Günstiger & effizienter als LIQUITY? Ethos Reserve erklärt 🙌
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Im heutigen Video lernst du das Protokoll Ethos Reserve kennen, den derzeit fünftgrößten Fork von Liquity, was das Protokoll so besonders macht und vor allem auch, wie es sich im Vergleich zu Liquity unterscheidet.
Also lass uns mal ganz vorne starten: Ethos Reserve ist derzeit der fünftgrößte Fork von Liquity, und Liquity ist ja, ich würde fast behaupten, bekanntlich auf meinem Kanal, eines der größten Borrowing-Protokolle auf Ethereum. Wenn wir uns das Protokoll jetzt mal ein bisschen genauer anschauen, dann sehen wir, dass derzeit das Total Value Locked bei ungefähr 6,5 Millionen steht und dass das Protokoll irgendwann im April 2023 gestartet ist. Das heißt, noch ein relativ kleines Protokoll, ein relativ neues Protokoll. Das wäre jetzt beispielsweise eine Protokollgröße, wo ich persönlich nicht mit meinem eigenen Kapital reingehen würde, weil es mir einfach zu klein ist, zu neu und zu unbewährt.
Jetzt, warum mache ich trotzdem ein Video dazu, wo ich schon gesagt habe, es ist mir eigentlich zu neu, zu klein und zu unbewährt? Primär deshalb, weil ich persönlich das einfach interessant finde, dass gerade bei Forks von beispielsweise Liquity, einem der effizientesten Protokolle überhaupt, irgendwelche Forks ja in aller Regel, ich sage mal zum Großteil, nahezu eins zu eins das Gleiche sind, mit leichten Abwandlungen, teilweise leichten Optimierungen. Und gerade was diese Optimierungen angeht, finde ich es einfach interessant, bei den Forks immer up to date zu sein, um einfach zu schauen, wie sich momentan der Borrowing-Space entwickelt und mit was wir irgendwann in Zukunft tatsächlich mal rechnen können.
Jetzt für diejenigen, die ganz neu auf meinem Kanal sind und Liquity vielleicht noch nicht kennen, ganz kurz vorweg: Liquity ist ein Borrowing-Protokoll auf Ethereum, und was Liquity derzeit so besonders macht im Vergleich zu anderen Borrowing-Protokollen, sind aus meiner Sicht primär drei verschiedene Dinge. Zum einen, dass es super effizient ist mit einer Überbesicherungsgrenze von 110%, was im Wesentlichen bedeutet: Wenn du jetzt beispielsweise 1100 Dollar als Sicherheit hinterlegst, dann könntest du einen maximalen Kredit in Höhe von 1000 Dollar aufnehmen. Genauso zahlst du bei Liquity beispielsweise keine Zinsen, sondern nur eine einmalige Gebühr in Höhe von 0,5%. Und noch der letzte Punkt, was Liquity im Vergleich zum Großteil der DeFi-Protokolle unterscheidet: dass es einfach unglaublich dezentral ist, weil die ganzen Smart Contracts bei Liquity autonom deployed wurden, was im Wesentlichen bedeutet, die kann keiner mehr im Nachhinein abändern. Das Protokoll hat nicht mal eine Governance, das heißt, das ist jetzt einfach da, jeder kann es nutzen und keiner kann es mehr abschalten.
Jetzt, Ethos Reserve ist ein Fork von Liquity, was einfach gesagt bedeutet, dass sie, ich sag mal, den Großteil von diesem Code entsprechend kopiert haben. Dadurch, dass hier jedes DeFi-Protokoll entsprechend Open Source ist, das heißt, der Code für jeden zugänglich ist, kann man den natürlich auch kopieren, genauso wie man beispielsweise auch Bitcoin kopieren könnte, und hat dann beim bestehenden Code gewisse Änderungen vorgenommen. Also so ähnlich wie damals bei Bitcoin mit Bitcoin Cash, dass es eins zu eins das Gleiche ist, nur eben gewisse Parameter entsprechend geändert wurden. Und relativ ähnlich ist es hier bei Ethos Reserve, und genau deshalb fokussieren wir uns auch im heutigen Video primär darauf, was denn Ethos Reserve im Vergleich zu Liquity anders macht.
Beginnen wir mit dem ersten Punkt: Bei Liquity, wenn du dort einen Kredit aufnimmst, machst du das ja im LUSD, dem Stablecoin von Liquity. Hier ist es logischerweise nicht der LUSD, sondern ein separater Stablecoin, der sogenannte ERN. Das ist die Abkürzung, das Akronym für Ethos Reserve Note. Das ist ebenfalls ein Stablecoin, der auch an den US-Dollar gepegt ist.
Dann der zweite Unterschied von Ethos Reserve: dass das Ganze nicht auf Layer 1 auf Ethereum aufbaut, sondern auf Layer 2 auf Optimism. Was natürlich dann auch gleichzeitig bedeutet, dass in dem Moment, wo du irgendwelche Transaktionen machst, beispielsweise deinen Trove erstellst oder deinen Trove managst, Kredit aufnimmst und so weiter, dass du natürlich auch um ein Vielfaches geringere Transaktionsgebühren hast im Vergleich zu dem, was du beispielsweise derzeit auf Ethereum zahlst. Bedeutet natürlich dann auch gleichzeitig, dass Ethos Reserve gerade für Leute, die vielleicht relativ wenig Kapital haben, interessanter ist im Vergleich zu Liquity auf Ethereum, weil dort eben die ganzen Gas-Fees deutlich größer sind. Das gilt jetzt allerdings nur für die Gas-Fees. Borrowing-Fee und so weiter ist bei Ethos Reserve eins zu eins gleich wie beispielsweise bei Liquity. Das ist nur einmalig eine Gebühr, die du in Höhe von 0,5% zahlst.
Dann der dritte Unterschied von Ethos Reserve: dass du hier nicht nur Ether als Kollateral hinterlegen kannst, sondern insgesamt drei verschiedene Kollateral-Typen. Zum einen Wrapped Bitcoin mit einer Überbesicherungsgrenze von 120%, was weniger effizient ist im Vergleich zu den 110%, aber, ich sage mal, im Vergleich zu anderen Borrowing-Protokollen immer noch überdurchschnittlich gut ist, sagen wir es so. Dann auch Ether, was du hier als Kollateral hinterlegen kannst, allerdings nicht zu einer Überbesicherungsgrenze von 110%, sondern zu 108%. Das heißt nochmal 2% effizienter als Liquity, was natürlich dann auch zur Folge hat, dass du in der Theorie auch einen größeren Hebel aufbauen könntest, in Höhe von bis zu 13,5x. Bei Liquity sind es 11x, hier waren es 13,5x, was theoretisch maximal möglich wäre, auch wenn ich es in der Praxis nicht empfehlen würde, weil wenn du so lange loopst, so lange schachtelst, dann kannst du relativ schnell liquidiert werden. Was natürlich dann auch gleichzeitig bedeutet, dass dieser Stablecoin ERN von Ethos Reserve per Design nur maximal 8% nach oben abweichen kann. Bei Liquity sind es ja aufgrund der Überbesicherungsgrenze von 110% entsprechend 10%. Und noch der dritte Kollateral-Typ, Optimism, was du hier ebenfalls hinterlegen kannst, mit einer Überbesicherungsgrenze von 130%. Das heißt, auch das im Vergleich zu den 110% deutlich ineffizienter, aber dafür hast du eben, was die Kollateral-Typen angeht, deutlich mehr Auswahl.
Und dann der vierte Unterschied: wie du mit Ethos Reserve theoretisch noch ein passives Einkommen verdienen kannst, was relativ ähnlich ist zu Liquity, allerdings nicht eins zu eins gleich. Und zwar zum einen, was nahezu eins zu eins gleich ist, ist dieser Stability Pool. Der ist im Prinzip da, um diese Instant-Liquidationen entsprechend durchzuführen, wo du derzeit eine APR von ungefähr 12,4% bekommst. Das heißt, theoretisch könntest du dann deine Kryptowährung als Kollateral hinterlegen, dann einen Kredit aufnehmen und mit diesem Kredit, also mit diesen Stablecoins, hier in den Stability Pool reingehen, und dann bekommst du indirekt auf dein hinterlegtes Kollateral eine entsprechende Rendite von derzeit ungefähr 12%. Und dann noch hier dieser Staking Pool, wo du mit Bonded-OATH-Tokens eine APY von ungefähr 14% verdienen kannst.
Lass uns das mal hier aufsplitten mit diesen Bonded-OATH-Tokens. Das heißt im Wesentlichen nur — also OATH-Token ist einfach nur der native Token vom Protokoll. Bei Liquity ist es der LQTY-Token, der Liquity-Token. Jetzt bei Ethos Reserve ist es der OATH-Token. Von der Funktionsweise her, von der Tokenomics her nahezu eins zu eins das Gleiche. Jetzt Bonded heißt einfach nur, oder ist einfach nur der Begriff dafür, dass du damit ins Liquidity Mining gegangen bist mit Ether und den OATH-Tokens. Und zwar bei Beethoven X, das ist ein Protokoll, was ein Fork vom Balancer ist und auch von der Funktionsweise her aus meiner Sicht halt so eins zu eins das Gleiche ist, nur dass das Ganze halt dementsprechend auch auf Optimism aufbaut.
Und wenn du hier ins Liquidity Mining reingehst mit Ether und OATH, bekommst du hier schon mal eine APY von 27%. Und wenn du dann mit dem Quittungstoken, also das, was du dann bekommst, wenn du ins Liquidity Mining reingehst, wenn du dann hier damit ins Staking gehst, bekommst du nochmal einen Top von 14%. Wo man jetzt im ersten Moment denken könnte: Na, ich bekomme hier 27% und obendrauf noch 14%, das heißt, wenn man das mal zusammenrechnet, bekommst du hier in Summe ungefähr, ja, mehr als 40% aufs Liquidity Mining. Hört sich vielleicht ganz zu Beginn relativ attraktiv an. Wenn man sich allerdings den Liquidity-Pool hier mal ein bisschen genauer anschaut: Du hast hier 80% vom nativen Token drin und noch 20% gewrappte Ether. Das heißt, du gehst ein ziemlich großes Kursrisiko ein auf diesen nativen Token, dass der natürlich auch möglichst gut performt oder zumindest nicht diesen hier macht.
Ja, und das war es auch schon im Wesentlichen mit den Unterschieden. Das heißt, Ethos Reserve in Kurzfassung: ein Protokoll, was nahezu eins zu eins das Gleiche macht wie Liquity, nur mit den Unterschieden, dass es auf Optimism aufbaut und nicht auf Ethereum, dass du noch zusätzliche Kollateral-Typen hinterlegen kannst mit Wrapped Bitcoin und Optimism, dass du minimal andere Überbesicherungsgrenzen hast mit Ether 108%, Wrapped Bitcoin 120%, Optimism 130%, und der Rest ist nahezu eins zu eins gleich. Nur natürlich mit dem Unterschied, dass Ethos Reserve im Vergleich zu Liquity lange nicht so etabliert ist, ganz neu ist, dass es Risiko hat und dementsprechend auch einfach im Allgemeinen deutlich zentraler ist.
Jetzt, das einzige Feature, was ich persönlich wirklich interessant finde an Ethos Reserve im Vergleich zu Liquity, ist einfach die Tatsache, dass sie bei Ether eine Überbesicherungsgrenze von 108% statt 110% haben. Das heißt, minimal effizienter, und diese kleine Effizienz macht durchaus was aus. Geht natürlich auch zu Lasten der Sicherheit, weil es gibt ja einen Grund, warum Liquity 110% gewählt hat und nicht direkt 100%: dass in dem Moment, wo beispielsweise ein größerer Crash kommt, die ganzen Liquidationen alle profitabel sind für die Leute, die sie entsprechend durchführen. Denn wären sie irgendwann mal nicht profitabel, weil beispielsweise ein ganz starker Crash kommt und dann im Prinzip die Schulden höher sind als das tatsächliche Kollateral, dann würde das dazu führen, dass du einfach Bad Debt im System hast, also im Prinzip toxische Assets, die niemand haben möchte, weil es einfach unrentabel ist, die entsprechend zu liquidieren.
Aber allein dadurch, dass sie das ein bisschen effizienter gemacht haben — ich könnte mir gut vorstellen, dass das in der Praxis funktioniert, dass sie zu keinem Zeitpunkt hier irgendwelche toxischen Assets dann tatsächlich im Protokoll mit drin haben. Und ist das tatsächlich der Fall, dann habe ich mir überlegt, beziehungsweise ist mir der Gedanke gekommen, als ich das ein bisschen recherchiert habe: Naja, vielleicht wäre es sogar möglich, diese Überbesicherungsgrenze noch tiefer zu gestalten, wie beispielsweise 106% oder vielleicht 105%. Und sollte es tatsächlich irgendwann mal im Worst Case zu irgendwelchen toxischen Assets kommen, dass man das dann anders löst, beispielsweise dass die ganzen Leute, die im Staking sind oder so, dann für diese Verluste noch zusätzlich aufkommen müssen, sodass man im Prinzip ein super effizientes Protokoll hat, das selbst dann sicher ist, wenn tatsächlich irgendwelche Worst-Case-Szenarien eintreten und wir massive Crashes sehen. Nur, dass es sowas Stand heute noch nicht gibt. Ich muss wahrscheinlich doch irgendwann mal meinen eigenen Liquity-Fork machen. Nein, Quatsch, an der Stelle habe ich das nicht vor, das war nur ein Hirngespinst.
Aber ja, gerade was Ethos Reserve angeht, würde ich mal sagen: Hat man jetzt dadurch tatsächlich so einen Wettbewerbsvorteil, dass sich dieses Protokoll tatsächlich etablieren kann, größer wird und vorne mitspielen kann? Bin ich mir unsicher. Ich würde mal sagen, vergleichbar mit den anderen Liquity-Forks, dass sie, ja, vielleicht so ein bisschen Kleinigkeiten optimieren, sich entsprechend ändern, aber ja, ist es jetzt tatsächlich so viel, dass ich sage: Hey, ich gehe von einem bewährten Protokoll weg und stecke um auf Ethos Reserve? Also Stand heute definitiv nicht. In der Zukunft vielleicht mal irgendwann, sollten tatsächlich die Gebühren auf Ethereum unglaublich hoch sein, dass einfach das Trove-Management sehr kostspielig ist, dann könnte natürlich der Vorteil mit Layer 2 sich auszahlen, genauso wie die etwas größere Effizienz mit 108%. Aber ja, überzeugt mich jetzt nicht so hundertprozentig. Auch was die Rendite angeht, mit einer Stability-Pool-Rendite um die 12% und auf den nativen Token, wo man um die 40% Rendite verdienen kann — auch das ist aus meiner Sicht jetzt nichts, wo ich Stand heute irgendwie denke, das ist das Risiko tatsächlich wert, dass ich da jetzt investieren würde.
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Ethos Reserve ist ein Borrowing Protokoll auf Optimism und ein Fork von Liquity. Hier lernst du über die Vor- und Nachteile des Protokolls.
Webseite von Ethos Reserve:
👉 https://www.ethos.finance/
Timestamps:
0:00 Einleitung
1:19 Liquity erklärt
2:09 Ethos Reserve
2:43 Stablecoin
3:02 Netzwerk
3:44 Kollateral-Typen
4:58 Farming-Möglichkeiten
6:56 Kurzfassung
7:30 Persönliche Meinung
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