erarbeiten oder ersparen kann.

Wenn es Richtung eines größeren Portfolios geht, würde ich sagen: Alles ab fünfstellig wäre wahrscheinlich die Summe, bei der ich mir definitiv eine Hardware Wallet zulegen würde. Aber auch da kommt es darauf an. Die Aufbewahrung der Seed Phrase ist ein Thema. Ich habe in der eigenen Familie gesehen, wie jemand den Zettel einfach auf dem Küchentisch liegen hatte. Da denkt man: Oh Gott.

Für DeFi-Power-User wie mich ist eine Hardware Wallet ein absolutes Must-have. Da sehe ich keinen Weg dran vorbei. Bei einem klassischen Bitcoin-HODLer würde ich sagen: Hardware Wallet ist bei einem größeren Portfolio Pflichtprogramm, also bei allem über fünfstellig, wenn man sich zutraut, die Seed Phrase sicher aufzubewahren.

Wenn man sich das nicht zutraut, muss man ehrlich mit sich selbst sein. Dann kann eine Tangem Wallet eine leichtere Art sein. Man hat drei Karten und bewahrt diese an verschiedenen Orten auf. Wenn man sich auch das nicht zutraut, kann es für Anfänger besser sein, das Geld auf einer Börse zu lagern. Nicht auf irgendeiner Börse, sondern vielleicht auf einer, die möglichst lange am Markt, etabliert und lizenziert ist. Davon gibt es mittlerweile einige.

Auch bei einem großen Krypto-Portfolio kann es irgendwann sinnvoll sein, einen Teil Bitcoin in ETFs zu halten und einen Teil auf einer Exchange, statt alles selbst aufzubewahren. Selbstverwahrung hat ebenfalls Risiken. Wenn man alles selbst aufbewahrt, ist das irgendwann auch ein Klumpenrisiko.

Da gebe ich dir absolut recht. Das ist nicht zu unterschätzen. Das muss jeder für seine Bedürfnisse zuschneiden. Wenn jemand 500 Dollar hat, braucht er nicht unbedingt eine Hardware Wallet. Wenn man mehrere Millionen oder größere Summen hat, ist die Aufbewahrung schwierig. Man muss schauen, dass man das vielleicht splittet.

Wir hatten den Vierjahreszyklus. Ist der für dich intakt oder wird er langsam Geschichte?

Schwierig. Den klassischen Vierjahreszyklus, bei dem wir höchstwahrscheinlich den Zyklusboden im Oktober sehen müssten, kann ich mir Stand heute nicht mehr vorstellen. Der klassische Zyklus – damit meine ich den fast punktgenauen, in der Vergangenheit teilweise auf den Tag genau funktionierenden Zyklus – wird sich so wahrscheinlich nicht fortsetzen.

Je reifer der Markt wird, desto mehr Leute schauen sich diese Zyklen an. Dann wird das irgendwann antizipiert, und die Leute versuchen, es zu frontrunnen. Es ist eine natürliche Marktdynamik, dass es Abweichungen gibt. Dass wir vielleicht trotzdem vom Jahr her ähnlich weitermachen, kann ich mir gut vorstellen.

Der Vierjahreszyklus hat nicht erst mit Bitcoin oder dem Bitcoin-Halving begonnen. Wenn wir uns die Vergangenheit des S&P 500 anschauen, also des großen Aktienindex, gab es zwischen ungefähr 1949 und 1983 eine Periode von rund 30 Jahren, in der wir alle vier Jahre einen Tiefpunkt im Aktienmarkt gesehen haben. Nicht auf den Monat genau, aber alle vier Jahre. Im Chart sieht man diese Bögen richtig.

Ich kann mir vorstellen, dass wir so etwas noch ein paar Zyklen bei Bitcoin sehen. Vielleicht springen wir drei Jahre in die Zukunft und sagen über den Bärenmarkt, den wir gerade beendet haben: Es war halt nicht Oktober, sondern Juni oder Anfang Juli. Das lassen wir noch gelten.

Ein spannendes Thema sind Preisprognosen bei Bitcoin. Es geht um Millionen und verschiedene Ansätze. Jemand, der schon einige Jahre investiert ist, meinte, er könne sich im kommenden Bullrun einen Bitcoin-Kurs von einer Million vorstellen. Ich glaube, dass das irgendwann kommt. Wann wäre für dich das früheste Szenario?

Ich stimme zu. Ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit. Das ist bei den meisten Bitcoin-Investoren wahrscheinlich der Base Case. Den genauen Zeitraum einzuschätzen, ist unglaublich schwer, weil es auf unterschiedlichsten Annahmen beruht und jede einzelne davon falsch sein kann.

Wenn die Zyklen weiterhin bestehen, aber Volatilität und Anstiege abnehmen, spricht relativ viel dafür, dass Bitcoin die eine Million in drei bis vier Zyklen erreicht, also ungefähr um 2040. Nur wie viel eine Million dann noch wert ist, ist eine andere Geschichte. Die neue Million von heute sind fünf Millionen, weil man sich heute mit fünf Millionen ungefähr das kaufen kann, was man sich früher mit einer Million kaufen konnte. Inflation spielt eine große Rolle.

Es gibt aber auch ein Szenario, in dem wir das nächstes Jahr oder in zwei Jahren sehen: ein extremer Vertrauensverlust in das Fiat-System. Sollte es zu einem Ereignis kommen, das das Vertrauen in die Fiat-Währung oder die Regierung stark erschüttert, wird Bitcoin absolut aufblühen, genauso wie Gold.

Das ist ein Grund, warum ich einen guten Teil Bitcoin im Cold Storage habe. Das ist meine Long-Wette auf diesen Zeitpunkt. So ein Kollaps eines Fiat-Systems kann heute deutlich schneller passieren als früher. Wir haben in der Vergangenheit bei nahezu jeder Fiat-Währung gesehen, dass sie irgendwann kollabiert ist. Kollaps ist dabei ein Synonym für Hyperinflation, also dass die Geldmenge so stark ausgeweitet wird, dass man mit einer Schubkarre voller Geld ein Brot kauft.

Der große Unterschied zu früher ist: Es gab kein Internet und keine sozialen Medien. Heute wird eine Nachricht auf Twitter veröffentlicht und eine Stunde später weiß es gefühlt jeder. So eine Situation hatten wir vor einem Kollaps in der Vergangenheit noch nie. Wenn es passiert, passiert es wahrscheinlich sehr schnell. Ich glaube nicht, dass es heute ein allmählicher Kollaps eines Fiat-Systems wäre.

Wie sollte man aktuell in diesem Kryptomarkt handeln? Wer jetzt kauft, kauft vielleicht auf FOMO. Sollte man lieber warten? Der Fear-and-Greed-Index liegt bei 79. Wer frisch anfängt: Sollte er sich gleich mit Trading befassen oder gute Einstiege suchen, HODLen und diesen Bullrun mitnehmen?

Das ist wahrscheinlich nicht die Antwort, die die meisten hören wollen. Viele wollen hören: Investiere in irgendwelche Altcoins, am besten mit zehnfachem Hebel, und hoffe und bete, dass es funktioniert.

Wenn man komplett neu ist, sich nicht auskennt und vielleicht auch kein Interesse hat, sich regelmäßig mit dem Markt auseinanderzusetzen, spricht viel für klassisches DCA, also Dollar-Cost-Averaging. Jeden Monat ein bisschen Bitcoin kaufen und langfristig halten. Dafür braucht man einen Zeithorizont von mindestens drei oder vier Jahren. Man muss damit zufrieden sein, dass man langfristig durchschnittlich wahrscheinlich eine höhere Rendite als am Aktienmarkt erzielt, aber nicht unbedingt extrem viel höher.

Wenn man jung ist, sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte und Vermögensaufbau statt Vermögenserhalt betreibt, spricht viel dafür, die Volatilität von Bitcoin auszunutzen. Das ist im Wesentlichen das, was wir mit unserer Strategie machen. Die Volatilität von Bitcoin ist ein Geschenk, auch wenn Bärenmärkte hart sind, vor allem wenn man long positioniert ist und das Portfolio von Woche zu Woche und Monat zu Monat weniger wert wird.

Wenn man sich das zunutze macht, kann man im Bärenmarkt vielleicht Short gehen, in der Boden-Area günstige Preise zum Einkaufen nutzen, in der Top-Area verkaufen, Short gehen und so weiter. Diese große Volatilität auszunutzen, ist derzeit das größte Geschenk von Bitcoin.

Wenn du dich entscheiden müsstest: Short oder Long? Gehst du eher davon aus, dass wir Richtung 100.000 Dollar gehen, oder eher Richtung 75.000 Dollar?

Meine ehrliche Antwort ist: Kurzfristig habe ich so gut wie kein Edge. Ich bin nicht in technischer Analyse drin. Alles, was ich mir anschaue, sind eher langfristige Daten. Von daher wäre ich mit einer kurzfristigen Einschätzung vorsichtig und würde niemandem empfehlen, sich daran zu orientieren.

Ich persönlich denke eher, dass wir erst noch ein bisschen höher gehen, bevor wir tatsächlich tiefer gehen. Dass wir irgendwann noch mal das Ausbruchlevel bei ungefähr 82.000 Dollar testen, davon gehe ich stark aus. Das war in der Vergangenheit auch etwas, das wir im Bärenmarkt häufiger gesehen haben.

Ich habe noch ein bisschen was vorbereitet: Entweder-oder-Fragen, um dich als Privatperson kennenzulernen. Mercedes-AMG oder Porsche?

Gar kein Auto, Porsche.

Pizza oder Pasta?

Pizza.

FC Bayern München oder Borussia Dortmund?

Dortmund.

Das hätte ich auch getippt. New York oder Tokio?

Tokio.

Goldbarren oder eine Rolex?

Goldbarren.

Wenn du eine Hochzeit feierst: eher klein im Kreis oder groß mit allen Freunden und Bekannten?

Klein, abgelegen, auf einer Insel.

So habe ich es damals auch gemacht.

Kevin, vielen, vielen Dank für deine Ansichten und deine Schilderungen. Ich hoffe, dir hat es auch Spaß gemacht. Wir waren gut eine Stunde live. Das kommt einem immer gar nicht so vor. Ich glaube, die Leute im Chat hatten viel Spaß, und ich hoffe, dass ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid.

Ich hoffe auch, dass es dir Spaß gemacht hat, heute hier zu Gast zu sein, und dass es nicht das letzte Mal gewesen ist. An euch Zuschauer: Schaut bei Kevin vorbei. Er ist auf YouTube aktiv, auf Instagram nicht wirklich. Ich packe den Link gleich noch mal mit rein.

Ein super sympathischer junger Mann, muss ich wirklich sagen. Zumal er auch Kevin heißt, kann das ja nur positiv sein. Ein Kevin, der sich mit Krypto beschäftigt – das kann gut gehen.

Bei mir ist es immer so, dass die Gäste das Abschlusswort haben. Das kann die aktuelle Phase, die Zukunft oder eine Lehre aus dem Leben betreffen. Mein Gast hat immer das Abschlusswort. Ich verabschiede mich schon quasi, sage noch mal danke an euch im Chat, haut gerne auf den Like-Button und teilt den Stream. Wir sehen uns bald wieder zum Live-Talk. Bald wird es auch wieder einen Live-Stammtisch geben. Kevin, du hast das letzte Wort.

Ebenfalls danke. Mir hat das Spaß gemacht. Das können wir gerne in Zukunft häufiger machen.

Ich glaube, gerade für die aktuelle Marktphase ist wichtig: Viele Leute wurden von dem starken Pump vor ein paar Wochen und jetzt auch vom direkten Ausbruch überrascht. Das war nicht das, was die meisten erwartet haben, mich ursprünglich eingeschlossen.

Das Wichtigste ist, sich bewusst zu machen: Selbst wenn der Bullrun tatsächlich gestartet ist und wir kein tieferes Tief mehr sehen, schaut euch an, wo wir im letzten Zyklus waren, als diese Level gebrochen wurden. Schaut euch an, wie viel Bitcoin von damals bis zum finalen Top noch performt hat. Dann seht ihr, wie früh wir heute noch dran sind.

Kein Mensch hat momentan den Fokus auf Bitcoin. Alle sind beschäftigt mit KI, hier KI und da KI. Ich habe das Gefühl, den Kryptomarkt nimmt momentan fast niemand wahr. Genau das macht es zu einer großen Chance, bevor plötzlich die Oma, die Tante und noch jemand in den Markt kommen und es wieder eher Zeit zum Aussteigen ist.

Steckt jetzt nicht den Kopf in den Sand, wenn die Einstiege nicht so geklappt haben, wie man es ursprünglich wollte, wenn man den Boden genau timen wollte und jetzt auf der Seitenlinie steht. Wir waren alle schon in dieser Situation.

Wichtig ist, dass man sich damit abfindet, dass es jetzt so ist, einen Plan für den nächsten Zyklus macht und dann, glaube ich, jeder, der sich aktuell mit Krypto beschäftigt, in zwei oder drei Jahren extrem froh sein wird, dass er sich damit beschäftigt hat. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Genau. Das sind wahre Worte. Wir verabschieden uns. Euch einen schönen Abend. Ciao, ciao.

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