Die ZUKUNFT von Decentralized Finance | DeFi 3.0 erklärt 💡
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Im heutigen Video lernst du, was DeFi 1.0 ist und DeFi 2.0, was die Probleme davon waren, wie DeFi 3.0 aussehen wird und vor allem auch, welche Trends Stand heute schon erkennbar sind. Also ganz kurz, falls du neu auf meinem Kanal bist: DeFi steht für Decentralized Finance und beschreibt vereinfacht gesagt den Prozess, dass gerade immer mehr vom traditionellen Finanzsystem auf die Blockchain gebracht wird.
Und so wirklich gestartet hat DeFi damals im Jahr 2016 mit EtherDelta, was vermutlich der kleinste Teil von meiner Audience kennt, ist auch vor meiner Zeit, als ich damals in Blockchains eingestiegen bin. Und zwar war EtherDelta damals die allererste dezentrale Exchange, das heißt, dass man auf dezentrale Art und Weise Coins miteinander tauschen konnte. Nur heutzutage gibt es EtherDelta nicht mehr, weil es erstens damals gehackt wurde und zweitens danach später von der SEC verklagt wurde. Also auch schon im Jahr 2016 hat die SEC den Cryptospace ein bisschen schwieriger gemacht, sagen wir es mal so.
Aber die ersten, ich sag mal, solideren DeFi-Projekte kamen dann eher so zwischen, ja, ich würde mal sagen, zwischen 2017 und 2019. Mit beispielsweise im Jahr 2017 MakerDAO, die zum allerersten Mal ermöglicht haben, dass man selbst einen dezentralen Stablecoin minten kann, was damals eine absolute Neuheit war, mittlerweile absoluter Standard. Genauso auch im Jahr 2018 mit Uniswap, die erste wirklich funktionierende dezentrale Exchange, auch ohne irgendwelche größeren Hacks und so weiter, sodass man ohne eine zentrale Exchange auch irgendwelche Tokens hin- und hertauschen konnte. Und dann auch im Jahr 2019 beispielsweise Protokolle wie Synthetix oder auch beispielsweise Compound, wo man dann beispielsweise auch Lending betreiben und synthetische Assets und so weiter minten konnte. Also ja, ich würde mal sagen, so zwischen 2017 und 2019, das war so die erste wirkliche Phase von DeFi, und das ist auch im Wesentlichen das, was Stand heute als DeFi 1.0 bezeichnet wird.
Was ich eigentlich hinauswollte: Gerade diese Phase von DeFi 1.0, da waren aus meiner Sicht die primären Probleme einfach das, dass erstens DeFi noch unglaublich unbekannt war. Also ich meine, man könnte auch Stand heute noch argumentieren, dass DeFi eher so ein Nerd-Thema ist und sich die wenigsten Leute damit tatsächlich auskennen. Aber Stand heute im Vergleich zu damals, das ist ein Welten-Unterschied, was da an Adoption tatsächlich stattgefunden hat.
Dann auch zweitens, was jetzt nicht unbedingt per se ein Problem war, aber dann später zum Problem geführt hat, einfach die Tatsache, dass nahezu jedes Projekt auf Ethereum aufgebaut hat und es damals einfach noch keine wirkliche Lösung gab für dieses Skalierungsproblem. Und das hat dann eben dazu geführt, gerade beim Bullrun 2017, 2018, dass einfach die Gas Fees von Ether so massiv nach oben geschossen sind, dass einfach nur die Nutzung von irgendeinem popeligen 0815-DeFi-Protokoll einfach unglaublich teuer wurde. Also damals einfach noch keine wirkliche Skalierung.
Dann drittens die Benutzeroberflächen. Also wenn du dir Stand heute mal Curve anschaust, dann würde ich sagen, Curve ist Stand heute ein Vielfaches besser als damals die Benutzeroberflächen von den ganzen DeFi-Projekten. Auch wenn Curve Stand heute aus meiner Sicht immer noch eine absolute Vollkatastrophe ist. Aber damals, das war so gefühlt, na, ich würde mal sagen, wenn man irgendwelche Entwickler fragt, die eigentlich mehr fürs Backend da sind, die eigentlich mehr das coden, was nur im Hintergrund läuft und was man eigentlich nicht sieht, wenn man die dann plötzlich fragt: Du, könntest du vielleicht noch eine Benutzeroberfläche bauen? So in etwa sahen die ganzen Benutzeroberflächen und so weiter aus. Also ja, meistens einfach viel zu technisch, viel zu viele Zahlen, nicht clean, alles vollgestopft. Also die absoluten Klassiker, sage ich mal. War nicht bei jedem einzelnen DeFi-Projekt so, aber ich sage mal, das war mehr die Regel als die Ausnahme.
Dann viertens auch das Problem der Zentralisierung. Also DeFi hatte damals aus meiner Sicht wenig mit Decentralized Finance zu tun, aufgrund der Tatsache, dass die meisten Projekte einfach, und ich würde auch behaupten, nach wie vor noch stark zentralisiert sind. Dann auch das Problem, dass es keinerlei Synergieeffekte gab, oder nicht wirklich das Problem, aber mehr einfach der Fakt, dass damals zwar DeFi-Projekte geschaffen wurden, allerdings alle separat. Das heißt, es gab ein Projekt dafür, dass man irgendwelche Token hin- und hertauschen kann. Es gab ein Projekt für die dezentralen Stablecoins. Es gab ein Projekt für das Lending und so weiter. Aber nichts davon war tatsächlich irgendwie verbunden, sodass es irgendwelche Synergieeffekte gab.
Und noch der letzte Punkt, Thema TradFi, also das traditionelle Finanzsystem, das einfach nach wie vor zu dieser Zeit in vielen Aspekten einfach attraktiver war. Wenn man jetzt beispielsweise einen Kredit aufgenommen hat über das traditionelle Finanzwesen, dass das einfach deutlich bessere Konditionen hatte als beispielsweise die ganzen Applikationen, die es damals in DeFi gab. Und das ist nur ein Beispiel von ganz vielen, wo einfach das traditionelle Finanzsystem so ein Stück weit noch die Nase vorne hatte.
Nach dieser Phase von DeFi 1.0, und diese Phasen überlappen sich natürlich alle so ein Stück weit, kam dann irgendwann Mitte 2020 der sogenannte DeFi Summer, wo DeFi ganz plötzlich zum Hype-Thema wurde. Was du beispielsweise daran feststellen kannst, dass wir zum allerersten Mal Mitte 2020 im DeFi Space ein TVL erreicht haben von ungefähr einer Milliarde und dann nur ein Jahr später, 2021 beim Bullrun, wo das TVL plötzlich bei über 100 Milliarden war. Das heißt, der ganze Space hat sich mal kurz innerhalb von einem Jahr verhundertfacht oder sogar mehr als verhundertfacht, weil so viel neues Kapital in den DeFi Space geflossen ist. Und das war auch der Start von der Phase, die wir heute als DeFi 2.0 bezeichnen, wo man auch zum Stück weit argumentieren könnte, dass wir schon heute immer noch in dieser Phase drin sind.
Und zwar mit den wesentlichen Charakteristiken, dass es damals zunächst mal einen starken Trend gab weg von Ether hin zu den alternativen Layer-1-Solutions. Weil man damals doch gedacht hat: Hey, Ethereum, das hat einfach keine Zukunft. Aber ab dem Zeitpunkt, wo einfach eine große Adoption stattfindet, gehen die Gas Fees von Ether so dermaßen nach oben, dass wir lieber eine neue, separate Blockchain bauen, also alternative Layer-1-Solutions, die einfach in sich deutlich skalierbarer sind als Ether. Die wurden dann auch als Ethereum-Killer bezeichnet, wie beispielsweise Fantom, wie Avalanche, wie Terra, Solana und so weiter und so fort. Es gab noch viele andere Projekte, die vielleicht ein bisschen weniger bekannt sind.
Dann zweitens wurde in der Phase auch Yield Farming unglaublich bekannt, weil jetzt plötzlich jeder eine Rendite erzielen wollte durch Staking, Liquidity Mining, Lending und so weiter und so fort. Es ist damals richtig stark aufgeblüht, genauso auch wie der, ich nenne es mal, NFT-Hype, weil es damals auch, also Hype deshalb, weil es aus meiner Sicht auch viele Projekte gab und auch nach wie vor gibt, wo fundamental jetzt vielleicht nicht so viel dahintersteckt, aber die trotzdem enorm viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Genauso auch der Rise von Stablecoins. Was ich im Wesentlichen damit meine, ist, dass es mittlerweile ganz normal ist, dass wir in den Top 10 Kryptowährungen mehrere Stablecoins haben, was ja ungefähr fünf Jahre vorher noch überhaupt gar nicht der Fall war. Damals waren Stablecoins eher noch die Ausnahme, damals haben Stablecoins noch relativ wenige Leute benutzt.
Dann haben wir damals auch die allerersten Synergieeffekte gesehen, dass irgendwelche Projekte im gleichen Ökosystem, wie beispielsweise auf Ethereum, aufeinander aufgebaut und dadurch entsprechend Synergieeffekte erreicht haben. Allerdings ist alles trotzdem noch in separaten Ökosystemen passiert. Das heißt, es gab Synergieeffekte zwischen Projekten auf Ethereum und beispielsweise zwischen Projekten auf der Binance Smart Chain, aber jetzt nicht unbedingt zwischen Ethereum und der Binance Smart Chain. Und zum Schluss von dieser Phase, aber da könnte man auch schon argumentieren, dass das eher so Richtung DeFi 3.0 geht, die Liquid Staking Derivate, dass man beispielsweise Ether, Matic und so weiter jetzt mittlerweile über Rocket Pool, Lido und so weiter staken kann und trotzdem während dem Staking seine Coins in seiner eigenen Verfügung hat.
Jetzt, wenn ich die Probleme von DeFi 2.0 in fünf verschiedenen Punkten zusammenfassen müsste, dann wäre es erstens einfach der Fakt, dass der ganze Hype im DeFi Space natürlich auch ganz viele, ich sag mal, geldgeile Entrepreneure angezogen hat, die dann jedes Projekt, was nur halbwegs erfolgreich war, natürlich geforkt haben, ohne dass der Fork jetzt wirklich einen Mehrwert geboten hat. Oder auch beispielsweise, dass irgendwelche Blockchains einfach nur erschaffen wurden, sodass für einen gewissen Zeitraum hohe Rewards ausgeschüttet werden konnten, ohne dass die Blockchain an sich eigentlich einen wirklichen Use Case hat, nur mit der Intention, dass die Founder, das Founder-Team dahinter, entsprechend Geld verdient. Also das haben wir zuhauf gesehen, gerade in dieser Phase zwischen 2021 und auch teilweise bis heute, wobei diese Projekte tendenziell heute eher am Aussterben sind.
Denn zweitens auch, dass die Projekte größtenteils einfach nicht nachhaltig waren, beziehungsweise konzeptionell einfach so aufgebaut waren, dass die Projekte nur dann Leute anziehen, wenn tatsächlich die ganze Zeit auf Grundlage von der Inflationsrate Tokens ausgeschüttet werden. Also was nichts mit Real Yield oder hier Gebühren erwirtschaften und so weiter zu tun hat, sondern einfach nur: Hey, wir haben hier diesen Token, der hat einen Supply, und den schütten wir entsprechend aus. Aber was ist natürlich in der Praxis passiert? Na ja, ab dem Zeitpunkt, wo einfach die Rewards so weit gesunken sind, dass sie nicht mehr attraktiv waren, sind einfach die ganzen Investoren wie Grashüpfer von einem Projekt zum nächsten gesprungen, und dann, wenn hier wieder die Rewards geringer waren, sind sie zum nächsten gesprungen. Und so war das im DeFi Space nicht so normal, dass man von einem DeFi-Projekt immer dann zum nächsten springt.
Dann drittens, dass wir in der Phase auch enorm viele Hacks gesehen haben, also in Summe wurden da mehrere Milliarden gestohlen, nur durch irgendwelche Hacks, auch primär bei irgendwelchen Bridges. Viertens, dass DeFi zu einem großen Teil auch über CeFi-Unternehmen stattgefunden hat, was im Prinzip komplett konträr ist zu dem, wofür DeFi eigentlich da ist, weil DeFi steht für Decentralized Finance. Wenn man so etwas dann über ein zentrales Unternehmen macht, dann hat das einfach alles andere zu tun mit, ja, einfach einem System, was für alle zugänglich ist und so weiter. Und das wurde dann auch direkt bestraft mit der Tatsache, dass einfach ganz viele CeFi-Unternehmen, was ihr Risikomanagement angeht, schlecht gehaushaltet haben und dann ganz viele, jetzt beispielsweise im letzten Jahr, insolvent gegangen sind und relativ viele Anleger dadurch ihr Geld verloren haben.
Und noch der fünfte Punkt, den wir auch Stand heute noch stark sehen, einfach diese, ich sag mal, Pseudo-Dezentralität, dass bei ursprünglich sehr zentralen Projekten dann plötzlich dieser Trend angefangen hat mit: Hey, wir machen jetzt eine eigene DAO, also eine Decentralized Autonomous Organization, die ja eigentlich dann dafür da ist, dass man ein Projekt immer dezentraler macht, wo es dann allerdings auch in der Praxis meistens so ist, dass eine gewisse Gruppe an Personen einfach hinter dieser DAO steckt, sodass in Wirklichkeit das Projekt eigentlich immer noch zentral gesteuert wird und das Ganze unter diesem Deckmantel von der DAO entsprechend läuft.
Jetzt aktuell stehen wir aus meiner Sicht in der Übergangsphase zwischen DeFi 2.0 und DeFi 3.0, und DeFi 3.0 hat folgende Charakteristiken, zumindest ist das das, was wir Stand heute schon im Markt feststellen können. Und zwar erstens, dass es wieder einen starken Trend gibt hin zu Ether. Weil, wie gesagt, bei DeFi 2.0 war der Trend weg von Ether. Mittlerweile ist der Trend wieder rückgängig, sodass es wieder zu Ether geht, aufgrund der Tatsache, dass erstens Ether einfach schon in der Vergangenheit verschiedene Updates bekommen hat, dass das Ganze skalierbarer wird, und auch noch verschiedene Updates in der Zukunft bekommen wird, sodass Ether einfach um ein Vielfaches skalierbarer wird, als es beispielsweise derzeit ist.
Und natürlich auch der zweite Grund, dass Ether durch seine Layer-2-Solutions, die verschiedenen Roll-Up-Lösungen, einfach so schon mal um ein Vielfaches skalierbarer wurde. Und die Layer-2-Solutions sind ja im Prinzip die Lösungen, die auf Ether direkt aufbauen. Damit meine ich primär die ganzen Optimistic-Roll-Ups, die ganzen ZK-Roll-Ups. Schon allein, wenn wir uns hier mal das Wachstum anschauen in den letzten paar Monaten, ist es enorm, wie stark die gerade wachsen. Das hat irgendwann angefangen im September 2021, wo die Marktkapitalisierung noch unter einer Milliarde war. Mittlerweile sind wir schon bei 10 Milliarden oben. Also es ist so krass, wie stark die derzeit wachsen. Es gibt wahrscheinlich keinen Bereich, der derzeit in DeFi schneller wächst als diese ganzen Optimistic- und ZK-Roll-Ups.
Dann der zweite Trend, den wir derzeit feststellen können, ist, dass viele der alternativen Layer-1-Solutions derzeit im Aussterben sind. Und wichtig zu betonen, damit meine ich primär die Ethereum-Killer, also im Prinzip die Projekte, die damals so um den Zeitraum von 2020, 2021 gestartet wurden, mit der Vision, dass sie so etwas Ähnliches bauen wie Ethereum, nur das Ganze skalierbarer machen. Solche Projekte sind derzeit knallhart im Aussterben, aufgrund der Tatsache, dass jetzt mittlerweile Ether einfach skalierbar ist durch die ganzen Layer-2-Solutions und so weiter. Das heißt, wenn die Projekte es nicht schaffen, sich irgendwie umzupositionieren, dann sterben die einfach knallhart aus. Und das ist nicht meine Meinung, sondern das ist das, was im Prinzip die Zahlen sagen. Ich habe jetzt vor Kurzem hier auf meinem YouTube-Kanal eine entsprechende Analyse gemacht, wo wir uns einfach angeschaut haben, wie die Trends sind von verschiedenen Projekten. Da sehen wir, Ether ist dieser Trend, Layer-2-Solutions ist dieser Trend und Layer-1-Solutions knallhart nach unten.
Dann der dritte Trend, die sogenannte Omni-Chain-Interoperabilität. Auch dazu habe ich jetzt vor Kurzem auf meinem Kanal ein separates Video gemacht. Und das heißt im Prinzip auf Deutsch, dass es jetzt so langsam anfängt, dass wir nicht nur Synergieeffekte sehen auf einer Blockchain. Also wir haben ja bei der Phase DeFi 2.0 gesehen, dass verschiedene Projekte auf der gleichen Blockchain aufeinander aufbauen. Und das sehen wir jetzt nicht nur auf der gleichen Blockchain, sondern zwischen Blockchains. Aufgrund der Tatsache, dass die jetzt überwiegend einfach verbunden werden durch den Layer 0, dass du beispielsweise von der Ethereum-Blockchain direkt kommunizieren kannst über den Layer 0 mit beispielsweise der Binance Smart Chain, sodass es auch das ermöglicht, dass man Synergieeffekte hat zwischen verschiedenen Blockchains. Sodass im Prinzip irgendwann mal der gesamte DeFi Space, dass du dir das vorstellen kannst wie so ein großes Spinnennetz, wo alles miteinander verbunden ist, wo alles miteinander kommunizieren kann und vor allem auch, dass alles seamless läuft, ohne dass man ständig diese Bridges benutzen muss.
Dann der vierte Trend, den wir derzeit ebenfalls schon feststellen können, der Trend hin zu True DeFi, dass DeFi-Protokolle auch wirklich dezentral sind und nicht pseudo-dezentral, wo in Wirklichkeit eine kleine Gruppe an Personen das Sagen hat. Und aus meiner Sicht wird das auch bei sämtlichen DeFi-Projekten in der Zukunft eine absolute Necessity. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn die mal primär zentral starten, aber dann immer mehr Richtung Dezentralität gehen. Weil wir haben es jetzt insbesondere in den letzten paar Monaten gemerkt, dass alles, was, ich sag mal, so ein Stück weit gegen die Agenda geht von irgendwelchen Regierungen, entweder komplett verboten wird oder es wird, ich sag mal, kastriert, dass irgendwelche Teilaspekte verboten werden und so weiter. Von daher hoffe und denke ich auch, dass sich immer mehr Projekte beispielsweise an Liquity orientieren, wo es keine Governance gibt, wo das ganze Projekt einfach autonom deployed wurde, wo selbst das Frontend entsprechend dezentralisiert wurde, dass die Projekte auch wirklich dezentral sind und dann nicht irgendwie eine Regierung mal kurzfristig was verbieten kann.
Dann fünftens, und das ist der Bereich, wo GMX revolutionär war, dass einfach Rewards nicht mehr primär dadurch erwirtschaftet werden, dass einfach nur ein Token inflationiert wird. Also dieses Inflationieren wird in Zukunft wahrscheinlich immer noch existieren, aber die Tokenomics werden immer mehr so aufgebaut, dass eben die Rewards dadurch erwirtschaftet werden, dass Leute tatsächlich das Protokoll nutzen und bei der Nutzung entsprechend Gebühren anfallen. Und dass die Rewards dadurch im Prinzip komplett nachhaltig sind und dann nicht mehr die ganzen Investoren wie Grashüpfer von einem DeFi-Projekt zum nächsten springen müssen.
Dann sechstens, Thema Real-World Assets, was ein Teil vom Trend der Tokenisierung ist. Und um das zu beschreiben, da benutze ich mal eine Metapher, die beispielsweise Michael Saylor in seinem Buch benutzt hat, das ich erst vor Kurzem gelesen habe, wo er im Wesentlichen gesagt hat: Na ja, wie wertvoll ist es deiner Meinung nach, dass man irgendwann mal sämtliche Bilder, sämtliche Videos, sämtliche Bücher, sämtliche Musik und so weiter, alles auf einem Handy hat, was es früher einfach noch nicht gab. Und dann war eine Antwort: Na ja, genug, um Apple ein Billionen-Business zu machen. Wenn man die gleiche Metapher jetzt bezieht auf DeFi: Na ja, wie wertvoll ist es, wenn du irgendwann mal sämtliche Besitztümer tatsächlich auf dem Handy hast? Das wäre meine Antwort: genug, um wahrscheinlich DeFi ein Multi-Trillion-Business zu machen. Also ein Vielfaches mehr, als wir derzeit haben. Von daher ist es aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis sämtliche Aktien, bis sämtliche Anleihen, bis Immobilien, Kunstwerke und so weiter, ihren Weg auf die Blockchain finden. Das wird sich wahrscheinlich noch eine Zeit lang ziehen, weil es insbesondere beispielsweise bei Immobilien nicht so ganz einfach ist. Aber aus meiner Sicht führt nahezu kein Weg daran vorbei, dass das die Zukunft ist.
Dann noch der zweitletzte Punkt, Thema Capital Efficiency, das heißt auf Deutsch die Kapitaleffizienz, dass du also mit weniger Kapital mehr machen kannst. Das ist ein Trend, der uns aus meiner Sicht wahrscheinlich noch die nächsten Jahrzehnte verfolgen wird, dass einfach jeder Teilaspekt von DeFi immer und immer effizienter wird. Wir sehen das beispielsweise, ganz klassisches Beispiel, bei Stablecoins, wo einfach die Überbesicherungsgrenze immer und immer geringer wird, sodass du immer weniger Kapital hinterlegen musst, um Stablecoins zu minten. Wir sehen es auch beispielsweise in Liquidity Pools, die jetzt durch konzentrierte Liquidität immer ein Vielfaches effizienter wurden als davor. Wir sehen es auch beispielsweise bei Borrowing-Protokollen, wo jetzt immer mehr geswitcht wird von diesem Pool-Modell, was wir beispielsweise klassischerweise bei Maker haben, bei Aave haben und so weiter, dass das jetzt kombiniert wird mit einem Peer-to-Peer-Modell, sodass Leute direkt verbunden werden. Also dass im Prinzip jeder Teilaspekt von DeFi einfach immer und immer effizienter wird.
Und noch der letzte Punkt, Thema Mobile First. Dazu vielleicht ein passendes Zitat, was ich erst vor Kurzem von einem von den Crystal-Jungs aufgeschnappt habe, die im Wesentlichen gesagt haben: Hey, es geht nicht nur darum, dass man Menschen krypto-fit macht, sondern auch umgekehrt, dass man Krypto menschen-fit macht. Genau dafür finde ich es so wichtig, dass wir einfach diesen Trend, den es schon seit Jahren gibt bei Webseiten, im Finanzbereich und so weiter, dass er einfach immer mehr auch tatsächlich aufs mobile Handy kommt. Und derzeit ist der DeFi-Bereich noch zum Großteil Testversion und so weiter. Die wenigsten DeFi-Protokolle sind derzeit über das Handy tatsächlich wirklich nutzbar. Und von daher ist es aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis dann immer mehr aufs Mobile geht.
Weil, ich weiß noch damals, aufgrund der Tatsache, dass ich selbst mehrere Webseiten betreibe, dass irgendwann mal, ich glaube, das war September 2020, wo Google das sogenannte Mobile-First-Indexing eingeführt hat, was im Wesentlichen bedeutet, dass die ganzen Crawler von Google, die im Prinzip die Webseiten durchsuchen nach irgendwelchen Inhalten, dass sie zunächst die ganzen mobilen Daten durchsuchen, also im Prinzip zunächst die mobile Version verfügbar machen und erst später die Desktop-Version. Was immer indirekt bedeutet: Hey, Google favorisiert jetzt tatsächlich Inhalte, die primär dafür da sind, dass man das Ganze anzeigen kann auf dem mobilen Phone. Von daher, diesen Trend mit Mobile First gibt es schon seit Jahren, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der auch bei DeFi entsprechend umgesetzt wird.
Und ja, ich glaube, die Vision von DeFi ist relativ klar, dass irgendwann mal jeder Mensch auf der Welt mit einer Internetverbindung und einem Smartphone in der Lage ist, eine intuitive App runterzuladen, wo er sich innerhalb von ein paar Sekunden entsprechend registrieren kann, mit der er dann bezahlen kann, mit der er investieren kann, traden kann, mit der er Kredite aufnehmen kann, was auch immer er im Finanzbereich entsprechend machen möchte, dass er das alles über eine App machen kann, ohne dass er sich irgendwie damit auseinandersetzen muss, was überhaupt eine Blockchain ist, wie das funktioniert mit der Blockchain, auf welcher Blockchain er überhaupt ist, ob er im richtigen Netzwerk ist oder ob er noch genügend Geld hat für Transaktionsgebühren, dass er sich mit so einem Kram einfach nie mehr auseinandersetzen muss.
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