Von $60k auf über $4 Mio. | So hat es @ManuWeb3 geschafft 🚀
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Heute habe ich Manu Wagner zu Gast, der im Kryptomarkt schon ein ziemlich dickes Portfolio aufgebaut hat – einige siebenstellige Portfolios mittlerweile. Er ist gleichzeitig einer der wenigen größeren YouTube-Kanäle im deutschsprachigen Raum, der ebenfalls seinen Fokus auf DeFi, also auf Decentralized Finance, hat und eben in eine ziemlich andere Richtung geht im Vergleich zum Beispiel zu mir selbst. Und so bin ich auch immer weiter in das Thema Airdrops eingetaucht. Und zwar schauen wir uns heute an, wie er überhaupt zu Krypto gekommen ist, wie er auch sein eigenes Portfolio strukturiert – 90 % im Kryptospace, Aktien tatsächlich gar nicht – und wo er aktuell im Kryptomarkt die größten Chancen sieht. Und damit ganz viel Spaß dabei.
Gut, Manu, gerade für die Leute, die dich vielleicht noch nicht kennen: Könntest du dich vielleicht ganz kurz vorstellen, wer du bist, was du tust? – Sehr gern. Mein Name ist Manu Wagner, ich bin jetzt doch mittlerweile schon knapp zehn Jahre im Kryptospace. Seit 2021 richten wir den Fokus auf DeFi und DeFi-Strategien. Da ist das Thema für mich so richtig groß geworden. Ich habe auch 2021 meinen Job tatsächlich gekündigt, weil ich es direkt 2021 dann auch geschafft habe, von dem Thema DeFi und meinen Strategien in diesem Bereich zu leben. Und habe jetzt auch in diesem Bereich dann in den Folgejahren immer weiter Leute ausgebildet, auch im Bereich DeFi, Geld verdienen mit DeFi. Und ja, wir haben heute doch eine sehr große Ausbildungsplattform auch in diesem Bereich aufgebaut. Ich verwalte einige siebenstellige Portfolios mittlerweile im Bereich Krypto und DeFi. Und das ist mein tägliches Brot, also richtiger Krypto-Degen, wie man so sagt.
Du hast gesagt, fast zehn Jahre. Wann bist du konkret eingestiegen in Krypto? – Ich bin tatsächlich 2016 eingestiegen. Das war relativ zeitgleich, als ich in meinem ersten Job war. Ich habe direkt nach meinem Abi zu studieren begonnen, Banken- und Versicherungswirtschaft. Und wollte halt auch von Anfang an aber Geld verdienen, weil ich mir etwas aufbauen wollte. Ich habe dann direkt auch in diesem Bereich gearbeitet, war aber nicht so wirklich überzeugt von diesen klassischen Investment-Vehikeln. Weil für mich hat halt irgendwo immer irgendetwas dagegen gesprochen: Entweder hat der Vermittler zu viel verdient, oder man hatte nicht die Kontrolle, zu lange Lock-ups und so weiter und so fort. Ich habe mich dann eigentlich dafür entschieden, tatsächlich in Gold zu investieren.
Oh, okay. Ein Goldbug. – Aber wusste tatsächlich nicht, wie man Gold kaufen kann. Ich war noch relativ jung und habe dann mal gegoogelt: ja, Gold kaufen. Und bin dann so tatsächlich auf einen Artikel gestoßen über digitales Gold, über Bitcoin. Und das hat mich dann wirklich so in seinen Bann gezogen, dass ich dann tatsächlich beschlossen habe, mein ganzes Erspartes irgendwie zusammenzukratzen und meine ersten 5.000 Euro in einen Bitcoin-Automaten zu stecken. Und ich habe tatsächlich auf einem Paper-Wallet, wie so einem Kassenbon, meine ersten 5 Bitcoin auf diesem Weg gekauft, ja.
Krasse Story. Okay, das heißt, du hast Bitcoin gar nicht durch andere Leute mitbekommen, sondern durch deine eigene Recherche. Das habe ich bisher noch gar nie gehört, dass jemand durch eine eigene Recherche, durch proaktives Vorgehen tatsächlich darauf gestoßen ist. – Ja, ich dachte jetzt mal, ich bin super late, super late to the party, wie immer, wie immer im Crypto-Space. Aber es hat sich dann herausgestellt, es war doch gar nicht so spät, ja.
Du hast gesagt 2021, also bis dahin hat es dann finanziell schon gepasst. Das war dann wahrscheinlich auch der Zeitpunkt, oder schon zuvor, wo du ausgewandert bist aus Österreich. – Genau, also vom Ablauf war es so, dass 2017 dann gleich mein erster Bullrun gekommen ist. Ich habe zwar nichts verkauft, wofür ich mich 2018 verflucht habe, dann wieder Bärmarkt, ja. Aber das Ganze hat sich dann letztlich 2021 als sehr lukrativ herausgestellt, nicht zu verkaufen, sondern die Coins zu hodln. Ich habe ja dann auch noch ETH und andere Coins ins Portfolio mit aufgenommen. 2021 ist dann Krypto so wirklich wieder losgegangen. Aber da habe ich für mich beschlossen: okay, einerseits, ich will all in in diesen Bereich gehen, habe Hard Cut gemacht, meinen Job gekündigt, meinen Wohnsitz aufgekündigt, bin gleichzeitig ausgewandert. Und habe da eben durch DeFi wirklich erstmalig auch meine Coins für mich arbeiten lassen können und so wirklich ein planbares Einkommen generieren können. Ich sage, gerade 2021, da waren ja astronomische Prozente im DeFi-Space zu holen. Und da ging es eigentlich relativ fix, bis man sich da mal ein bisschen was aufgebaut hat.
Das heißt, du bist damals nicht nur in Bitcoin eingestiegen, sondern auch direkt in Altcoins. Ich meine, der 2017er-Zyklus war ja groß, ICOs und so weiter. War da der Anteil von Bitcoin relativ groß, oder warst du auch gut im ICO-Bereich aktiv? – Bitcoin war immer und ist bis heute eine meiner größten Portfolio-Positionen. Aber ich wollte auch – früher hat es schon geheißen, also ich habe mich dann 2016 sehr tief informiert, da hat es schon geheißen, ja, Ethereum wird so das nächste große Ding, auf Ethereum läuft alles ab. Und da habe ich dann beschlossen, okay, ja, ETH hat damals irgendwie 15 Euro das Stück gekostet, also da hat man sich halt mal einige geholt. Aber leider auch sehr, sehr viele ETH verzockt durch diese ICOs, die du gesagt hast. Das war ja auch so ein Riesen-Meta, und da ETH nichts wert war, hat man da mal 10 ETH reingepackt, da 20 ETH reingepackt in diese ICOs. Da waren ja auch noch alte Legenden am Start wie John McAfee und was weiß ich, die irgendwelche ICOs gepusht und promotet haben. War schon ein bisschen wilder Westen. Aber meine Bitcoin habe ich eigentlich nie angegriffen, ja, bis heute nicht, nur zusätzliche akkumuliert.
Oh wow, das heißt, 2016 Bitcoin gekauft und seither nie verkauft. – Genau, ja, tatsächlich, immer noch dieselben. – Wow, das habe ich bisher auch relativ selten gehört, dass Leute, die relativ lange dabei waren, nie in Versuchung gekommen sind. – Ja, ich hatte es zuerst verpasst. Ich hatte es zuerst verpasst, wo ich mir gedacht habe, okay, ich habe das Peak verpasst. Und dann war es ja so, Krypto sieht so aus, als würde es irgendwie nie wieder zurückkommen. Dieser Bärenmarkt war ja doch sehr, sehr hart, 2018, 2019, da hat sich ja gar nichts dann mehr wirklich getan. Und da dachte ich mir, okay, entweder kommt es irgendwann wieder oder nicht, was soll's. Ich bin jetzt nicht darauf angewiesen, unter Anführungszeichen, dass ich da jetzt irgendwie ein bisschen mehr raushole, als was ich reingetan habe. Ich wollte sowieso auf den Zehnjahreshorizont investieren. Und ich habe mir gedacht, ja, vielleicht haben dann irgendwann meine zukünftigen Kinder was davon, ja. – Gut gedacht, ja.
Ja, diese Sichtweise hat sich aber gelohnt. Das heißt, entschuldige, 2021 hast du dann auch nicht verkauft? Also du hast gesagt, 2018 hast du dir in den Arsch gebissen wegen 2017, und 2021 hast du schon entschieden, das Ding wird noch viel höher gehen. – Genau, da habe ich dann das Riesenpotenzial gesehen, und da wurde mir klar, wir gehen wesentlich höher. Wir gehen wesentlich höher. Da ist ja für mich eigentlich der heutige Cryptospace, so wie wir ihn heute kennen und schätzen, erst so richtig entstanden. Es ist, wie gesagt, DeFi ist entstanden, es waren super viele Trends, NFTs und das Ganze, was da auch gekommen ist. Ich weiß, das war ein Hype-Thema, ist jetzt heute nicht mehr so groß und so stark vertreten. Aber eine wirkliche Infrastruktur ist entstanden, Businesses sind entstanden, und das hat mir einfach gezeigt, wo langfristig, glaube ich, auch die Richtung hingehen wird oder hingehen kann.
Wie bist du dann auf DeFi gekommen, also Decentralized Finance, dass du auch quasi deine Coins nutzen kannst und die nicht einfach nur da liegen in der Wallet und nichts tun? – Also es gab eigentlich sehr früh schon Möglichkeiten. Es hat angefangen mit klassischem Staking, ich glaube, wie jeder in den Cryptospace reingekommen ist. Da hat man das erste Mal, so sage ich mal, seine Coins für sich anlegen können, um einfach ein bisschen Yield auf die Coins zu generieren, ein bisschen Zinsen auf die Coins zu generieren. Und dann, für mich der große DeFi-Durchbruch war aber: Ich habe mitbekommen, wie die Fantom-Blockchain entstanden ist. Und auf dieser Fantom-Blockchain von André Cronje gab es anfangs wirklich astronomische Renditen mitzunehmen, 0xDAO und so weiter, vielleicht kennt das noch irgendein DeFi-Degen. Da gab es vierstellige Jahresrenditen, ja, und auf Bitcoin, auf ETH 50, 60, 70 Prozent Jahresrendite, die du in den Coins auch wieder bekommen hast. Und so war das irgendwie ein bisschen ein Money-Glitch. Und ab da war ich ja dann schon so weit drin, nachdem ich meinen Job gekündigt habe, dass ich tagtäglich alles verfolgt habe. Ich hatte das Glück dann auch, dass zwei, drei meiner besten Freunde denselben Schritt gemacht haben, und wir haben halt Tag und Nacht uns durchgehend mit dem Space beschäftigt und geschaut, was kommt wo auf. Wir haben auch super viele NFTs früh gemintet. Ich habe tatsächlich –
Auch profitabel bei NFTs? – Ja, also ich habe natürlich auch viel Schrott, wie es immer so ist im NFT-Space, aber ich habe durch NFTs auch wieder einen tieferen Einblick in das Thema DeFi bekommen, da ich teilweise ein paar meiner größten Airdrops – also Coins geschenkt – bekommen habe durch das Halten von NFTs. – Okay. – Zum Beispiel Bored Apes ist vielleicht vielen ein Begriff, ja. Da gab es ja auch irrsinnig viele Airdrops: Wenn du da früher dabei warst, gab es nicht nur NFTs geairdroppt, also geschenkt, sondern auch deren Token geschenkt. Und so bin ich auch immer weiter und tiefer in das Thema Airdrops eingetaucht und habe mich beschäftigt: okay, wo gibt es Incentive-Kampagnen, welche Anwendungen, welche Protokolle haben Coins geplant. Dann kam eigentlich, das war wie ein bisschen ein Domino-Effekt, dann kam Arbitrum, dann kam ENS, Uniswap, da gab es eigentlich durchgehend irgendwo was mitzunehmen und abzuholen.
Das heißt, ab dem Zyklus war dann der Fokus immer mehr auf: nicht einfach nur durchhodln, sondern die Assets auch aktiv nutzen. Alle Assets, oder hast du da immer noch einen Teil, sozusagen Bitcoin-Cold-Storage, der liegt einfach nur da, den fass ich nicht an? – Genau, also ich habe es bei mir auf jeden Fall so strukturiert in meinem Portfolio: Ich habe 50 bis 60 Prozent immer in Stablecoins, das ist mein Arbeitskapital. Die kann ich bewegen, die kann ich moven, mit denen gehe ich halt immer für mich in die Strategien rein, wo es sich am meisten lohnt aus meiner Sicht, wo es gerade gute Yields mitzunehmen gibt. Da bin ich sehr, sehr flexibel. Ich habe das wie eine Pyramide strukturiert. Darauf aufbauend mein Bitcoin-Portfolio – das macht in etwa 35 Prozent meines Portfolios aus. Die nutze ich eigentlich gar nicht zum Arbeiten. Ich weiß, es gibt Möglichkeiten, gestaktes Bitcoin, Bitcoin zu hinterlegen, aber in den Beträgen lasse ich die halt einfach lieber für mich auf meiner Cold Wallet. Ist für mich auch ein Security-Aspekt, sag ich mal. Ich habe eh genug anderes Kapital zum Arbeiten, dass ich die zum Beispiel getrennt habe. Dann, aber anders sieht es wieder aus bei der nächsten Ebene meiner Pyramide: Da habe ich dann Ethereum, knapp 10 Prozent. Mit den ETH arbeite ich auch, aber immer sehr konservativ, ein bisschen Staking mit denen schon. Und dann sind oben, wirklich nur in der Spitze der Pyramide, ein ganz kleiner Teil Altcoins. Das sind maximal 5 Prozent, wo ich dann eigentlich immer nach den Trending-Narrativen gehe, was halt gerade im Zyklus so heiß ist und was man so mitnehmen kann.
Okay, du hast jetzt gerade quasi dein aktives beziehungsweise dein gesamtes Portfolio im Kryptomarkt so ein bisschen besprochen. Welche Rolle spielen denn da, ich sag mal, traditionelle Assets? Hast du dann auch irgendwann mal angefangen, rauszudiversifizieren in Aktien oder andere Assets? – Aktien tatsächlich gar nicht. Ich habe nur ein paar Wohnimmobilien, aber sonst eigentlich sehr, sehr – ich würde sagen, ich bin schon 90 Prozent im Kryptospace. Dafür da halt wirklich sehr, sehr konservativ, weil ich den Großteil eben in Stablecoins habe, und da halt jetzt nicht in irgendwelchen suspicious Stablecoins, sondern wirklich in USDT oder USDC, und mit denen dann halt arbeite. Und das halt auch wirklich sehr, sehr konservativ aus meiner Sicht mache, sodass ich versuche, den Drawdown so gut es geht bei 0 Prozent zu halten. Dass ich sage, okay, ich gebe mich lieber mal mit ein paar Prozentpunkten weniger zufrieden. Dafür habe ich es nicht gelockt, habe es sehr flexibel, kann immer darauf zugreifen, habe es bei mir. Gerade wenn ich so ein bisschen auch – ich bin jetzt nicht so nomadisch unterwegs, aber ich bin generell schon sehr, sehr viel unterwegs. Und ich möchte mich jetzt halt auch nirgendwo örtlich zu sehr binden. Ich möchte immer mein Vermögen möglichst ungebunden haben, dass ich sage, okay, wer weiß, wie sich wo was entwickelt. Ich bin da, wo ich mich wohlfühle, wo die Energy gut ist, wo ich gutes Business aufbauen kann, wo meine Freunde sind, wo ich auch gern mit meiner Familie sein kann. Und da fühle ich mich bei gewissen Assetklassen – wenn ich jetzt zu sehr in Immobilien allokiert wäre, oder, keine Ahnung, andere investieren in Autosammlungen oder was weiß ich –, das würde jetzt halt für mich mit meinem Lebensstil wenig zusammenpassen.
Okay, also da gehe ich voll mit, ist bei mir genau gleich. Wie kommt es dann zu den Immobilien? Also sind die angemietet oder gehören die dir? – Genau, also ich habe was in Österreich und ich habe was in Dubai, das hat sich halt historisch so ergeben. Aber ansonsten jetzt nirgendwo extern, wo ich nicht selbst vor Ort sein kann, und nur wo ich es aus Eigenbedarf ursprünglich benötigt habe. Und das habe ich halt auch gehalten.
Okay, interessant. Du hast erwähnt, ungefähr 50 Prozent, vielleicht sogar ein bisschen mehr in Stablecoins. Ich vermute mal, das wirst du nicht in eine einzige Möglichkeit oder Strategie reinpacken, um Yield zu generieren, sondern das wird wahrscheinlich breit diversifiziert sein. Was ist denn so eine durchschnittliche Rendite, mit der du dich zufriedengibst? Also wo liegt da so das Minimum, was du sagst? Also wenn es das nicht reinbringt, das ist das Risiko nicht wert, falls es das gibt. Und was ist so das Maximum? Oder hast du vielleicht auch einen Teil, mit dem du ganz bewusst ein bisschen mehr Risiko eingehst und dafür dann auch mehr Rendite verlangst? Oder wie ist da deine Vorgehensweise? – Genau, also ich sage mal so, mein Target, mein Wunsch-Target wären immer so 30 Prozent per annum auf die Stables. Und da picke ich dann halt immer raus, was möglich ist. Und da ist man natürlich ein bisschen abhängig auch von den Märkten. Nicht nur, aber man muss die Strategien halt – du weißt ja eh am besten auch – man muss die Strategien halt ein bisschen auch der Marktphase anpassen. In volatileren Phasen gehen halt gewisse Strategien besser, in Seitwärtsphasen wieder andere besser, in steigenden wieder andere. Im Schnitt haben wir jetzt aber die letzten Jahre mit unseren DeFi-Portfolios diese 30 Prozent deutlich übertreffen können. Das war natürlich auch dem einen oder anderen sehr, sehr guten Airdrop geschuldet. Da waren wir im Jahr so knapp zwischen 50 und 60 Prozent. Das ist jetzt nicht mein Must-have. Ich bin happy, wenn ich meine sicheren 25 bis 30 Prozent mitnehmen kann, dafür so gut es geht abgesichert. Wir bauen primär gehedgte Strategien, also ein bisschen wie ein Hedgefonds, oder rein mit Stablecoins, und nehmen da eigentlich das mit, was wir sicher kriegen können.
Das heißt, es geht nicht nur rein um die klassischen Yield-Strategien, wie ich sag mal ganz klassisch – mit Stablecoins wird es wahrscheinlich Richtung Liquidity Mining sehr viel gehen, Staking mit Stablecoins wird wahrscheinlich ein bisschen schwierig –, sondern es geht nicht nur über solche Strategien, sondern auch gleichzeitig darum, wo du dir anschaust, wo können wir gleichzeitig noch Punkte sammeln für potenzielle Airdrops und so weiter. – Genau, da bin ich ja auch relativ glücklich reingekommen in dieses Airdrop-Game. Hat, wie gesagt, damals schon während NFTs und so weiter gestartet. Aber mein größter Airdrop war auch dann der von Hyperliquid. Den haben wahrscheinlich viele mitbekommen, weil wir versuchen halt immer, auf neuen Anwendungen sehr, sehr früh aktiv zu sein. Zum Beispiel neue Future-Börsen, dort Liquidität bereitzustellen, dafür sichere Zinsen zu bekommen und gleichzeitig auch Punkte zu sammeln. Und wir haben zum Beispiel jetzt, wenn ich sage, okay, ich mache auch mal ein Staking, wenn ich sehe, es gibt gute Yields, dann mache ich das entweder auch mit geliehenen Coins – ich leihe sie mir, provide die, sodass ich das Kursrisiko wegnehme – oder ich kaufe sie mir und hedge sie gleichzeitig. Das mache ich dann eben auch auf diesen neuen Future-Börsen, wo ich gleichzeitig Punkte dafür bekomme. Und allein dafür habe ich zum Beispiel bei Hyperliquid einen Airdrop bekommen von 100k, was sich völlig verrückt anhört. Aber du weißt ja, man bekommt diese Airdrops ja direkt zum Token-Launch. Und was ist mit diesem Token passiert? Der hat dann mal eben 12x gemacht. Und den habe ich auch gehodlt. Und somit habe ich einen siebenstelligen Airdrop nur von Hyperliquid mitbekommen. Und das sind dann halt die Ausreißer, die man jetzt nicht so planen kann.
Okay, also ich gehe da total mit, ergibt total Sinn. Gleichzeitig, in meinem Kopf ist so: Du sagst relativ konservativ, 25 bis 30 Prozent, wo in meinem Kopf schon eher – das ist schon eher eine höhere Rendite. Wie schaffst du es denn gleichzeitig da, das Risiko im Zaum zu halten? Und hast du mal beispielsweise Geld verloren durch irgendwelche Hacks oder durch irgendwelche Exploits oder irgendwas in die Richtung? – Gott, also eins nach dem anderen. Wie schaffe ich es, das Risiko sehr niedrig zu halten? Indem wir halt oft die Strategien auch wechseln. Das ist das eine. Also dass wir sagen, okay, wir versuchen den Yield, solange es geht, so hoch wie möglich zu halten. Und das sind dann in der Regel wahrscheinlich zwei, drei Wochen. Wir versuchen dann halt überall die neuen Incentive-Kampagnen mitzunehmen. Wenn neue Blockchains an den Start gehen, dort sehr früh am Start zu sein – natürlich, nachdem die Research abgeschlossen ist, nachdem das getestet wurde, nachdem Audits vorliegen. Und einerseits ist natürlich der Wechsel der Anwendungen, der die Rendite hochhält, andererseits die Absicherung vor den Drawdowns, dass man nur gehedged vorgeht. Wie gesagt, wir machen kaum, kaum wirklich Strategien mit Long Exposure. Es sei denn, es gibt, so wie jetzt, sehr, sehr viele Pre-Sales. Jetzt ist ja auch gerade wieder so ein kleines Pre-Sale-Meta aufgekommen, wo man sagt, okay, du kannst direkt an diesen Pre-Sales teilnehmen. Und gleichzeitig, sobald du deine Token-Allocation weißt, die Menge, die du bekommst, kannst du dich aber auch hier schon wieder absichern, indem du die Coins leerverkaufst. Also Shortest, weil das ist jetzt auch aufgekommen auf diesen neuen Future-Börsen, dass die alle die Token launchen, bevor sie eigentlich auf den Spot-Markt kommen. Das heißt, du nimmst an diesen Pre-Sales teil, hast in kurzer Zeit vielleicht ein Risiko, wo du nicht genau weißt, welche Token-Menge du bekommst. Aber in dem Moment, wo du weißt, welche Token-Menge du zugeteilt bekommst, würden wir jetzt nicht mehr gambeln, sondern sagen, okay, wir locken diesen Preis ein, der dann ein bisschen drüber ist, über das, was man ihn gekauft hat. Und positioniert sich dann direkt short, verkauft die somit quasi ab. Und wenn die Token dann kommen, dann gleicht sich ja dein Future mit deiner Spot-Position im Preis an, dann schließt du das und lockst die Rendite ein. Das haben wir jetzt beispielsweise bei MegaETH auch gemacht, da waren es auch knapp 4x. Also das war schon eine coole Nummer.
Sehr interessant, das ist eine Art von Yield-Farming, die ich persönlich bisher noch nie betrieben habe. – Wir sind ein bisschen nerdy unterwegs. – Das sind ja quasi überwiegend, also so wie ich es raushöre, alles delta-neutrale Strategien. Also quasi so gut wie gar keine Long-Exposure und dafür eben und auch gleichzeitig sehr früh bei neuen Chains dabei. Das ist auch etwas, was ich persönlich – also ich bin im Allgemeinen, glaube ich, im Kryptomarkt mehr der Late-Adopter. Also auch wenn ich im Kryptomarkt bin, etwas, was natürlich aus meiner Sicht die Zukunft sehr prägen wird. Und wir sind ja auch rein statistisch gesehen immer noch früh dran, also Stand heute auch noch, wo viele meinen, oh Gott, bei Bitcoin ist der Zug schon längst abgefahren, und ich denke, ja, das beginnt erst noch wirklich. Aber ja, sehr spannend, wie du das quasi kombinierst mit einerseits frühen Chains, mit Airdrops, mit Token-Launches und so weiter, und so das Ganze aufteilst.
Würdest du denn sagen, das ist sehr zeitintensiv? Also ich meine, wenn das wirklich der Großteil von deinem Portfolio ist, dann gehe ich mal davon aus, dass das wahrscheinlich aufgesplittet ist auf über 10 Positionen in Summe, wahrscheinlich irgendeine Risikodiversifikation. Das wird ja dann auch mit einiges an Arbeit einhergehen, oder? – Genau, also ich würde sagen, ich bin natürlich sehr diversifiziert. Ich habe natürlich jetzt auch größeres Kapital für mich am Arbeiten. Aber wir haben halt in den letzten Jahren wirklich ein großes Research-Team aufgebaut. Wir sind jetzt bei mir in der Company knapp 17 Leute, wovon eigentlich 10 Leute sich ausschließlich mit Recherche, mit Analyse, mit verschiedenen neuen Anwendungen beschäftigen. Wo sich dann halt einer mit dem Thema Pre-Sales beschäftigt, einer mit dem Thema Arbitrage, einer mit dem Thema Liquidity Mining, einer sucht nach neuen Anwendungen, nach neuen Opportunities, nach Kooperationen vielleicht auch mit Protokollen und so. Also, sag ich mal, haben wir es zumindest im Team sehr, sehr gut aufgeteilt. Für uns ist es natürlich sehr, sehr viel Arbeit, aber für unsere Teilnehmer bereiten wir das halt sehr, sehr snackable auf, in sehr konkreten Anleitungen, dass sie es dann eigentlich sehr einfach umsetzen können.
Hast du dann auch – also du hast jetzt gerade die unterschiedlichen Kategorien genannt –, hast du dann den Teil mit den Stablecoins auch innerhalb von den Kategorien ganz bewusst gesplittet? Oder ist es auch wieder marktabhängig, dass du sagst, hey, in der aktuellen Marktphase läuft einfach die Strategie am besten, also ist der Großteil von meinem Kapital dort entsprechend drin? – Nein, auch wieder gesplittet. Wir haben da wirklich regelmäßig unsere Research-Calls. Wir sitzen natürlich auch dezentral, ja, jetzt nicht alle in einem Office, und schauen uns da wirklich an, was gerade geht. Momentan sind es eben durch die hohe Volatilität sehr viele Preisunterschiede, die aufkommen bei diesen ineffizienten Märkten, und gleichzeitig auch die neuen Token-Launches, die auch in diesem Meta dazukommen. Also halt einfach für teilweise sehr viel Chaos auf den Märkten sorgt, aber diejenigen, die halt wissen, was sie tun, das ganz gut ausnutzen können. Indem, keine Ahnung, [unverständlich] war auch so ein Token, der auf zwei verschiedenen Future-Börsen gleichzeitig mit einer 15- bis 30-prozentigen Preisdifferenz gelauncht ist. Was hast du gemacht? Auf der einen Plattform günstiger gekauft und auf der anderen Plattform gleichzeitig teurer verkauft, bis sie die Preise angeglichen haben. Und das ist das, wo momentan sehr viel Fokus drin ist, würde ich sagen, in der aktuellen Phase.
Okay, sehr spannend. Dann vielleicht noch eine allgemeine Verständnisfrage, weil du vorhin gesagt hast, du hast Bitcoin früh gekauft, allerdings nie verkauft. Wie kommst du dann mittlerweile auf eine Cash-Summe von ungefähr 50 Prozent? Hat sich das im Zeitverlauf einfach durch Business-Einnahmen und so weiter angehäuft? – Genau, natürlich auch durch die anderen Coins, die ich jetzt auch noch gekauft habe. Die haben sich ja natürlich auch aufsummiert. Seit 2016 habe ich auch die Ethereum gekauft. Und da habe ich, sag ich mal, ursprünglich dann alles andere bis auf BTC schon gewechselt, bis ich dann irgendwann ein kleines Stablecoin-Portfolio hatte. Und mit diesem Stablecoin-Portfolio, das sollen dann 50, 60k damals gewesen sein. Da bin ich dann ursprünglich in das DeFi-Game reingestartet. – Oh, das heißt, aus 50 bis 60k wurde dann jetzt eine Stablecoin-Position, die über 50 Prozent ist. – Genau. – Das heißt, damit hast du … – Du weißt ja, die Profits bekommt man ja im DeFi laufend. Was du dann damit machst, ob du die reinvestierst oder dann wieder, wenn BTC down ist, ein bisschen nachakkumulierst – so entscheide ich mich dann immer, ja.
Ist denn auch Teil von der Strategie, auch mal zyklisch zu kaufen und verkaufen? Also dass du irgendwann sagst, hey, wir sind jetzt irgendwie, also gefühlt irgendwo in der Nähe vom Bärmarkt, ich habe eine Cash-Position, die ist 50, 60 Prozent groß oder vielleicht sogar noch mehr, weil der Rest entsprechend gefallen ist – jetzt nehme ich einen Teil und reinvestiere den in Bitcoin, in Ether, in andere Altcoins. – Genau. Da gibt es ja dann auch verschiedene Strategien, die man dazu nutzen kann. Das wäre sicher eine Variante, die wir auch machen werden, beziehungsweise werde ich – ich glaube jetzt noch nicht, dass der Zyklus ganz vorbei ist, aber ich habe natürlich vor, meine Altpositionen aufzulösen, ja, und dann den Stablecoin-Anteil wieder zu erhöhen, dass man einfach mehr hat, womit man kursneutral dann Cashflow generieren kann.
Okay, da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen, auf deine Einschätzung zum Zyklus und so weiter. Was mich noch interessieren würde: Thema Auswanderung. War das Ziel von der Auswanderung primär, deine steuerliche Situation zu optimieren? Oder war es eine Kombination aus, Mensch, da gibt es vielleicht noch ein bisschen mehr, vielleicht gibt es auch andere Standorte, die mir besser gefallen? Oder wie kam es dazu? – Das war eigentlich relativ lustig, ja. Ich war eigentlich sehr happy in Österreich, ja. Aber es war jetzt nicht irgendwie was, wo man jetzt, sag ich mal, im Kryptospace wirklich viel machen konnte oder wo sich viel bewegt hat. Und ich hatte ein bisschen, würde ich sagen, schon so ein sehr eingeschränktes Sichtfeld damals noch. Ich war halt Schule, Uni, ein bisschen Urlaubsreisen innerhalb von Europa, aber sonst nicht wirklich viel anderes gesehen. Und dann haben meine besten Freunde aus dem Nichts beschlossen, okay, sie gehen nach Dubai, sie wandern dort hin aus. Und ich denke mir, okay, Dubai, sagt mir jetzt nichts dazu von der Kultur. Die haben mir mehrmals geschrieben, ja, komm uns besuchen, komm uns besuchen. Abgelehnt, ja. Und dann kam aber eben Covid auf, ja, Corona. Und alles war geschlossen. Und dann meinten die: ja, jetzt wird es höchste Zeit, jetzt komm doch mal vorbei, schau dir das mal an bei uns. Und ich muss sagen, ich war dann dort und war erst mal sehr beeindruckt.
Ich hatte ein komplett anderes Bild im Kopf, vielleicht ein bisschen vorgeframed durch Medien und so weiter. Aber ich war irgendwie von Anfang an so schwer beeindruckt, ja. Und ich habe dann direkt sehr, sehr viele deutschsprachige Leute auch kennengelernt, ein cooles Umfeld dort, immer wieder durch Besuche aufgebaut. Und es war dann eher so, dass sich kryptomäßig aus meiner Sicht sehr, sehr viel dort abgespielt hat. Ja, wenn nicht in Singapur, wo sich auch sehr, sehr viel abspielt, dann in Dubai. Und dann war für mich eigentlich die Entscheidung: okay, wie kannst du jetzt für dich sozusagen aufs nächste Level kommen, wie kannst du dein Business ausbauen? Damals war ja das Thema Sicherheit in Europa auch noch nicht so, wie es heute ist. Das war damals nicht so ein Grund. Aber heute würde ich sagen, okay, für mich ist Sicherheit ein großer Wert. Umfeld, Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Businessmöglichkeiten. Und on top natürlich die Cherry, Steuern. Ich bin immer der Meinung, Steuern dürfen nicht das Hauptthema sein. Man muss sich schon wohlfühlen, sonst bringt das Ganze nichts. Weil das muss dir schon gefallen, du richtest ja dein ganzes Leben danach aus. Und es ist ja nicht so, wie sich das viele bei Dubai vorstellen: Ich melde mich dort an und bin dann nie dort und chille dann weiter in Europa. So geht es ja leider auch nicht.
Würdest du denn sagen, dass die Vorurteile zu Dubai oder über Dubai korrekt sind? Ist da was dran? Oder würdest du sagen, die Medien stellen Dubai einfach komplett ins falsche Licht und in Wirklichkeit ist es anders? – Also, das ist ziemlich, ziemlich lustig sogar. Einer meiner besten Freunde hat eine Immobilien-Company. Und der wurde da interviewt von einem großen deutschen Fernsehsender und so weiter. Die haben eine Reportage gedreht. Und lustigerweise wurden alle neutralen bis stark positiven Szenen gekürzt und in ein sehr, sehr interessantes Licht gerückt. Und daraufhin hat mein Kollege die dann kontaktiert, was das soll, den Redakteur hat er gekannt. Und die meinten, sie haben den Auftrag beziehungsweise sie dürfen das nicht in einem gewissen positiven Licht darstellen lassen. – Oh, krass. Okay. – Schon sehr, sehr, sehr crazy. Und irgendwo muss ich sagen, ich verstehe es wahrscheinlich auch: Wenn die Leute wüssten, wie gut, unter Anführungszeichen, das Leben woanders sein kann, dann würden wahrscheinlich viel, viel mehr diesen Schritt wagen. – Oh ja, das glaube ich persönlich auch.
Okay, sehr spannend, also gerade auch mit Fernsehsender. Ich meine, ich habe das von einer Person schon mal persönlich mitbekommen, von Christoph Feuermann, der dir vielleicht auch was sagt, mit Galileo und so weiter, wo dann auch wirklich ins schlechte Licht, alles wird einfach schlechtgemacht. Das war aus meiner Sicht schon sehr, sehr interessant. Aber ja, dass so etwas tatsächlich auch bei Dubai stattfindet oder im Allgemeinen, dass vielleicht das Ausland nicht so attraktiv gemacht werden darf, sehr spannend.
Ja, gut. Was dein Portfolio angeht: Du hast einerseits erwähnt, 90 % Krypto, also du bist nach wie vor absoluter Believer. Wenn man so positioniert ist, geht man auch davon aus, Krypto ist wahrscheinlich erst am Anfang, da wird noch ordentlich was gehen im Kryptomarkt, wovon ich ebenfalls ausgehe. Dann hast du gesagt, Immobilien hast du noch. Gibt es denn sonst noch irgendwelche Anlageklassen? Weil du hast ja ursprünglich gesagt, du hast eigentlich nach Gold recherchiert. – Ja, irgendwie setze ich für mich bis heute noch Bitcoin mit Gold irgendwie gleich. Dementsprechend ist für mich Bitcoin jetzt auch nicht das klassische Investment. Ich sehe es eher als Wertspeicher, für mich als Schutz gegen Inflation, für mich als ein bisschen ein Stück Freiheit. Ich weiß, es gibt jetzt auch viele, die sagen, vielleicht steigt Bitcoin gar nicht im Preis, vielleicht ist es nur die Fiat-Währung, die im Wert kollabiert, was es nur so anschaulich macht. Kann man jetzt auch wieder darüber diskutieren. Aber ich glaube grundsätzlich, wir stehen nach wie vor ganz am Anfang im Kryptospace, wenn wir uns ansehen, wohin die Reise gehen kann und was auch gerade passiert, was viele gar nicht mitbekommen, weil sie nur auf Preise gucken und gar nicht schauen, was so hinter den Kulissen passiert. Dementsprechend habe ich teilweise trotzdem noch, auch nach zehn Jahren im Kryptospace, oft das Gefühl, ich bin underexposed, ohne FOMO. – Sehr spannend.
Wie siehst du denn die Zukunft von Bitcoin? Also, welche Rolle wird Bitcoin mal später spielen, deiner Meinung nach, in der Welt? – Genau, also ich glaube, Bitcoin wirklich als Reserve, als Reservewährung, wie teilweise Gold für mich persönlich, so schätze ich das ein, als Schutz, ja, als sicherer Hafen. – Auch als Währung? – Als Währung, nein, als Währung glaube ich nicht. Für das ganze Währungssystem müssen sich die Länder dieser Welt was Neues einfallen lassen. Glaube ich jetzt nicht. Also, ich weiß nicht, wie du es siehst. – Genau gleich. Also als Rechnungseinheit etwas, was so volatil ist – und selbst in der Zukunft kann ich mir nicht vorstellen, dass Bitcoin mal preislich so stabil ist, als dass es sinnvoll sein könnte, die Preise in Satoshis oder so anzugeben. – Nein, das glaube ich auch. Ich glaube eher, dass es vielleicht Richtung – also wenn man jetzt in die USA guckt, geht ja alles gerade in Richtung Stablecoins. Ob das tatsächlich eine Private Company ist, die jetzt den Durchbruch bei Stablecoins schaffen wird, wage ich auch zu bezweifeln, dass sich der Staat dieses Monopol nehmen lässt. Also, da weiß ich noch nicht, ob es jetzt wirklich eine Zentralbankwährung ist oder ein Stablecoin. Aber ich glaube, in diese Richtung wird es gehen. – Okay, ja, also da teile ich mehr oder weniger die gleiche Meinung, mit Bitcoin als so eine Art digitales Gold, auch nicht unbedingt. Also ich persönlich sehe es nicht als Ersatz für Gold, sondern eher als zusätzliche Alternative in der Hinsicht.
Wie siehst du denn, ich sag mal, die Zukunft von DeFi? Weil wir haben jetzt vorhin schon gesprochen, also DeFi hat ja schon echt wilde Zeiten hinter sich, mit, also ich, 1000 % APY, was ja vollkommen normal war, mit inflationären Tokens. Ja, also ich glaube, alles wird so – die ganzen Extremphasen werden im Zeitverlauf wahrscheinlich immer, immer mehr abgeflacht oder flachen ab, und es wird alles ein bisschen konservativer, alles ein bisschen normaler, sag ich mal. Wie siehst du denn DeFi in 5 oder 10 Jahren oder in der Zukunft? Was glaubst du, wird da die Rolle sein? – Ja, das wird sehr, sehr crazy. Also Volatilität, hast du jetzt schon gesagt, wird natürlich viel, viel flacher, glaube ich auch, aber rein tiefer – wir sehen es ja jetzt schon, auch wenn die Leute super ungeduldig sind, ich sag mal Tokenization von Assets. Ich glaube, das kann sich heute noch gar keiner vorstellen, was das in Wirklichkeit heißt, wenn zukünftig alles auf der Blockchain ablaufen wird, und das sieht für mich gerade danach aus, als würde das passieren. Larry Fink, die ganze Wall Street wollen dieses Thema durchsetzen um jeden Preis. Natürlich sind sie daran interessiert, dass alle Assets auf die Blockchain kommen, weil neue Märkte, das heißt, sie sind global und 24/7 handelbar. Und wir können ja jetzt im DeFi auch schon, auch wenn noch wenig Liquidität vorhanden ist, diese Strategien, die wir sonst mit irgendwelchen kleinen Coins bauen, mit Aktien in der Theorie bauen. Das heißt, du kannst deine Tesla-Aktien beleihen, kannst dir dafür andere Coins leihen, du kannst sie staken, du kannst sie in einen Liquidity Pool packen und dafür wieder Zinsen generieren – um nur eins von vielen kleinen Beispielen oder Use Cases zu nehmen, wo man jetzt schon erkennen kann, in welche Richtung es gehen kann und wird. Und ich glaube, ich bin eigentlich felsenfest davon überzeugt, dass mit DeFi und mit dem Schritt jetzt auch der Wall Street in den DeFi-Bereich, dass, wenn man sich auskennt, die Chancen und die Möglichkeiten nur noch breiter werden. Wie siehst du es?
Also Tokenisierung, da gehe ich voll mit. Ich glaube, da sind wir immer noch ganz, ganz, ganz zu Beginn von einem Trend, der in den nächsten paar Jahren immer stärker werden wird. Und ich meine, Stand heute, wenn man sich mal überlegt, was nötig ist, um ein Haus zu kaufen oder ein Haus zu übertragen, mit Grundbucheintrag und dem ganzen Kram, und auch die Kosten, die damit einhergehen – wenn man dann überlegt, man hätte das Ganze als Token, wo man dann quasi auch ein Haus mit anderen Leuten einfach teilen kann, man könnte Teile von Häusern halten, super simpel. Also aus meiner Sicht ist es einfach nur ein No-Brainer, dass man das Ganze effizienter macht. Oder auch die Geschichte mit dem Aktienmarkt, dass es Börsenzeiten gibt, im Jahr 2025, wo das Internet schon über 25 Jahre existiert. Das ist schon krass, dass es immer noch so ist, hey, Börse hat geschlossen, und dass sich Märkte dann auch so entwickeln. Also ja, aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein neues System kommt, das das Ganze einfach nochmal effizienter macht, transparenter macht und einfach 24/7 – dass solche Märkte einfach nicht mehr schlafen, wie es derzeit der Fall ist.
Wie siehst du das, ich sag mal, das Zusammenspiel zwischen traditionellen Märkten beziehungsweise dem traditionellen Finanzsystem und DeFi? Denkst du, das geht ineinander über, oder glaubst du, DeFi wird so ein Ersatz für das alte System? – Ich glaube, sie müssen es so übertragen, ja, das alte System in das neue System, dass es die Leute teilweise gar nicht mitbekommen oder mitbekommen werden, ja. Weil sonst hat man ja wieder die Angst vor dem technologischen Fortschritt und so weiter. Einfaches Beispiel, ja, Ticketing: Wenn ich mir jetzt nur anschaue, es gibt bereits erste Veranstaltungen, ob es jetzt das Tomorrowland Festival oder so ist, wo jeder das Ticket als NFT bekommen hat auf sein Smartphone, und die meisten wissen es eigentlich gar nicht, die sehen nur den QR-Code am Phone und wissen gar nicht, dass es ein Token ist, der auf der Blockchain eigentlich abgebildet ist. Und ich glaube, das ist ein sehr bildliches Beispiel dafür, wie sich das implementieren muss, damit die Leute es nutzen und auch keine Angst davor haben vor neuen Technologien, quasi im Hintergrund. Und ich glaube, das ist der Way to go, dass es so seamless und so smooth wird, dass du nicht den aufwendigen Weg musst, mit deiner Wallet, mit Approvals – und du kennst es ja, es muss halt massentauglich werden. Und das wird es aber, glaube ich, auch sehr, sehr zeitnah. Ich glaube, wir gehen da sehr große, große technologische Schritte, auch in sehr kurzer Zeit, und da bin ich eigentlich sehr zuversichtlich.
Ja, also ich denke jedes Mal, wenn ich jemandem Neuem zeige, wie DeFi funktioniert und wie eine Transaktion – und dann muss man jetzt das hier bestätigen, wo dann irgendein Hash angezeigt wird –, ich denke, für irgendwelche Leute, die komplett neu sind, die sind also völlig zu Recht vollkommen überfordert, wie das Ganze ist. Ich glaube, das war jetzt vor Kurzem, ich glaube, gestern mal, das habe ich in einem Podcast gehört, wo ein Bitcoin-OG die Meinung vertreten hat, dass Krypto quasi erschaffen wurde für – also quasi das Geld für die AI, dass das eigentlich ursprünglich gar nicht für Menschen gemacht wurde, sondern quasi so eine Art kompliziertes Internetgeld oder Computergeld, was die Algorithmen natürlich perfekt nutzen können. Weil für die User Experience ist es ja völlig egal, die AI kann das ja problemlos nutzen. Ich gehe halt davon aus, dass später mal AI beziehungsweise DeFi – also ich meine, AI kann heute nicht mal einfach so einen Bankcode eröffnen, aber eine Adresse auf der Blockchain, Transaktionen machen und so weiter. Das wird auch noch sehr spannend, wie dann quasi diese Systeme mit Geld umgehen können, sich selbst erst aufbauen können und so weiter. Ja, also, ich denke, auch wenn jetzt vielleicht in diesem Zyklus AI-Krypto so ein bisschen die Show gestohlen hat – also zumindest bisher haben wir noch keine Altcoin-Saison gesehen, ich bin mal gespannt, was du da gleich auch dazu sagen wirst –, weil vielleicht auch einfach andere Assets, wie das Thema AI-Stocks oder irgendwas, was mit künstlicher Intelligenz zu tun hat, momentan vielleicht ein bisschen attraktiver oder interessanter war für viele. Aber langfristig gesehen denke ich, dass dieser Trend zu AI wahrscheinlich einer der größten Katalysatoren sein wird, dass solche Systeme einfach – also quasi alles dezentral auf einer Blockchain mit Blockchain-Technologien nutzen werden. Ja, von daher denke ich, das wird auch später mal quasi sich so kombinieren, dass beides richtig stark wachsen wird.
Aber ja, lass uns vielleicht mal – bevor wir auf den aktuellen Zyklus noch ein bisschen zu sprechen kommen –, mich würde noch vielleicht im Allgemeinen interessieren: Wenn du Stand heute nochmal neu starten müsstest mit deinem Krypto-Portfolio – gehen wir mal davon aus, du hast jetzt aus irgendeinem Grund alles verloren, du startest jetzt mit 10.000 Euro und du müsstest Stand heute starten –, was wäre denn so grundsätzlich deine Vorgehensweise mit den 10.000 Euro? Würdest du die gleich verteilen, wie du Stand heute hast, so in etwa, was das Portfolio angeht? Oder würdest du dann ganz gezielt ein größeres Risiko eingehen, weil das große Vermögen noch nicht da ist, es eher auf Vermögensaufbau jetzt der Fokus ist, weniger Vermögenserhalt? Wie würdest du da konkret vorgehen? – Genau, also ich persönlich würde mit den Skills – also wenn ich die Skills behalte, gehen wir davon aus – nach wie vor mit DeFi starten, aber zuerst mit 100 % Allocation, ja. Warum? Weil ich da tagtäglich dann Cashflow generiere. Das heißt, ich kann dann mit dem Cashflow auch wieder ein Polster aufbauen, aus Bitcoin beispielsweise, kann den in Bärenmärkten weiter akkumulieren oder, wenn ich sehe, er geht down, er dippt, weiter akkumulieren mit gewissen Strategien auch. Und kann dann zusätzlich auch mit dem Teil, den ich in DeFi habe, teilweise auch mit einem kleineren Portfolioanteil riskantere Strategien fahren, ja, oder teilweise mit Long Exposure fahren, oder auch mal einen Gamble wagen, ja. Aber halt alles mit Strategie und Kalkül. Und so würde ich mir dann wieder ein Portfolio aufbauen, ein Arbeitsportfolio, und dann langfristig auch wieder ein HODL-Portfolio dazu. Also das würde ich eigentlich genau wieder so machen.
Okay, das heißt, du gehst nach wie vor davon aus, die größten Chancen sind derzeit im DeFi-Space. – Ich persönlich würde es wieder so machen, ja. Ich meine, was aktuell wieder sehr viel dazukommt – was Memecoins so ein bisschen die Show gestohlen hat – und aktuell würde ich sagen, ist dieser ganze Wettmarkt, unter Anführungszeichen, ja. Da ist doch sehr, sehr viel Liquidität drin, würde ich sagen. – Bist du da auch aktiv drin? – Ja, tatsächlich. Tatsächlich habe ich auch schon die eine oder andere DeFi-Strategie mit diesen Plattformen gebaut, weil du auch auf gewisse Optionen bauen und setzen kannst. Das ist eine Möglichkeit, entweder deine eigenen Trades oder deine eigenen Strategien damit abzusichern, indem du gleichzeitig auf die Gegenpartei wettest oder Ähnliches. Oder auch, du hast zwischen zwei verschiedenen von diesen Plattformen – da gibt es ja jetzt fast tagtäglich neue von diesen Wettplattformen, die an den Markt gehen –, wo du auf ein und dasselbe Ereignis wetten kannst und dann auch zwischen den Plattformen Arbitrage mitnehmen kannst. – Ja, das habe ich auch schon gesehen auf Polymarket und Kalshi, dass da ja öfters das Gleiche gewettet wird, aber die Quoten unterschiedlich sind. – Gefundenes Fressen, ja. So was nehme ich dann halt mit, so was ist dann halt, ja, snackable.
Okay, dann lass uns jetzt vielleicht mal noch auf die aktuelle Situation ein bisschen drauf eingehen. Wie siehst du aktuell den Zyklus? Du hast vorhin schon erwähnt, du gehst nicht davon aus, dass dieser Zyklus bereits vorbei ist. Heißt das, du bist im Camp von "dieses Mal ist es anders"? Sehe ich das richtig? – Ich halte es für wahrscheinlicher, ja. Also, ich sag mal so, keiner weiß es zu 100 %. Noch haben wir weder für die eine noch für die andere Seite die 100-prozentige Bestätigung. Wissen werden wir es wahrscheinlich erst in den kommenden Wochen und Monaten, ja, welche Seite final recht hat. Aber wenn ich mir halt ansehe, was einerseits gerade so hinter den Kulissen passiert, ja, welche Player gerade in den Cryptospace reinkommen, so die Letzten eigentlich, die sich dagegen gewehrt haben – ob das jetzt JP Morgan ist, ob das die Bank of America ist, ob das Vanguard ist, ob das – wen haben wir da noch? Da war noch ein vierter großer, ja, der sich gewehrt hat. Sei es, wie es sei, es haben sich letztendlich nach diesem Crash jetzt alle Letzten, die sich irgendwie gegen Krypto und den Einstieg in Krypto gewehrt haben, plötzlich zufällig dazu bereit erklärt, jetzt in den Cryptospace einzusteigen, was schon sehr, sehr crazy ist. Ich meine, JP Morgan wurde ja auch Marktmanipulation vorgeworfen, ist jetzt ein anderes Thema. Aber das sind mal so die Events beziehungsweise das Backing, was ich sehr, sehr positiv finde. Dann halte ich für wahrscheinlich, ja, dass der ganze Business Cycle beziehungsweise der Liquiditätszyklus nächstes Jahr – viele gehen davon aus, Q1, Q2 – ordentlich nach oben gehen wird. Weil wir haben es ja jetzt gesehen in der Wirtschaft, QT hat geendet mit 1. Dezember. Alle warten, bis QE jetzt beginnt, und ob das dann versteckt mit diesen Stimulus-Checks beginnen wird, oder ob da direkt die Finanzspritze kommen wird. Ich glaube, wir hängen massiv an der Liquidität. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich glaube, Liquidität wird 2026 in die Märkte kommen, davon bin ich überzeugt. Und ich glaube nach wie vor, wenn Liquidität in die Märkte kommt, dann kann es für mich persönlich nicht anders sein, außer dass die Risk-on-Assets gut performen werden.
Ja, also da gehe ich grundsätzlich mit, weil auch schon die ganzen Analysen mit globaler Liquidität, Zusammenhang mit Krypto – das ist ja nachgewiesenermaßen zumindest bisher der größte Preistreiber gewesen. Also wenn es so kommt, dann gehe ich da definitiv mit. Also das ist ja auch im Wesentlichen, verfolgst du wahrscheinlich auch Raoul Paul, gehe ich davon aus. – Ja, hat er auch gesagt. – Genau, ja, ist sein Base Case nach wie vor, dass wir das sehen in 2026, verlängerter Zyklus. – Das hat er auch noch bestätigt, by the way. – Okay, spannend.
Also hältst du im Allgemeinen vom Vier-Jahres-Zyklus wenig oder nichts, also dass man quasi sich auf die zeitliche Komponente verlässt? – Ja, bisher hat er immer gut funktioniert, der Vier-Jahres-Zyklus. Viele sagen halt, er hat funktioniert, weil er über den Liquiditätszyklus beziehungsweise Business-Zyklus gelegt war und das gut übereingestimmt hat. Aber Krypto ist halt noch so ein junges Thema. Also mich würde es da jetzt nicht irritieren, wenn es da jetzt einen Zyklusbruch, unter Anführungszeichen, gibt, weil der Markt noch so jung ist, dass er sich ja in alle Richtungen bewegen kann. – Gehst du denn davon aus, dass wir später keine Zyklen mehr sehen? Also bist du in dem Camp, oder sagst du, Zyklen wird es immer geben, nur vielleicht abgeschwächter? – Ich glaube, diese Zyklen werden immer weniger volatil. Je größer die Player werden und je größer sie allokiert sind, desto flacher werden die Zyklen. Also desto weniger Volatilität werden wir sehen. Es kann schon Zyklen geben, aber wirklich so, dass es eigentlich nur mehr marginale Schwankungen gibt.
Okay, spannend. Das heißt, laut dir, 2026, zumindest der Beginn davon, eher noch potenziell bullish. Hast du denn auch konkrete Preisziele oder irgendwas, was du dir zumindest vorstellen kannst bei Bitcoin? Setzt du dir überhaupt Preisziele? Oder ist es mehr was, du hodlst mit deinem Bitcoin-Teil sowieso durch? – Das ist eigentlich relativ egal. Ich hodl meinen Bitcoin-Teil sowieso, aber ich werde immer wieder gefragt von den Leuten: Wo denkst du, dass wir hingehen, wo denkst du, dass wir hingehen? Mir persönlich ist es nicht wichtig, wo wir hingehen. Langfristig ist für mich klar, wo wir hingehen werden, wenn ich jetzt wieder auf 10 Jahre blicke, in welche Richtung wir gehen werden. Aber so kurzfristig kann ich mir nach wie vor vorstellen, dass Bitcoin so 140, 150k auch noch in diesem Zyklus – wenn man jetzt wie Raoul Paul davon ausgeht, dass es ein Fünfjahreszyklus ist –, dass man die 140 bis 150k erreichen kann. – Heißt das dann auch gleichzeitig, dass du davon ausgehst, wir sehen diese typische Dynamik von erst Bitcoin, finales Zyklus-Top, und dann Altcoin-Saison, und Altcoins gehen nochmal durch die Decke? – Genau, ich denke schon, dass einige Altcoins sehr, sehr gut performen werden, aber ich denke nicht, dass jetzt alles sehr gut performen wird. Also ich glaube schon, dass wir eine Altcoin-Rallye danach auch noch bekommen können, aber ich glaube jetzt nicht, dass der gesamte Altcoin-Markt mit seinem ganzen Schmutz, der sich in den letzten Jahren angesammelt hat, da wirklich gut performen wird. – Okay, ja, das ist auch mein Base Case. Also nicht quasi eine Wiederholung von 2021, sondern eher gezielte Altcoin-Rallyes von einigen wenigen Projekten, gibt es wenige Projekte, ein paar Narrative, die spannend sind. – Genau so denke ich es auch.
Welche Narrative findest du für diesen Zyklus spannend? Also, du hast erwähnt, maximal 5 % Altcoins – investierst du das in Narrative oder Projekte allgemein, von denen du viel hältst? – Genau, also ich habe versucht, mich in die 5 Narrative, wo ich sage, okay – oder 5, 6 Narrative, wo ich glaube, dass die viel Potenzial haben –, zu positionieren. Ob das jetzt AI ist, ob das Real World Assets sind, was natürlich noch relativ am Anfang steht, ob das DeFi Coins sind, Oracle Coins – das sind so meine Go-to-Coins, ja. Ich versuche immer so ein, zwei Narrativ-Leader pro Meta mitzunehmen, also wirklich bewusst nicht zu breit gestreut, und bei den 5, 6 Narrativen je ein, zwei Narrativ-Leader, dann sind die 5 % gut allokiert aus meiner Sicht. – Das heißt, du setzt jetzt ganz gezielt auf die Platzhirsche in den jeweiligen Narrativen. – Genau.
Okay, spannend. Heißt konkret, 2026 zumindest zu Beginn nochmal bullish, Bitcoin eventuell 150.000, 160.000, spielt allerdings keine wirkliche Rolle für dich. Hast du auch irgendwelche konkreten Preisziele für Ethereum oder irgendwas, was du dir vorstellen kannst, weil das ja auch ein guter Teil ist von deinem Portfolio? – Ja, ja, ja, Ethereum, ja. Ich bin nach wie vor sehr, sehr bullish auf Ethereum, ja. Du weißt ja, es ist der Base Layer für DeFi, Stablecoins, noch für Real World Assets auch. Und ich halte das Preistarget von 6k plus für Ethereum auch durchaus realistisch, ja. – Siehst du dann danach auch einen ganz klassischen Bärmarkt? Oder denkst du jetzt durch die Spot-ETFs, durch die institutionelle Adoption und so weiter, dass das alles immer mehr abflacht und wir vielleicht nur eine relativ geringe Korrektur sehen in diesem Bärmarkt im Vergleich zu den Zyklen zuvor? – Ja, ich meine, ich habe heute auch eine interessante Statistik gesehen: Also die Drawdowns werden schon immer weniger, ja. Auch wenn es sich für viele Neue sehr hart anfühlt, wird es gemessen schon immer flacher, jetzt schon, ja, kann man schon sehen. Ich glaube, 2026 wird ein sehr, sehr spannendes Jahr. Auch in der Weltwirtschaft weiß halt keiner, was jetzt so richtig passiert. Aber ich persönlich gehe davon aus, dass es dann im Sommer eher ein bisschen abflachen wird, ja, nochmal 2026, und kann mir dann aber durchaus vorstellen, dass der Winter wieder spannender werden kann, ja. – Oh, spannend. Okay, das würde bedeuten, gerade dann, wenn eigentlich rein zeitlich gesehen viele von einem Tiefpunkt vom Bärmarkt ausgehen, dass es Richtung dahin nochmal spannender wird. – Genau, aber I don't have a glass ball. – Wie wir alle nicht, ja. Das ist, glaube ich, auch ganz wichtig, dass man sich das bewusst macht, auch wenn sehr viele Leute sehr überzeugt von ihren Meinungen sind und so weiter.
Dann vielleicht die Gegenfrage: Also wenn du jetzt tatsächlich noch relativ bullish bist, was müsste denn passieren, dass du sagst, nein, ich glaube, das war es mit diesem Zyklus? Also was ist die Gegenthese? Gibt es irgendwelche Daten, die du anschaust, und wenn die irgendwie negativ sind oder das erreicht ist, dann sagst du, ich glaube, das war es? – Ja, ich würde sagen, wenn jetzt halt wirklich so politisch komplett die Gegenrichtung wieder eingeschlagen werden würde. Für mich – ich denke jetzt nicht in ein, zwei Jahresschritten, ich denke immer viel, viel langfristiger. Und da geht es für mich halt langfristig gerade in einen sehr, sehr guten Weg, und ob das dann jetzt kurzfristig nicht erreicht wird, ist okay. Ob gewisse Preisziele kurzfristig nicht erreicht werden, ist für mich nicht so schlimm, weil ich weiß, wenn diese Adaption, die wir ja im Hintergrund sehen, langfristig voranschreitet, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die aufgeht. Dann kann man ja gewisse harte Rücksetzer nochmal als Chance oder als Opportunity sehen, sich nochmal gut aufzustellen, da, wo man dann im All-Time-High wieder gesagt hat, oh, da habe ich viel zu wenig. Da geht es uns, glaube ich, allen so, da nochmal nachzulegen. Und was mich jetzt wirklich negativ stimmen würde, wie gesagt, wäre, wenn jetzt komplett die Trendwende eingeleitet werden würde, wo alle dann sagen, okay, nein, Krypto ist nicht der Weg, Blockchain ist nicht der Weg, die Finanzinstitute wenden sich ab, wenn BlackRocks IBIT-ETF nicht der erfolgreichste ETF aller Zeiten wäre. Aber das sind ja alles Dinge, die erreicht wurden in einem Sentiment, das eigentlich gar nicht so stark ist. Jetzt, wenn dann Liquidität auch noch dazukommt, mache ich mir da relativ wenig Sorgen eigentlich. Ich sehe eher Rücksetzer als Chancen, Strategien anzupassen, nochmal gegebenenfalls irgendwo nachzulegen. Es gibt für mich oft oder meistens eigentlich keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, es sei denn, es würde sich fundamental was ändern, es sei denn, diese Quantencomputer würden kommen und von heute auf morgen Bitcoin knacken. Aber das ist ja alles nicht das Thema. – Gut, ja, auch ein aktuelles FUD-Thema mal wieder, wie immer.
Okay, dann vielleicht die zweitletzte Frage. Du sagst, du denkst im Allgemeinen relativ langfristig. Wo siehst du denn langfristig Bitcoin, ich sag mal von der Größe her? Denkst du, Bitcoin wird irgendwann mal Gold überholen? Denkst du, Bitcoin wird auf das Niveau von Gold gehen, oder glaubst du, Bitcoin wird im Allgemeinen eher ein kleinerer Teil sein? Oder wie siehst du Bitcoin später mal? – Ich glaube schon, dass wir auf das Niveau von Gold kommen können. Nicht heute, nicht morgen, aber über die nächsten zehn Jahre. Also ich bin persönlich auch ein großer Zahlenmensch. Ich liebe halt einfach die Tokenomics, die so transparent ist, die sehr leicht verständlich ist bei Bitcoin, im Vergleich zu heute vielen Altcoins, wo du dir mal ein 40-seitiges White Paper durchlesen musst, um die Tokenomics zu verstehen. Und dementsprechend ist für mich halt Bitcoin sehr, sehr, sehr, sehr rar. Es gibt halt maximal 21 Millionen Bitcoin und aus meiner Sicht wesentlich mehr Nachfrage als Angebot. Und das wird halt langfristig dazu führen, dass man früher oder später in einen Supply-Schock gerät. Ob die Leute daran glauben oder nicht, die Institutionen glauben daran.
Gibt es irgendeine Frage zum Bereich Krypto oder auch persönliche Finanzen, irgendetwas, wo du denkst, Mann, warum hat er mir die Frage nicht gestellt, die hätte ich gern beantwortet? Irgendetwas, was wir ausgelassen haben, irgendein wichtiger Punkt, ein wichtiges Thema? – Vielleicht so eine Newbie-Frage, die oft kommt: Ist es nicht schon zu spät? Die höre ich sehr, sehr oft: Es ist doch schon viel zu spät, für Bitcoin ist das schon viel zu spät, für DeFi ist das schon viel zu spät. Für jeden Trend mag es zu spät sein. Aber ich habe mir 2016, als ich in Bitcoin auch eingestiegen bin, gedacht, der wird niemals auf 1.000 Dollar gehen. Oder – wer weiß, ich habe ihn noch knapp unter 1.000 bekommen oder auf 2.000 –, das war für mich schon astronomisch, vorzustellen, dass er sich verdoppelt. Und ich glaube, so ist es aber immer, wenn man sehr, sehr früh in Themen dran ist. Man muss sich ranwagen, man muss es probieren. Es gibt in unserem DeFi-Space so viele Chancen und Möglichkeiten, die Leute stellen es sich ultra komplex vor. Aber wenn man dann mal drin ist, sieht man eigentlich, was alles möglich ist, wenn man ein bisschen Zeit investiert. Und ich glaube, gerade jetzt, wo sich der Space so rasant weiterentwickelt, ist es wichtig, mitzuziehen und seine Fühler auszustrecken und Teil dieser neuen Bewegung eigentlich zu sein. – Ich denke auch, es gibt keinen anderen Bereich wie DeFi, wo man mit so wenig Recherche so einen massiven Informationsvorteil bekommen kann. Das ist crazy, denke ich immer wieder. Man muss nur einmal ein bisschen auf Twitter aktiv sein, was man da für Alpha noch heute, Stand heute, bekommen kann und Sachen nutzen kann, die die allerwenigsten tatsächlich auf dem Schirm haben. Und da ist DeFi wirklich … – Und da hat er auch ein Geschenk bekommen für wenig Aktivität. – Ja, es ist wirklich so, ja.
Cool. Manu, vielleicht die letzte Frage noch: Wo können Leute mehr über dich erfahren? Du hast einen eigenen YouTube-Kanal, du hast eine eigene Plattform, wo du das Ganze unter anderem beibringst. Wo können die Leute mehr darüber erfahren? – Genau, also ich habe eine Homepage, web3universe.de. Da kann jeder gerne reinschauen. Ich habe einen YouTube-Channel, ManuWeb3. Da freue ich mich natürlich auch, wenn viele vorbeischauen. Ich mache auch sehr viele Livestreams. Wenn da jemand Fragen hat, Lust hat, gerne reinkommen, Fragen stellen. Und ja, ich helfe jedem gerne weiter, erste Steps in diesem Bereich zu gehen. – Tipptopp, alles klar. Und dann danke für das Gespräch. Und bis zum nächsten Mal. – Danke, sehr gerne. Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.
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