@KevinSoell: Sehen wir dort das Ende des Bärenmarkt?
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So, heute mit Kevin. Kevin und ich haben gesagt, lass uns doch einfach mal zusammensetzen. Die letzten Wochen und Monate waren ja dann doch wieder etwas verrückter seit unserer letzten Aufnahme bei Inside Capital. Deswegen, Kevin, wo sitzt du eigentlich gerade?
Also ich bin hier gerade in Südamerika, diesmal am anderen Ende der Welt. Das letzte Mal, als wir gesprochen haben, Anfang, Mitte Dezember, war ich noch damals in Griechenland und ja, damals auch noch eine ganz andere Marktphase. Damals war noch ganz viel Unsicherheit: Sind wir jetzt in einem Bärenmarkt oder sind wir doch noch in einem Bullrun? Mittlerweile, glaube ich, hat sich die Meinung dazu ziemlich stark geändert. Aber das wäre auch eine Sache, die mich bei dir interessieren würde. Glaubst du denn, Stand heute, wir sind in einem Bärenmarkt? Oder glaubst du, das hat sich Stand heute noch nicht wirklich gezeigt?
Also man muss ja ganz klar sagen, die Vierjahreszyklustheorie ist, wenn es jetzt so bleibt, wie es ist, komplett intakt. Aber auf den Punkt getroffen, mehr oder weniger. Es ist natürlich der kleine Bulle, der immer irgendwo in mir schlummert und auch immer noch sagt, es gibt Potenzial. Jetzt gerade ist es ja so gewesen, dass der Iran-Konflikt auch eskaliert ist. Und ich weiß, ich habe mein eigenes Update-Video gemacht und habe auch gesagt, okay, Krieg bricht aus. Tendenziell zumindest das, was die Vergangenheit immer sagt, ist Gold, Silber haben wieder relativ gute Karten. Bei Bitcoin müssen wir erst mal gucken. Zuletzt war die Korrelation ja eigentlich immer nur: Egal, was nach unten geht, Bitcoin hat sich mit rangehängt. Das kam ja jetzt doch ein bisschen anders. Und jetzt sehen wir auf einmal wieder die ersten Impulse und vor allen Dingen ja auch das institutionelle Geld. Wenn du dir die ETFs anguckst, sehen wir ja seitdem wirklich massive Zuflüsse. Trotzdem bin ich auch übergeordnet gerade eher bearish. Trotzdem, eine Relief Rally kann ich mir durchaus vorstellen. Also wir sind jetzt gerade, wir sind, glaube ich, gestern auf ungefähr 74.000 US-Dollar hochgegangen. Das waren schon Level, die ich auch zuletzt besprochen hatte, dass das zumindest schon mal ein erster guter Impuls wäre. Aber machen wir uns nichts vor: Solange wir nicht über 95.000 US-Dollar steigen, bin ich da nach wie vor so, dass wir vielleicht auch noch mal wieder einen leichten Anstieg sehen, der sich dann aber auch noch mal wieder deutlich nach unten korrigiert.
Genau die gleiche Einstellung. Also ich glaube, wir sind derzeit einfach nur ein eventuell letztes Mal in diesem Bärenmarkt, wo wieder richtig stark die Hoffnung aufkommt, im Sinne von: Ah, vielleicht doch, vielleicht sind wir doch noch in dem Bullrun. Vielleicht hat ja der Bärenmarkt, also das war ja eine von den Gegen-Narrativen jetzt in den letzten paar Wochen bis Monaten, vielleicht hat der Bärenmarkt doch schon irgendwie Anfang 2025 gestartet und deshalb endet der jetzt früher und wir haben jetzt den Boden irgendwie gesehen. Und wir gehen jetzt von hier dann wieder to the moon und Bullrun geht weiter. Nein, das glaube ich alles nicht. Das ist das Gleiche wie diese 5-Jahres-Zyklus-Theorie und Superzyklus und was wir auch sonst noch alles gehört haben in den letzten paar Monaten. Ich sehe das genau gleich, mit der Ergänzung, dass ich nicht davon ausgehe, dass, du hast ja vorhin schon den Iran-Krieg erwähnt und mit Gold, Silber gut performt und plötzlich performt Bitcoin auch gut. Ich persönlich glaube tatsächlich nicht, dass es so viel mit dem Krieg zu tun hat, sondern ich glaube einfach nur, also schon allein, wenn man sich die Saisonalität von Bitcoin anschaut, jetzt gerade in der Marktphase, wo wir derzeit sind, und auch gerade im Hinblick darauf, dass wir wie viele Monate jetzt schon in Summe rote Monate hatten, ich glaube fünf Monate in Summe, was wir in der Vergangenheit bisher erst ein einziges Mal gehabt hatten. Also damals waren es, ich glaube, sechs Monate vor einigen Jahren. Das war das absolute Maximum. Also aus dem Hintergrund, glaube ich, ist es einfach sehr wahrscheinlich, dass irgendwann mal so eine Durchschnittsphase kommen muss, dass wir vielleicht auch in einem Bärenmarkt mal wieder einen grünen Monat sehen, bevor es dann umso roter wird. Also das ist nach wie vor mein Base Case, dass wir den Boden in diesem Bärenmarkt noch nicht gesehen haben.
Das ist auch im Wesentlichen das. Also ich selbst orientiere mich da mittlerweile, und das hat sich im Zeitraum stark geändert, aber mittlerweile an drei verschiedenen Aspekten. Der erste Aspekt, den hast du vorhin schon erwähnt, Thema einfach zyklische Komponente, Vierjahreszyklus, das ist was, wo ich insbesondere jetzt nach dem letzten Zyklus, nachdem sich das wieder nahezu perfekt ausgespielt hat, Oktober, das war, ich habe ein Video von 2022, wo ich damals gesagt habe, also auf Grundlage der Vergangenheit mit, ich habe das jetzt mal hochgerechnet, Oktober 2025 sollten wir das Top sehen. Ist ein Video von mir 2022 und jetzt ist es tatsächlich so gekommen. Es ist einfach so verrückt, wie sich das wiederholt hat. Also das zum einen, zeitliche Komponente, wo ich mittlerweile sage, das ist einfach, solange das nicht gebrochen ist, warum nicht weiterhin daran glauben, dass es tatsächlich so kommt, weil wenn das genügend Leute glauben, dann kommt es auch tatsächlich so. Die zweite Komponente ist das Thema Top- und Bottom-Indikatoren. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich damals, also Stand heute wirklich, so gut bin ich noch nie aus einem Zyklus rausgekommen bei Bitcoin, mit: Meine Verkaufsorder waren zwischen 119.000 und 122.000. Und nicht, weil ich damals gedacht habe, oh Gott, das Top ist drin bei Bitcoin, sondern einfach nur, damals kamen die ersten Flashes von relativ aussagekräftigen Top-Indikatoren, die ich, ich biete zusätzlich auf meinem Kanal noch ein extra bezahltes Abo an, das nennt sich Bearmarkt bzw. Bullrun Cheat Sheet. Das war quasi eine Übersicht mit, meiner Sicht nach, den besten Top-Indikatoren in einem Bullrun und den besten Bottom-Indikatoren in einem Bärenmarkt. Und irgendwann im Juli, Ende Juli, Anfang August letzten Jahres sind die ersten aussagekräftigen Top-Indikatoren da geflasht, bei in etwa den Preisen. Und damals habe ich dann gesagt, also historisch betrachtet, wenn die flashen, danach geht es nicht dann noch mehr irgendwie in eine parabolische Phase oder sonst was, sondern sind wir eigentlich schon eher bei den letzten paar Prozenten.
Und vom Chancen-Risiko-Verhältnis dachte ich damals einfach, es ist ein guter Zeitpunkt jetzt auszusteigen, weil selbst wenn die Preise noch auf 150.000 hochgehen, diese paar Prozente mehr im Vergleich zu der Downside, die wir dann im Bärenmarkt sehen, das war es mir einfach nicht wert. Und deshalb bin ich damals ausgestiegen, was jetzt rückblickend betrachtet einfach nur richtig gut war.
Bei uns in der Membership, Manu beispielsweise, hat das sogar noch deutlich besser getimt. Hat er damals bei uns in der Membership den Call gegeben bei 115.000 bei Bitcoin, dass wir Short gehen. Einige bei uns haben das in der Community auch nachgemacht. Ich war ein bisschen später dran, ich habe immer noch, mein durchschnittlicher Preis beim Shorten ist immer noch über 100.000 gewesen. Ich habe auch nach wie vor Short-Positionen offen. Also das lief auch gut, aber ich meine, er hat, glaube ich, jetzt im Bärenmarkt bisher schon mehr Geld verdient als im gesamten Bullrun durch die Shorts, die er da aufgemacht hatte. Das war wirklich Timing, weil einfach das war on point. Also das ist die zweite Komponente, Thema Top- und Bottom-Indikatoren, wo auch da nach wie vor die Bottom-Indikatoren, die ich da verfolge, die sind nach wie vor noch nicht auf dem Niveau, die historische Böden ausmachen. Und Bodenphasen sind ja, also in dem Bärenmarkt sind das keine V-Shape, also quasi V-förmige Bottoms, sondern immer Round-the-Bottoms gewesen, bisher schon immer in der Vergangenheit. Und vor allem jetzt auch vor dem Hintergrund, dass wir bei der Top-Bildung einen Round-the-Top gesehen haben, also quasi nicht einen Blow-off-Top, was in etwa so aussieht, sondern schön über mehrere Wochen bis Monate, wo sich einfach nichts getan hat. Nach so einem Top, dass wir dann auch einen Round-the-Bottom sehen, da ist einfach die Wahrscheinlichkeit meines Erachtens extrem hoch. Von daher gehe ich nicht davon aus, dass dieses kurze Andippen von den 60.000, dass das jetzt bereits der Boden war, sondern historisch betrachtet zieht sich das über Wochen bis Monate hin, wo es so richtig langweilig wird, die Apathie groß wird und so weiter. Also ja, Bottom-Indikatoren. Entschuldigung.
Ich würde mal eben kurz einhaken: Wo ist bei dir denn der Moment gekommen, wo du jetzt selber auch für dich festgestellt hast, normalerweise haben ja alle auf dieses Blow-off-Top gewartet, wo man ja auch wirklich noch mal sagt, okay, Euphorie, und ab dann gehen wir irgendwann in den Bärenmarkt. Wo kam bei dir denn ungefähr so die Einsicht, wo du gesagt hast, ja, vielleicht diesmal nicht?
Das war Mitte letzten Jahres, und zwar hat es damit gestartet: Also dieses Bullrun-Cheat-Sheet, was ich noch zusätzlich anbiete, das gibt es noch nicht so lange, das gibt es seit Januar letzten Jahres. Und anfangs waren da überwiegend klassische Mainstream-Top-Indikatoren drin, die eigentlich alle darauf ausgerichtet sind, also alle historische Daten genommen haben. Bisher haben wir fast immer, also bisher in der Vergangenheit haben wir fast immer, bis auf eine Ausnahme, Blow-off-Tops gesehen und deshalb habe ich damals gedacht, ja gut, wenn sich das wiederholt, wir sehen wieder eine parabolische Phase und so weiter und danach sehen wir wieder einen Blow-off-Top. Das war damals noch mein Base Case. Bis ich dann irgendwann, ich glaube, das war im Juni oder Juli, da gab es dann auch ein größeres Update bei meinem Bullrun-Cheat-Sheet, da habe ich auch ein YouTube-Video dazu gemacht, wo ich damals gesagt habe, ich glaube, die Marktstruktur hat sich geändert durch die ETFs, durch die institutionelle Adoption, weil wir hatten in diesem Zyklus, auch wenn es jetzt vom Timing her quasi ein Volltreffer war, diese ewig langen Seitwärtsphasen mit Konsolidierung und so weiter, die wir einfach davor noch nie hatten. Davor waren wir das gewohnt: parabolische Phase mit Altcoin-Season und so weiter. Und sowas haben wir einfach zu dem Zeitpunkt relativ spät im Zyklus immer noch nicht gesehen, weshalb ich dann damals begonnen habe, zusätzlich zu den Blow-off-Top-Indikatoren noch Round-off-Indikatoren hinzuzufügen. Und das war auch das, woran ich mich primär orientiert habe. Und ja, das waren quasi Indikatoren, die ausgeschlagen haben, sowohl bei den vorherigen Tops, bevor wir dann so eine Seitwärtsphase gesehen haben, genauso wie beim letzten Top im letzten Zyklus. Also vielleicht erinnern Sie sich noch daran oder die Zuschauer: Wir hatten zunächst eher einen Blow-off-Top und dann spät im Zyklus noch ein höheres Top, was allerdings ein Round-off-Top war. Das war das Top, wo die allermeisten Indikatoren nicht ausgeschlagen haben, wo alle gedacht haben, naja, das gilt nicht als richtiges Top, das richtige Top war das erste und so weiter.
Und ich habe einfach da nach Indikatoren gesucht, die dieses Top angezeigt haben. Und das waren auch genau die Indikatoren, die dann ausgeschlagen sind. Also im Zeitlauf sind noch mehr von diesen Round-off-Top-Indikatoren ausgeschlagen. Ich glaube, im Oktober, November rum waren es acht von diesen Indikatoren, die ausgeschlagen sind. Und deshalb war ich mir auch zu dem Zeitpunkt, wo noch der größte Teil vom Markt sehr bullish war, schon relativ sicher: Wir gehen jetzt in den Bärenmarkt. Das war das Top, das haben wir gesehen. Und dementsprechend habe ich mich dann auch positioniert. Also ja, noch mal um zurückzukommen zum ursprünglichen Punkt: Zeitliche Komponente, an der orientiere ich mich. Top- und Bottom-Indikatoren, jetzt in der Bärenmarktphase primär Bottom-Indikatoren. Und noch drittens Thema Chart-Analyse. Das ist etwas, wo ich selbst nicht drin fit bin. Das ist überhaupt gar nicht meine Expertise. Da verlasse ich mich allerdings auf zwei Leute bei uns in der Community, in der Membership, Manu Haus und Sören, die das bei uns auf einem sehr professionellen Level mittlerweile machen und da mehrmals pro Woche ein Update geben, sowohl in den Chats als auch per Video. Und da hatte ich das Gefühl, wenn ich das anschaue, ich brauche da nicht noch irgendwie eine zusätzliche Meinung oder Ähnliches. Und auch auf Grundlage von der Chart-Analyse war das dann damals auch der Punkt, dass sie gesagt haben: Top ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit drin, wir gehen jetzt in den Bärenmarkt und wir gehen jetzt Short. Und das sind so die drei Komponenten, an denen ich mich mittlerweile orientiere. Alle, ich sage mal, je nach Marktphase auch unterschiedlich gewichtet. Aber ich denke, sich einfach an allen drei zu orientieren, da kann man seine, also wir haben natürlich alle keine Glaskugel und ich bin eigentlich garantiert auch nicht. Ich liege auch falsch, ich mache auch Fehler. Also jetzt nicht falsch verstehen. Nur wenn ich da den Ausstieg relativ gut hinbekommen habe, heißt das nicht, dass ich das irgendwie vorhergesehen habe oder Ähnliches.
Aber ich denke einfach, wir können die Wahrscheinlichkeit für richtige Entscheidungen damit deutlich erhöhen im Vergleich zu falschen Entscheidungen. Und ja, das sind mittlerweile die drei Punkte, an denen ich mich primär orientiere und weshalb ich auch nach wie vor mit einer sehr, sehr, sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehe, dass wir den Boden noch nicht gesehen haben und auch wenn jetzt wahrscheinlich wieder viel Hoffnung und Ähnliches aufkommen, dass es trotzdem noch eine gute Etage tiefer geht. Das ist nach wie vor mein Base Case.
Ja, man muss ja ganz klar sagen, ich habe es auch heute noch in meinem Marktupdate gesagt, natürlich muss man es auch einfach mal aufsaugen. Also ich weiß nicht, wie es bei dir auf dem Kanal ist, ich selber habe auch lange darüber gesprochen. Es werden natürlich jetzt wieder die interessanteren Phasen, falls man sich mit dem Thema beschäftigen möchte, das antizyklische Handeln ist ja immer wieder das gleiche Problem. Die meisten Leute waren wieder da, als Bitcoin irgendwo bei 120.000 US-Dollar stand. Jetzt gehen die Views wieder runter, wo wir deutlich niedrigere Niveaus haben. Trotzdem: Man kann das jetzt schon mal aufsaugen nach diesen wirklich sehr, sehr anstrengenden Monaten, aber man muss trotzdem vorsichtig bleiben, jetzt nicht seine Gier komplett aus dem Ruder laufen zu lassen. Ich selber habe schon in diesem Bereich zwischen 70.000 und 60.000 US-Dollar einen Swing-Trade aufgebaut, den ich auch noch mal bereit gewesen wäre, weiter auszubauen, sofern wir noch mal tiefer gegangen wären. Ich würde jetzt, wenn wir wirklich noch mal, keine Ahnung, wir sehen eine Relief Rally hoch auf die 80.000, einfach jetzt mal gesehen, würde ich wahrscheinlich schon wieder die ersten Chips vom Tisch nehmen. Einfach erst mal wieder darauf orientieren, dass wir höchstwahrscheinlich auch eben noch mal diese tieferen Stände in den nächsten Monaten sehen. Man darf ja auch nicht vergessen: Sell your coins in May and go away, but always remember, come back in September. Ich bin mir da auch nicht so ganz sicher, ob der Sommer nicht eventuell auch noch mal etwas holprig werden wird für Bitcoin und allgemein den Kryptomarkt. Sofern dieses Bären-Case jetzt eintritt, sehe ich die Chance schon relativ hoch, dass wir zum einen im Sommer eventuell noch mal weitere Abverkäufe sehen und vor allen Dingen: Ich bin eben auch mit dieser Kriegsthematik. Ich bin mir da so nicht so ganz sicher.
Ja, wir haben jetzt gesehen, dass Bitcoin mal einen leichten Aufwind gesehen hat, aber das kann auch ganz stark damit zusammenhängen, weil Bitcoin einfach auch gerade von den Asset-Klassen wahrscheinlich eines von den am niedrigsten bewerteten ist und viele Leute werden wahrscheinlich aus dem Grund reingegangen sein. Trotzdem, wenn sich das ganze Thema jetzt länger ziehen sollte mit der Straße von Hormus, jetzt kriegt man auch noch mit, dass China auch noch seine Exporte runterfährt, weil man da auch noch mal weiter Druck aufbauen möchte. Ich bin mir da noch nicht so ganz sicher. Also was jetzt gerade bullisch aussehen kann, kann tatsächlich auch schon wieder bald eher ins Negative schwenken. Wie siehst du das denn mit dem Iran-Krieg? Wir hoffen, das Video, also wir werden das Video jetzt die nächsten Tage hochladen. Wahrscheinlich sind bis dahin schon wieder zehn Sachen passiert, aber wir versuchen uns mal zumindest einigermaßen zu halten. Ansonsten können wir uns darauf festnageln, wenn wir irgendwas falsch prediktet haben.
Also erst mal vorweg: Ich bin überhaupt kein Makro-Experte oder sonst was und ich will auch nicht irgendwie pretenden, dass ich das irgendwie bin. Im Allgemeinen beschäftige ich mich mittlerweile relativ wenig mit solchen News, aufgrund der Tatsache, dass ich mal vor einigen Jahren, das ging darauf zurück, dass ich ursprünglich in Deutschland als Finanzberater gearbeitet habe und mich damals ziemlich intensiv mit Aktien beschäftigt habe. Und da hatte ich mal eine Phase, wo ich mich ziemlich intensiv beschäftigt habe, auch weil es geopolitische Risiken gab und so weiter, wo ich mir einfach mal so ein bisschen die Statistiken angeschaut habe, wie bewegen sich denn die Märkte, und damals primär mit Aktien, später dann das Gleiche noch mit Bitcoin. Welchen Einfluss haben Kriege auf die Märkte, Aktienmarkt und Bitcoin? Wo ich dann im Wesentlichen zum Entschluss gekommen bin: Ja, kurzfristig definitiv sehr viel Volatilität, auch bei anderen Anlageklassen, wie du es vorhin erwähnt hast: Gold, Silber, Öl und so weiter, das sind so absolute Klassiker in Kriegsphasen. Aber ansonsten, so ein paar Wochen, ein paar Monate später, eigentlich merkt man gar nichts mehr in den Charts von irgendwelchen Kriegen. Auch wenn man sich jetzt mal historische Charts anschaut, kann man da irgendwie rauslesen, dass da irgendwie ein Krieg war? Aus meiner Sicht weniger. Und deshalb ist es mittlerweile so: Ich stelle mich einfach nur auf Volatilität ein, auch oftmals eher kontraintuitiv, weil ursprünglich hatten wahrscheinlich die meisten gedacht, oh Gott, Krieg bricht aus, jetzt geht Bitcoin noch mal eine Etage runter. Und was passiert? Genau das Gegenteil. Also solche Geschichten, die verwundern mich nicht wirklich in solchen Kriegsphasen, wo einfach sehr viel Unsicherheit herrscht, dass da auch mal Assets anders performen, als man es eigentlich ursprünglich intuitiv oder instinktiv gedacht hat. Aber ich denke, mittel- bis langfristig, so traurig sich das anhört, das wird komplett irrelevant sein. Und ich glaube, wenn wir in einem halben Jahr zurückschauen auf das heutige Chart, du wirst dann nichts irgendwie, keine Kriegsspuren oder Ähnliches sehen.
Das wird auch lange sein, hundertprozentig.
Es ist natürlich jetzt gerade, wo wir in dieser Bärenmarkt-Diskussion sind, einfach das Thema, was jetzt kurzfristig beschäftigt. Natürlich allgemein finde ich, Donald Trump ist halt eben auch die Person, die uns im Jahr 2025 den einen oder anderen Streich gespielt hat. Aber wie ist es denn bei dir? Bereitest du dich denn jetzt allmählich auch mal wieder auf eine Long-Position vor? Wie gehst du langsam in das Thema wieder rein? Bist du auch so jemand, der den Boden abklopft oder wie machst du das?
Ich habe vielleicht da mal erst eine Zwischenfrage an dich. Du hast vorhin einen Swing-Trade gemeint und dass du einen eingegangen bist. Bist du das mit Bitcoin eingegangen? Bist du das mit Hebel angegangen? Mit Altcoins eingegangen? Wie bist du da konkret vorgegangen?
Swing-Position, ein ganz kleiner Hebel.
Was heißt kleiner Hebel bei dir?
Dreierhebel.
Okay, das wäre bei mir jetzt ein Riesenhebel. Okay, kleiner Hebel.
Ja, kleiner Hebel. Und den baue ich halt jetzt einfach Stück für Stück weiter aus. Liquidierungspreis aktuell bei 54.000 US-Dollar. Sollten wir noch mal tiefer fallen. Das Einzige ist halt bei diesen Trades, die setzen halt voraus, dass du Liquidität auf der Seitenlinie hast. Weil den Boden kennst du nicht, den kenne ich nicht. Ich lege halt immer noch mal etwas nach, damit ich den Liquidierungspreis weiter nach unten drücke. Aber natürlich braucht man ein bisschen Nervenkostüm, um solche Trades dann auch auszuhalten. Aber das ist so meine Technik, wie ich mich dann mit so einem Trade positioniere. Ich meine, du redest ja gerade auch selber davon, dass du viele Indikatoren hast. Die habe ich ja auch. Und ja gut, die einfachsten Indikatoren waren natürlich jetzt Fear and Greed. Weiß ich selber, im Bärenmarkt ist das ja nicht sonderlich stark aussagekräftig. Aber wir haben ja allgemein schon einen sehr überverkauften Bereich gesehen und den habe ich jetzt für mich genutzt. Und wie gesagt, wenn wir jetzt noch ein bisschen weiter ansteigen, dann werden auch erst mal wieder Chips vom Tisch genommen und dann würde es wahrscheinlich auch noch mal wieder weitergehen, sobald wir tiefer gehen. Wie machst du es?
Also vielleicht kurze Hintergrundgeschichte: Ich habe mir im letzten Zyklus ein bisschen die Finger verbrannt. Zum Glück nicht mit viel Geld, aber ich habe mir die Finger verbrannt. Und zwar habe ich ursprünglich angefangen, Bitcoin einzukaufen und Hebel aufzubauen im letzten Zyklus im Bärenmarkt zwischen ungefähr 21.000, 23.000 bis runter zu 17.000. Knapp bei 17.000 rum waren die tiefsten Käufe, die ich gemacht habe. Also Durchschnittspreis war noch irgendwie bei unter 20.000 von den Hebelpositionen, die ich aufgebaut habe. Lief super gut. Irgendwann kam ETF-Start und so weiter und ich habe mir damals gedacht, das ist viel zu stark gehypt, wir sehen danach eine Korrektur. Habe dann die Position aufgelöst, bin Short gegangen, lief anfangs extrem gut, vom Timing her ebenfalls. Zunächst die Märkte komplett mitgespielt, dachte: Mann, bin ich ein Genie. Und dann war ich wohl scheinbar ein bisschen zu gierig. Gierig insofern, dass ich gedacht habe, wir gehen noch tiefer, aber zu den noch tieferen Preisen kam es einfach nie. Und irgendwann sind die Preise nach oben wieder weitergelaufen. Und ich war nach wie vor Short positioniert. Und dann gingen die Preise noch höher und noch höher und noch höher und ich war immer noch Short und war gut im Minus mit diesem Short. Zum Glück war es in Summe nur noch eine fünfstellige Summe, die ich da verloren habe. Opportunitätskosten waren wahrscheinlich deutlich höher aufgrund der Tatsache, dass ich dann diese Long-Position nicht mehr hatte. Aber habe dann mit Verlust die Position geschlossen, wieder long positioniert, langfristig betrachtet dann bei perma bei 120.000 ausgestiegen. Das waren die größten Gewinne, die ich jemals in meinem Leben gemacht habe mit irgendeiner Position, also in absoluten Zahlen hat es sich immer noch extrem rentiert. Aber das Learning, was ich daraus gezogen habe, ist, dass ich nicht mehr gegen den übergeordneten Trend wetten möchte, weil es nicht meine Expertise ist. Und derzeit sehe ich den übergeordneten Trend nach wie vor bearish, Bärenmarkt, tiefere Preise.
Und deshalb, auch wenn es mich unter den Fingern juckt und auch wenn wir dann so ein Event sehen und Bitcoin tippt auf 60.000, das juckt mich ja schon, dass ich da vielleicht so ein paar Limit-Orders setze und dann wieder long gehe und das ausnutze, davon lasse ich mittlerweile komplett die Finger. Nicht, weil es nicht aufgehen kann. Ich glaube, das kann definitiv aufgehen, aber weil es einfach primär nicht meine Expertise ist. Und deshalb fokussiere ich mich primär darauf, eher den übergeordneten Trend auszunutzen. Insofern, dass ich beispielsweise zwischen 72.000 und 74.000 meine Short-Position noch mal erhöht habe. Und sollte mir noch mal höher gehen, ich denke, das Maximum, was wir jetzt erreichen sollten, da beziehe ich mich jetzt auf die Chart-Analyse bei uns innerhalb der Membership, wären knapp unter die 80.000. Etwas höher würde mich dann schon eher wundern. Und sollte mir so hoch gehen, werde ich tatsächlich weiterhin meine Short-Position erhöhen. Aber ich werde nicht irgendwie long gehen oder Ähnliches. Kann sich definitiv lohnen, ist einfach nur nicht meine Expertise. Und ich möchte mich auf das Edge fokussieren, wo ich denke, dass ich tatsächlich ein Edge habe.
Wir wenden ja genau in die gegensätzliche Richtung letztendlich. Ja, kommt drauf an, wann du tatsächlich vorhast auszusteigen und wonach du dich dann tatsächlich richtest. Ob du das nach Gefühl machst, ob du, ja.
Auf dem Weg Richtung 80 werde ich dann höchstwahrscheinlich mit dem Trade auch erst mal raus sein, weil ich sehe den Sommer halt auch kommen. Und deswegen wäre ich dann auch eher der Vorsichtige. Auch wenn mein Hebel, wie du ja sagst, doch relativ hoch ist, bin ich dann auch jemand, der dann nicht allzu sehr in Gier verfällt. Aber zumindest: Der Trade ist jetzt auch schon seit über einem Monat offen und der war auch schon ein gutes Stück unter Wasser, aber das muss man dann auch mal aussitzen können. Da kommen wir halt wieder genau an das Thema mit den Emotionen, Gier und vor allen Dingen auch Angst. Und Zeithorizont, ganz wichtig. Also ich meine, selbst wenn wir noch Bitcoin-Preise sehen auf 50.000, 40.000 oder sonst was und du mit Extrakapital einen Liquidationspreis senken kannst, wer da einen langen Zeithorizont hat und das Ganze über Jahre sieht, selbst mit einer Position, die man jetzt aufbaut, mit einem guten Hebel, ich gehe mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die in drei Jahren massiv im Profit ist, sofern man nicht liquidiert wird. Von daher alles eine Frage auch vom Zeithorizont. Und meine Positionierung mit der Short-Position ist eher auf die Makro-Züge ausgerichtet. Also das ist keine Short-Position, wo ich dann sage, okay, jetzt geht Bitcoin wieder auf 65, dann löse ich die Position auf, sondern nein, ich warte tatsächlich auf Flashes von Bottom-Indikatoren, auf die zeitliche Komponente werde ich mich daran orientieren und auch die Chart-Analyse bei uns innerhalb der Membership. Und auf Grundlage dessen werde ich dann Richtung Boden schrittweise die Short-Position einfach weiter verkleinern. Aber ja, was du gemeint hast mit, ob ich mich schon langsam wieder long positioniere: Also ich habe derzeit bereits bei zwei Assets Long-Positionen beziehungsweise Limit-Orders offen, die noch nicht abgeholt wurden. Zum einen bei Bitcoin und zum anderen bei Strategy. Allerdings bei Bitcoin noch ein ordentliches Stück tiefer. Das ist einfach nur, sollten wir irgendwie eine Art Flash-Crash oder Ähnliches sehen, könnte ich mir vorstellen, wir gehen tatsächlich auf diese Level runter.
Und da habe ich entsprechend schon mal Limit-Orders gesetzt, weil ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehe, auf Grundlage, dass ich mich sehr intensiv mit den Bottom-Indikatoren beschäftige, dass zu dem Zeitpunkt, wenn wir die Preislevel sehen, der mit Abstand größte Teil von den Bottom-Indikatoren geflasht ist und dementsprechend ein guter Zeitpunkt ist oder historisch betrachtet die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass wir in der Bodenregion sind. Natürlich werde ich nie im Boden genau kaufen können, aber das sollte ja auch bei keinem irgendwie das Ziel sein. Keiner ist irgendwie perfekt und kann irgendwie im letzten Zyklus bei 115.000 genau dort den Hebel aufgebaut haben. In der maximalen Höhe wäre das schön, aber so funktioniert einfach das Leben nicht. Deshalb bin ich mehr darauf fokussiert, in der Bodenregion schrittweise erst mal zu kaufen und dann auch Hebel aufzubauen und das Ganze einfach dann zu halten, irgendwann später noch nachzuskalieren, bis dann irgendwann die Verkaufsphase wiederkommt. Also ja, ich gehe nicht davon aus, dass die jetzt in den nächsten paar Wochen tatsächlich ausgelöst werden oder Ähnliches, weil die noch mal eine gute Etage tiefer sind unter den Preisen, die wir bisher gesehen haben. Wie ist es denn bei dir? Gehst du auch, also ich sage mal, Vierjahreszyklus ist intakt. Ist für dich auch so dieser Bereich Oktober, September, Oktober der Bereich, wo man womöglich dann auch langsam Richtung Boden anläuft? Zumindest, wenn wir jetzt nach der zeitlichen Komponente gehen.
Also rein nach der zeitlichen Komponente, es kommt jetzt ein bisschen darauf an, wie wir tatsächlich den Bodentime, also von, wenn wir jetzt beispielsweise von Boden zu Boden messen, ist es leicht unterschiedlich, wie von Top zu Boden oder beispielsweise von Halving zu Boden oder beispielsweise von Jahresanfang zu Boden. Das sind die vier Komponenten, die ich auch bei mir in meinem Bärenmarkt-Cheat-Sheet mit drin habe. Je nachdem, an was man sich orientiert, kommt man auf einen Zeitraum von zwischen September und maximal Dezember, aber mit der größten Überschneidung im Oktober. Das heißt, rein auf Grundlage dessen, zeitliche Komponente, sollten wir eigentlich eher so im Oktober um perma da um den Boden sehen. Ja, ist bisher mein Base Case, dass wir das tatsächlich sehen, weil es meiner Sicht, also rein aus einer subjektiven Perspektive, wenn wir jetzt mal die objektiven Daten weglassen mit Indikatoren oder sonst was, sondern einfach nur, was sehen wir normalerweise rein subjektiv gesehen in dem Bärenmarkt. Wir sehen beispielsweise, dass es völlig akzeptiert ist, dass überhaupt gar niemand mehr irgendwie transparent wird, dass wir in dem Bärenmarkt sind. Was denn heute aus meiner Sicht nicht der Fall ist. Hat mich auch vorhin so ein bisschen bestätigt mit deiner Antwort, wo du gesagt hast, ja, also ich glaube schon den Bärenmarkt, aber so ein bisschen Hoffnung ist noch da. Die Hoffnung, die muss erst noch weg. Erst dann ist der Boden da. Und auch bei mir selber. Ich nehme mich da nicht raus. Ich denke mittlerweile, meine eigenen Gefühle, die sind der beste Kontraindikator überhaupt. Wenn ich irgendwie merke, innerlich bin ich viel zu bullisch gerade, dann nehme ich am besten die Chips vom Tisch. Es ist immer das Gleiche. Irgendwo ist der Bulle ja letztendlich in uns allen, aber bei dir ist der Bär gerade absolut präsent.
Jetzt würde mich ja mal interessieren, was glaubst du, also beziehungsweise was müsste im Markt passieren, abgesehen davon, dass Bitcoin wieder gewisse Grenzen überschreitet, dass du selber sagst, okay, ursprünglich war ich eigentlich überwiegend bearish eingestellt, aber ich meine, Price Action logischerweise: Wenn man dann einfach nur rein psychologisch, wir sehen dann wieder den Preis über 100.000, da ändert sich das Sentiment immer ganz klar, also brauchen wir gar nicht drüber reden, auch Fear-and-Greed-Index, einfach nur die Emotionen im Markt werden sich ändern. Das wären wahrscheinlich auch noch so Komponenten, aber was wäre etwas, an was du dich da orientieren würdest?
Ich würde mich orientieren, wenn ich es jetzt relativ simpel halten würde, ist für mich ein relativ guter Frühindikator auch in den letzten Jahren immer gewesen, wenn die Aufrufe bei YouTube wieder explodieren sollten. Wenn wir wirklich auf einmal sehen, dass Bitcoin wieder leichte Zuwächse hat und die Kanäle einfach wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das ist natürlich so ein Indikator, der ist nicht wirklich vielsagend, aber ich habe zum Beispiel in den letzten Jahren immer wieder festgestellt, dass YouTube doch schon ein relativ gutes Fieberthermometer dafür ist, wie der Markt allgemein gestimmt ist. Und wenn sich wirklich wieder in einer groben Menge abzeichnet, dass man wieder eher ein bisschen in Aufbruchsstimmung ist, dann wäre das zumindest für mich schon mal so der erste Punkt, wo ich sage: Moment, was passiert hier eigentlich gerade? Weil jetzt gerade ist die Aufmerksamkeit halt einfach eben niedrig. Price Action, natürlich brauchen wir nicht drüber reden: Wenn wir meiner Meinung nach so die 100.000 deutlich überschreiten, dann werde ich schon hellhörig, auch wenn ich von dem Fall definitiv aktuell nicht ausgehe. Und dann ist es für mich wirklich so schlimm, dieser Mann im letzten Jahr für uns war, es ist Donald Trump. Was lässt dieser Mann sich auf einmal noch wieder einfallen? Er hat ja so viele verschiedene Dinge auch angekündigt, wie zum Beispiel deutliche Steuersenkungen für die Bürger oder auch noch mal diese Ausgleichszahlungen. Das hat er ja schon mal gemacht und ich glaube auch unter Biden gab es schon mal diese Zahlungen, wo ja wirklich hohe Milliardenbeträge insgesamt an die amerikanische Bevölkerung gezahlt wurden. Wenn sowas kommen sollte und wir auf einmal aus dem Grund noch mal wieder impulsive Anstiege haben, würde das immer noch nicht bedeuten, dass wir im Bärenmarkt sind. Aber es sind natürlich ein paar Events, die im Jahr kommen, dann wissen wir auch noch Kevin Walsh, der neue Kandidat von Donald Trump in der Fed soll ja womöglich gewählt werden. Er ist ja nicht gewählt, er ist ja bis jetzt nur vorgeschlagen von Donald Trump.
Es sind Events, die, wenn sie gut laufen, könnten und der Mann dann auch wirklich noch so spielt, wie Donald Trump es sich wünscht, dass wir wirklich auf einmal fallende Zinsen sehen, die sich vielleicht gar keiner erklären kann. Dann können das alles Gründe sein, die vielleicht noch mal dazu führen. Aber im Großen und Ganzen, da muss schon viel, viel zusammengreifen, dass das so läuft. Und ich finde auch extrem wichtig noch den Punkt: Wie geht es allgemein auch weiter mit der Nahost-Situation? Ich weiß selber, Kriege führen letztendlich nicht dazu, dass wir jetzt in die eine oder andere Richtung gehen. Kurzfristig natürlich, aber man merkt halt allgemein so, auf der Welt brennt es dann ja doch ein bisschen mehr als sonst. Ich bin mal gespannt, wenn sich diese ganzen Spannungen mal wirklich nachhaltig lösen sollten, wie die Märkte dann doch noch mal reagieren könnten. Ja, das sind eigentlich so die Punkte, auf die ich gucke, aber übergeordnet bin ich auf dem Bären-Modus, ganz klar.
Ja, also das sind definitiv ein paar valide Punkte dabei. Jetzt gerade, was diese Ausgleichszahlung oder Ähnliches angeht, da stelle ich mir mittlerweile die Frage, und ich weiß, dass das von vielen Influencern gepusht wird, dass so und so viele Milliarden und wenn dann x Prozent davon in Bitcoin fließen, dann könnten wir die und die Preise sehen. Ich denke, das sind alles valide Überlegungen. Gleichzeitig denke ich mir: Was sind denn derzeit die attraktivsten Assets für Retailer? Und dann würde ich tatsächlich sagen, sind das eigentlich primär Edelmetalle, also momentan zumindest Gold, Silber, die jetzt in den letzten paar Monaten extrem performt haben. Ich glaube tatsächlich, wenn wir frisches Kapital so in den Märkten sehen würden, dass es dann sogar eher in solche Assets fließt und weniger in Bitcoin, weil das einfach so ein Stück weit auch das Narrativ verloren hat von diesem digitalen Gold. Da kann man jetzt darüber argumentieren, warum das tatsächlich der Fall ist, ob das an den Zentralbanken liegt, weil die jetzt zwar Gold gekauft haben, aber kein Bitcoin, oder dass Bitcoin nach wie vor eher primäres Spekulationsobjekt ist, was man 24/7 traden kann, dass das der primäre Use Case, zumindest Stand heute, von Bitcoin ist, oder weil einfach Bitcoin schlicht nicht Gold ist, weil es einfach kein Rohstoff ist, der irgendwo verbraucht wird, der irgendwo eingebaut wird oder Ähnliches. Also da gibt es unterschiedliche Begründungen. Aber ich glaube, das Narrativ, dass Bitcoin so ein Stück weit verloren hat, oder zumindest Stand heute ist sehr vielen Leuten erst mal so: Aha, digitales Gold, schau dir mal die Charts an von Bitcoin in Gold in den letzten paar Monaten und du wirst nur sehen, dass das irgendwie eine digitale Version davon ist. Ich glaube, das muss erst mal Bitcoin ein bisschen verdauen. Also das war schon ein ziemlicher Leberhaken, den da Bitcoin abbekommen hat, gerade was die Performance angeht gegenüber Gold, diesem Edelmetall, das einfach mal parabolisch geht, während Bitcoin einfach nur weiter und weiter und weiter sinkt.
Ich glaube, das hat vielen Leuten, vielen Bitcoin-Investoren und auch vielen Krypto-Investoren im Allgemeinen einfach nicht wirklich gefallen.
Nein, natürlich nicht. Das hat es definitiv nicht. Aber wie du es schon richtig sagst: Retail, die Leute, die sich nicht viel damit beschäftigen, die auf einmal Geld bekommen und sagen, was soll ich jetzt damit machen? Der eine wird sich ein Motorrad kaufen, der andere sagt vielleicht wirklich, macht Sinn, das irgendwo anzulegen. Und natürlich: Viele Leute schmeißen dann auch wieder das Geld in irgendwelche schon stark angestiegenen Assets, weil man denkt, das geht noch alles viel, viel weiter. Natürlich, der vielleicht etwas weiterdenkende Investor würde vielleicht die Chance dann auch darin sehen, dass Bitcoin ja zuletzt auch deutlich stärker gefallen ist, wie es ja jetzt gerade anscheinend auch das institutionelle Geld macht. Zumindest, wenn wir uns die ETFs angucken, haben wir ja in den letzten Tagen massive Zuflüsse gesehen.
Aber klappt es denn wirklich, dass das Institutionen sind? Ich glaube nämlich, dass es tatsächlich zum Großteil einfach nur Retailer sind, weil das so zyklisch ist: steigende Preise, Zuflüsse; fallende Preise, da sehen wir tatsächlich die Abflüsse. Ich denke tatsächlich mittlerweile, also zumindest Stand heute, dass es zum Großteil Retailer sind. Natürlich fließt ja immer auch Kapital von den Institutionen mit ein und ich denke auch, der Anteil wird im Zeitlauf wahrscheinlich nur noch größer werden und wahrscheinlich auch der primäre Anteil werden. Definitiv. Allerdings stand heute einfach aufgrund der Tatsache, wie zyklisch das läuft, kann ich mir nicht vorstellen, dass Institutionen, die Mandate haben, die sie erfüllen müssen und so weiter, tatsächlich so funktionieren. Kann ich mir persönlich nicht vorstellen. Das ist ja das Blöde dabei, dass wir es nicht messen können, wer genau es ist. Allerdings muss man ja ganz klar sagen, wenn wir jetzt wirklich von unerfahrenen Investoren sprechen, die den Weg darüber nehmen, dann wäre das ja eigentlich nicht die typische Handlung, dass man jetzt gerade im Kriegsausbruch auf einmal in die ETFs reingeht. Für mich wirkt das manchmal schon wieder eher so, als wenn da zumindest jemand mit ein wenig mehr Gedanken, Family Offices, was auch immer es ist, dass auch solche Leute dort das Geld rein investieren. Aber natürlich wird es auch der Weg sein. Und ich persönlich bin ja auch kein großer Fan der ETFs. Natürlich, sie haben viel Potenzial gegeben und sie werden auch dazu beigetragen haben, dass Bitcoin überhaupt diese Höchststände jetzt geschrieben hat. Aber ich glaube auch, dass sich das Ganze in den nächsten Jahren dadurch schon verändern wird. Insofern, jetzt du bist selber auch schon länger investiert, die letzten 10, 15 Jahre, hatten wir komplett überzeugte Hodler. Wir haben Bitcoin gekauft und haben gesagt, ich halte das Ding durch, ganz egal, was passiert. Ich kenne diese ganzen Dokumentarfilme auch noch von den ersten Jungs, die sich da die Mine aufgebaut haben und darüber diskutiert haben: Bitcoin das erste Mal auf 1.000 US-Dollar, ich halte weiter. Das waren Leute mit Überzeugung.
Jetzt siehst du, und du sagst es ja gerade selber, es ist eigentlich auch immer ein Rein und Raus bei den ETFs. Das heißt, die Investoren, die darüber gehen, gehen zum einen ja dann nicht mehr wirklich über Coinbase oder so weiter, sie haben andere Möglichkeiten, um in Bitcoin, Ethereum zu investieren. Und diese Leute sind auch nicht mehr so überzeugt von diesem Asset. Sie sehen es halt einfach nur mal als eine kleine Diversifikation. Sie sagen vielleicht, oh ja, Bitcoin, da gehe ich doch jetzt mal rein. Die hängen aber nicht dran. Die werden auch grundsätzlich relativ schnell wieder Gewinne ziehen. Zumindest ist das meine Auffassung dieser ganzen Sache. Und wir sehen parallel in diesem Zyklus, dass sehr viele von diesen alten Hodlern sich ja auch von ihren alten Beständen gelöst haben, weil jetzt das erste Mal auch dieser Liquiditätsstrom zu Bitcoin dazu geflossen ist. Das zeigt mir zumindest, dass sich einiges in den nächsten Jahren alleine durch die ETFs verändern wird. Haben wir ja jetzt letztendlich schon 2025 gemerkt. Aber ich glaube, das wird sich in nächster Zeit auch noch mal wieder verstärken, weil es halt einfach nicht mehr so viele überzeugte Leute gibt. Also es gibt immer noch genug überzeugte Leute. Aber neue Leute, die in den Markt reinkommen, werden mit Sicherheit nicht mehr so, nicht mehr in der Zahl sein, wie wir sie früher gehabt haben. Oder wie siehst du das?
Ich sehe das ähnlich. Also ich denke, auch langfristig betrachtet ist die zunehmende Zentralisierung von Bitcoin, ich weiß, dass man das jetzt viele Bitcoin-Maxis nicht wahrhaben oder nicht hören wollen, tatsächlich eines der größten Risiken. Und zwar nicht Zentralisierung insofern, wie sich das viele vorstellen: Irgendjemand übernimmt das Netzwerk, kann Double-Spending-Attacken oder Ähnliches durchführen. Das denke ich weniger, sondern vielmehr Zentralisierung insofern, dass, auch wenn wir immer von institutionellem Kapital sprechen, im Endeffekt ist es ja meistens nur das Kapital von Retailern, was über die Institution dann in irgendwelche Boxen reinkommt. So eine Box kann heißen ETF, so eine Box kann heißen irgendwie Digital Asset Treasury oder sonst was. Im Endeffekt ist da meistens nur das Kapital von einem Retailer drin, aber es wird eben von einer zentralen Stelle verwaltet. Und das ist der primäre Unterschied, der irgendwann mal langfristig betrachtet, und mit langfristig, ich sage mal sogar mittelfristig, dazu führen kann, dass jetzt beispielsweise, nehmen wir mal ein aktuelles FAT-Thema, Thema Quantencomputer, hat jetzt auch die letzten paar Wochen bis Monate mal wieder mehr Wellen geschlagen, sage ich mal. Wenn da jetzt dann irgendwie ein Entwickler kommt vom Bitcoin-Core-Team oder Ähnliches und sagt, hey, wir haben hier die perfekte Lösung für quantenresistenten Code oder sonst was, die müssen wir jetzt bei Bitcoin implementieren. Ist ein Risiko, weil es jetzt ein bisschen größere Änderungen an der Codebase oder Ähnliches. Da würden wahrscheinlich die meisten Bitcoiner sagen: Ja klar, in der Vergangenheit haben wir auch schon häufiger solche Updates gemacht, wenn das nötig ist, dann lass uns das integrieren. Ja, aber was ist, wenn es tatsächlich so ein BlackRock oder so ein Michael Saylor mit Strategy herkommt und sagt: Nee, wir wollen das nicht, das ist uns zu riskant, das könnte schiefgehen, da könnte ein Bug mit eingebaut werden, Inflation-Bug oder sonst was, der haut uns unsere Assets um die Ohren, wir unterstützen das nicht.
Und wenn ihr das machen wollt, liebe Bitcoiner, macht das, wir forken dann einfach Bitcoin und machen mit uns und Bitcoin weiter. Und da glaube ich schon viel eher, dass das das Risiko ist, dass dann einfach irgendwie so ein großer Verwalter, der einfach auch von sehr vielen Retailern das ganze Kapital verwaltet, dass der irgendwann mal sagt: Hey, ich möchte nicht, dass da irgendwie was geändert wird, das ist mir zu riskant und das könnte gefährlich werden. Weil es ist anders als jetzt beispielsweise bei Ethereum oder anderen Altcoins, die einfach so ein bisschen flexibler in der Hinsicht sind, was Vor- und Nachteile bringt, ich möchte das jetzt gar nicht an der Stelle gut sprechen, aber da glaube ich, wird es viel einfacher sein, wenn dann irgendwie jemand herkommt und sagt: Hey, wir haben hier die Lösung, quantenresistenten Code, okay, nächster Hard Fork, das wird mit implementiert, fertig. Da gibt es keinen Vermögensverwalter, der da irgendwie sagen wird: Naja, nee, passt uns nicht. Und selbst wenn, macht so einen kleinen Anteil bei Ethereum beispielsweise aus, bei Bitcoin mittlerweile, und da habe ich auch erst im letzten Newsletter eine Statistik gezeigt, über die letzten paar Jahre, wie sich der Anteil an den Einzelinvestoren bei Bitcoin deutlich nach unten gegangen ist und dafür dann der Anteil an Institutionen in Form von ETFs, Digital Asset Treasuries und so weiter deutlich angestiegen ist. Und ich denke, das ist eine Tendenz, die wahrscheinlich in der Zukunft fast nur noch zunehmen wird. Auch unter anderem, und das wollen jetzt auch viele Bitcoiner nicht wahrhaben, das Thema Selbstverwahrung ist ein gutes Risiko.
Ich persönlich bin der Meinung, und ich weiß, da gehen jetzt viele nicht mit, das Thema Selbstverwahrung in einer U-Kurve verläuft, also im Sinne von: ganz zu Beginn mit weniger Kapital ist es sinnvoller, das komplett selbst zu verwahren, aber ab einer gewissen Menge ist es einfach auch die Selbstverwahrung selbst ein ziemliches Risiko, weshalb auch schon ziemlich viele Bitcoin-Maxis extrem kritisiert wurden, weil sie gesagt haben: Du, ich habe die Hälfte von meinem Stack verkauft, ich mache das jetzt über die ETFs, damit ich einfach dieses Risiko nicht mehr an der Backe habe, dass da irgendwie jemand bei mir ins Haus kommt, mich überfällt oder keine Ahnung was, dass das einfach jemand anderes übernimmt für mich die Lagerung und ich kann mir einfach gut vorstellen, dass es in der Hinsicht, dass da immer mehr Leute nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch aus Sicherheitsgründen oder Ähnlichem, wenn die Preise weiter ansteigen und so weiter, dass einfach solche Wrapper in Form von ETFs, Digital Asset Treasuries oder was auch immer wir noch in der Zukunft sehen werden, einfach ein immer größerer Anteil von diesem Kuchen werden bei Bitcoin und dass deshalb das Thema Zentralisierung, zunehmende Zentralisierung zukünftig das größte Risiko ist.
Du sagst da was ganz Wichtiges, weil da wollte ich gerade auch mit dir noch darauf zu sprechen kommen. Wir bleiben jetzt noch mal bei den ETFs. Ich finde zum einen, was du gerade gesagt hast, auch dass das aus Sicherheitsgründen für viele Leute mit Sicherheit Sinn ergibt, das Ganze über die ETFs abzudecken. Aber auch da ist ja die Frage: Die letzten Zyklen lief es nun mal so, du hast deine Bitcoin bei dir gehalten oder auf deiner Börse gehalten. Bitcoin hat den ersten Run gemacht. Wir haben dann, ich zum Beispiel ja auch, auch immer mal in Altcoins umgeswappt und auf einmal haben wir die Altcoin-Season gesehen. Die groß aufgerufene Altcoin-Season, auf die ja bis heute noch sehr viele warten und bitterböse enttäuscht wurden. Würdest du die These unterschreiben, dass die ETFs die Altcoin-Season gekillt haben?
Eher weniger. Ich glaube, das hat tatsächlich mehr mit der Marktstruktur zu tun. ETFs ist für mich ein Synonym für institutionelle Adoption. Wenn du es so beziehst, dann würde ich sagen, ja, kann ich mir gut vorstellen, dass auf Grundlage von der institutionellen Adoption in Kombination mit einfach einer Geldpolitik, die nicht wirklich förderlich war, dass das wahrscheinlich die zwei Hauptargumente waren gegen eine Altcoin-Season. Weil, wenn wir uns mal einfach überlegen, wie Institutionen ticken, die haben gewisse Mandate. Wenn ich jetzt beispielsweise in einen ETF investiert habe und dann innerhalb von ein paar Wochen bis Monaten 30% Profit habe, dann haben die gewisse Mandate, die sagen: Hey, so ein großer Profit, das ist ja, also im Aktienmarkt, das ist ja so wow, 30 %. Dass sie dann einfach Mandate haben, okay, wir nehmen jetzt x Prozent Gewinne mit, weil das ist unser Mandat, das müssen wir erfüllen. Und das führt dann eben dazu, dass gerade solche parabolischen Phasen nicht unmöglich, aber einfach viel schwieriger sind, weil wir dann einfach zu gewissen, nach gewissen Preisanstiegen immer wieder diese automatische Sell Pressure haben von den Institutionen, die wir davor bei Retailern einfach nicht haben. Weil Retailer, die denken nur: Boah, ist schon stark angestiegen, jetzt geht es erst recht. Und das ist eben nicht die Denkweise von den Institutionen. Das, glaube ich, ist einer der größten Unterschiede davon. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass deshalb, gerade in solchen Phasen, wo wir ziemlich viel Euphorie gesehen haben, das einfach nicht übergesprungen ist zu dieser klassischen parabolischen Phase, weil wir dann einfach immer mal wieder diesen Dämpfer bekommen haben. Wir haben auch teilweise im letzten Zyklus gesehen, zumindest laut den On-Chain-Daten, dass da auch einige einfach große Wale, also Individuen, einfach extreme Mengen an Bitcoin auf den Markt geworfen haben zu solchen Zeitpunkten. Ja, das allererste Mal, aber wirklich in Mengen, die wir in der Vergangenheit einfach noch nie gesehen haben. Und ja, also war wahrscheinlich im Endeffekt eine Kombination aus ganz verschiedenen Dingen.
Aber wer Stand heute jetzt immer noch darauf hofft und weiterhin an seinen Altcoins klammert, ich kann nur jedem empfehlen: Überlegt das euch doppelt und dreifach. Stellt euch einfach noch vor, ihr habt euer gesamtes Portfolio in Stablecoins in eurer Wallet. Würdet ihr wirklich in die gleichen Altcoins noch mal investieren? Und wenn nicht, dann würde ich die Position sofort verkaufen. Ich hatte so viele Calls mit Leuten im letzten Bärenmarkt und meistens schon zum Tiefpunkt oder sogar ein bisschen nach dem Tiefpunkt, wo ich mit Leuten im Gespräch war und die einfach ihre Altcoins durchgehalten haben durch den kompletten Bärenmarkt und dann im Endeffekt 90, 95 oder noch mehr Prozent von ihrem Portfolio verloren haben. Weil nur weil ein Altcoin jetzt schon 70 Prozent gefallen ist, heißt das nicht, dass der nicht noch mal 70 Prozent von hier fallen kann. Das ist leider die traurige Realität von den Altcoins. Also das wäre eine Warnung von meiner Seite, ohne dass ich da jetzt spezifisch sagen will, welcher Altcoin oder sonst was. Einfach nur in so einer Marktphase, wo aus meiner Sicht nach wie vor übergeordnet viel dafür spricht, dass wir noch tiefere Tiefs sehen, dort weiterhin mit Altcoins zu spekulieren, dass wir jetzt noch irgendwie Hoffnung oder sonst was sehen, ich glaube, das wird einfach nur bitter enttäuscht mit einer sehr schmerzhaften Lektion.
Also auf jeden Fall: Derjenige, der in Altcoins investiert, um jetzt zu hoffen, dass demnächst irgendwas ganz besonders Tolles passieren wird, der wird, denke ich, sehr, sehr böse auf die Füße fallen. Also ich glaube, wenn Bitcoin wirklich noch mal diese Rallyes vielleicht noch mal hoch auf die 80, vielleicht auch noch mal etwas hoch, es gibt definitiv Zeitfenster, wo Altcoins auch noch mal ein bisschen mitlaufen. Aber ich finde, vor allen Dingen diese selektive Auswahl muss deutlich stärker werden. Das hat uns dieser Zyklus gezeigt. Es war ja, wenn du selber auch dir Content mal von anderen Creators angeguckt hast, wenn du X und so weiter alles durchgeschaut hast, dann ging es ja eigentlich nur darum: Jedes Projekt ist das Beste, ist das Schnellste, ist das Dezentralste, ist sowieso der absolute Game Changer und wird alles verändern. Man muss sich, glaube ich, wirklich die Frage stellen, welche Projekte werden wirklich eine Aufgabe in der reellen Welt erfüllen und sind nicht einfach nur super schnell, sondern gibt es hier wirklich mal irgendwann einen Real-World-Asset-Ansatz, wo man wirklich sagen kann, okay, da wird ein Problem gelöst. Und ich glaube, deswegen, mit Altcoins muss man einfach vorsichtig sein, man muss auch mit Bitcoin in den richtigen Phasen vorsichtig sein, aber langfristig: Setz auf das Mutterschiff, und bei den Altcoins, wenn du es machst, sei extrem überzeugt von dem, was du machst. Ich spreche auf meinem Kanal sehr, sehr viel über Kaspa. Das ist halt einfach einer meiner...
Ich wollte gerade sagen, jetzt pack deinen Pitch raus. Kannst ruhig ein paar Worte dazu verlieren. Das ist ja ein Projekt, mit dem du dich sehr intensiv beschäftigt hast, mit was ich mich persönlich bisher noch sehr wenig beschäftigt habe. Was glaubst du? Also das ist ja eine Position, die du auch derzeit noch hältst, richtig?
Das ist eigentlich das, was du gerade gesagt hast, was man nicht machen sollte. Ich hodl meine Kaspa. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit gutem Gewissen einen Altcoin auch hodle und auch wirklich mit Überzeugung hodle. Was nicht bedeutet, dass das jetzt hier eine Kaufentscheidung sein soll, dass ihr jetzt genau das Gleiche macht. Aber ich weiß auch, als ich mich früher mit Bitcoin beschäftigt habe, natürlich war ich auch nicht zu den Beginnphasen dabei, dann würde ich wahrscheinlich auch ganz woanders sitzen als im regnerischen Hamburg. Aber ich habe schon gute Zeitpunkte gefunden und habe auch an Bitcoin geglaubt, auch zu Phasen, als man über Bitcoin gesagt hat, dass nichts wirklich weitergehen wird. Und das war meine Überzeugung und an dieser Überzeugung habe ich festgehalten und habe natürlich auch damals mit Altcoins Profite gemacht, aber ich war nie wieder von einem Altcoin überzeugt. Das hat sich bei Kaspa tatsächlich das erste Mal wieder geändert. Das ist die erste Kryptowährung, in die ich investiert bin seit Bitcoin, von der ich überzeugt bin, weil die Technik gut ist, weil ich selber weiß, dass Bitcoin auch seine Probleme hat in der Skalierung. Natürlich, über Layer-2 lässt sich einiges regeln, aber wer selber mal Kaspa auf seinem, es gibt die Kaspium-App, die kannst du dir eigentlich mal runterladen, kauf dir mal ein paar Kaspa und schick sie dir mal von links nach rechts. Das Projekt ist dezentral, es ist ein Proof of Work und vor allen Dingen ist es extrem skalierbar. Wir haben unglaubliche Transaktionsgeschwindigkeit, extrem viele Blöcke werden parallel abgearbeitet, nicht wie bei Bitcoin linear, sondern wirklich komplett parallel. Und dadurch ist diese Skalierbarkeit von Kaspa wirklich, und du kriegst es mittlerweile fast in Echtzeit. Wir sind, glaube ich, jetzt gerade bei 32 Blöcken pro Sekunde und das Ganze soll noch auf 100 Blöcke pro Sekunde hochskalieren. Da sind wir dann spätestens wirklich bei der Echtzeit.
Parallel, ja, es gibt so viele Argumente, ich könnte ein eigenes Video wieder drüber machen, mache ich ja hin und wieder auch mal, wo ich es ein bisschen genauer erläutere. Aber auch Jonathan Sompolinsky, der Kopf hinter Kaspa, auch wenn er selber nicht als der Kopf genannt werden möchte, hat mit Ethereum-Code geschrieben, ist an der Harvard University Dozent allein für das Thema Blockchain, ist im Space extrem anerkannt. Das Ganze ist gelauncht, ist jetzt nicht irgendwie mit irgendwelchen ICOs oder irgendwas, es ist einfach wirklich eine extrem gute Währung aus meinem Blick. Aber das Wichtige, und das ist bei jedem Altcoin das Gleiche, es muss halt Adoption fortschreiten. Und da gab es zuletzt auch wieder neue Informationen wie zum Beispiel die Dii Desert Industrial, ich weiß nicht, ob dir das was sagt, es ist halt ein Zusammenschluss vieler Energieunternehmen, die sich in Dubai immer mal wieder treffen und darüber sprechen, wie sie in Zukunft auch das Thema erneuerbare Energien abdecken wollen. Und da ist Kaspa zum Beispiel das einzige Projekt gewesen aus dem Kryptobereich, was dort vorgesprochen hat, weil es womöglich die gesamten Transaktionen dieses Netzwerkes abdecken soll. Also es kommen wirklich auch echte Use Cases mit drauf, plus wir haben aktuell noch keine Smart Contracts, auch das soll bei Kaspa noch passieren und das Ganze immer noch eigentlich auf dem Konsensmechanismus von Bitcoin, nur deutlich weiterentwickelt. Da ist einfach nur die einzige Frage: Wird sich das Ganze wirklich durchsetzen? Weil ich habe mittlerweile auch gelernt, die beste Technik bringt uns nichts, wenn es kein Mensch nutzt, und das ist die große Aufgabe, die Kaspa hat. Aber ich kaufe es aus Überzeugung, weil ich das erste Mal wirklich von einem Projekt, und ich bin halt auch jemand, der großen Wert auf Dezentralität legt, dass ich das erste Mal wieder überzeugt war und deswegen mache ich das Ganze. Aber ich bin halt auch überzeugt, deswegen kann ich auch niedrigere Kurse gut aussitzen.
Und vom Prozentsatz her, wie viel macht das von deinem Portfolio so ganz grob aus?
Bitcoin ist immer deutlich über 50 Prozent und dann habe ich immer noch einen guten Batzen an Stablecoins immer auf der Seitenlinie liegen, und dann sind es ungefähr gute 25 Prozent dann doch noch in Kaspa. Also ich bin tatsächlich da relativ groß investiert. Aber ich habe meine Erfolge mit Bitcoin gemacht und mit Kaspa bin ich sehr, sehr gut aufgestellt und natürlich ist es ein Risiko. Da brauchen wir nicht drüber reden. Es ist ein Altcoin. Nach wie vor ist es ein Altcoin. Aber ich bin da relativ entspannt eigentlich.
Ja, also ich finde, da spricht auch nichts dagegen, wenn man sein Risikomanagement so quasi im Zaum hält, dass es nicht irgendwie immer 100 Prozent oder nahe 100 Prozent geht. Weil das ist ja so die typische Mentalität von Krypto-Investoren: all in oder all out. Alles immer sofort 100 Prozent und noch am besten Hebel mit drauf. Das ist einfach gefährlich und gerade aus einer Risiko-Diversifikationsperspektive denke ich, wenn die Vergangenheit eines gelernt hat, vor allem wenn man sich mal Videos anschaut, wie sich die Top 10, Top 20 Altcoins jetzt im Zeitlauf verändert haben. Es gibt tolle Videos von damals noch, wo es angefangen hat: Erster Zyklus, sagen wir mal so 2017er Zyklus mit den ersten Altcoins, dann 2021er Zyklus, 2025er Zyklus. Schaut euch einfach mal an, wie sich da die Top 20 verändert haben bei den Altcoins und was immer ganz vorne war. Immer ganz vorne Bitcoin, und Altcoins, die sind ganz wild durcheinandergewürfelt worden in den letzten paar Jahren. Und ich gehe auch sehr schwer davon aus, dass es weiterhin so weitergehen wird, dass einfach, bis sich mal wirklich ein paar Projekte so richtig etabliert haben, Feuer aufgehen kann oder auch einfach Feuer in die Hose gehen kann, wenn man zu stark in Altcoins investiert ist. Dem Risiko setzt man sich sowieso aus. Ich sage das auch auf meinem Kanal ja auch immer wieder. Nur weil ich überzeugt bin, bedeutet das nicht, dass jemand jetzt meinem Ruf folgen sollte, sondern sich selber auch genug damit beschäftigen sollte, weil das Investment in Altcoins, vor allen Dingen, wenn man auch mit einer gewissen Überzeugung ist, ist auch mit Stress verbunden. Und wenn man selber nicht dahinter steht, dann hast du nach Tag 6 kalte Füße. Das ist immer so ein bisschen das Problem, was ich zumindest auch in den letzten Jahren immer wieder festgestellt habe. Aber ich bin da selber sehr entspannt. Hast du denn irgendeinen Altcoin, wo du sagst, das ist immer noch, da hast du eine Überzeugung, da sagst du, das kannst du dir wirklich vorstellen?
Also im letzten Zyklus war einer meiner größten Fehler, dass ich zu stark auf Ethereum gesetzt habe. Nicht, weil Ethereum so schlecht performt hat, sondern primär, weil die Opportunitätskosten einfach sehr hoch waren, weil hätte ich das gleiche Geld in Bitcoin gepackt, beim gleichen Hebel, wäre das einfach viel besser aufgegangen, das Investment. Das war wahrscheinlich einer meiner teuersten Fehler im letzten Zyklus, weshalb ich dann, also jetzt quasi im letzten Zyklus oder nach dem letzten Zyklus, meine Investment-These geändert habe. Im nächsten Zyklus habe ich, also jetzt in der Bodenregion, wo ich nachkaufe, nicht vor, irgendwelche Altcoins weiterhin zu halten, also ich möchte mich beim Boden zu 100 Prozent positionieren und auch noch zusätzlich mit Hebel, allerdings relativ konservativ, also unter dem Dreierhebel auf jeden Fall. Ja, und auch tatsächlich nur mit Bitcoin. Altcoins werden eventuell später im Zyklus bei mir noch eine Rolle spielen, dass ich einfach meine Bitcoins beleihe über verschiedene DeFi-Protokolle und dann mit dem beliehenen Geld gezielt spekuliere bei gewissen Altcoins. Allerdings glaube ich nicht, dass es irgendwann im nächsten Zyklus eine größere Position sein wird als 10 Prozent. Kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube auch, wenn man einfach nur mit Bitcoin die Zyklen gut spielt, kann man da richtig viel rausholen. Das hat auch der letzte Zyklus bei mir zumindest gezeigt. Meine Bitcoin-Position hat mein gesamtes Portfolio gerettet. Hätte ich die nicht gehabt, mit Altcoins hätte ich x-fach weniger verdient und von daher war das für mich persönlich eines der größten Learnings. Was auch wieder darauf zurückgeht, was wir schon vorhin besprochen haben mit Institutionen und so weiter: Ich glaube, eine Sache, die auch viele unterschätzen, gerade was die Attraktivität von ETFs oder Ähnlichem angeht, ist, dass immer mehr Broker auch anbieten werden, dass man zentral seine Bitcoins beleihen kann, um dann dagegen einen Kredit aufzunehmen oder dagegen dann ein Haus zu kaufen, dagegen dann ein Auto zu kaufen oder Ähnliches.
Also gerade das, was wir quasi jetzt schon oder was ich gerade jetzt schon im DeFi-Space mache, also Decentralized Finance mit überwiegend Ethereum- und Layer-2-Chains, wobei mittlerweile fast eigentlich nur noch Ethereum, ein bisschen Hyperliquid und so weiter, wo man dann einfach seine Coins beleihen kann und dann einfach noch mal extra Kapital zur Verfügung hat, was für einen arbeiten kann. Da bin ich ein riesiger Fan von und ich glaube auch, dass das in der Zukunft ein immer größerer Use Case wird und das ist ein riesiger Hintergrund. Also der nächste Zyklus nur auf Bitcoin setzen. Auch vom Timing her ist einfach Bitcoin deutlich einfacher als jetzt irgendwelche Altcoins. Also ich kenne niemanden, der bei Ethereum im letzten Zyklus beim Boden eingestiegen ist und in der Nähe vom Top ausgestiegen ist. Ich kenne keine einzige Person. Weil beispielsweise beim wirklichen Boden von Bitcoin hat Ethereum keinen Boden gesehen im letzten Zyklus. Es war extrem schwer zu timen. Und auch den Ausstieg fand ich x-fach schwieriger bei Ethereum als bei Bitcoin, wo wir einfach nicht nur von der Chartanalyse aus aussagekräftigere Muster sehen, also Muster im Sinne von Verhaltensweisen, die sich schon in der Vergangenheit häufiger wiederholt haben. Genauso auch Bottom-, Top-Indikatoren. Da gibt es einfach nichts Zuverlässiges, gerade was Altcoins angeht. Von daher denke ich auch rein aus einer Timing-Perspektive, was zumindest bei uns, bei unserer Strategie ein größerer Aspekt ist, ergibt es einfach am meisten Sinn, im nächsten Zyklus nur primär auf Bitcoin zu setzen. Und das werde ich auch so durchziehen.
Ja, bei mir ist es auch überwiegend jetzt gerade Bitcoin. Ja, Kaspa, wenn wir wirklich niedrige Bereiche haben, da wird auch immer noch mal wieder ein bisschen was nachgekauft. Das sind natürlich jetzt keine Unsummen, die ich dort kaufe, aber ja, natürlich, der Fokus muss jetzt in dem Bärenmarkt auf Bitcoin liegen, auch meiner Meinung nach. Und ich bin wirklich gespannt, wie sich das Jahr 2026 noch so entwickelt, was da alles noch so kommen wird. Aber ich würde sagen, setzen wir uns vielleicht einfach wirklich noch mal Ende des Jahres zusammen und dann gucken wir mal, ob es dann wirklich der Oktober geworden ist. Ob die Glaskugel tatsächlich recht hatte.
Ja, können wir gerne machen. Ansonsten wird sie wieder in den Schrank geräumt. Wie viel Uhr ist es denn jetzt gerade eigentlich bei dir? Bei mir ist gerade noch mittags um halb zwei. Also bei mir ist noch die Mittagssonne. Bei dir ist es wahrscheinlich schon dunkel am Abend, richtig?
Ja, wir gehen langsam, also es ist jetzt gerade halb acht, etwas danach. Wir gehen langsam Richtung Abend.
Dann würde ich sagen, ich mache mich auch langsamer auf den Weg und du, wir bleiben einfach in Kontakt. Wir sprechen mal, mal gucken, was die nächsten Monate noch so kommt.
Alles klar. [unverständlich] Gut. Ciao, ciao. Mach's gut. Ciao.
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