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Kevin Söll

Wie SICHER ist Liquity? 6 RISIKEN unter der Lupe 🤔

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Im heutigen Video schauen wir uns mal die fünf größten Risiken von Liquity an. Genauer gesagt, was konkret passieren würde, wenn verschiedene Worst Cases tatsächlich in der Praxis eintreten würden. Und ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich von meiner Recherche durchaus, ich sag mal, überrascht war, aber mehr will ich noch nicht vorwegnehmen.

Also ganz kurzer Background zum heutigen Video: Mittlerweile habe ich persönlich mehr als 50 Prozent von meinem Portfolio in Ether und auf Liquity. Und genau deshalb, weil mittlerweile ein ziemlich großer Anteil von meinem Portfolio dort liegt, habe ich auch dementsprechend meine Due Diligence gemacht, dass ich einfach mal selbst eine etwas tiefere Recherche gemacht und mir überlegt habe, was tatsächlich passiert, wenn verschiedene Schwachstellen von diesem Protokoll irgendwie ausgenutzt werden. Und das ist auch das, was ich jedem von euch empfehlen würde: Gerade dann, wenn ihr beispielsweise einen größeren Teil von eurem Portfolio in einem gewissen Protokoll habt oder auf einer gewissen Blockchain, dass ihr genauso einfach eine tiefere Recherche macht zu den einzelnen Risiken.

Und zwar, was wir uns im heutigen Video konkret anschauen, ist erstens, ob das Protokoll tatsächlich stabil genug ist, um Massenliquidationen im Worst-Case-Szenario standzuhalten. Zweitens auch, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass irgendwie mal was mit diesem Preisorakel nicht stimmt, was das Protokoll beeinflussen könnte. Drittens auch, welche potenziellen Risiken dazukommen könnten, falls Liquity irgendwann mal wechselt auf Layer 2 oder beispielsweise mehrere Kollateraltypen akzeptiert. Und dann noch die letzten zwei Punkte, was tatsächlich passiert, falls ein Frontend mal tatsächlich ausfällt und wie es im Allgemeinen um das Smart Contract Risk steht. Das heißt, für jeden, der derzeit irgendwie Kapital auf Liquity hat, aus meiner Sicht ein absolutes Pflichtvideo, und ist im Prinzip auch die Zusammenfassung meiner mehrwöchigen Recherche.

Also, lasst uns auch direkt mit dem ersten Punkt starten. Und zwar, einer der mit Abstand größten Vorteile von Liquity im Vergleich zu Maker ist ja beispielsweise die Tatsache, dass bei Liquity diese ganzen Liquidationen instant durchgeführt werden können über diesen Stability Pool. Was im Prinzip dem Protokoll erlaubt, dass sie einfach nicht so einen großen Sicherheitspuffer brauchen, und deshalb auch Liquity eine Überbesicherungsgrenze von nur 110 Prozent anbieten kann und damit derzeit der absolute Marktführer ist unter allen Borrowing-Protokollen. Aber damit diese Liquidationen hier eben instant durchgeführt werden können, muss natürlich genügend Kapital, also genügend LUSD, der Stablecoin, im Stability Pool vorhanden sein.

Und jetzt habe ich mir persönlich die Frage gestellt: Na ja, was ist tatsächlich, wenn wir mal irgendwann einen riesen Crash sehen im Markt, ganz viele Liquidationen stattfinden, könnte dann dieser Stability Pool nicht einfach irgendwann leer werden, sodass einfach keine Liquidationen mehr stattfinden können? Also habe ich mir einfach mal hier die Historie von Liquity etwas genauer angeschaut, und siehe da, es gab tatsächlich schon mal so ein Event der Massenliquidation, und zwar im Mai 2021, ziemlich genau ein Monat nachdem das Protokoll damals gelauncht ist. Und zwar ist damals vom 12. Mai die Anzahl der Troves von 1.130 gesunken auf ungefähr 497 am 24. Mai. Das heißt, über einen Zeitraum von 12 Tagen sind satte 56 Prozent aller Troves damals entsprechend liquidiert worden.

Und der Grund, ich meine, Mai 2021 dürfte dir vielleicht noch bekannt sein: Damals hatte ETH in diesem Zyklus das erste Peak gefunden, bevor es dann irgendwann später noch ein zweites Peak gefunden hat. Aber damals ist es auch ebenfalls gefallen von über 4.000 Dollar auf ungefähr 2.300 Dollar. Und allein das zeigt einfach, wie gefährlich es ist, wenn man durchgehend entsprechend hebelt. Und zwar wurden damals knapp 48.000 Ether liquidiert, und das TVL, das Total Value Locked von Liquity, ist gefallen von ungefähr 4,6 Milliarden auf ungefähr 1,8 Milliarden. Also ein absolutes Blutbad, einen größeren Stresstest kann ich mir persönlich gar nicht vorstellen, aber trotzdem scheint ja Liquity irgendwie überlebt zu haben. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie kommt's?

Also an der Stelle ein ganz kurzer technischer Hintergrund. Und zwar, wenn bei Liquity tatsächlich eine Liquidation stattfindet, dann werden aus diesem Stability Pool so viele LUSD entnommen, damit 100 Prozent von dem Kredit, also von der Trove, die liquidiert wurde, getilgt werden können, im Austausch gegen das Collateral. Das heißt, alle Ether, die derjenige oder diejenige hinterlegt hat als Sicherheit, die gehen dann entsprechend an die Leute vom Stability Pool. Und das heißt wiederum, dass die Leute, die im Stability Pool sind, nicht nur die LQTY-Token als Rewards bekommen, sondern zusätzlich bei einer Liquidation ihre LUSD umtauschen können gegen ungefähr 10 Prozent günstigere Ether, sofern der LUSD preislich bei einem Dollar steht. Sollte der LUSD preislich bei über einem Dollar stehen, sind es ein bisschen weniger als 10 Prozent. Im Allgemeinen sind es in der Praxis meistens so um die 10 Prozent extra Gewinn, die alle Leute im Stability Pool machen, sofern eine Liquidation tatsächlich stattfindet.

Was ist also konkret hier passiert bei diesen Massenliquidationen? Na ja, es wurden massiv viele LUSD aus dem Stability Pool rausgenommen, allerdings jedes Mal im Austausch gegen ungefähr knapp 10 Prozent günstigere Ether. Das heißt, alle Leute, die zu dem Zeitpunkt im Stability Pool waren, die haben massiv viel verdient an Rewards. Und das ist jetzt wiederum die Beauty von DeFi bzw. Blockchains, dass man eben alles im Nachhinein natürlich auf der Blockchain nachschauen kann. Und wie wir hier sehen können, ist die Rendite im Stability Pool teilweise sogar über 700 Prozent gewesen in dem Zeitraum, wo die ganzen Massenliquidationen stattgefunden haben. Das heißt, es gab einen massiven Anreiz für alle Leute in diesem Ökosystem und auch natürlich Außenstehende, dass sie LUSD kaufen oder beispielsweise minten und die dann wiederum in den Stability Pool reinpacken, sodass der Stability Pool immer voll genug war und sämtliche Liquidationen tatsächlich instant durchgeführt werden konnten.

Und dieser Mechanismus sollte aus meiner Sicht auch immer in der Zukunft gelten, aufgrund der Tatsache, dass eben der Großteil der Rendite in diesem Stability Pool durch diese Liquidationen entsprechend erzeugt wird, also dass die Leute knapp 10 Prozent günstiger ihre LUSD eintauschen können gegen Ether. Und zusätzlich bekommen die Leute ja auch noch diesen LQTY-Token, der durch eine Inflationsrate erzeugt wird, was natürlich nicht nachhaltig ist. Aber das Coole bei diesem LQTY-Token ist die Tatsache, dass da die Ausschüttung jedes einzelne Jahr halbiert wird. Das heißt, die Ausschüttung hört nie auf, sondern es gibt einfach nur im Zeitverlauf weniger Tokens, und bei zunehmender Adoption von Liquity sollte höchstwahrscheinlich natürlich auch der Preis von diesem Token im Zeitverlauf immer mehr zunehmen.

Dann jetzt zum zweiten Risikofaktor: die ganzen Preisorakel. Weil die ganzen Smart Contracts sind ja keine Hellseher, die müssen ja irgendwie wissen, wie hoch der Ether-Preis ist, weil ohne diesen Ether-Preis können die ganzen Smart Contracts dementsprechend natürlich auch keine Collateral Ratio ausrechnen. Und ohne Collateral Ratio wissen sie nicht, wann eine Liquidation stattfinden kann. Und ohne Liquidation gibt es natürlich das Risiko, dass das gesamte System irgendwann mal unterbesichert ist, das heißt nicht ausreichend gedeckt, weil das wäre natürlich der absolute Super-GAU. Und genau deshalb bezieht Liquity seine ganzen Preise von externen Preisorakeln. Und Preisorakel im Allgemeinen sind bei Borrowing-Protokollen der mit Abstand größte Angriffsfaktor.

Und das haben wir auch in der Vergangenheit zuhauf gesehen, wie jetzt beispielsweise hier bei Compound, als im Jahr 2020 jemand den DAI-Preis manipuliert hat, also im Prinzip den Preis vom Kredit nach oben manipuliert hat, sodass in Summe Liquidationen stattgefunden haben mit über 100 Millionen Dollar, weil der Preis von DAI kurzfristig bei einem Preis war von 1,30 Dollar. Jetzt, so etwas kann per Design bei Liquity nicht passieren, weil bei Liquity für die Collateral Ratio immer der Preis von einem Dollar gilt. Aber was ist, wenn beispielsweise jemand den ETH-Preis manipuliert, dass er beispielsweise den Preis nach unten manipuliert und dadurch natürlich die Collateral Ratio fällt? Oder was ist, wenn beispielsweise das Preisorakel komplett ausfällt? Wie funktioniert das da bei Liquity?

Eines der Core Features von Liquity ist ja diese Immutability, was im Wesentlichen bedeutet: Wenn es irgendwie mal zu einem Problem kommen sollte, kann keiner zentral eingreifen und das Problem fixen, sondern wenn es ein Problem gibt, ja, dann gibt es halt dieses Problem. Das kann niemand aus zentraler Stelle tatsächlich lösen. Und genau deshalb hat auch Liquity bei ihrem Design von einem Preisorakel das so gemacht, dass sie somit zwei verschiedene Preisorakel benutzen, und zwar primär Chainlink und sekundär Tellor. Und Tellor wird im Prinzip nur benutzt, falls Chainlink tatsächlich nicht funktionieren sollte. Und zwar funktioniert das so, dass, wenn die Smart Contracts den Preis von ETH brauchen, dann automatisch beide Preisorakel abgefragt werden. Was dann der Fall ist, wenn beispielsweise ETH preislich um plus minus 0,5 Prozent schwankt oder nach spätestens 3 Stunden.

Sollte jetzt allerdings beispielsweise Chainlink innerhalb von 4 Stunden keinen Preis geben, dann nimmt der Smart Contract automatisch den Preis von Tellor. Was in der Vergangenheit auch schon vorgekommen ist, aufgrund der Tatsache, dass Chainlink zu gewissen Zeiten manchmal einfach überlastet war. Mittlerweile ist es allerdings so, dass sie einen Teil outgesourct haben, ein Teil off-chain funktioniert. Das heißt, mittlerweile sind die deutlich stärker. Aber mittlerweile ist es super unwahrscheinlich, dass zu irgendeinem Zeitpunkt tatsächlich noch der Preis von Tellor genommen wird. Sollte jetzt beispielsweise jemand den Preis von Chainlink tatsächlich manipulieren und der Preis weicht stark ab von dem Preis von Tellor, dann ist es so, dass der Smart Contract ebenfalls den Preis nimmt von Tellor.

Und sollten beispielsweise beide Preisorakel, was in der Praxis super unwahrscheinlich ist, aber angenommen, wenn beide Preisorakel tatsächlich versagen sollten, dann ist es so, dass Liquity beziehungsweise die Smart Contracts automatisch den letzten gültigen Preis nehmen, den so lange einfrieren, bis beide Preisorakel wieder online sind und auch vergleichbare Preise liefern. Und so kann Liquity im Prozess sicherstellen, dass ohne den Eingriff von irgendeiner zentralen Partei oder irgendwelchen Menschen das System einfach dauerhaft durchlaufen kann. Und aus meiner Sicht ist, aufgrund der Tatsache, dass da im Prinzip sämtliche Worst-Case-Szenarien im Design mit berücksichtigt werden, auch da die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass da irgendwann mal in der Zukunft tatsächlich mit dem Preisorakel bei Liquity irgendwie was Größeres anbrennen sollte.

Dann jetzt zum dritten Risiko, und zwar dem Risiko, falls Liquity tatsächlich mehr auf Layer 2 gehen sollte, mit welchen Risiken das einhergehen könnte. Viele lesen hier bei Liquity von wegen „Hey, Immutability, das Ganze wurde autonom deployed, da kann nie mehr jemand was dran ändern.“ Das heißt jetzt allerdings nicht, dass es nicht irgendwann mal noch eine zweite Version für Liquity geben kann. Genauso wie das beispielsweise in der Vergangenheit bei MakerDAO war, wo ursprünglich DAI nur gedeckt war mit Ether. Danach gab es allerdings einen Migrationsprozess auf die neue Version, und bei der neuen Version war es dann so, dass DAI auch gedeckt wurde durch einfach verschiedene Kollateraltypen. Und genau so einen Migrationsprozess könnte auch beispielsweise hier bei Liquity kommen, wo dann gesagt wird: Hey, Version 1 war nur auf Layer 1. Jetzt gibt es allerdings eine Migration auf die Version 2, und bei Version Nummer 2 gibt es beispielsweise verschiedene Layer, unterschiedliche Kollateraltypen und so weiter und so fort.

Jetzt, Stand heute ist Liquity nur auf Layer 1 verfügbar. Allerdings ist momentan Layer 2 immer mehr im Kommen, und so langsam kristallisiert sich ja einfach heraus, welches die potenziellen Big Player im Layer-2-Space werden. Von daher ist natürlich die Frage naheliegend, ob nicht das Team irgendwann mal tatsächlich sagt: Hey, wir bringen jetzt Liquity tatsächlich auf Layer 2. Deshalb habe ich mir als Investor die Frage gestellt: Okay, wenn die das tatsächlich vorhaben und irgendwann mal Liquity auf Layer 2 bringen, welche Optionen gibt es überhaupt, das Ganze in der Praxis tatsächlich umzusetzen? Und zweitens auch, ist es dann genau gleich wie beispielsweise bei Maker, dass es dann auf Kosten der Sicherheit geht, auf Kosten der Dezentralität?

Und genau bei dem Punkt hat auch schon der Founder von Liquity, Robert Lauko, in verschiedenen Interviews einfach mal erzählt, welche Optionen es da grundsätzlich gibt. Und zwar wäre die erste Option die, dass es tatsächlich einen Migrationsprozess gibt auf eine neue Version von Liquity. Und die neue Version von Liquity, die wäre dann auf beiden Layern verfügbar, sodass du sowohl auf Layer 1 als auch auf Layer 2 den gleichen Token verwenden kannst, in dem Fall LUSD, und der dann auch tatsächlich auf beiden Chains fungibel wäre. Was seiner Meinung nach in der Praxis unglaublich schwer technisch umzusetzen ist und natürlich auch sicherheitstechnisch das gesamte System gefährden würde, aufgrund der Tatsache, dass da nur ein Fehler auf Layer 2 oder ein Fehler auf Layer 1 ausreicht, um im Prinzip das gesamte System zu gefährden. Und genau aus dem Grund ist auch diese Option, also es ist momentan zumindest nicht in der Planung.

Und dann gibt es noch die zweite Version, das ist eher die, ich sag mal, Light-Version, sodass im Prinzip Leute auf Layer 2 einen Kredit anfragen können. Also nicht so wie bei Layer 1, dass der Kredit sofort aufgenommen wird, sondern auf Layer 2, dass sie den Kredit anfragen und dann die ganzen Anfragen gepoolt werden. Und irgendwann, wenn einfach der Pool groß genug ist, voll genug ist, dass dann auf Layer 1 entsprechend ein Kredit genommen wird und dieser Kredit auf Layer 2 gebridged wird. Und so werden im Prinzip die ganzen Kosten, also die ganzen Gas Fees und so weiter, auf verschiedene Leute gesplittet, sodass dann auf Layer 2 einfach die ganzen Fees deutlich geringer sind.

Und das bringt eben die Vorteile, dass es erstens deutlich günstiger ist für die Leute, dann über Layer 2 einen Kredit aufzunehmen. Zweitens ist da keinerlei Migration oder sonst was notwendig. Die bestehende Version auf Layer 1 kann eins zu eins so weiterlaufen. Und drittens, und das ist aus meiner Sicht der entscheidende Punkt, gefährdet das auch in keinster Weise das bestehende System. Weil was da im Prinzip passiert, ist nur, dass auf Layer 2, oder dass jetzt für Layer 1, nur ein neuer, ich sag mal, Nutzer dazukommt. Und sollte dieser neue Nutzer beispielsweise seinen Kredit nicht übermäßig oder nicht ausreichend decken, dann wird er entsprechend liquidiert. Also das wäre wahrscheinlich der Worst Case, was passieren könnte. Oder nein, der Worst Case wäre, dass die neuen Smart Contracts auf Layer 2 irgendwie exploited werden. Aber das hätte keinerlei Auswirkung auf die bestehende Version auf Layer 1, auf die Version, in der beispielsweise ich als Investor derzeit bin.

Der einzige wirkliche Nachteil von dieser Methode ist, dass, wenn du dann tatsächlich über Layer 2 einen Kredit aufnehmen möchtest, es dann nicht instant läuft, so wie beispielsweise derzeit auf Layer 1, sondern dass du dann eben warten musst, eine gewisse Wartezeit hast, bis eben genügend Kapital gepoolt ist, dass tatsächlich dann auf Layer 1 dieser Kredit aufgenommen wird und dann entsprechend gebridged wird auf Layer 2. Aber außerhalb von dieser Wartezeit hast du eigentlich nur Vorteile. Du hast geringere Gebühren, du hast genau die gleichen Funktionen wie auch derzeit beispielsweise auf Layer 1. Und deshalb arbeitet auch, so wie ich das rausgehört habe aus dem Interview, derzeit Liquity eher an dieser zweiten Option, dass es tatsächlich so dann indirekt möglich ist, auf Layer 2 einen Kredit bei Liquity aufzunehmen.

Dann das vierte potenzielle Risiko von Liquity, und zwar ist es ja derzeit so, dass man einzig und allein ETH als Kollateral hinterlegen kann. Da wurde schon mehrfach nachgefragt, auch von mir selbst, ob es denn irgendwann mal geplant ist, dass sie mehr Kollateraltypen irgendwann mal akzeptieren. Und sollte das der Fall sein, dann könnte das ja wiederum mit erhöhten Risiken einhergehen. Und auch da gibt es im Wesentlichen die genau gleichen zwei Optionen, die wir gerade schon durchgegangen sind bei Layer 2. Erste Option, dass es im Prinzip ein neues System ist, dann so eine Migration stattfindet, aber dementsprechend auch das gesamte System einfach gefährdet wäre. Oder zweite Option, dass es einfach ein separates System gibt, was parallel läuft und dementsprechend keinen Einfluss hat auf das bestehende System.

Jetzt, nach den ganzen Interviews, die ich mir angehört habe mit Robert Lauko, dem Founder von Liquity, oder auch beispielsweise Michael, dem CEO von Liquity, ist derzeit keines von beiden geplant. Aufgrund der Tatsache, dass eben kein Asset außer Ether derzeit sämtliche Anforderungen erfüllt. Also Anforderungen im Sinne von Dezentralität, genügend Tradingvolumen und so weiter und so fort. Und selbst wenn sie das tatsächlich irgendwann mal in der Zukunft machen, kann ich mir persönlich Stand heute nicht wirklich vorstellen, dass sie wirklich dann hergehen und ihr gesamtes System gefährden. Weil, ja, nach dem Motto „Never change a running system“.

Jetzt zum fünften potenziellen Risiko, wenn tatsächlich das Frontend mal irgendwann nicht verfügbar sein sollte. Und an der Stelle vielleicht ein ganz kurzer Exkurs für die Nicht-Techies. Und zwar, Entwickler unterscheiden zwischen dem Backend, das ist im Prinzip alles, was im Hintergrund läuft, was du nicht siehst, und dem Frontend, das ist im Prinzip die Benutzeroberfläche, die du tatsächlich siehst. Und gerade so eine Benutzeroberfläche, wie beispielsweise hier so eine Webseite, die könnte ja beispielsweise mal nicht verfügbar sein, könnte Fehler enthalten, könnte verboten werden. Wie sieht es dann aus mit Liquity? Was macht man in so einer Situation?

Und das ist jetzt wiederum die Beauty am Design von Liquity, dass selbst das Frontend dezentralisiert wurde, aufgrund der Tatsache, dass es innerhalb vom Protokoll einen Anreiz gibt, die sogenannte Kickback Rate, gerade für die Leute, die das Ganze mal nachlesen wollen. Aber dass es im Protokoll einen Anreiz gibt für andere Entwickler, ihr eigenes Frontend für Liquity zu bauen. Und das erklärt auch im Wesentlichen, ich habe die ganze Liste mal durchgezählt, dass es mittlerweile 18 verschiedene Frontends gibt, um Liquity zu nutzen. Und das heißt wiederum in der Praxis, sollte irgendein Frontend, also irgendeine Benutzeroberfläche, tatsächlich mal nicht verfügbar sein oder irgendwie einen Fehler haben oder sonst was, kannst du einfach auf eines von 17 anderen Frontends zugreifen.

Es gibt allerdings zwei verschiedene Ausnahmen, und zwar die erste Ausnahme: Solltest du tatsächlich bei DeFi Saver die sogenannte Smart Wallet verwenden, dann ist es so, dass du wirklich nur die Smart Wallet über DeFi Saver benutzen kannst und kein anderes Frontend. Das heißt, sollte dann tatsächlich DeFi Saver nicht verfügbar sein, dann wäre die einzige Option, dass du deine Troves entsprechend managst, indem du direkt auf die Smart Contracts zugreifst, was im Allgemeinen möglich ist, allerdings ein bisschen technischer. Und zweite Ausnahme, also jetzt nur theoretisch, falls natürlich alle 18 Frontends hier nicht verfügbar sein sollten. Also die Wahrscheinlichkeit ist nicht null, aber die Wahrscheinlichkeit ist so nahe null, dass ich persönlich das schon fast als unmöglich bezeichnen würde. Aber ja, angenommen, tatsächlich alle Frontends wären hier nicht verfügbar, dann könntest du immer noch direkt auf die Smart Contracts zugreifen und auch so deine Troves entsprechend managen.

Und dann noch das sechste, aus meiner Sicht größte verbleibende Restrisiko, eben das klassische Smart Contract Risk, dass in der Theorie irgendein Hacker die bestehende Version auf Layer 1 exploiten könnte. Jetzt auch da die Wahrscheinlichkeit aus meiner Sicht super gering, allerdings nicht null. Deshalb lass uns das mal gemeinsam anschauen, und zwar zunächst mal hier mit dem Score von DeFi Safety. Da steht derzeit Liquity hier auf Platz Nummer 2 mit einem Score von 97 Prozent. Bis vor Kurzem war auch da noch Liquity mit Abstand die Nummer 1. Das heißt, Liquity gehört unter den ganzen DeFi-Protokollen definitiv zu den mit Abstand sichersten Protokollen.

Mittlerweile steht zwar hier Morpho auf Platz Nummer 1, aber jeder, der mein Video zu Morpho gesehen hat, der weiß, dass aus meiner Sicht dieses Rating mit 98 Prozent absoluter Bullshit ist. Aufgrund der Tatsache, dass, wer Morpho verstanden hat, der weiß, dass Morpho auf Aave aufbaut. Das heißt, es hat per Design das doppelte Smart Contract Risk und kann per Design auch nicht sicherer sein als Aave. Von daher, dass Morpho hier einen theoretischen Score von 98 Prozent hat, ist für die Praxis aus meiner Sicht völliger Bullshit. Aber spielt für das heutige Video keine Rolle.

Und wenn wir uns jetzt noch das Track Record von Liquity anschauen: Liquity damals gestartet irgendwann mal im April 2021. Das heißt, jetzt ein Track Record von ungefähr zwei Jahren. Wir sehen auch, dass das TVL kurzfristig mal auf über vier Milliarden war. Mittlerweile ein TVL von ungefähr knapp einer Milliarde. Das heißt, es gibt einen extrem großen Anreiz für sämtliche Hacker, Liquity tatsächlich zu exploiten. Und trotz diesem großen Anreiz ist derzeit nichts passiert. Und das ist genau das, was ich bei einem DeFi-Protokoll sehen möchte. Langer Track Record mit einem hohen TVL. Und es ist in der Vergangenheit einfach noch nie was passiert. Also das stimmt mich persönlich bei Liquity unglaublich positiv.

Jetzt mein persönliches Fazit. Wir haben ja gesehen, dass Liquity schon in der Vergangenheit mit Massenliquidationen klargekommen ist. Da können wir also schon mal einen Haken setzen. Auch, dass irgendwann mal ein Problem existiert mit diesen Preisorakeln, kann ich mir persönlich nicht vorstellen, aufgrund von diesem Fallback-Mechanismus, dass eben zwei verschiedene Preisorakel immer parallel im Prinzip benutzt werden, um die derzeitigen Preise von ETH festzustellen. Dann drittens, sollte tatsächlich mal eine Version für Liquity auf Layer 2 verfügbar sein, wird das höchstwahrscheinlich so laufen, dass es keine zusätzlichen Risiken gibt für die Version auf Layer 1. Und derzeit ist zumindest nicht geplant, dass es irgendwann mal noch zusätzliche Kollateraltypen gibt bei Liquity.

Jetzt, dass alle Frontends mal gleichzeitig ausfallen, ist aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit super gering. Und selbst wenn, könnte man immer noch direkt auf die Smart Contracts zugreifen. Ein Governance-Risiko gibt es per Design nicht, weil es einfach keine Governance gibt. Und das einzige wirkliche Risiko, was noch besteht oder bestehen bleibt aus meiner Sicht, ist eben das klassische Smart Contract Risk, wie es das auch bei jedem anderen DeFi-Protokoll gibt. Aber selbst da haben wir gesehen, dass Liquity ein sauberes Track Record hat über zwei Jahre. Das heißt, auch da würde ich die Wahrscheinlichkeit als relativ gering einstufen, dass da irgendwann mal tatsächlich was anbrennen kann.

Deshalb mein persönliches Fazit: Also logischerweise ist die Wahrscheinlichkeit nicht null, dass da irgendjemandem was passieren könnte, aber aus meiner Sicht auch nicht so weit entfernt von null. Aufgrund der Tatsache, dass da einfach im Design schon so viele Worst-Case-Szenarien berücksichtigt wurden. Aber das ist nur meine subjektive Einschätzung. Ich bin mal gespannt, was du dazu sagst. Und falls dir noch ein zusätzliches Risiko einfällt, lass mich das gerne unten in den Kommentaren wissen. Wie immer gilt natürlich, falls du das Video hilfreich findest, lass gerne ein Like da, und hoffentlich sehen wir uns bald wieder.

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Night Out by LiQWYD https://soundcloud.com/liqwyd
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#ethereum #liquity #defi

Timestamps:
0:00 Einleitung
1:34 1) Massenliquidationen
5:48 2) Preisorakel
8:56 3) Layer 2 Version
12:55 4) Multi-Kollateral Version
14:01 5) Frontend
15:48 6) Smart Contract Risk
17:21 Persönliches Fazit