ETH hebeln & Cashflow verdienen | Interview mit CEO von Liquity V2 💎
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Wenn man sich einfach mal vorstellt, man geht zu den Bankangestellten in die Bank rein und sagt, ich hätte gerne einen Kredit, und ich wähle den Kreditzins selber – merkt man erst mal, was für eine coole Idee das eigentlich ist. Also eigentlich total verrückt, kann man schon fast sagen. Also ich finde es auch für DeFi super cool. Ich glaube eben, wo gibt es das, dass du deinen Zins selber setzt? Du musst dich fragen, wie ist das sonst? Bei der Bank setzt es die Bank, und so direkt macht das niemand. Und Liquity V2 hat ja nicht mal einen eigenen Token, wo man da entsprechend daran partizipieren kann. Also das ist ja quasi nur auf einen geilen Use Case ausgelegt, das Protokoll, sage ich mal. Das klingt so logisch, aber es macht kein Protokoll. Da gibt es ja dieses bekannte Zitat im Sinne von, dass die Zukunft bereits hier ist, aber nicht gleichmäßig verteilt ist, und deshalb die allerwenigsten Leute tatsächlich von solchen Möglichkeiten im DeFi-Space wissen. Und ich würde sagen, so was wie Liquity V2 oder V1 ist genau so was, wovon wahrscheinlich nur ein kleiner Anteil von den Krypto-Usern derzeit überhaupt weiß, dass es das gibt. Wenn ich nun in den Stability Pool reingehe, dann bekomme ich teilweise bis zu 15 verschiedene Tokens von den ganzen Projekten noch zusätzlich dazu. Genau. Also der Deal ist meistens 4 % der Token.
So, Leute, vor kurzem ist ja Liquity V2 nochmal live gegangen, und passend dazu habe ich nochmal Michael eingeladen, den vielleicht schon der ein oder andere kennt, weil ich mit Michael schon mal vor – wie lange ist das her, eineinhalb Jahren wahrscheinlich, oder einem guten Jahr, vielleicht auch noch länger – schon mal ein Interview gemacht habe. Und ja, deshalb dachte ich, hole ich nochmal Michael hier zu einem Interview, dass wir uns mal ein bisschen austauschen können zu Liquity V2. Aber bevor wir gleich tiefer reinstarten, vielleicht, Michael, kannst du dich ganz kurz vorstellen? Ich glaube, was vor allem interessant wäre, wäre also einerseits, wer du bist, was du machst, aber vor allem auch, welche Rolle und vor allem für was du bei Liquity V2 konkret verantwortlich bist.
Klar, ja, vielen Dank, Kevin, dass ich wieder vorbeischauen darf. Freut mich natürlich, dass ich mit etwas Neuem vorbeischauen kann. Ja, ich bin der CEO von Liquity V2. Wir sind zehn Leute, ein Team, das DeFi-Protokolle entwickelt, und ja, als CEO, meine Hauptaufgabe ist, das Beste aus dem Team rauszuholen, ein bisschen die Richtung vorzugeben.
Perfekt, cool. Und Liquity V2, also ich meine, für die Leute, die meinen Kanal schon ein bisschen länger verfolgen, die wissen wahrscheinlich schon so ganz grob, Liquity V1, so, okay, dieses Borrowing-Protokoll auf Ethereum, was das besonders macht, das und das. Ich glaube, die allermeisten Leute haben da schon so ein bisschen was im Hinterkopf. Wenn du jetzt mal Liquity V2 in einfachen Worten erklären müsstest, was kann dieses Protokoll, und vor allem auch, was macht es so ein bisschen besonders im Vergleich zu dem, was es schon am Markt gibt?
Ja, also vielleicht zuerst mal zum Use Case, dass sich die Leute etwas vorstellen können, was Liquity V1 und auch V2 ermöglicht. Es ist, dass Leute Kredit aufnehmen können. Kredit gegen ihre ETH-Position, oder in V2 Staked-ETH-Position. Das heißt, ich als User gebe zum Beispiel Staked ETH in V2, sagen wir zum Beispiel 10.000 Dollar in ETH, und dann kann ich einen Kredit nehmen, zum Beispiel 5.000 Dollar. Und mit diesem Kredit kann ich mir dann etwas im realen Leben finanzieren, ohne dass ich die ETH verkaufen muss. Ich kann vielleicht noch mehr ETH kaufen, weil ich denke, jetzt ist der Bottom erreicht und jetzt geht es nur noch hoch. Das ermöglicht Liquity. Es gibt auch andere Protokolle wie Maker oder Aave, die etwas Ähnliches ermöglichen. Liquity ist näher wie Maker, weil es einen eigenen Stablecoin hat, der heißt in V2 BOLD, in V1 LUSD. Und ja, wenn man den Kredit zurückzahlt, dann bekommt man seine ETH wieder zurück. Aber das heißt, man braucht ETH, und der Mehrwert ist eigentlich, dass man die ETH nicht verkaufen muss, um zum Beispiel jetzt etwas zu zahlen oder seinen Lebensunterhalt oder sein Studium zu finanzieren. Das ist so die eine Seite, die Leute, die Kredit aufnehmen.
Und weil wir einen eigenen Stablecoin haben, in dem der Kredit ist, in BOLD, kann man den auch brauchen, um zum Beispiel Zinsen darauf zu bekommen. Also in V2 kann man den ins Protokoll tun und bekommt dann die Zinsen, die die Leute, die einen Kredit nehmen, einzahlen. Und vielleicht noch, um den Use Case noch besser zu verstehen: Wenn man diesen BOLD, diesen Stablecoin hat, fragen viele Leute, ja, was macht man dann? Man kann auf einen DEX gehen, das eintauschen gegen einen anderen Stablecoin, zum Beispiel USDC, der ein bisschen breiter unterstützt ist, zu seiner Crypto Exchange oder Broker gehen und dann sagen, ich will Dollar, Euro oder was auch immer, und das dann benutzen.
Ja, das ist ja auch im Wesentlichen das. Und ich glaube, das ist den wenigsten Leuten aus meiner Community wirklich klar, aber wirklich benutzt – wirklich klar ist, dass ich bei meinem eigenen Portfolio zum mit Abstand größten Teil, also zumindest beim aktiven Portfolio, fast ausschließlich Borrowing-Protokolle nutze. So was wie Liquity V1, so was wie Liquity V2 und so weiter. Das ist das, was ich überwiegend benutze, weil ich denke, die allerwenigsten Leute wissen tatsächlich, dass es Stand heute so eine Möglichkeit gibt, dass man weiterhin, wenn man an die Kryptowährung, also an die Kursanstiege langfristig glaubt, dass man die einfach da hinterlegen kann als Sicherheit, weiterhin von dem Preisanstieg entsprechend profitiert, aber gleichzeitig noch zusätzlich Kapital hat. Manche Leute bestreiten damit ihren Lebensunterhalt, andere finanzieren sich ein Haus. Ich meine, solche Storys gab es ja schon mit Liquity V1 sogar, ja, dass Leute sich ein Haus durch so was finanziert haben, aber weiterhin ihre Kryptos arbeiten lassen. Das ist so eine coole Sache, die die allerwenigsten Leute tatsächlich auf dem Schirm haben.
Und ich glaube, ich weiß nicht mehr genau, von wem dieses Zitat kam, aber da gibt es ja dieses bekannte Zitat im Sinne von – ich kenne es nur auf Englisch: "The future is already here, it's just not evenly distributed." Also, dass die Zukunft bereits hier ist, aber nicht gleichmäßig verteilt ist, und deshalb die allerwenigsten Leute tatsächlich von solchen Möglichkeiten im DeFi-Space wissen. Und ich würde sagen, so was wie Liquity V2 oder V1 ist genau so was, wovon wahrscheinlich nur ein kleiner Anteil von den Krypto-Usern derzeit überhaupt weiß, dass es so was gibt. Und ich glaube, genau das ist auch die große Chance, dass man da einfach relativ früh dabei sein kann, das jetzt schon ausprobieren kann. Und wer weiß, wo wir da in fünf oder zehn Jahren sind, aber das, was heute schon möglich ist, ist definitiv klasse.
Jetzt gab es ja bei Liquity V2 beim Launch so ein bisschen einen Verlauf, den ihr wahrscheinlich nicht erwartet hattet und den vielleicht auch die Nutzer nicht so ganz erwartet haben. Und zwar ist ja eine von den Besonderheiten von Liquity im Allgemeinen, also nicht nur Liquity V1, sondern auch V2: dass, wenn ihr was launcht, dann wird das – jetzt benutze ich mal Begriffe, mit denen vielleicht Leute nicht ganz so viel anfangen können – autonom deployed, die Smart Contracts kann man dann im Nachhinein nicht mehr abändern. Und das heißt einerseits, ja, cool, da kann niemand irgendwie zentral rumpfuschen, irgendwelche Parameter oder sonst was ändern. Heißt allerdings andererseits auch, wenn es da irgendwie einen Bug gibt oder irgendwie eine Sicherheitslücke oder sonst was, ja, dann kann man das halt im Nachhinein nicht mehr fixen. Und da war es ja so, dass Liquity V2, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, Ende Januar damals zunächst live ging, und dann irgendwann im – wann war es, im März, Ende Februar, irgendwie so? Ja, relativ bald dann, ja. Dann kam ja eine Nachricht, dass da irgendwie was war, weshalb dann Liquity V2 nochmal gerelauncht wurde. Kannst du da vielleicht ein bisschen kurz Einblick geben, was da konkret passiert ist und vor allem auch, wie das jetzt gelöst wurde?
Vielleicht noch zuerst, auch zu deinem ersten Punkt, weil du gesagt hast, wie unterscheiden wir uns, und du hast das schon ein bisschen erwähnt: Ich glaube, wir sind eines der ganz wenigen Protokolle, die versuchen, wirklich so DeFi im Extrem zu leben. Und für mich ist Decentralized Finance – das heißt, auch die ganze Blockchain, aber Decentralized Finance ermöglicht ja, dass User Sachen machen können, ohne dass ein Intermediär dazwischen ist oder jemand, der Kontrolle hat. Und Kontrolle kann sein, dass man Parameter ändern kann, dass man das Collateral nehmen kann, oder? Zum Beispiel bei Ethena, da ist ein Unternehmen, das nimmt das Collateral und schiebt das in Binance, dass man Updates einspielen kann, oder? Das heißt, man ist abhängig von diesem Vertrauen, hat Vertrauen in diese Leute, die diese Möglichkeiten haben. Und Liquity geht da sehr weit, oder? Also, wenn wir es einmal live geschaltet haben, können wir eigentlich nichts mehr ändern. Also, wir haben nicht mehr Informationen, nicht mehr Kontrolle als jeder andere User auch. Und ich glaube, so basisdemokratisch gibt es ganz wenige Beispiele. Also, leider gibt es nicht so viele Infos, aber wenn ihr zum Beispiel schaut, DeFiScan ist ganz eine spannende Ressource, die durchleuchtet die Protokolle und sagt dann, was gibt es eigentlich alles für Möglichkeiten, wie wieder Kontrolle genommen werden kann, wie schnell Änderungen gemacht werden können. Und das vielleicht noch zu deinem ersten Statement: Ich glaube, wir sind wirklich die, die versuchen, maximale Kontrolle den Usern zu geben.
Das hat Vor- und Nachteile. Ich glaube, der Vorteil ist eben, man ist nicht abhängig, man weiß, auf was man sich einlässt. Es ist vorhersehbar, wir sagen immer "terms and conditions set in stone", also es ist alles, man hat eine gewisse Sicherheit. Und jetzt zum Vorfall, ja, aber das heißt auch, ja, man kann nichts mehr ändern. Und dann bleibt einem nichts anderes übrig, wenn man einen Fehler findet oder etwas nicht so funktioniert, wie man denkt, als dass man eine neue Version einspielt. Und ja, das war bei uns im Januar der Fall, wo wir Kenntnis bekommen haben von einem sehr, was soll ich sagen, einem sehr speziellen Zustand oder Extremzustand, den man ausnutzen könnte. Das hat ein bisschen mit Rundungsfehlern dann zu tun, die ganz in extremen Cases dann passieren können. Ja, und du hast, glaube ich, gefragt, wie das war. Das ist sehr, sehr stressig. Das wünscht sich natürlich niemand. Und dann muss man wie schnell reagieren. Das Gute war, wir bekamen die Info, oder? Schlimmer für ein Protokoll ist immer, wenn ein Exploit am Laufen ist. Das heißt, aber der Druck ist sehr hoch. Man weiß, es wäre möglich. Man weiß aber nicht, ob es passiert.
Und von wem habt ihr die Info bekommen? Also kam das von extern? Das sind so die Bug-Bounty-Programme, die die Protokolle zum Teil haben. Da gibt es eine Summe an Geld, die ausgezahlt wird, wenn jemand so einen Hinweis gibt, der legitim ist. Und ja, was dann passiert: Wir hatten das Glück, wir hatten sehr gute Auditors, und auch mehrere, die uns geholfen haben, das Protokoll zu durchleuchten, die dann auch mit uns sehr schnell die Sache auch validiert haben. Und dann war es wirklich mehr, was kommunizieren wir jetzt, wie kommunizieren wir das? Und in unserem Fall haben wir einfach sehr schnell kommuniziert und gesagt, es gibt ein Risiko, bitte geht raus. Und das hat zum Glück auch sehr gut funktioniert. Und weil es auch so ein Extrem-Case ist, war es nicht sehr wahrscheinlich, dass das schnell passieren würde, dass das noch jemand finden würde, ja. Da hatten wir so ein bisschen Glück im Unglück. Das Wichtigste ist immer: Bis jetzt ist niemand zu Schaden gekommen.
Und dann, was haben wir gemacht? Eigentlich, ich glaube, wir haben einen sehr guten Job sicherheitsmäßig gemacht. Wir haben auch einen sehr guten Ruf. Es war wirklich ein sehr extremer Case, wo alle auch sagen mussten, okay, das ist jetzt nicht einfach so ein fahrlässiges Übersehen. Und obwohl wir mit vielen Auditors und guten Auditors gearbeitet haben, die das Protokoll angeschaut haben, haben wir uns dann entschieden, also wir machen noch einen Contest, wo wir 350.000 Dollar hingestellt haben, gesagt, wenn jetzt jemand noch etwas findet, dann bekommt er das Geld. Und da haben 700 verschiedene Security-Experts mitgemacht, haben es durchleuchtet und mehr als 800 Findings eingereicht, das meiste eben sehr banal. Es gab nur so zwei kleinere Sachen, die aber nicht kritisch waren. Das haben wir gemacht, um nochmal die Sicherheit zu erhöhen, bevor wir dann die aktualisierte Version jetzt auf Ethereum gelauncht haben.
Wow, 700 Findings, also das waren dann überwiegend so minimale Kleinigkeiten, die … Ja, genau. Und das kann auch sehr frustrierend sein, das war das Learning, weil dann macht jeder etwas, jeder hat das Gefühl, sein Finding ist das Wichtigste und es ist super kritisch. Also das hat unserem Team extrem viel abverlangt, das zu diskutieren und so weiter. Also wir haben am Code schlussendlich sehr wenig geändert, weil eben das meiste gut, interessant oder nicht relevant, nicht ausnutzbar und so weiter war. Aber es ist natürlich schwierig, wir kennen das Protokoll sehr gut, andere nicht. Das ist einfach ein Learning-Prozess. Aber ich wollte damit nochmal zeigen, also wir haben jetzt wirklich nochmal versucht, diesen Code zu härten und möglichst viele Augen schon draufzuwerfen, bevor es läuft.
Ja, ich kann mir auch gut vorstellen, dass da auch einfach so ein bisschen Druck dabei war, oder? Also ich meine, idealerweise möchte man natürlich ein Protokoll launchen, wenn der Bullrun noch kommt, und nicht, wenn der Bullrun schon vorbei ist. Und dann hat man ja im Januar auch die Phase, wo die Kryptopreise relativ hoch waren. Februar war dann so ein bisschen ungewiss, aber dann ging es dann schon leicht runter, und dann war so, oh, scheiße, sind wir jetzt irgendwie zu spät dran. Also das könnte ich mir zumindest vorstellen. Aber so, wie es sich jetzt entwickelt hat, und auch mit dem Launch-Datum, glaube ich, ja, ist es immer noch ein gutes Datum, um entsprechend zu launchen. Der Launch war auch nicht ganz so wie Liquity V1, weil Liquity V1 – also für die Leute, die das damals verfolgt haben, oder auch einfach nur schaut euch mal die Statistiken an bei DefiLlama, das TVL, das ging also, so was Senkrechtes habe ich selten gesehen. Das war ja, keine Ahnung, wie lange das gedauert hat, bis zur ersten Milliarde, das war ja unfassbar schnell damals. So war es jetzt mit Liquity V2 nicht. Aber auch trotzdem haben wir gesehen, also wahrscheinlich auch primär durch euren Ruf, dass da doch relativ schnell dann wieder relativ viel Kapital reinkam, mit knapp 100 Millionen, bei denen wir derzeit stehen. Das ist ja schon definitiv eine Hausnummer. Und mit dem, bist du und das Team zufrieden, oder habt ihr andere Erwartungen gehabt?
Nein, weil der Markt – also DeFi hat sich weiterentwickelt, der Markt ist an einem anderen Ort, und der Launch war ganz anders. Also der V1 war sehr stark inzentiviert mit dem Token, "frontloaded" kann man sagen, und ja, das ist halt in DeFi so, wo es viele Incentives gibt, gibt es viel TVL. Für uns war sehr wichtig, diese 100 Millionen. Wir glauben, wir haben wirklich ein gutes Produkt, das dann von alleine wachsen kann, aber du brauchst so diese Anfangsgeschwindigkeit und ein bisschen mehr. Und wir sind davon ausgegangen, dass es, wenn, dann eher langsam schrittweise wächst, weil der Zins gut ist, den man auf der Kreditnehmerseite zahlt, und man auch einen guten Zins bekommt auf dem Stablecoin, und das im Vergleich zu den anderen Produkten sehr kompetitiv sein kann. Davon sind wir ausgegangen, du weißt es nie, und ich glaube, so diese 100 Millionen haben wir anvisiert und gesagt, das ist ein guter Start, dass die Leute Vertrauen haben, dass die Leute interessiert sehen, es funktioniert, und von da ist es dann – braucht es Zeit, und gewisse Leute wollen es zuerst länger live sehen, warten ab, und dann, glaube ich, kommen schrittweise mehr Leute dazu. Ja, das denke ich auch auf jeden Fall.
Jetzt eine der Besonderheiten von Liquity V2 ist ja, dass man da seinen Zins selber wählen kann. Was jetzt im DeFi-Space sich zunächst mal gar nicht so spektakulär anhört, sage ich mal, aber wenn man sich einfach mal vorstellt, man geht zu den Bankangestellten in die Bank rein und sagt, ich hätte gerne einen Kredit, und ich wähle den Kreditzins selber, merkt man erst mal, was für eine coole Idee das eigentlich ist. Also eigentlich total verrückt, kann man schon fast sagen. Klappt es denn, dass dadurch, dass man den Zins selber wählen kann, und auch so, wie die ganzen Mechanismen sind bei Liquity V2, dass der Zins von Liquity V2 im Allgemeinen niedriger sein wird als jetzt beispielsweise die größten anderen, also die Big Player wie Aave, Maker, Compound und so weiter? Oder wie denkst du, wird sich das von den Zinsen her angleichen? Weil das, was man bei Liquity V2 auswählt, kann man ja auch im Nachhinein wieder abändern. Also das ist ja durchaus variabel, allerdings nicht so variabel wie jetzt die Zinsen bei Aave oder sonst was, die mehr oder weniger algorithmisch bestimmt werden.
Ja, genau. Und ich finde es auch für DeFi super cool. Ich glaube eben, wo gibt es das, dass du deinen Zins selber setzt? Du musst dich fragen, wie ist es sonst? Bei der Bank setzt ihn die Bank. Wie ist es sonst in DeFi? Da gibt es irgendein Gremium, das das setzt, oder es wird algorithmisch gesetzt aufgrund der Nutzung des Pools. Aber das ist eigentlich das erste Mal, wo es einen sehr direkten Mechanismus gibt, wo der Markt den Zins kontrolliert, weil ich sage, die User sind eigentlich der Markt, weil die Nutzer setzen diesen Zins. Also was ich erwarte, und wie wir V2 gebaut haben – ich kann dazu kommen, wieso wir das gemacht haben im Vergleich zu V1 –, ist: V2 kann sich super den Marktbedingungen anpassen. Da spielen vor allem die Zinsen allgemein, auch im traditionellen Finanzsystem, zum Beispiel auf dem Dollar, eine Rolle. Und mit diesen User-Set-Rates hat das System eine extrem flexible Dynamik, damit es sich anpassen kann. Also wenn es ein hohes Zinsumfeld ist, werden die Leute eher einen hohen Zins setzen, und wenn es ein tiefes ist, eher ein tiefes. Ich bin aber nicht mehr sicher, was war deine Ursprungsfrage zu den Zinsen?
Wie sich die Zinsen im Vergleich zu den anderen Big Playern entwickeln? Glaubst du, das wird weniger sein? Gleich? Also es ist schon weniger, oder, wenn du schaust. Ja, Stand heute ist es so, ja. Und es war auch schon beim ersten Launch so: Mit der Kollateralisierung, die man sehr kompetitiv wählen kann, und dem Zins, glaube ich, sind wir immer vorne dabei. Also ich glaube, jetzt beim Launch waren wir zuvorderst, oder mit den vordersten drei. Und das hat auch vor allem mit der Effizienz des Protokolls zu tun. Weil, ich weiß nicht, das hat eigentlich auch kein Protokoll. Also neben User-Set Interest Rates, wir haben so viele coole Innovationen. Das andere ist, dass wir einfach sagen, etwas ganz Simples: Wir nehmen einfach 100 % der Zinsen, die die Kreditnehmer zahlen, und im Protokoll, was wir machen, wir schieben es sozusagen direkt rüber. Und wer soll die bekommen? Einerseits die Stablecoin-Halter, 75 %, und 25 % gehen in die Liquidität, also an Leute, die Liquidität für diesen Stablecoin geben. Also 100 % gehen direkt durch. Und das macht es extrem attraktiv.
Und du sagst, aber es hat wahrscheinlich jeder so. Aber das Spannende ist, wenn du jetzt jedes Protokoll mal anschaust, das ist ganz anders, oder? Bei Curve oder bei Aave, da gehen die Revenues irgendwo hin und dann kommen sie wieder zurück. Und wir glauben, dass dann dieser Unterschied zwischen, was bekommen Stablecoin-Holder und was zahlen Kreditnehmer, dieser Spread, dass der sehr schmal sein wird. Und das heißt, das Protokoll ist sehr kompetitiv, einerseits sehr tiefe Rates und andererseits einen guten Zins. Um dir so ein Beispiel zu geben: Wenn du auf Aave gehst und Geld reingibst als Kreditgeber, dann sagen wir, du bekommst 5 %. Und dann ist das Geld dort drin, sagen wir, 100.000 wurde reingegeben, aber dann kann nicht 100.000 ausgeliehen werden, vielleicht 70.000. Auf diesen 70.000 wird ein Zins bezahlt, aber der muss ungefähr 7 % sein, dass du netto 5 % hast, oder? Also die zahlen 7 % und du bekommst 5 %. Bei uns ist es genau umgekehrt. Alle, die einen Kredit nehmen, zahlen zum Beispiel 5 % oder die 7 %, aber nicht alle diese Stablecoins landen auf der anderen Seite und bekommen einen Zins. Das heißt, wenn hier die Leute 7 % zahlen, sollten sie hier 8 % oder 9 % bekommen, oder? Das heißt, man hat eine positive Differenz. Und so, durch dieses "100 % geht rüber" und diese Effizienz, glaube ich schon – und du hast eine Frage gestellt, jetzt habe ich ein bisschen ausgeholt –, glaube ich aber schon, dass es so sein wird und dass das der Treiber für das Wachstum sein könnte, weil es bessere Rates gibt. Weil bei anderen die Revenues und andere Dinge irgendwo hingehen, in die Governance oder weitere Projekte finanzieren. Und bei uns ist das nicht so, oder? Das ist wirklich DeFi. Wir verbinden Kreditnehmer mit Stablecoin-Holdern. Direkt. Und so direkt macht das niemand. Also das hat mich wirklich fasziniert, als ich begriffen habe, es klingt so logisch, aber es macht kein Protokoll.
Das ist auch einer der Hauptgründe, warum du hier in einem Interview mit mir sitzt und ich mir für andere Founder oder CEOs keine Zeit nehmen würde. Das ist genau das, was ich an Liquity so klasse finde. Das ist einfach irgendwie so im Ethos von Krypto. Es fängt schon an mit Immutability, mit Smart Contracts, die man im Nachhinein nicht abändern kann, aber auch so: Bei welchem Protokoll hat man es denn, dass 100 % der Gebühren direkt an den Nutzer gehen? Weil es gibt ja normalerweise immer irgendwelche Eigeninteressen, dann geht das hier in die Governance, und die pfuscht noch irgendwie bei den Parametern rum oder sonst was. Oder man muss den eigenen Token inzentivieren, weil ansonsten den keiner halten will oder sonst was. Und Liquity V2 hat ja nicht mal einen eigenen Token, wo man da entsprechend dran partizipieren kann. Also das ist ja quasi nur auf einen geilen Use Case ausgelegt, das Protokoll, sage ich mal. Und das ist einfach cool. Also der DeFi-Space wäre wahrscheinlich ein ganz anderer, wenn mehr solche Teams so ticken würden, aber ich glaube, das hat wahrscheinlich auch immer das Thema finanzielle Anreize, das schwierig ist bei anderen Teams.
Ja, und ich glaube, Robert, der der Founder ist von Liquity und immer noch im Research tätig ist, weil das eine Passion ist – aber ich glaube, das ist übergegangen in die DNA und in das Team, dass er solche Produkte bauen will und für das in den Space gekommen ist. Und das ist auch ein Privileg, oder, dass man in so einem Team sein darf, oder auch, dass ein Founder dabei ist, der das hochhält, weil andere Teams andere Trade-offs machen.
Das heißt, was du vorhin schon angesprochen hast, also 100 % der Gebühren gehen an die Nutzer, wenn ich es richtig rausgehört habe: 75 % an die Leute, die in die Stability Pools reingehen – was ihr euch vorstellen könnt wie quasi die Pools, die dafür da sind, dass diese Instant Liquidations auch stattfinden können, wenn man doch irgendwie eine Position liquidiert wird – und die restlichen 25 % in Liquidity Pools. Gibt es denn ansonsten noch Möglichkeiten, wie man Liquity V2 nutzen kann für Cashflow? Also beispielsweise Staking von LQTY-Token wäre beispielsweise auch eine Möglichkeit?
Ja, also die große Yield-Opportunity ist dieser Stability Pool. Das ist ein bisschen wie ein Sparbuch. Ich hinterlege es dort, und eben, ich bekomme die Zinsen. Nicht so wie bei der Bank, wo ich so Brotkrümel bekomme. Dann eben diese Liquidität, das sind die 25 %, und das sind schon die Hauptdinge. Und was jetzt auch noch kommt, was cool ist: Jetzt kommen Projekte, die bauen Sachen oben drauf, dass man sagt, man hat ein Auto-Compounding. Was ist das deutsche Wort? Die Zinsen werden reinvestiert. Das sind wirklich dann so das Sparbuch eigentlich, das sind die Hauptdinge. Und du hast den Token erwähnt, das ist der gleiche Token, er ist integriert, aber das ist der gleiche Token wie V1. Wenn du den in V2 steckst, bekommst du immer noch die Revenues von V1, vom Protokoll. Und was jetzt die Neuerung ist in V2, also wo du ein bisschen, sag ich mal, Kontrolle hast: Diese 25 % gehen zur Zeit vor allem an Curve Pools. Und die LQTY-Staker, die können bestimmen, in wie viel Prozent gehen wohin. Da könnte man auch neue Uniswap-V4-Pools reinhängen oder neue Initiativen. Das heißt, das kann sich ein bisschen ändern, weil es ist extrem schwierig, das immutable zu machen. Und diese Kontrolle geben wir den Usern. Bis jetzt geht alles in die LP-Pools.
Und was dort auch wieder eine Innovation ist, super spannend, das hat auch noch niemand gemacht: Vielleicht kennt man das mit dem Curve-Token-Stake, da muss man sich entscheiden, vier Jahre bin ich da drin, und erst dann kann ich raus. Das wollten wir auch anders machen. Wir haben gesagt, wenn man staked, je länger man drin war, umso mehr Mitspracherecht hat man, aber man kann jederzeit raus. Das heißt, die Leute, die von Anfang an drin sind, mit der Zeit haben die immer mehr Macht, aber das sind ja auch die, die am langfristigsten interessiert sind, dass diese Incentives nicht irgendwo hinfließen, sondern in das Wachstum oder in die Liquidität dieses Protokolls.
Und welche Rolle wird dann künftig noch Liquity V1 einnehmen? Also ich sage mal, derzeit haben wir ja nach wie vor eine Phase, wo, ich sage mal, Hochzinspolitik grundsätzlich jetzt nicht unbedingt die beste Rahmenbedingung für Liquity V1 wäre. Das war ja wahrscheinlich das große Learning, zumindest für mich persönlich, dass Liquity V1 super funktioniert in dem Moment, wo Leitzins und so weiter relativ niedrig ist, aber in dem Moment, wo das auch im Fiat-Markt, also im traditionellen Finanzsystem, einfach nach oben geht, da kann es dann Probleme geben mit diesen Redemptions. Und das ist ja unter anderem auch was, was Liquity V2, ich sage mal, so ein Stück weit umgeht – also Redemptions gibt es ja nach wie vor, das ist ja auch ein Grundmechanismus, um den Stablecoin stabil zu halten, aber das ist ja auch so konstruiert, dass per Design weniger Redemptions stattfinden, also dass das einfach schon mal weniger oft stattfindet. Also, was will ich hinaus? Genau. Welche Rolle wird denn Liquity V1 einnehmen, also seid ihr als Team jetzt momentan eher dran, dass ihr Liquity V2 größer bekommen wollt? Oder sagt ihr, unser Ökosystem, Liquity V1 ist genauso wichtig wie Liquity V2, und wir werden auch nach wie vor Liquity V1 weiter unterstützen, promoten, wie auch immer, damit das, wenn die Marktphase wieder richtig ist, auch wieder entsprechend das TVL einzieht?
Ja, wie du richtig gesagt hast, also in einem Tiefzinsniveau funktioniert Liquity V1 noch. Ich glaube, was sind auch die Unterschiede vielleicht zu V2? In V1 konnte man nur ETH als Collateral reintun, in V2 kann man wstETH, ETH und rETH, also es eröffnet neue Use Cases, funktioniert auch im Hochzinsumfeld, und die dritte Neuerung gibt ja eine bessere Kontrolle über diese Redemptions. Also von daher, glaube ich, ist es ein sehr spannendes Produkt. Und ich glaube, V1 ist vor allem für Leute, die wirklich sehr puristisch sind und möglichst eben etwas nehmen wollen, das nur ETH drin hat. Für die ist es da. Unser Fokus ist schon stark auf V2, und wir machen die Protokolle ja so, dass sie auch alleine stehen können, oder? Also möglichst unabhängig sind. Ich glaube, V1 ist ausgewachsen, und es kann durchaus sein, dass wir dir mal sagen, wir verzetteln uns, oder wir setzen den ganzen Fokus auf V2. Das heißt nicht, dass man nicht V1 nutzen kann, dass es da noch Interfaces gibt. Wir haben es ja genau so gebaut, dass es möglichst unabhängig von uns ist, dass es eigentlich den Usern gehört. Aber von daher, sagen wir mal, wie ein Kind, das erwachsen wird, dann fokussierst du dich wieder aufs neue Kind. Das wird sicher der Fall sein.
Spannend. Jetzt eine Sache, die jetzt noch oder die auch schon momentan läuft, allerdings wahrscheinlich jetzt in den nächsten paar Wochen bis Monaten noch mehr kommt, ist ja das Thema Forks. Und das ist ja bei Liquity V2 im Vergleich zu Liquity V1 so, dass man da eine Lizenz dafür braucht, was ich auch schon mal spannend finde. Gibt es das auch bei anderen Protokollen, dass es tatsächlich mit einer Lizenz läuft? Und wie funktioniert das genau? Also zahlen dann die Leute, die das nutzen wollen, eine Gebühr? Müssen die sich bewerben? Oder wie kommt man konkret an so eine Lizenz?
Ja, also wir nennen das Forkonomics. Und auch das wieder, eine super coole Innovation. Ich glaube, ich habe jetzt schon vier Dinge, die ich selber so cool finde. Und ich finde, es gibt viel zu wenig Innovation. Und es macht auch so Spaß, in einem Team zu sein, wo wir solche Dinge ausprobieren. Und wie du gesagt hast, und das erste Learning, genauso wie bei diesen 100 Prozent, ist eigentlich erstaunlich, dass das so wenige Protokolle machen. Erstaunlich viele Protokolle haben eine Lizenz. Und auch diese BUSL-Lizenz. Aave, Morpho, Uniswap, in einem Sinn auch Curve. Also all die Big Names, die funktionieren auch schon so. Aber meistens haben sie eine spezielle Lizenz. Und ich finde es eigentlich einen guten Weg, dass man sagt, "source available": Der Code ist einsehbar. Und das ist ja der Ethos von DeFi, das ist wichtig, jeder sieht es und kann es verifizieren. Aber diese Lizenzen sagen, für zwei, drei Jahre darf das nicht einfach wiederverwendet werden, oder nur mit Erlaubnis des Erzeugers. Und danach geht es über und wird Open Source. Das finde ich einen sehr schönen Ethos: Bleibt Open Source dann mal, aber einfach für zwei, drei Jahre, weil so ein Team investiert ja auch extrem viel Geld – bleibt die Nutzung exklusiv, oder man kann Lizenzen geben.
Und Liquity V1 war eines der fast häufigst geforkten Protokolle, neben Uniswap und anderen, aber glaube ich in den Top 5 oder so. Und das wurde wild geforkt. Und ja, wir hatten dann die Idee, eigentlich ist das super, aber es wäre eigentlich schön, wenn wir alle mehr davon haben, und haben diese Forkonomics ins Leben gerufen. Das heißt, wir geben Protokollen oder Teams eine Lizenz, solange sie jetzt nicht auf Ethereum Mainnet und die gleichen Sicherheiten, ETH, Staked ETH, nehmen. Weil wir als Team zu klein sind, um das auf jeder Chain auszurollen, weil das auch das Wissen braucht und ein eigenes Team – einen Stablecoin zu etablieren ist viel schwieriger als einen Lending Market zu etablieren –, haben wir uns entschieden, nein, wir machen das nicht. Wir wollen Teams, die in diesen Ökosystemen zu Hause sind. Wir koordinieren das auch ein bisschen, dass wir sagen, wir wollen eigentlich nur eine Lizenz pro Chain geben, sei das Base, Optimism, oder für ein bestimmtes Collateral, dass wir sagen, wir können verschiedene Versionen von Liquity haben, aber idealerweise kannibalisieren wir uns nicht so. Wir haben zur Zeit ungefähr 20 Agreements unterzeichnet. Also es funktioniert super. Das ist auch für die Teams sehr spannend. Die kriegen ein fertiges Protokoll, müssen es vielleicht noch anpassen, aber die ganze Entwicklung brauchen sie nicht mehr. Vieles vom Tooling, vom Know-how, von den Partnern können sie übernehmen. Also kann jemand sehr schnell etwas Liquity-Ähnliches in seinem Ökosystem schaffen.
Und was bekommen wir dafür? Wir haben mit den meisten ein Agreement, dass wir sagen, wir bootstrappen zusammen die Liquidität. Das heißt, die meisten haben einen Token, dann sagen wir, ein Teil dieser Token geht zurück. Der meiste Teil geht an Leute, die jetzt unseren Stablecoin nutzen, zum Beispiel in diesem Stability Pool oder in einem Exchange auf Curve. Ein Großteil bleibt im Ökosystem von diesem Stablecoin. Also nehmen wir ein Beispiel, was ist live: Auf Hyperliquid ist Felix. Und sobald es dort ein Liquidity-Pair gibt von BOLD und ihrem Stablecoin, bekommt das auch Incentives. Das heißt, sie müssen zwar etwas zahlen, aber wir sagen, hey, wir nutzen das für uns beide, für unser Ökosystem. Und das hilft uns auch, weil das ist eine Kost, aber wir nutzen das meiste, diese Compensation, dafür.
Das heißt, was ist die Opportunity für die User? Also wenn man jetzt im Stability Pool ist oder in einem Curve-Pool, USDC-Pool, dann macht man ein Yield Farming, und das Yield Farming ist recht cool, man kann in diesen Forks partizipieren. Wir haben 20 Agreements, vielleicht gehen 15 live, ist immer ein bisschen schwierig zu sagen. Aber eigentlich mit allen haben wir abgemacht, dass sie diesen Leuten Incentives geben in Form von ihrem Token. Also jetzt kannst du, wenn du V2 schon cool findest, sagen, okay, ich partizipiere in all den V2-Forks, auf all den vielen Chains. Entweder übergreifend, wenn du auf der V2 im Stability Pool bist oder Liquidität providest, oder ich picke mir dann einfach eins auf einer Chain, wie Hyperliquid oder Arbitrum, und gebe dort Liquidität rein und bekomme dann Incentives in Form von Tokens von dem Projekt.
Und was ich extrem cool finde, weil ich glaube, nicht viele Teams können so Protokolle entwickeln – und ich glaube, also es kostet auch viel, das ist so ein bisschen unsere IP, dass wir die rausgeben können, aber die Teams auch etwas zurückgeben. Und ich glaube, wir haben da einen sehr fairen Deal gemacht, weil die Teams würde das auch extrem viel kosten, wenn sie das selber machen würden. Und ich glaube, jetzt ist es viel ausgeglichener als zu V1, wo wir diese Kosten hatten, Leute sind gerannt, haben direkte Konkurrenz gemacht, und ja, eigentlich viel wildere Sachen, und niemand hatte so ein bisschen etwas davon, oder wir hatten auch wenig davon. Ich glaube, jetzt finde ich das eine extrem schöne Balance, ist eine super Dynamik, dass wir auch sagen, es gibt jetzt Teams, die arbeiten ein bisschen zusammen, haben denselben Spirit, tragen die Idee des Protokolls in verschiedene Ökosysteme, und jetzt weißt du, wenn ich auf Base gehe, habe ich so etwas Ähnliches wie Liquity, oder jetzt auf Arbitrum, das heißt Nerite, auf Hyperliquid Felix. Das ist nicht von uns betrieben, das machen die Teams selber, und mindestens von der Logik her funktioniert das ähnlich. Und eben, da helfen wir uns sehr, oder da gibt es mal ein Tooling oder jemand, der API-Services bereitstellt und sagt, ah, das ist Liquity, ich habe das schon für diese vorgemacht, ich kann das auch für euch machen. Hat uns selber überrascht, wie gut das funktioniert und wie viele Synergien das gibt. Also ich bin sicher, wir haben das jetzt so, wie soll ich sagen, initiiert oder pioniert, ich bin sicher, das werden andere dann auch so machen.
Das heißt, habe ich das jetzt gerade richtig verstanden, dass die nicht nur Incentives geben für den Pool mit BOLD, sondern auch nur mit BOLD-Pools, oder nur für den Stability Pool nochmal zusätzliche Incentives? Habe ich das richtig verstanden? Das heißt, wenn ich nur in den Stability Pool reingehe, dann bekomme ich teilweise bis zu 15 verschiedene Tokens von den ganzen Projekten noch zusätzlich dazu. Genau. Der Deal ist meistens 4 % der Token. Das haben wir gesagt, wir wollen die Projekte nicht kannibalisieren, und die brauchen auch die eigenen Token. Und 2,75 % normalerweise – können die Projekte entscheiden, haben wir gesagt, soll dann aber auf Mainnet sein, entweder im Stability Pool oder in Liquidity-Pairs. Da gibt es jetzt so ein Dune-Dashboard, da kann man das anschauen. Ja genau, dann partizipierst du, in wie vielen das auch live geht. Wir können nicht genau sagen – aber das finde ich auch das Coole –, wie sie es genau verteilen werden, aber sie haben die Verpflichtung, oder? Und 1,25 % bleiben dann zum Beispiel auf Arbitrum, und die gehen an Liquiditätsprovider, die unseren Stablecoin gepaart mit dem Projekt-Stablecoin dort providen. Also wenn du sagst, ich bin auf einem Projekt wie Felix auf Hyperliquid, die haben irgendwie 200 Millionen schon, ich will einfach das, dann geht man dorthin. Oder du sagst, nein, ich glaube – jetzt bekommst du schon irgendwie 6, 7 %, und wenn ich einfach nochmal so ein bisschen Freude an dem Upside habe, ja, das bekommst du zurzeit bei uns.
Ich glaube, das ist extrem cool. Also eben, hat auch viele Unbekannte, aber ich glaube eben, du bekommst ja schon ein gutes Base Yield, und dann kannst du dir das jetzt noch ein bisschen ausrechnen, beobachten. Bald gibt es eine Version, die das compoundet, und dann kannst du all diese Spiele mit Pendle, das Protokoll, das es erlaubt, dir mit diesen Zinsen zu spielen oder diese zu hebeln, all diese Möglichkeiten, wie es das gibt. Das finde ich auch – und so ist eigentlich unser Bootstrapping. Ich fand das sehr innovativ, weil unser Token, so konnten wir unseren alten Token behalten und trotzdem eigentlich die Kraft der Forks mitnutzen, um das neue Projekt zu bootstrappen.
Ja, also vor allem auch ein absolutes Win-win-Verhältnis zwischen den Projekten und dem Protokoll, jetzt Liquity selber. Ich meine, bei Liquity V1, was mir auch aufgefallen ist, da gab es ja echt unfassbar viele Forks. Aber wenn man jetzt einfach mal in die Statistiken reinschaut, wie viele von den Forks sind denn tatsächlich was geworden, was nachhaltig war? Als ich das letzte Mal reingeschaut habe, da war kein wirkliches Protokoll mehr da, was irgendwie großartig TVL hatte. Also die haben sich alle so ein bisschen verlaufen. Das war dann irgendwie primär einfach nur zusätzliche Konkurrenz, und auch mit sehr ähnlichen Produkten quasi noch unterwegs. Und jetzt dadurch, dass es dann primär auf … Gibt es auch andere Liquity-Forks auf Ethereum? Oder sagt ihr, Ethereum, das ist nur …?
Ja, aber zum Beispiel dann sagen wir, es gibt Asymmetry, ist gestartet. Die haben gesagt, hey, wir finden Liquity super, aber wir nehmen als Collateral, als Sicherheit, nehmen wir Governance-Token, zum Beispiel Uniswap, oder Liquid-Staking-Token, oder spezialisieren uns auf Bitcoin. Etwas, was wir nicht anbieten können. Dann ist das eigentlich komplementär. Es wird, glaube ich, ein, zwei geben, aber das meiste ist schon dann pro Netzwerk. Und das Schöne ist, wie zum Beispiel Hyperliquid, ich meine, die Fork ist jetzt eigentlich größer, als wir sind. Es kann in die Richtung gehen, und dann wird es vielleicht auch Ökosysteme geben, wo das Team vielleicht gut ist, aber es gibt ja so viele Ökosysteme. Also 20 Forks, das sind irgendwie 18 verschiedene Chains oder Networks, wo das Netzwerk oder die Chain dann auch das Momentum verliert, und dann hat das Projekt halt auch wenig Chancen. Aber ich glaube, das ist das Coole eben: Entweder kannst du es diversifiziert farmen als Stability-Pool-Depositor oder als LP, oder du pickst dir die Projekte entweder auf eine Chain und kannst dort farmen.
Und geht es dann pro Chain, also pro Arbitrum, Optimism und so weiter, Hyperliquid, gibt es denn da jeweils nur einen einzigen Fork? Oder geht ihr da eigentlich mit der gleichen Denkweise vor, dass ihr sagt, na ja, wenn es zwei Forks gibt auf Hyperliquid und der eine fokussiert sich auf das, der andere auf das, dann sind es auch zwei Forks? Dann wird es zu kleinteilig. Eigentlich sagen wir schon meistens dann fürs Ökosystem, und ja, weil es ist schwierig, so etwas zu bootstrappen. Und ich glaube jetzt auch, ich sehe eben ein zweites Projekt, dann wird es zu kleinteilig, oder? Ich glaube, das ist auch gut. Und das ist auch ein bisschen der Wert der Lizenz, sodass man sagt, ich bin jetzt der Einzige offiziell mit dieser Lizenz auf Arbitrum, gibt dir da auch ein bisschen Luft zum Ordnen.
Wie ging es denn euch, also die Entwicklung von Liquity V2, das ist ja jetzt nicht, keine Ahnung, vor ein paar Wochen angegangen, und jetzt ist das Protokoll live, sondern das ging ja über mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre, wo sich das Ganze entwickelt hat. Wie ging es denn euch als Team, als ihr gesehen habt, dass beispielsweise Ether in diesem Zyklus, also zumindest meiner Meinung nach, oder so wie ich das eingeschätzt habe, doch deutlich stärker nachgegeben hat, jetzt beispielsweise in Bitcoin gemessen, wo auch sehr viele Leute Ethereum als Ökosystem hinterfragt haben, Ether als Asset hinterfragt haben, und Liquity V2 ist ja quasi, auch für Ethereum, nur mit Ether – also da ist ja quasi voll konzentriert genau auf das. Wie ging es denn euch als Team, gerade in diesem Zyklus, wo ihr gesehen habt, hui, ja, da ist gerade eine echt negative Stimmung im Ethereum-Ökosystem, und auch gerade, was Ether als Asset angeht?
Also das erste Mal, wir glauben sehr an den Use Case. Eben, du hast auch gesagt, so ein cooler Use Case, dass man seine Ether belehnen kann, oder, also ich glaube, das wird nicht weggehen, oder, solange Krypto da ist, und wir glauben an diesen Use Case, und die Leute wollen das machen, wir wollen ein besseres Produkt. Ich glaube, für uns ist auch klar, wenn wir DeFi so machen, wie wir es machen, dann musst du es auf Ethereum machen. Und ich glaube, in dem Zyklus, wo Ethereum unterschätzt wird, wenn wir von Krypto und Blockchain reden und Smart Contracts, hat Ethereum schon eine extrem hohe Glaubwürdigkeit. Eben, wenn du nicht eine Abhängigkeit willst, ist das eigentlich das Protokoll. Für das finde ich jetzt unterbewertet, oder? Aber jetzt zu sagen, jetzt switchen wir auf ein anderes Protokoll, hätte nicht mit unseren Werten übereingestimmt, und auch nicht mit dem, was wir glauben, oder? Wir wollen ja das beste Collateral und auf einer Chain, die am besten dezentralisiert ist. Da gab es wie gar keine Wahl, oder? Und da war einzig, okay, wir hoffen, dass das Protokoll natürlich am meisten wächst, wenn die Leute Freude an ETH haben und der Preis hochgeht und die Nachfrage hochgeht. Das kannst du nicht steuern, aber wir wollten ein besseres V1 machen auf Ethereum, ja, das stand dann gar nicht zur Diskussion. Es ist dann einfach so, oh, der Launch oder das Wachstum wird schwieriger oder einfacher.
War das Thema – ich meine, mittlerweile jetzt vielleicht aktuell nicht mehr, weil die Gas Fees auf Ethereum wirklich unfassbar günstig geworden sind, also günstig im Vergleich zu dem, was man noch vor zwei, drei Jahren gezahlt hat, das ist kein Vergleich –, aber war auch das Thema Gas Fees langfristig gesehen für euch ein Thema, wo ihr gedacht habt, das könnte eventuell langfristig auf Ethereum ein Problem werden? Oder hattet ihr da schon immer im Hinterkopf, hey, auch Layer 1 wird irgendwann skaliert, und dadurch, dass sich auch sehr viel auf Layer 2 quasi ausweitet, wird Layer 1 einfach nicht mehr so stark genutzt, und dadurch bleibt das im Rahmen?
Nein, sie sind uns schon bewusst, und wir sind vielleicht nicht optimal für ganz kleine User, oder? Also die sind eben auf anderen Chains vielleicht besser versorgt, aber unsere Hauptkunden sind, ich würde mal fast sagen, ETH-Believers, aber die, sage ich mal, mit mehr ETH, sind eher so ein bisschen mittlere bis größere Kunden, für die wir das bauen, und die auch diese Werte schätzen. Ich glaube, dort spielt es ein bisschen weniger eine Rolle, aber es ist uns bewusst, wäre gut, wenn es weniger wäre, aber auch wieder mit diesem Ethos: Wir wollen das auf Ethereum, weil wir sind so dezentralisiert, wenn die Chain drunter das nicht ist, dann macht das Ganze keinen Sinn, wir wollen nur das beste Collateral, deshalb haben wir das so gemacht. Wir haben etwas eingebaut in V2, wo es eine Rolle gespielt hat: Man kann ja jetzt die Interest Rate setzen, das kostet ja auch, und wir wollten dort die Kosten tief halten und den Leuten eine Möglichkeit geben. Da gibt es eine Möglichkeit, dass man das delegieren kann, und dann wird es günstiger. Also wenn wir das nicht selber managen wollen, dann gibt es Dritte, die sagen, ich mache das für dich, und wenn man diese miteinander managt, dann wird es viel günstiger. Dort hatten wir ein bisschen Respekt, dass wir sagen, wenn Leute das viel ändern wollen, dann könnte das, wenn der Gaspreis sehr teuer ist, einschneidend sein, und dafür haben wir das gebaut, diese Delegation, wo man diese Zinsen gemeinsam managt, und dann ist es günstiger.
Ist das schon live, sind da schon Drittparteien dran, die das aktiv machen? Ja, also live eben, in den Contracts ist es drin, und einzelne, zum Beispiel, wir haben ja verschiedene Frontends, DeFi Saver, ich bin ziemlich sicher, die haben es, Liquity.app hat das, also wo das Interface selber eine Strategie wählt, und anstatt dass man den Zins selber wählt, kann man sagen, ich delegiere es, man zahlt auch einen kleinen Fee, das bestimmen die, ist ja auch ein Service, kann man das ausprobieren. Aber mich freut es, es war so ein neues Konzept, das war wirklich schwierig zu sagen, wie nehmen es die Leute an, und ich bin überrascht, wie gut. Und das freut mich natürlich, dass die Leute daran Freude haben, das könnte ja auch ein Hindernis sein, aber eigentlich so die Kontrolle, ich kann es setzen, nicht jeder hat die gleiche Rate, wo gibt es das, oder? Da entsteht wirklich ein Markt, dass Leute sagen, ich gehe tief. Aber das haben wir eigentlich gar nicht erklärt: Wenn man tief geht, ist das Risiko von Redemptions – dass die Sicherheiten, die man hinterlegt, dass die eingetauscht werden gegen den Stablecoin und man ETH-Exposure verliert – dann höher. Die, die dieses Risiko eingehen, zahlen dafür sehr tiefe Zinsen, und andere, die das nicht wollen, zahlen höhere. Und da ist es natürlich eben auch besser als V1, weil wir jetzt das Risiko von diesen Redemptions – also wenn jemand die ETH zurück will, die diesen Stablecoin backt – separat managen können, das Redemption Risk und das Liquidation Risk.
Gibt es denn auch irgendwelche Sachen jetzt beim Liquity-V2-Launch – also ich meine, TVL hat sich gut entwickelt, gut, das mit dem Relaunch, ja, das ist passiert, das habt ihr euch sicherlich anders vorgestellt, aber wenigstens ist jetzt die wirkliche Version entsprechend live. Auch die anderen, ich sage mal, Neuerungen, Innovationen sind ja bisher relativ gut angelaufen. Bei den Forks werden wir wahrscheinlich den Großteil der ersten in ein paar Wochen bis Monaten sehen, gehe ich mal davon aus. Also wenn dann auch die entsprechenden Forks live gehen. Gab es noch Features bei Liquity V2, die sich nicht so entwickelt haben, wie ihr euch das vorgestellt habt, oder irgendwas, wo ihr gedacht habt, oh, also wir dachten eigentlich, dass die Dynamik so sein wird, aber eigentlich ist es jetzt doch irgendwie was anderes, oder hat es sich anders entwickelt?
Nein, bis jetzt noch nichts. Haben wir sehr Freude, aber klar, wir müssen noch Erfahrungswerte sammeln. Was auch spannend ist: Jedes Collateral funktioniert für sich selber. Also die Leute, die gegen ETH oder wstETH einen Kredit aufnehmen, die sind getrennt. Das heißt, es gibt verschiedene Zinsen, je nach Collateral. Man verdient auch in den verschiedenen Stability Pools für ETH, wstETH oder rETH verschieden. Und das funktioniert recht gut, wie sich das ausbalanciert. Also es ist eben faszinierend, es ist so marktgetrieben, weil wir nichts verändern können, wie sich das System selbst heilt. Diese Dynamik hat bis jetzt relativ gut funktioniert. Also es ist so wie, wir haben ja die Körpertemperatur von 37 Grad, und so versucht das Protokoll, diesen Peg zu halten, und hat viele Dynamiken reingebaut, wenn es jetzt zu tief geht, dass es dann wieder höher geht, und diese Selbstregulierung hat bis jetzt im Prinzip gut funktioniert. Aber wer weiß, vielleicht unter gewissen Marktumständen oder mit gewissen Nutzern kann es sein, dass es vielleicht ein bisschen nicht ganz balanciert ist. Das müssen wir jetzt schauen. Aber jetzt mindestens in den ersten drei oder vier Wochen vom Launch bin ich sehr zufrieden.
Jetzt habt ihr ja Liquity V1, was definitiv für Niedrigzinsphasen nach wie vor geeignet ist. Liquity V2, was quasi so dynamisch ist, dass es für alle Marktphasen durchgängig interessant sein kann. Gibt es denn da noch – also ist denn irgendwann mal noch eine V3 geplant? Gibt es da schon Ideen? Weil ich gehe mal davon aus, in dem Moment, wo man so was plant wie Liquity V2, da kommen ja auch ständig neue Ideen hoch, mit, oh, das wäre noch irgendwie cool, oder dass man das machen kann. Gibt es da schon Ideen, Konzepte oder sonst was für eine weitere Erweiterung von diesem Liquity-Ökosystem? Oder sagt ihr, na ja, jetzt haben wir eigentlich für jede Marktphase einen attraktiven Use Case, eigentlich ist das jetzt schon eine runde Sache, dabei bleibt es?
Ich glaube, es ist schon eine sehr runde Sache, ja, einen Stablecoin so zu bauen, dass der so ganz marktgesteuert ist. Der Fokus vom Team ist jetzt wirklich, was braucht es vielleicht für Ergänzungen, Integrationen. Es ist ja nicht getan, indem einfach das Protokoll da ist, und dann weißt du, es muss ja sinnvoll sein, man will es auf verschiedene Arten nutzen. Also der Fokus ist sehr stark darauf. Aber klar, ich habe Robert erwähnt, den Founder, der ist am Researchen, und dann gibt es spannende Ideen. Aber es ist jetzt weniger, dass wir sagen, dass V2.1 kommt jetzt. Ich glaube, es ist sehr komplett, und nicht, dass wir jetzt eine kleine Verbesserung haben, die wir finden, die es unbedingt braucht. Aber wenn du so ein System entwickelst, hast du immer wieder neue Ideen, ergänzende Ideen, und denen gehen wir natürlich nach, und die schauen wir an. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir sagen, oh, V3, und jetzt brauchen alle AI, und jetzt wird V3 dann AI haben. Also wie beim iPhone, oder? Nein, das ist nicht so. Und ich glaube, da braucht es jetzt auch zuerst mal – es wäre auch nicht gut. Und dann, du brauchst zuerst das Markt- und User-Feedback, dass du, glaube ich, dann auch das Richtige baust, oder? Sonst ist es schwierig. Und da sind wir jetzt zuerst mal gespannt, wie das geht. Das war ja auch bei V1 so, oder? Ich wollte V1 bauen, ich dachte, das ist es, und dann kam das Hochzinsumfeld, und dann habe ich gesagt, oh, das ist nicht so gut. Und dann hatten wir die Ideen, waren meistens kleine Ideen, was können wir verbessern, mit diesem Grundmechanismus, dem Setzen der eigenen Zinsen? Und das hat dann das V2 gegeben. Aber nach V1 war es nicht die Idee, gleich V2 zu machen, sondern nachdem wir gesehen haben, wie sich das System verhält, kam dann eigentlich so der Funke für dieses V2.
Okay, spannend. Dann vielleicht jetzt noch als letztes Thema, du hast vorhin schon angesprochen, Stablecoins, die quasi auf BOLD basieren, nur eben, dass die Zinsen auto-compounded werden, also automatisch verzinst werden. Reinvestiert. Reinvestiert werden, exakt. War das in Kooperation mit anderen Protokollen, oder ging das tatsächlich von anderen Protokollen aus, dass die gesagt haben, hey, ja, Liquity macht ja das Ding, den Stablecoin könnten wir nutzen und könnten dieses Produkt entsprechend draus bauen? Oder wie kam es dazu? Weil es gibt ja meines Wissens nach da zwei verschiedene Konzepte von zwei verschiedenen Protokollen, die das anbieten. Also wie kam es da dazu?
Ja, das war super cool. Es war wirklich wie DeFi, oder? Dass man sagt, DeFi ist ja da, ist modular wie Legos, das kann man zusammensetzen, oder? Das ist nicht wie bei einer Bank, da muss man sagen, liebe Bank, darf ich mich da an dein E-Banking anhängen, oder so. Super cool. Die sind auf uns zugekommen. Die fanden das System super spannend, oder, mit diesen Interest Rates. Die haben da Möglichkeiten gesehen, wie sie Produkte selber drauf aufbauen können, oder wie das in ihr Portfolio passt, und haben dann wirklich den Lead genommen dafür. Wir haben sie unterstützt, aber wir haben sBOLD, das ist von K3 Capital, die haben das selber auf die Beine gestellt, und ich finde es super cool, dass eben andere drauf aufbauen wollen, und Jörn mit yBOLD dasselbe. Also da waren wir super happy, dass wir da sehr früh Leute hatten, die das Produkt so gut fanden, dass sie sagen, wir bauen gleich drauf auf.
Und die sind dann auf euch zugekommen, oder wie kam es dazu? Ja, also ich glaube, man trifft sich auf Konferenzen, man tauscht sich aus über die Pläne, und dann haben wir gesagt, wir bauen das so, wir planen das nicht, wir wollen eigentlich, dass ein Dritter das anbietet. Oh, wir können das machen. Ja, das ist wirklich, ich glaube, das ist auch was, was ganz viele langfristig so unterschätzen am DeFi-Space. Einfach dieses – du hast es vorhin schon erwähnt – dieses DeFi-Lego, dass ein Protokoll aufs nächste aufbaut und das nächste Protokoll nicht alles von Neuem nochmal neu aufbauen muss, wie jetzt eine Bank das machen müsste, sondern nee, die nehmen einfach hier das von dort und das von dort, und so sich dieses Ökosystem entsprechend aufbaut. Ich glaube, das wird, gerade was Innovation angeht, einfach langfristig den DeFi-Space extrem vorantreiben.
Gut, dann vielleicht noch die allerletzte Frage. Gibt es denn irgendwas zu Liquity V2 oder auch zu Liquity V1 oder Liquity im Allgemeinen, irgendwas, was du noch wichtig findest, was ich dich jetzt heute noch nicht gefragt habe, was du noch gerne teilen möchtest?
Ja, also ich glaube, was wir uns so angeschaut haben und worauf ich auch stolz bin, ist schon auch unser Stablecoin. Ich merke immer wieder, wie die Leute nicht unterscheiden, oder – nicht jeder Stablecoin ist gleich oder hat die gleichen Risiken. Und ich glaube, auch da sind wir sehr einzigartig, und vielleicht wissen das gar nicht viele, aber ein Stablecoin wie USDC, der wird kontrolliert, ist bei Coinbase, das ist irgendwo auf einer Bank, und das ist total okay, ich glaube, das funktioniert auch meistens. Und da gibt es andere Stablecoins wie Maker, da gibt es mehr Kontrollen, da werden diese Gelder genommen und irgendwie in Immobilien investiert, und bei uns ist alles on-chain, das ist wirklich so ein DeFi-Dollar. Also ich glaube, ich sage nicht, man soll alles da reintun, aber so als Diversifikation, oder Leute, die DeFi wirklich cool finden, glaube ich, ist das etwas, was die sehr schätzen. Also das Collateral ist da, und etwas, was auch fast kein Stablecoin kann: Ich kann jederzeit diesen Stablecoin nehmen und ich bekomme ETH dafür. Direkt. Mach das mal mit Gold, oder mach das mal mit USDC. Also es ist eigentlich der Stablecoin, der am nächsten an ETH ist. Es ist fast so ein stabiles ETH, würde ich fast sagen. Und für Leute, die so ETH-Believers sind, glaube ich, ist das schon etwas Einzigartiges, was man dann schnell wieder vergisst. Und ich finde, da sind wir sehr stolz, und da sind wir auch sehr einzigartig, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Also, dass du so einen Stablecoin hast, der diese Eigenschaften hat und wo du immer für ETH rauskannst, darauf bin ich eigentlich schon extrem stolz, dass es das gibt. Wenn wir das nicht machen würden, wäre alles so ein bisschen entweder zentralisiert, oder so ein Gemisch, wo du gar nicht mehr weißt, was dahintersteht. Und dass es das in dieser reinen Form gibt, dass man die Alternative hat, finde ich cool.
Absolut. Ich meine, das ist ja auch ein Thema, was manchmal, aber aus meiner Sicht viel zu wenig diskutiert wird, ist das Thema mit USDC und USDT, dass man die auch einfrieren kann, dass theoretisch die Regierung indirekt auf die – also auf die Herausgeber – Einfluss nehmen könnte und dann quasi so, nicht ganz auf CBDC-Höhe, aber ja, einfach so dann trotzdem ihre Kontrolle durchsetzen kann. Und mit dezentralen Stablecoins, ja, da kann man einfach nichts einfrieren, die kann man in der Wallet halten, und man muss nicht irgendwie Angst haben, dass irgendjemand meint, ja, aber das gehört dir jetzt doch nicht, oder du darfst jetzt keine Transaktion machen oder sonst was, also genauso im Ethos von Krypto einfach. Ja.
Gut. Michael, vielen Dank für das Gespräch. Ich werde euch auch unter dieses Video einerseits die Webseite zu Liquity V2 verlinken, noch zusätzlich Twitter ist aus meiner Sicht eine super Anlaufstelle für die ganzen News, jetzt auch gerade was Forks und so weiter angeht, da seid ihr immer auf dem aktuellen Stand, auch nicht irgendwie, keine Ahnung, werdet ihr da nicht zugespammt oder sonst was, sondern wenn Liquity was postet, dann ist es auch in aller Regel relevant, also so ging es mir immer, zumindest wenn ich den Tweet durch bin. Dann auch noch zusätzlich ein kurzes Video von mir, das geht nur 10 Minuten oder so, wo ich so auf die Besonderheiten von Liquity V2 eingehe, für die Leute, die das relevant finden, das findet ihr ebenfalls unten drunter, und ja, da könnt ihr euch das definitiv nochmal genauer anschauen, was das für euch relevant ist.
Also wie gesagt, ich persönlich bin absoluter Power-User von Borrowing-Protokollen, und Liquity V1 war eines der Protokolle, was ich bis zu dieser Redemption-Thematik wahrscheinlich am meisten genutzt habe, und von daher gehe ich auch davon aus, dass Liquity V2 in der Zukunft, genauso wie Liquity V1, einfach ein größerer Part bei uns ausmachen wird, auch bei uns in der Membership, weil das einfach hochinteressante Protokolle für Hebelpositionen sind, aber auch für das Beleihen, wenn man auf Cashflow aus ist oder sonst was, das sind einfach super Möglichkeiten, wenn man so was nutzen kann. Und zum Yield-Farmen, schaut euch diese Forkonomics an, wir starten so ein bisschen langsam, aber ich glaube, das ist super cool, wenn man sagt, ich will jetzt nicht nur einfach das in Aave tun und einfach diesen normalen Yield haben, sondern ich will da vielleicht noch etwas on top im ganzen Liquity-V2-Ökosystem an Exposure gewinnen, dann könnte das spannend werden. Absolut. Super. Michael, vielen lieben Dank für deine Zeit. Vielen Dank, Kevin. Sehr gerne, es hat sehr Spaß gemacht. Ciao, ciao.
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In diesem Interview mit Michael Svoboda lernst du über Liquity V2, seinen Use Case sowie die Besonderheiten des neuen Protokolls.
Liquity V2 einfach erklärt:
👉 https://youtu.be/Tjffjw63QYY
Webseite von Liquity:
👉 https://www.liquity.org/
X-Kanal von Liquity:
👉 https://x.com/LiquityProtocol
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