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Kevin Söll

Bitcoin: Was spricht für und gegen einen Bärenmarkt?

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So, meine Lieben, heute mal das erste Video wieder ohne Maske. Und schon mal danke vorweg für die ganzen Kommentare, die ich von euch bekommen habe bezüglich der Genesung und so weiter, jetzt in den letzten paar Tagen, bezüglich meiner Nase. Die verhält sich auch immer noch gut, also die spannt immer noch ziemlich und innen drin ist noch alles voll mit Blut von der OP, und das dauert jetzt wahrscheinlich noch mehrere Wochen, bis das dann alles irgendwann mal schrittweise rauskommt und so weiter und so fort. Aber langsam und sicher hört jetzt so langsam die Blutung auf, und deshalb kann ich das auch hoffentlich heute mal ohne Maske starten.

Aber anyway, das soll uns heute gar nicht stören. Und zwar starten wir direkt in den Newsletter rein, beginnen mit einem kurzen Marktupdate, danach geht es weiter mit ein paar nennenswerten News, und wie immer gilt: Alles ab dem Zitat der Woche, inklusive auch meinem eigenen Portfolio, und zum Schluss aus meiner Sicht ein super interessanter Part — zumindest fand ich den persönlich super interessant. Also ja, falls du auf diese Teile ebenfalls Zugriff haben möchtest, dann einfach und gratis eintragen, dann bekommst du das ebenfalls zugeschickt.

Gut, dann lasst uns auch direkt mit dem ersten Punkt starten. Und zwar hat jetzt Bitcoin in der letzten Woche mit ungefähr minus 13.700 Dollar die größte rote Wochenkerze in seiner Geschichte geschlossen. Und es fanden auch während der Zeit mehr Liquidationen statt als zum Kollaps von FTX, also zum Tiefpunkt vom Bärmarkt. Die Frage, die sich derzeit deshalb jeder stellt, ist: Okay, ist das jetzt nur irgendwie ein gewöhnlicher Dip, den wir schon in der Vergangenheit zuhauf gesehen haben im Bullrun, oder ist es tatsächlich der Beginn von einem Bärmarkt? Denn Fakt ist: Es weiß einfach keiner, und das Einzige, was uns übrig bleibt, ist, nach den Wahrscheinlichkeiten entsprechend zu handeln. Deshalb lasst uns heute mal gemeinsam anschauen, was derzeit eher positiv ist, also für den Fortlauf von einem Bullrun spricht, genauso auch das Negative.

Positiv auf jeden Fall die globale Geldmenge, die jetzt ab ungefähr April bzw. Ende März wieder stärker ansteigen soll. Das Ganze siehst du auch hier nochmal bildlich dargestellt, in Grün die globale Geldmenge bzw. hier der Lead davon, und hier in Blau der Bitcoin-Preis. Und wie du da siehst — ja, in der Vergangenheit war bisher die globale Geldmenge der größte Preistreiber, und auch im Allgemeinen ist die Korrelation zwischen Bitcoin und der Geldmenge in der Vergangenheit bisher relativ stark gewesen.

Was zudem positiv ist, ist der Umschwung in eine Pro-Krypto-Regulation, jetzt gerade in den USA, was aus meiner Sicht vermutlich mittel- bis langfristig auf jeden Fall nochmal zu einem Aufschwung entsprechend führen sollte. Zudem haben wir auch On-Chain gesehen, dass Bitcoin-Wale allein in den letzten 30 Tagen ungefähr 65.000 Bitcoins nachgekauft haben. Das heißt, da könnte man sich jetzt denken: Okay, wenn Wale jetzt tatsächlich relativ aggressiv in so einer Marktphase nachkaufen, eventuell ist der Zyklus doch noch nicht vorbei.

Dann zusätzlich: Die Einführung der strategischen Bitcoin-Reserve in den USA könnte nach wie vor die Game Theory unter den ganzen Ländern entfachen, dass andere Länder ebenfalls beginnen, so eine strategische Bitcoin-Reserve einzuführen. Also nur potenziell, derzeit gibt es noch keine News, aber das könnte theoretisch passieren. Zusätzlich ist es auch möglich, dass künftig noch weitere haushaltsneutrale Strategien eingeführt werden, um noch mehr Bitcoins zu kaufen. Das war das, was ich bereits im letzten — war es im letzten oder vorletzten, ich glaube im letzten Newsletter — etwas genauer besprochen habe. Also so im Sinne von: Hey, die Steuerzahler in den USA, die dürfen nicht darunter leiden, dass die USA tatsächlich mehr Bitcoins kauft. Aber wenn es andere Möglichkeiten gibt, ohne dafür Steuergeld zu verwenden, dann sind sie entsprechend offen, auch Bitcoins nachzukaufen.

Zudem wurde jetzt die letzten paar Tage noch veröffentlicht, dass Strategy weitere 21 Milliarden als Kredit aufnehmen möchte, um Bitcoins nachzukaufen. Und sofern es tatsächlich gelingt — das ist ja derzeit nur quasi der Wunsch, das zu tun, aber sofern es natürlich gelingt und sie tatsächlich 21 Milliarden raisen können —, wäre das definitiv nochmal bullish für den Bitcoin-Preis.

Wir haben zudem auch gesehen, dass die Headline-Inflation in den USA stärker als erwartet von 3,0 % auf 2,8 % gefallen ist. Erwartet wurden 2,9 %, also das auf jeden Fall schon mal positiv, die Richtung passt auch, aber derzeit ist die Inflation nach wie vor zu hoch.

Dann der US-Dollar-Index: Der folgt nach wie vor ziemlich dem Verlauf von 2017, ist auch aktuell ziemlich stark am Fallen. Und wenn das natürlich weitergeht, wäre das ebenfalls eher positiv für die Risk-On-Assets. Und wenn wir uns mal die aktuelle Korrektur anschauen, einfach nur in Prozent gemessen, zumindest bei Bitcoin, dann ist die aktuelle Korrektur ziemlich stark vergleichbar mit den Korrekturen, die wir auch beispielsweise in vergangenen Bullruns bisher gesehen haben.

Und dann noch der letzte Punkt, der aus meiner Sicht wahrscheinlich mit der globalen Geldmenge zu den eher wichtigsten Faktoren gehört. Und zwar zeigen die allermeisten On-Chain-Indikatoren und auch Top-Indikatoren derzeit noch kein finales Zyklus-Top an. Vielleicht ein Top-Jahr, aber zumindest noch kein finales Zyklus-Top. Das war jetzt zunächst mal die positive Seite.

Jetzt lasst uns mal danach die negative Seite anschauen. Also die Seite, die im Wesentlichen dafür spricht, dass wir jetzt eine größere Korrektur oder gar einen Bärenmarkt sehen. Und zwar zum einen, dass Trump mit Zöllen und auch Drohungen einfach nur um sich wirft, was natürlich absolutes Gift ist für den Markt. Weil der Markt will alles andere als Unsicherheit, und Trump sorgt im Prinzip mit seinen Zöllen, mit seinen Tweets und so weiter für mehr und mehr und mehr Unsicherheit. Jetzt zuletzt beispielsweise mit Kanada — ich weiß nicht, ob du das verfolgt hast, das war wirklich wild, was er da alles gepostet und getweetet hat und wie er gedroht hat und so weiter. Anyway, das ist auf jeden Fall Gift derzeit für den Markt, diese derzeitige Unsicherheit.

Zusätzlich ist auch die 30- und 90-Tages-Performance derzeit ziemlich stark negativ. Und auch das ist im Allgemeinen im Bullrun absolutes Gift für das Sentiment. Weil, wenn jetzt auch die meisten Krypto-Investoren wahrscheinlich behaupten, sie haben einen Zeithorizont von mehreren Jahren, schauen die allermeisten Krypto-Investoren da eher auf das Portfolio in einem Zeithorizont von, ich sag mal, einem Monat oder vielleicht wenigen Monaten. Und von daher ist gerade diese Performance zwischen 30 und 90 Tagen so entscheidend. Und die ist einfach derzeit stark negativ, was für das Sentiment im Markt nicht unbedingt das Beste ist.

Zusätzlich hat auch der Aktienmarkt bereits ein gutes Stück korrigiert. Und es gibt auch Warnzeichen, dass die Korrektur noch größer ausfallen könnte. Und auch das würde dann wahrscheinlich den Kryptomarkt weiter nach unten ziehen.

Dann lass uns mal die Zuflüsse in die Bitcoin-Spot-ETFs anschauen. Das ist hier bildlich dargestellt vom letzten Jahr, das war das Jahr 2024. Im Jahr 2024 waren wir Stand heute bei ungefähr plus 165.000 Bitcoins, die tatsächlich gekauft wurden. So, jetzt, wenn du dir mal die Statistiken für dieses Jahr anschaust, dann stellst du fest, dass wir seit letzter Woche tatsächlich netto negativ sind. Das heißt, dieses Jahr wurden bereits über die ganzen Bitcoin-Spot-ETFs mehr Bitcoins verkauft als gekauft. Und das ist natürlich nicht unbedingt das Momentum, was wir tatsächlich im Bullrun bei den ETFs entsprechend sehen wollen.

Gleichzeitig fehlt derzeit, zumindest aus meiner Sicht, ein Stück weit ein Narrativ für Bitcoin. Weil die große Hoffnung war ja die strategische Bitcoin-Reserve, die wir jetzt allerdings bereits bekommen haben — und nicht so bekommen haben, wie sich das die allermeisten Leute tatsächlich erhofft haben. Und von daher ist jetzt die Frage: Okay, was ist jetzt das nächste Narrativ?

Dann Trump allein hat jetzt in den letzten paar Wochen bewiesen, dass er selbst mit nur einem einzigen Tweet die Märkte entsprechend bewegen kann. Und das macht natürlich die Märkte im Allgemeinen noch undurchschaubarer. Und das ist natürlich auch nicht das, was die meisten Investoren haben wollen, dass eine einzige Person mit einem einzigen Tweet dafür sorgen kann, dass der Preis dies oder das macht. Und da gibt es ja auch wilde Spekulationen, ob das mit Insider-Trading zusammenhängt und diese eine Person oder Personengruppe, die diesen 50x-Hebel angesetzt hat und so weiter und so fort. Also da kann ich mir gut vorstellen, dass da im Hintergrund einfach ein bisschen nicht so rechtmäßige Dinge tatsächlich ablaufen, sagen wir es mal so.

Zusätzlich ist aktuell auch der Konsensus, dass Trump das Ganze mit Absicht macht, also mit Absicht diese Unsicherheit entsprechend verbreitet, dass die Märkte fallen, die Leute weniger Geld ausgeben, die Inflationsrate entsprechend sinkt, dann vielleicht auch die Leitzinsen senken kann, sodass sich die USA günstig refinanzieren können. Und wenn er das tatsächlich so vorhat und auch umsetzt, ja, dann könnte das grundsätzlich noch für weitere, also für tiefere Preise sprechen.

Wenn du dir dazu allerdings meine aktuellen Statistiken anschaust, dann stellst du fest, dass derzeit die nächste Zinssenkung erst im Juni erwartet wird. Das kannst du hier nachschauen, und die übernächste dann im — wann ist es hier — im September, und die überübernächste dann hier im Dezember, zumindest Stand heute. Die Wahrscheinlichkeiten können sich hier natürlich auch tagtäglich ändern und werden sich wahrscheinlich auch im Zeitverlauf noch ziemlich stark ändern. Aber ja, derzeit fehlt zumindest von QE — also QE, wo ja auch die FED gemeint hat, das machen sie nur, wenn tatsächlich der Leitzins auf null ist —, ja, da fehlt derzeit noch jede Spur, was jetzt nicht unbedingt so positiv für den Altcoin-Markt im Allgemeinen ist.

Auch rein zeitlich gesehen könnte das bereits das Top gewesen sein, denn wir sind bereits im Post-Halving-Jahr, und der Bullrun hat bereits so ungefähr gute zwei Jahre angedauert. Derzeit gibt es auch keine wirkliche Spur von neuen Retail-Investoren, aber genau das ist ja das, was wir in einem Bullrun brauchen, inklusive dann auch, wenn wir eine Altcoin-Season wollen. Also ohne Retail-Investoren eine Altcoin-Season — ziemlich schwierig.

Und noch zu guter Letzt Strategy: Also so positiv das auch sein mag, dass sie jetzt weitere 21 Milliarden tatsächlich als Kredit aufnehmen wollen, um weitere Bitcoins zu kaufen, heißt das natürlich gleichzeitig, dass sie damit zu einem noch größeren potenziellen Problem werden könnten, sofern sie tatsächlich irgendwann mal gezwungen werden, ihre Bitcoins zu verkaufen.

Jetzt, meine persönliche Einschätzung hat sich seit der letzten Woche nicht geändert: Das ist meiner Meinung nach derzeit kein gewöhnlicher Dip in einem Bullrun. Also wenn du mal in die Vergangenheit schaust oder vielleicht auch schon den ein oder anderen Krypto-Zyklus mitgemacht hast, da war es ja wirklich so im Bullrun, dass du bei einem größeren Dip nahezu blind in irgendwelche Shitcoins investieren konntest, weil einfach alles danach wieder stark angestiegen ist. Und in so einer Korrektur sind wir aus meiner Sicht derzeit nicht, und schon gar nicht bei den Altcoins, wo es derzeit ziemlich, ziemlich bitter aussieht, sagen wir es mal so.

Aber ja, derzeit ist aus meiner Sicht einfach die Makrolage zu ungewiss, was man natürlich gleichzeitig positiv formulieren könnte im Sinne von: Hey, es ist so ungewiss, deshalb sind die Preise gefallen, jetzt kann man nochmal besonders günstig nachkaufen. Aber es gibt auch gleichzeitig noch Hinweise, dass es den Gesamtmarkt nochmal tiefer gehen könnte, wenn Trump tatsächlich seinen Plan durchzieht, also das, was ich vorhin vorgestellt habe, dass er das mit Absicht macht, um dann den Leitzins zu senken, sich künstlich zu refinanzieren und so weiter und so fort. Ja, dann könnte das kurzfristig einfach noch tiefer gehen, und zwar nicht nur im Kryptomarkt, sondern wahrscheinlich auch im Aktienmarkt.

Eine Betonung liegt aus meiner Sicht wirklich auf kurzfristig. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Trump seine Amtszeit mit Aktienpreisen oder auch Kryptopreisen beendet, die tiefer sind als vor seiner entsprechenden Einführung. Von daher, aus meiner Sicht, wahrscheinlich alles hier eine Frage vom persönlichen Zeithorizont. Und sollten wir tatsächlich noch eine größere Korrektur bekommen, dann bin ich mir ziemlich, ziemlich sicher, dass wir danach auch noch einen umso größeren Rise nach oben entsprechend wieder sehen werden.

Da kommen wir jetzt noch zu ein paar nennenswerten News. Und zwar die Bitcoin-Dominanz: Die hat erst letzte Woche den höchsten wöchentlichen Close in diesem Zyklus erreicht. Die Altcoins haben dementsprechend relativ stark geblutet. Michael Saylor hat zudem auch auf X gepostet: „big things are coming“, was im Wesentlichen wieder eine Anspielung sein könnte auf irgendwelche bullischen News, die derzeit noch nicht öffentlich sind.

Die Deutsche Börse wird zudem bald für institutionelle Kunden das Verwahren von Bitcoin und Ether anbieten, also im Wesentlichen der Reminder, dass die Adoption von Krypto immer mehr voranschreitet. Bitwise hat seinen Standard Corporations ETF gelauncht, im Wesentlichen ein ETF, der in alle Unternehmen investiert, die mindestens 1000 Bitcoins auf dem Balance Sheet haben.

Solanas neues Proposal wurde akzeptiert, was im Wesentlichen die Inflationsrate vom Solana-Token um bis zu 80 % reduzieren könnte. Und die Senatorin Lummis wird den Bitcoin Act erneut einführen, was im Wesentlichen der Plan ist, dass die USA über fünf Jahre eine Million Bitcoins kaufen soll und die dann mindestens für 20 Jahre halten soll, um damit dann quasi irgendwann mal später die Schulden wieder tilgen zu können. Aus meiner Sicht ist diese ganze Geschichte, auch wenn sie im Bitcoin-Lager extrem stark gepusht wurde, gerade auf Twitter, absolutes Wunschdenken. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir auch nur ansatzweise so etwas in den nächsten vier Jahren sehen werden.

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