Das Ende des Bitcoin 4-Jahres-Zyklus?
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Erst am Dienstag habe ich in meinem Newsletter einen Chart zur Volatilität von Bitcoin geteilt, wo ich erkennen konnte, dass die Volatilität auf immer niedrigere Level gefallen ist – und dass wir historisch betrachtet, wenn wir auf einem so niedrigen Level waren, zumindest in der Vergangenheit nicht lange dort geblieben sind, bevor dann der nächste Ausschlag kam. Das heißt, die Volatilität hat zugenommen, egal ob durch einen Crash oder durch einen Anstieg. Und zack, bumm: direkt einen Tag später diese Kerze gesehen, nochmal einen Tag später diese Kerze gesehen. Und mittlerweile, wenn ich in die Charts reinschaue, ist Bitcoin um die 25 % angestiegen, das heißt von den niedrigen 60er-Leveln bis zu knapp 80.000.
Und ja, wenn das tatsächlich bereits der Bärmarkt war und wir uns mittlerweile im Bullrun befinden, dann wäre der klassische 4-Jahres-Zyklus, zumindest so, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen, definitiv gebrochen. Deshalb dachte ich mir: Lass uns heute mal den 4-Jahres-Zyklus ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Schauen wir uns an, warum es ihn überhaupt gibt bzw. was ihn konkret auslöst, um dann die Frage klären zu können, ob er tatsächlich gebrochen ist.
Hi, mein Name ist Kevin Söll, und auf meinem Kanal lernst du über alles, was mit Krypto zu tun hat. Ich persönlich habe den Großteil meines Geldes im Kryptomarkt nicht dadurch verdient, dass ich besonders früh dran war oder einfach nur durch Kaufen und Beten bzw. Erhoffen bei irgendwelchen Altcoins, sondern gezielt durch DeFi-Strategien. Und falls du darüber in Zukunft mehr erfahren möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, auf Abonnieren zu klicken.
Gut, dann lass uns zunächst die Frage klären, was diesen 4-Jahres-Zyklus überhaupt auslöst. Denn das ist ein Thema, über das relativ viel diskutiert wird und zu dem es unterschiedlichste Thesen gibt. Die erste These – und das ist eher der Klassiker – ist, dass der 4-Jahres-Zyklus durch das Halving-Event ausgelöst wird, genauer gesagt durch den Angebotsschock: dass alle 4 Jahre die Block-Rewards immer weiter sinken, und wenn dann die Nachfrage konstant bleibt oder ansteigt, müsste dementsprechend auch der Preis steigen.
Wenn du dir zudem die Inflationsraten zum Zeitpunkt der Halving-Events anschaust, dann erkennst du, dass das Ganze zu Beginn rein fundamental gesehen definitiv einen ziemlich großen Unterschied gemacht hat – denn ob bei einem Asset eine Inflationsrate von 25 % oder etwas mehr als 12,5 % herrscht, ist schon ein ziemlicher Unterschied. Allerdings sind wir heutzutage in dieser Phase bei ungefähr 0,8 %: Im Jahr 2024, beim letzten Halving-Event, ist die Inflationsrate von 1,7 % auf 0,8 % gesunken, und jetzt im Jahr 2028 wird sie ebenfalls fallen, von 0,8 % auf 0,4 %. Macht es Stand heute, rein fundamental gesehen, wirklich noch so einen großen Unterschied, ob die Inflationsrate bei 0,8 %, 0,4 % oder später 0,2 % liegt? Ich glaube, das ist eher fraglich.
Es gibt auch manche, die diese These weiterspinnen bzw. anders interpretieren und behaupten: Ja, der 4-Jahres-Zyklus kommt tatsächlich durch das Halving-Event, allerdings nicht wegen des Angebots von Bitcoin und auch nicht wegen der Inflationsrate, sondern primär, weil alle 4 Jahre der Block-Reward der ganzen Miner halbiert wird, deshalb sehr viele Miner aus dem Business gedrängt werden, es zur sogenannten Miner-Kapitulation kommt und Bitcoin deshalb alle 4 Jahre unter Druck gerät.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass weder die Miner noch das Halving-Event wirklich die primären Auslöser des 4-Jahres-Zyklus sind. Denn wäre es so, glaube ich, wäre der 4-Jahres-Zyklus schon viel früher gebrochen – wir haben uns ja die Daten angeschaut: Ob wir eine Inflationsrate von 0,8 % oder 0,4 % haben, macht rein fundamental aus meiner Sicht nicht mehr so einen großen Unterschied. Von daher glaube ich, dass das Halving-Event Stand heute primär als Narrativ relevant ist, fundamental aber eher weniger.
Die zweite These hinter dem 4-Jahres-Zyklus ist, dass er mit der globalen Liquidität zusammenhängt – genauer gesagt nicht unbedingt mit der absoluten Menge (hier in Rot bzw. Pink dargestellt), wo man auch sagen könnte, ja, so alle 4 Jahre hat die in etwa einen Peak, sondern primär mit der Änderungsrate der globalen Liquidität (hier in Blau bzw. Rot dargestellt). Da erkennst du im Wesentlichen – das ist jetzt nicht perfekt –, dass der Anstieg von Bitcoin relativ stark damit korreliert hat, genauso wie der Bärmarkt.
Das würde auch erklären – und das ist etwas, was viele Bitcoiner nicht wahrhaben wollen –, dass wir den 4-Jahres-Zyklus nicht nur bei Bitcoin sehen, sondern in der Vergangenheit auch schon bei anderen Assets gesehen haben, wie beispielsweise beim S&P 500, also im Aktienmarkt. Da siehst du die Zeitspanne zwischen 1949 und 1983, also über 30 Jahre, in der wir nahezu wie ein Uhrwerk alle 4 Jahre eine Korrektur gesehen haben – das Top zwar nicht immer zum gleichen Zeitpunkt, aber was den Boden angeht, nahezu perfekt alle 4 Jahre. Und wenn das tatsächlich die Ursache ist, dann unterstreicht das nochmal, wie irrelevant mittlerweile das Halving-Event ist, weil das ja ein Krypto-internes Event ist, während wir hier gesehen haben: Der 4-Jahres-Zyklus ist nicht nur ein Phänomen des Kryptomarkts, sondern gab es zuvor über einen langen Zeithorizont auch im Aktienmarkt.
Aber – und das ist ein wichtiger Punkt – wir haben auch im Aktienmarkt gesehen, dass dieser 4-Jahres-Zyklus irgendwann gebrochen wurde, und zwar durch einen Zyklus, der nicht 4, sondern ungefähr 5 Jahre gedauert hat, bevor es dann zu dieser Korrektur kam. Also im Wesentlichen das, was viele Leute letztes Jahr auch im Kryptomarkt propagiert haben: diese Prolonged-Cycle-Theory, dass wir erst irgendwann Mitte 2026 das finale Zyklus-Top sehen. Das haben wir dann nicht gesehen, aber im Aktienmarkt hat sich so etwas Ähnliches tatsächlich schon abgespielt. Nach dieser These wäre der 4-Jahres-Zyklus also kein Naturgesetz, sondern vielmehr das Resultat dessen, dass die globale Geldmenge typischerweise alle 4 Jahre ansteigt und sich dementsprechend auch Risk-on-Assets wie der Aktienmarkt oder Kryptowährungen verhalten.
Manche spinnen diese These noch weiter und behaupten: Naja, die globale Geldmenge ist im Wesentlichen auch nur das Resultat der US-Wahlen, die ja ebenfalls alle 4 Jahre stattfinden, und dementsprechend hat der Präsident während dieser 4 Jahre einen ziemlich großen Anreiz, die Wirtschaft anzukurbeln – und wie kurbelt man die Wirtschaft am stärksten an? Indem man die Geldmenge erhöht. Und wieder andere sind der Meinung, dass die globale Geldmenge im Wesentlichen nur auf den Kredit- und Schuldenzyklus zurückgeht, wo wir sehen, dass sich alle 4 Jahre Leverage aufbaut, der uns irgendwann um die Ohren fliegt, weshalb wir die entsprechenden Zyklen sehen. Auch das hört sich rational gesehen realistisch an, nur finde ich persönlich dazu einfach keine Daten, die das bestätigen würden.
Die dritte These hinter dem 4-Jahres-Zyklus – und das ist jetzt wieder Krypto-intern – ist, dass er mit dem sogenannten Venture Capital zu tun hat. Venture Capital ist auf Deutsch das Wagniskapital, also der komplizierte Begriff dafür, dass man in ein junges Unternehmen investiert, in der Hoffnung, dass sich das irgendwann stark auszahlt. Auch hier kannst du erkennen, dass alle 4 Jahre relativ viel Kapital von Venture Capitalists in den Kryptomarkt fließt, und deshalb ist die These, dass sich durch dieses externe Geld die Boom- und Bust-Cycles im Kryptomarkt bilden. Ich persönlich glaube, um ehrlich zu sein, eher das komplette Gegenteil: dass Venture Capital nur das Resultat übermäßiger Gier im Kryptomarkt ist – was auch erklären würde, warum Venture Capital meistens erst seinen Peak findet, nachdem Bitcoin bereits das finale Zyklus-Top gesehen hat, und nicht davor. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung.
Und noch die vierte und letzte These hinter dem 4-Jahres-Zyklus: dass er einfach nur eine selbsterfüllende Prophezeiung ist. Also dass es vielleicht ganz zu Beginn bei Bitcoin – vielleicht zufällig, vielleicht wegen des Halving-Events – irgendwelche Zyklen gab, dann irgendwelche Leute das erkannt haben und immer mehr nach diesen Zyklen gehandelt haben, bis Stand heute einfach die breite Masse danach handelt und wir dementsprechend nach wie vor diese Zyklen sehen – also durch das kollektive Handeln der breiten Masse.
Da können wir schon mal das Zwischenfazit festhalten: Es gibt unterschiedlichste Thesen hinter dem 4-Jahres-Zyklus, und welche tatsächlich korrekt ist, kann eigentlich keiner so wirklich sagen. Meine persönliche Vermutung ist, dass es höchstwahrscheinlich nicht nur auf einen einzigen Faktor zurückgeht, sondern die Kombination aus unterschiedlichsten Faktoren ist, die sich mehr oder weniger zeitlich zufällig überlappen. Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung.
Aber jetzt zurück zur entscheidenden Frage: Ist der 4-Jahres-Zyklus tatsächlich gebrochen? Haben wir jetzt bereits im Juli dieses Jahres den finalen Zyklusboden gesehen, also rein zeitlich betrachtet ungefähr 3 Monate früher als das, was historisch betrachtet zu erwarten war? Ich persönlich denke, dass es Stand heute noch zu früh ist, das endgültig zu behaupten. Dagegen sprechen würde definitiv die zeitliche Komponente, die haben wir uns gerade teilweise angeschaut, auch die preisliche Komponente, beispielsweise die Korrektur vom Top – das wären beides Anomalien im Vergleich zur Vergangenheit. Ganz zu schweigen von den Bottom-Indikatoren, von denen ein Großteil nach wie vor nicht ausgeschlagen ist.
Was allerdings dafür spricht – und das darf man definitiv nicht vernachlässigen – ist dieser Pump, den wir jetzt gesehen haben, weil so etwas häufiger zum Ende der Bodenfindungsphase stattfindet und eher untypisch während des Bärmarkts ist. Aber allgemein gesprochen: Dass der 4-Jahres-Zyklus bei Bitcoin irgendwann brechen wird, das ist, denke ich, klar – genau das Gleiche haben wir auch schon im Aktienmarkt gesehen. Nur, ganz ehrlich: Hättest du mich vor diesem Pump gefragt, was ich für wahrscheinlicher halte – dass wir den 4-Jahres-Zyklus durch einen zu langen oder einen zu kurzen Bärmarkt brechen –, dann hätte ich eher zu einem zu langen Bärmarkt tendiert.
Also beispielsweise ein Szenario, in dem wir zwar irgendwann im Jahr 2026 einen Zyklusboden bzw. einen vermeintlichen Boden sehen, aber dann vielleicht Anfang 2027 noch ein größerer Aktiencrash oder sonst was kommt und den Kryptomarkt ebenfalls mit nach unten zieht. So etwas hätte ich für wahrscheinlicher gehalten, als dass wir tatsächlich jetzt verfrüht in einen Bullrun starten. Was ich mir persönlich wünschen würde – und vermutlich auch einige aus meiner Community – wäre, dass der 4-Jahres-Zyklus tatsächlich intakt bleibt. Und zwar weniger, weil es unbedingt so viel besser für meine aktuelle Positionierung wäre, sondern vielmehr, weil es einem mehr Planungssicherheit für künftige Positionierungen gibt.
Aber Märkte sind bekanntlich kein Wunschkonzert – das heißt, was ich mir wünsche, was du dir wünschst, das ist dem Markt herzlich egal. Und ganz ehrlich, als Influencer wäre es jetzt definitiv leichter, auf bullish zu wechseln, wie eigentlich immer, weil das das ist, was die breite Masse hören möchte. Nur bin ich persönlich nach wie vor skeptisch, und zwar primär aus den Gründen, die ich vorhin schon angesprochen habe: zeitliche Perspektive, preisliche Perspektive, Bottom-Indikatoren und auch das Sentiment – also Sentiment im Sinne von subjektiven Bottom-Indikatoren. Das sind alles Punkte, die mich nach wie vor relativ skeptisch machen.
Und ja, das ist jetzt vielleicht nicht unbedingt die schwarz-weiße Antwort, die du hören möchtest, aber in der aktuellen Marktsituation fände ich es hochgradig unseriös, wenn ich sagen würde: Der 4-Jahres-Zyklus ist definitiv gebrochen. Genauso unseriös fände ich es, wenn ich dir das Gegenteil behaupten würde – der 4-Jahres-Zyklus ist definitiv noch intakt –, weil es eben immer eine gewisse Restwahrscheinlichkeit gibt. Aber an der Stelle auch eine Frage an dich: Was glaubst du, steckt hinter dem 4-Jahres-Zyklus, und glaubst du tatsächlich, dass er jetzt durch diesen Pump gebrochen ist? Das würde mich definitiv interessieren, also schreib es mir gerne unten in die Kommentare. Und falls du weitere Videos von mir sehen möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, auf Abonnieren zu klicken. Bis zum nächsten Mal.
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▬▬ KAPITEL
0:00 Einleitung
1:24 Auslöser des 4-Jahres-Zyklus
7:58 4-Jahres-Zyklus gebrochen?
▬▬ ÜBER MICH
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Auf diesem Kanal geht es um Kryptowährungen, Bitcoin, Ethereum und Altcoins – mit Fokus auf Marktanalysen, DeFi-Strategien, Cashflow und langfristigen Vermögensaufbau mit Krypto.
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