Ethereum hat 2 riesige Probleme.
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Aktuell gibt es ziemlich viele Diskussionen darüber, ob die Entwicklung mit den Layer-2-Solutions auf Ethereum für Ether das Asset bullish sind oder bearish sind, und ich muss auch dazugeben, dass es für beide Seiten ziemlich valide Argumente gibt. Ethereum hat allerdings noch zusätzlich zwei riesige Probleme, über die fast keiner spricht, und genau das möchte ich auch mit meinem heutigen Video ändern. Im heutigen Video schauen wir uns allerdings nicht nur die bearishe Perspektive an, sondern auch die bullishe Perspektive, und ganz zum Schluss teile ich auch, wie ich persönlich das einschätze und was ich konkret mache.
Lass uns auch direkt reinstarten, und zwar mit den größten zwei Problemen, die Ethereum derzeit hat. Und zwar das erste Problem, dass der Etherpreis seit März um knapp 50% gefallen ist und auch im Vergleich zu Bitcoin noch kein neues Allzeithoch gesetzt hat. Und das zweite Problem, dass die Ether-Bitcoin-Ratio seit dem Merge 2022 um mehr als 50% gefallen ist, das heißt, nach wie vor dominiert Bitcoin.
Okay, aber warum behaupte ich persönlich, dass das tatsächlich die zwei größten Probleme sind von Ethereum? Das liegt ganz einfach daran, dass im Kryptomarkt immer das Sentiment und die Narrative dem Preis folgen und nicht umgekehrt. Das ist auch als der sogenannte Flywheel-Effekt bekannt, und wenn der positiv ist, dann bedeutet das im Wesentlichen, dass, wenn der Preis ansteigt, dass das dann zur Folge hat, dass sich Narrative bilden, warum denn tatsächlich der Preis angestiegen ist. Und durch die Narrative, wenn die sich dann verbreiten, sorgt das wiederum für mehr Aufmerksamkeit, und mehr Aufmerksamkeit sorgt wiederum dafür, dass der Preis noch weiter ansteigt, bevor sich dann dieser Loop hier wiederholt.
Bei Ethereum sehen wir jetzt allerdings schon seit mehreren Monaten das genaue Gegenteil, einen negativen Flywheel-Effekt, was im Wesentlichen bedeutet, dass der Preis gefallen ist. Dann bilden sich Narrative, warum denn tatsächlich der Preis gefallen ist. Das sorgt wiederum dafür, dass die Aufmerksamkeit von Ether weggeht bzw. auf die Probleme von Ether gerichtet wird, was wiederum dazu führt, dass der Preis weiterfällt und so weiter und so fort. Oder anders formuliert: Wenn der Etherpreis anders performen würde, dann würde wahrscheinlich der Großteil von diesen Diskussionen gar nicht stattfinden. Aber das ist auch aus meiner Sicht gerade das Tolle an, ich sag mal, eher schwierigen Marktphasen, aufgrund der Tatsache, dass eben in solchen Phasen alle viel kritischer sind, alles hinterfragt wird, und das sind gerade die Diskussionen, die beispielsweise in einem Bullrun nicht stattfinden.
Jetzt, die größte Debatte, die derzeit stattfindet, ist, ob die Layer-2-Chains von Ethereum eine Erweiterung von Ethereum sind oder nicht sogar ein Mitbewerber. Oder anders ausgedrückt, ob diese Roadmap von Ethereum mit dem Fokus auf die Skalierung von den Layer-2-Chains für Ether das Asset bullish ist oder eher bearish ist.
Lass uns zunächst mal mit der bärischen Perspektive starten und uns da die zwei Hauptkritikpunkte anschauen. Und zwar der erste Punkt, dass damals, als Mitte März dieses Dencun-Upgrade, das EIP 4844, stattgefunden hat, dass danach durch die Einführung von diesem zusätzlichen Blobspace die Transaktionsgebühren auf den Layer-2-Chains massiv gesunken sind. Das siehst du auch beispielsweise hier oben rechts dargestellt, dass die Transaktionsgebühren von Base um die 98% gefallen sind, Arbitrum um die 93%, Mantle um die 80%, und dass du mittlerweile für die Transaktionen meistens nur noch ein Cent, ein paar Cent oder sogar unter einem Cent zahlst.
Dadurch hat auch die Aktivität auf den Layer-2-Chains massiv zugenommen, wie du es auch beispielsweise hier erkennen kannst, dass mittlerweile mehr als 27 Mal mehr Transaktionen auf den ganzen Layer-2-Chains stattfinden im Vergleich zu hier Ethereum und dass insbesondere hier nach diesem letzten großen Upgrade auch die Aktivität stark zugenommen hat. Und dadurch, dass durch diesen zusätzlichen Blobspace hier auch ein separater Gebührenmarkt eingeführt wurde, sind nicht nur die ganzen Transaktionsgebühren auf den Layer-2-Chains gesunken, sondern auch zusätzlich auf Layer 1, was wiederum zur Folge hatte, dass Ether das Asset jetzt nicht mehr deflationär ist, sondern jetzt inflationär.
Wenn du dir dazu mal die Inflationsrate von Ether anschaust über die letzten 30 Tage, dann erkennst du, dass Ether derzeit mit ungefähr 0,7% pro Jahr inflationär ist, was immer noch geringer ist im Vergleich zu Bitcoin, allerdings diese Vermarktung mit Ultrasound Money, die sitzt damit, ich würde mal sagen, ziemlich daneben. Das heißt, einer der zwei Hauptkritikpunkte ist der, dass zwar die Aktivität auf den Layer-2-Chains massiv zugenommen hat, allerdings Ether das Asset so gut wie gar nicht davon profitiert hat. Sogar eher im Gegenteil, dass diese Layer-2-Chains wie so eine Art, ich sag mal, Vampire Attack auf Ether ausführen, weil die ganzen Nutzer, die ganze Liquidität zu den Layer-2-Chains geht und gleichzeitig auch der Burn bei Ether verringert wird.
Der zweite Kritikpunkt an Ethereum ist der, dass mittlerweile immer mehr Layer-2-Chains auf Ethereum aufbauen. Während ich dieses Video aufnehme, sind beispielsweise auf L2Beat bereits 90 verschiedene Layer-2-Chains gelistet, und jede einzelne Woche kommen mehr dazu. Und das heißt wiederum für die Praxis zwei verschiedene Dinge, und zwar zum einen, dass die Nutzer und die Liquidität einfach verstreut werden auf unterschiedliche Chains, wobei man auch da dazu sagen muss, dass sie mit Abstand größtenteils nach wie vor auf ein paar wenigen Chains sind. Und natürlich noch zweitens, dass auch die nativen Tokens von diesen Chains, wie beispielsweise der Arbitrum-Token, natürlich auch irgendwas von diesem Kuchen abhaben wollen, was wiederum zulasten vom Etherpreis gehen könnte.
Wobei man auch dazu sagen muss, dass das alles keine neuen Probleme sind und dass auch bereits an unterschiedlichen Lösungen gearbeitet wird, um diese Fragmentierung zu lösen. Nur bin ich da persönlich technisch gesehen einfach nicht tief genug drin, um einschätzen zu können, inwiefern sowas überhaupt umsetzbar ist und auch, zweitens, bis wann sowas tatsächlich realistisch ist. Das heißt, der zweite große Kritikpunkt ist der, dass jetzt durch diese Skalierung mit den Layer-2-Chains die Nutzer und die Liquidität auf unterschiedliche Chains verstreut sind und dass diese Chains jetzt auch noch zusätzlich ihren Anreiz haben, dafür zu sorgen, dass, sofern sie einen eigenen Token haben, dass der gut performt und nicht unbedingt, dass der Ether-Token gut performt.
Jetzt, das ist zumindest die bärische Perspektive. Man kann das Ganze allerdings auch anders interpretieren, und das bringt mich auch schon zur bullischen Perspektive. Denn dadurch, dass die Transaktionsgebühren auf den Layer-2-Chains so stark gefallen sind, heißt das natürlich auch gleichzeitig, dass jetzt deutlich mehr neue Use Cases auf den Layer-2-Chains möglich sind, die davor einfach auf Layer 1 nicht unbedingt nicht möglich waren, aber einfach nicht rentabel waren, wenn einfach jede Transaktion 10 Dollar kostet. Aber genau dieses Problem wurde jetzt mit den Layer-2-Chains hier entsprechend gelöst, weil die Transaktionsgebühren jetzt meistens nur noch im Cent-Bereich sind.
Und das erkennst du auch, wenn du dir dazu die Statistik anschaust, hier in Blau dargestellt, die Anzahl der Ether, die derzeit in Smart Contracts gelockt sind, eine Metrik, die derzeit fast jede Woche ein neues Allzeithoch setzt, und mittlerweile sind bereits mehr als 40% von allen Ether in Smart Contracts gelockt. Das heißt, ja, der Burn bei Ether hat abgenommen und dadurch ist jetzt auch Ether inflationär, allerdings das verfügbare, nicht weggelockte Angebot von Ether wird momentan immer und immer knapper.
Und gerade die starken Use Cases von Ethereum erklären ja auch, warum Ethereum, trotz all dem Hype um beispielsweise Solana oder andere Smart-Contract-Chains, nach wie vor mehr als 10 Mal mehr TVL hat, also Total Value Locked, im Vergleich zu seinem größten Competitor. Und was viele an der Stelle vergessen, ist, dass Ether nicht nur in den Smart Contracts weggelockt wird, sondern mittlerweile auch im Staking, was es beispielsweise im letzten Zyklus noch nicht gegeben hat. Das heißt, diesen Effekt von diesem stark reduzierten Angebot, das ist etwas, was wir in diesem Crypto Bull Run zum allerersten Mal sehen werden.
Es gibt auch einige, die argumentieren, dass durch diese Einführung von diesem Blob Space und dem Blob Burn, dass damit in Summe der Burn irgendwann mal langfristig sogar noch deutlich höher sein sollte im Vergleich zu vor diesem Upgrade. Jetzt derzeit ist es der Fall, dass nur ein Bruchteil von einem Ether in 30 Tagen geburnt wird, das heißt, da müsste Stand heute die Aktivität auf Layer 2 wirklich absolut explodieren, dass das jemals signifikant zum Burn beitragen würde. Aber das ist natürlich auch nicht im Interesse von den ganzen Layer-2-Chains und den dApp-Entwicklern, dass sie so viele Gebühren zahlen. Das heißt, langfristig gesehen für das Ethereum-Ökosystem wäre es tatsächlich am besten, wenn die Fees nicht zu tief sind, allerdings auch gleichzeitig nicht zu hoch, sondern irgendwo in der Mitte.
Das heißt, wie du gesehen hast, es gibt ziemlich valide Pro- und Kontraargumente gegen die Roadmap von Ethereum. Und welches Camp da tatsächlich richtig ist, das wird sich erst im Zeitverlauf zeigen. Jetzt bei mir persönlich ist und bleibt Ether nach wie vor meine größte Wette für diesen Zyklus, weil aus meiner Sicht Ether fundamental gesehen absolut bombenmäßig dasteht und die ganzen Diskussionen, die derzeit stattfinden, aus meiner Sicht einfach primär wegen der Price-Action stattfinden und nicht deshalb, weil Ethereum irgendwie so schlecht sei oder so viele Probleme hat und so weiter.
Schon allein, wenn du dir mal die Statistik anschaust zu den aktiven Entwicklern, wo du hier erkennst, dass Ethereum nach wie vor mit großem Abstand auf Platz Nummer 1 ist. Und sorry, aber wie soll man auf eine Chain bearish sein, die ungefähr, lass mich grob überschlagen, ungefähr siebenmal mehr Entwickler hat als Bitcoin und ungefähr so dreimal mehr Entwickler als Solana? Also wie soll man da bearish sein, das soll mal jemand erklären.
Was wir ebenfalls nicht vergessen dürfen, ist, dass Ether jetzt auch seinen eigenen Spot-ETF hat. Das heißt, zum ersten Mal in einem Zyklus ist es auch möglich, dass die ganzen Institutionen relativ problemlos auch in Ether investieren können. Wenn du dir dazu mal die Statistik anschaust, dann erkennst du zwar, dass wir nach wie vor minimale Nettoabflüsse haben, aber das liegt aus meiner Sicht primär daran, dass eben die meisten Leute aus diesem überteuerten Grayscale Trust rauswollen und nicht primär deshalb, weil die Leute nicht in Ether investieren wollen.
Meiner Meinung nach ist auch derzeit Ether überverkauft bzw. unterbewertet. Das heißt, ich selbst werde jetzt in den nächsten paar Wochen schrittweise einen guten Teil von meiner Bitcoin-Position schrittweise in Ether umswappen, auch teilweise ein paar Bitcoins in Solana, wobei die Position in Solana im Vergleich zu meiner Ether-Position deutlich kleiner wird. Aber das ist nur, was ich persönlich mache, und meine persönliche Einschätzung kann natürlich auch falsch sein. Das heißt, immer ein bisschen deine eigene Recherche machen und solche Videos eher dazu benutzen, um deine eigene Investment-These nochmal kritisch zu hinterfragen. Bis zum nächsten Mal.
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