EX Finanzberater Kevin Söll im Crypto Talk! RAUS aus DEUTSCHLAND und weg vom BTC Maxi-Wahn
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Stell dir vor, du bist Finanzberater, herkömmlich im Finanzmarkt, verdienst richtig viel Geld, stellst aber irgendwann fest: Du bist an einem Punkt in deinem Leben, trotz eines geilen Autos, einer geilen Wohnung und einer echt hübschen Freundin, irgendwie war es das nicht so ganz. Ja, und genauso ist es Kevin ergangen. Kevin Söll, Inhaber des gleichnamigen YouTube-Kanals, habe ich heute mal im Interview gehabt. Wir haben uns beide weit über zwei Stunden ausgetauscht, und ich muss dir dringend empfehlen: Schau dir mal das ganze Video an. Kevin ist eine beeindruckende Persönlichkeit mit einer Mega-Geschichte und einem ganz eigenen Mindset, Einstellungen und auch Indikatoren, die er selbst nutzt für seine finanzielle Freiheit. Und ich würde sagen, springen wir mal rein.
Kevin ist ja sehr bekannt. Wir haben bei uns in der Community immer mal wieder auch das ein oder andere Video geteilt, auch mal die ein oder andere Analyse von Kevin. Und Kevin hatte mich jetzt eingeladen. Den ersten Teil findet ihr auch hier oben, da oben in der Infobox. Schaut da unbedingt mal rein, lasst ein bisschen Liebe bei Kevin auf dem Kanal da. Jetzt möchte ich mal, dass meine Community, die dich noch nicht kennt, dich mal ein kleines bisschen kennenlernt. Erst mal herzlich willkommen und schön, dass du da bist.
Ja, erst mal danke für die Einladung. Freut mich, und ich glaube, das wird ein cooles Gespräch.
Da gehe ich von aus. Ich hoffe jetzt nicht, dass es noch eine Stunde wird, wie wir es bei dir hatten, aber ich habe ein paar richtig gute Fragen vorbereitet, damit die Leute dich auch mal ein bisschen kennenlernen. Denn dem einen oder anderen wird auffallen: Das ist jetzt keine Aussicht in Deutschland, wo Kevin sitzt. Da kommen wir aber auch noch gleich zu. Kevin, mal ganz kurz vorab: Wie bist du in den Cryptospace gekommen? Was war für dich so der Triggerpunkt, wo du sagtest: Da muss ich jetzt mal rein, das interessiert mich?
Also, ich würde mal sagen, meine Story ist alles andere als normal. Mir hat das damals gestartet, also so 2015, 2016, habe ich zum ersten Mal regelmäßig von Krypto, von Bitcoin gehört. Damals habe ich das allerdings komplett als einen Scam abgetan. Der Hintergrund ist der, dass ich damals schon 2015 über irgendeine Wettplattform ziemlich gut Geld verloren habe. Das war irgendein Scam. Damals habe ich gut investiert, auch giergetrieben, habe ziemlich viel Geld verloren, für mich damals, für die damaligen Verhältnisse, und habe dann gesagt: Oh ja, oh Gott, dieses Krypto-Ding, der nächste Scam. Nee, nein, danke.
Und dann war das Jahr 2017, und ich habe damals als Finanzberater in Deutschland gearbeitet. Ich habe dann die Nachricht von einem Kunden bekommen, der mir geschrieben hat: „Du, Kevin, ich möchte mich austauschen zu …“ Das war eine ganze Liste mit Sachen: die Aktie, die Aktie, P2P-Kredite, und irgendwo war dann auch Bitcoin mit dabei, XRP dabei und so weiter. Und dann dachte ich so: Ja, okay, als guter Finanzberater, ich kann ihm jetzt ja nicht nur das sagen, was ich offiziell gelernt habe, weil unter den Finanzberatern Krypto, Bitcoin, so der Running Gag war. So: Haha, ja, Krypto. Da hat sich jeder nur drüber lustig gemacht.
Da dachte ich: Ja, nee, also als guter Finanzberater muss ich mich da logischerweise vorbereiten. Ich muss ihm vor allem die Risiken bewusst machen, weil ich noch in dem Mindset war: Das ist der nächste große Scam. Und habe dann einfach meine Recherche gemacht, wirklich komplett biased, sodass ich nur nach Risiken gesucht habe, speziell damals zu Bitcoin. Und habe dann bei meiner Recherche gemerkt: Also ja, da gibt es ganz viele Risiken, aber so gefühlt zu jedem Risiko gibt es auch irgendwie eine echt valide Antithese. So: Ja, aber es könnte auch so sein.
Und habe ich damals die Recherche gemacht, habe dann auch die Beratung gehabt und so weiter. Die war eher konservativ, sehr kritisch, was das ganze Thema angeht, keine Empfehlung oder sonst was. Aber da hat mich das Thema dann irgendwie nicht losgelassen. Und das war irgendwann so Mitte 2017. Da haben wir dann auch zum ersten Mal den Bitcoin-Chart so ein bisschen aufgemacht, angeschaut und gedacht: Ach, scheiße, der Zug ist schon links abgefahren. Ich bin einfach zu spät dran.
Und dann, irgendwie zwei Monate später, war der Preis noch viel höher. Und noch mal zwei Monate später war der Preis noch viel höher. Und ich dachte nur: Oh Gott, Kevin, jetzt hast du wirklich etwas gefunden, was funktioniert. Und das ist einfach schon zu spät. Und da bin ich nicht eingestiegen, weil ich allein aus dem Aktienmarkt kam, auch Aktienerfahrung hatte, mit Blasenbildung und so weiter, und dachte: Also, das steuert auf eine Blase hin.
Es kam dann auch tatsächlich so. Und ich bin dann tatsächlich erst 2018 zum allerersten Mal in den Kryptomarkt eingestiegen, weil ich dann gedacht habe: Boah, jetzt habe ich perfekt den Boden getroffen. Und da war Bitcoin so bei 7.000, 8.000. Ich bin damals auch nicht nur in Bitcoin eingestiegen, sondern in die 20 größten Krypto-Projekte, weil ich damals noch mit der Aktienmentalität an den Kryptomarkt rangegangen bin.
Im Sinne von: Na ja, im Aktienmarkt investiert man ja in ETFs, breit gestreut und so weiter. Natürlich tue ich jetzt nicht nur im Kryptomarkt in Bitcoin investieren, das wäre absolut fahrlässig, dachte ich damals zumindest. Und habe dann schön gestreut, die 20 größten Altcoins, habe ich mir entsprechend ins Portfolio gepackt. Und ich glaube, ein paar Monate später war ich schon mit allem 50 Prozent im Minus.
Wir kennen die Story danach: Bitcoin hat nicht bei 7.000, 8.000 den Halt gemacht, sondern ging dann damals knapp auf 3.000 runter, 3.100, irgendwie so etwas. Und ja, das war damals mein Einstieg in den Kryptomarkt. Ich habe allerdings nie von der Idee losgelassen. Also, es war nicht so, dass ich dann gesagt habe: Ich bin 50 Prozent im Minus, ich muss jetzt aussteigen, das Ding geht auf null. Sondern ich bin drangeblieben, vor allem 2018. Der Bear Market 2019, der war besonders zäh, ganz subjektiv empfunden, würde ich sagen.
Ui, der war wirklich zäh, im Vergleich zu dem, was wir zuletzt gesehen haben in den letzten zwei Jahren. Und dann irgendwann im Bullrun 2021 bin ich dann tatsächlich zum allerersten Mal ausgestiegen, habe mein Geld ver-x-facht. Ich hätte noch deutlich mehr gemacht, hätte ich einfach nur Bitcoin gehalten und nicht die ganzen Altcoins blind durchgehodlt. Aber das war so der erste: Wow, hey, das bleibt. Das war nicht einfach nur so ein Hype, der jetzt vorbei ist, sondern das wird wahrscheinlich so weitergehen. Und das ist in Kurzfassung meine Story, wie ich zu Krypto gekommen bin.
Ziemlich spannend. Du hast ja schon so ein bisschen was von meiner nächsten Frage beantwortet. Du hast ja berichtet, dass du in Altcoins auch mit investiert warst. Ich glaube, das ging damals über so ein spezielles Coin-Projekt, das es ja auch mittlerweile nicht mehr gibt. Welche Rolle spielen jetzt heute für dich als Creator, als jemand, der auch eine Vorbildfunktion für die Community und die Follower hat, Bitcoin und Altcoins? Vielleicht so als Yin und Yang?
Also grundsätzlich würde ich sagen, bin ich extrem offen für alles. Ich bin nicht anti-Altcoins, aber ich bin jetzt auch nicht super pro Altcoins oder Ähnliches. Ich bin eher neutral und sage: Wenn es sich aus einer Investorenperspektive lohnt, in Altcoins zu investieren, und man weiß, worauf man sich einlässt und das Risikomanagement nicht vernachlässigt, kann man das definitiv machen.
Ich persönlich für meinen Teil habe, glaube ich, im Laufe der Zeit immer mehr gelernt, dass es sich für mich mehr lohnt. Das war auch ein langer Prozess. Könnte ich es heute noch mal neu machen, würde ich wahrscheinlich direkt so starten, dass ich mich einfach primär auf das fokussiere, wo ich wirklich einen Edge habe, also eine Art Wissensvorteil im Vergleich zum breiten Markt.
Und da habe ich bei mir herausgefunden: Ich war noch nie der gute Altcoin-Picker im Sinne von: Ich picke Altcoins genau zum richtigen Zeitpunkt, ich verkaufe dicke und dann genau da. Es war nicht so, dass ich damit kein Geld verdient habe. Ich habe tatsächlich mit Altcoins wirklich gut Geld verdient in der Vergangenheit. Aber ich habe gemerkt, dass mir tatsächlich eher liegt, das Gleiche mit Bitcoin zu machen.
Allerdings bei Bitcoin nicht einfach stumpf durchzuhodln, sondern das Ganze zyklisch zu, ich sage jetzt mal, traden. Aber bei „Traden“ denkt irgendwie jeder, ich mache da jeden Tag Daytrading oder jede Woche oder so. Sondern Trading im Sinne von großen Vierjahreszyklen: unten beim Boden einsteigen, oben beim Top verkaufen, das Ganze dann shorten. Diese Art und das Ganze dann mit Hebel.
Da habe ich gemerkt: Das ist es, da fühle ich mich sicher. Da ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher auf meiner Seite, dass sich da tatsächlich gute Gewinne machen lassen. Das sind natürlich dann keine 100x-Gewinne mehr, logisch. Also, man benutzt extrem krasse Hebel, mache ich aber allerdings auch nicht. Das ist sehr konservativ, das Ganze, alles immer mit Fokus auf Risikomanagement.
Und wo ich dann immer mehr in die Richtung gegangen bin, dass ich gesagt habe: Du, ich glaube, damit verdiene ich einfach langfristig das meiste Geld. Und ich glaube, deshalb sind ja auch die allermeisten Leute im Kryptomarkt. Das hört sich irgendwie ein bisschen traurig an. Natürlich sind wir teilweise auch wegen des Ethos und so weiter da. Keine Frage. Das ist bei mir genau gleich.
Wenn ich mir einfach anschaue, was Bitcoin ist, was Bitcoin für Möglichkeiten bietet und so weiter, spielt das definitiv auch eine Rolle. Aber ich meine, wir wollen ja auch Geld verdienen. Und bei Bitcoin, wenn ich das Ganze mit Bitcoin mache, ist das für meinen Geschmack – das ist nur das, was ich mache, keine allgemeine Empfehlung – das, wo ich die prognostizierbarsten Renditen habe. Und das ist das, worauf ich mittlerweile primär aus bin.
Und weniger tatsächlich in Richtung Gamble, in Richtung: Ich brauche jetzt dieses Dopamin oder so durch irgendwelche Altcoins. Das ist mittlerweile tatsächlich weniger. Aber ja, in Kurzfassung würde ich sagen: Im Herzen ein großer Bitcoiner, auch wenn die ganzen Bitcoin-Maximalisten sagen würden: Was? Der nimmt das Wort in den Mund. Die werden wahrscheinlich die Augen verdrehen.
Und wenn dagegen meine Community, die in Altcoins investiert ist, mein Portfolio sieht mit irgendwie nur gehebeltem Bitcoin, dann denken die auch: Also, das ist ein Bitcoin-Maximalist. Aber das bin ich auch nicht. Also, ich bin so eine Mischung aus beidem.
Und ich glaube, was mein Kanal oder meine Vorgehensweise auch ein bisschen besonders macht, ist, dass ich zwar Bitcoin hebele, allerdings den Großteil über die Ethereum-Blockchain. Also, ich nehme quasi einen Bitcoin-Wrapper und nutze dann verschiedene DeFi-Protokolle.
DeFi steht für Decentralized Finance, also verschiedene Protokolle, die verschiedene Aspekte des klassischen Finanzsystems auf der Blockchain abbilden. Und bei Ethereum, genauso wie bei vielen anderen Smart-Contract-Chains, haben wir die Smart Contracts. Das heißt, da können wir verschiedene Funktionen damit abbilden, was bei Bitcoin nur bedingt der Fall ist. Über Umwege ist es teilweise auch möglich, aber einfach nicht das Gleiche, sage ich mal.
Das heißt, ich benutze eine andere Blockchain, um quasi nur Bitcoin zu hebeln. Und das ist – zumindest laut dem Bitcoin-Maxi – ja kein richtiges Bitcoin mehr, das gilt ja nicht mehr und so weiter. Aber ja, ich fühle mich mit dieser Mischung, um ehrlich zu sein, ziemlich wohl. Und das ist so in Kurzfassung meine Einstellung zu Bitcoin und Altcoins.
Also, lasst uns kurz mal festhalten: Wir sind Kapitalisten und wollen für unsere Ziele das bestmögliche Outcome, oder? Da muss ich jetzt ganz ehrlich sagen, kann ich persönlich auf den Idealismus von Bitcoin auch persönlich verzichten, weil am Ende zahlt mir Idealismus keine Rechnung oder meinen Lebensabend, sondern es zahlen die Entscheidungen, die ich in den nächsten Jahren treffe, oder, Kevin?
Ich glaube, das können wir mal so festhalten. Wobei ich allerdings, um ehrlich zu sein, wirklich auch dazu sagen muss, dass ich teilweise auch ein bisschen dogmatisch in dem Camp für eine Zeit lang war. Als ich beispielsweise meinen YouTube-Kanal gestartet habe, war jedes Video nur zu Bitcoin. Da war ich noch wirklich – Blocktrainer war für mich die Person zum Hochschauen: Wow, so toll, was Blocktrainer macht. Ich so: Na, wie vor, toll. Das soll jetzt gar nicht abwertend sein oder so.
Aber ich war dann tatsächlich erst im Laufe der Zeit offener. Und ich glaube, es ist sehr leicht, da einfach in dieses Dogmatische bei Bitcoin reinzukommen oder auch bei anderen Projekten, dass man dann plötzlich nur noch in dieser Bubble lebt und dann nur noch „Bitcoin fixes this, Bitcoin fixes everything“. So gefühlt kommt man da relativ schnell rein und bleibt dann auch drin.
Von daher glaube ich: Dieses Offenzubleiben, das ist etwas, was den meisten Leuten sehr schwerfällt. Weil das Einfachste ist, zum Beispiel zu sagen: Bitcoin gut, alle Altcoins shit. Da brauche ich mich gedanklich gar nicht damit zu beschäftigen. Und dann habe ich einfach nur mein Bitcoin-Ding.
Ich höre nur die ganzen Bitcoin-Podcasts, wo gefühlt die gleichen zehn Leute immer nur im Kreis eingeladen werden, die dann immer das Gleiche sprechen – in einer etwas anderen Sprache, mit anderen Metaphern, aber das Gleiche. Und das ist ja einfach das Einfachste für unser Gehirn, zu akzeptieren, wenn wir sagen: Ja, alles andere ist kategorisch schlecht.
Ich glaube, da tatsächlich offen zu bleiben, fällt nicht jedem leicht und ist auch mir anfangs tatsächlich nicht leicht gefallen. Aber das ist letztendlich auch eine Entwicklung, die man durchmacht.
Und du hast es ja so schön eingangs gesagt: Bitcoin ist prognostizierbar. Wir wissen, wir haben eine Zyklik, wir wissen, wir haben einen gewissen Korrekturbereich, und den kann man, wenn man ein bisschen Mut hat, mit einem Hebel traden, wie du es ja auch sehr erfolgreich gemacht hast, den Weg ja runter, auch von den 126.000.
Übrigens verfolge ich natürlich auch deinen Kanal immer mal wieder, hole mir da auch gerne meinen einen oder anderen Input. Das ist sehr, sehr wertvoll. Auch deswegen noch mal: Guckt doch gerne bei Kevin einmal vorbei, ist auch alles verlinkt.
So ist es. Wenn man deine Videos sieht, habe ich so ein bisschen das Gefühl: Jeden Monat ein anderer Hintergrund. Du bist ja bewusst aus Deutschland, aus Europa raus. War das für dich eine bewusste Entscheidung? Warum hast du das gemacht? Und wie gut kannst du das Thema vielleicht auch – aufgrund deiner Gewinne im Ausland – über Blockchain, über Crypto Assets realisieren? Wie gut lässt sich das für dich in deinen Alltag einbinden?
Okay, ich starte vielleicht mal ein bisschen weiter vorne auch da. Ich bin nicht so ein typischer Digitalnomade, wie es die meisten Leute kennen. Die meisten Leute kennen das so, dass sie zunächst sesshaft waren und dann irgendwie mal gehört haben: Hey, wenn man durch die Welt reist, dann zahlt man keine Steuern. Das ist dann für viele der primäre Grund, was auch überhaupt nicht verwerflich ist. Das kann jeder machen, wie er das möchte.
Bei mir war das de facto überhaupt nicht so. Bei mir war es so im Jahr 2018, dass ich damals immer noch als Finanzberater gearbeitet habe. Es hat alles gut funktioniert. Ich hatte ein gutes Einkommen, war mit meinem Job eigentlich happy. Später dann nicht mehr so, aber das ist eine andere Story. Ich hatte damals eine tolle Wohnung, ich hatte eine Freundin. Es lief eigentlich alles in die richtige Richtung.
Früher habe ich mir immer vorgestellt: Wenn ich all das habe, wenn ich gut verdiene, wenn ich fertig studiere und so weiter, dann bin ich irgendwie deutlich glücklicher. Und irgendwie habe ich festgestellt: Irgendwie ändert sich gar nichts. Ich war jetzt nicht todunglücklich, überhaupt nicht. Aber ich dachte irgendwie: Das ist wirklich alles? So fühlt sich das an, wenn man erfolgreich ist, in Anführungszeichen.
Und ich glaube, dadurch, dass ich ein sehr reflektierter Mensch bin, hat das relativ schnell innerhalb von mehreren Monaten dazu geführt, dass ich immer unzufriedener wurde, und zwar nur mit mir selber. Ich dachte: Es kann doch nicht sein, dass ich jetzt all das habe, was ich mir früher mal vorgestellt habe – Vision Board und so weiter – und jetzt irgendwie nicht so glücklich bin.
Aufgrund meiner Unzufriedenheit hat dann auch meine langjährige Freundin den Schlussstrich gezogen. Im Nachhinein betrachtet war das Beste, was mir damals hätte passieren können. Wo ich dann zum ersten Mal realisiert habe: Hey, irgendwie hält mich ja jetzt gar nichts mehr so wirklich in Deutschland.
Dann habe ich nur in einem Telefonat mit meiner Schwester gesagt: Weißt du, am liebsten würde ich einfach nur nach Australien gehen, irgendwo ans hinterletzte, hinterletzte Ende, und einmal hingehen. Und sie dann so: Ja, mach das doch.
Und dann war es im ersten Moment so: Australien, keine Ahnung, noch nie etwas von Australien gehört. Aber das ist halt so, wenn man sich das geografisch anschaut, ziemlich in der anderen Ecke der Welt. Und dann, einen Monat später, war ich im Flieger nach Australien.
Ich habe dann kurzfristig viele Sachen in Deutschland verkauft, meine Wohnung und so weiter, alles aufgelöst. Auch Auto, Motorrad, alles Mögliche, was ich damals noch in Deutschland hatte. Der ursprüngliche Plan war eigentlich nur, ein Jahr nach Australien zu gehen, dann so ein bisschen herauszufinden, was ich mit meinem Leben machen möchte und was mich wirklich glücklich macht, und dann nach dem einen Jahr mit der neuen Erkenntnis wieder zurück nach Deutschland zu gehen.
Und dann war ich im Flieger nach Australien. Ich kann dir gar nicht beschreiben, warum, aber ich wusste damals schon im Flieger: Ich habe in Australien niemanden gekannt. Es war komplettes Neuland für mich. Niemanden gekannt, noch nie in Australien gewesen, alles neu. Aber ich wusste damals schon im Flieger: Ich habe irgendwie das Gefühl, ich komme nicht mehr zurück. Total paradox. Ich kann mir das nicht erklären, aber das war tatsächlich so.
Dann bin ich in Australien angekommen und ungelogen in den ersten paar Monaten dort, obwohl ich niemanden kannte und quasi von null starten musste, war ich schon so glücklich wie noch nie zuvor in meinem ganzen Leben. Damals war das mit einem Working-Holiday-Visum. Dann habe ich teilweise gearbeitet.
Du hast einen Working Travel gemacht da, oder was hast du gemacht?
Genau. Also, in Australien ist es relativ einfach. Wenn man jünger ist, ich glaube unter 30 oder so, bekommt man für ein komplettes Jahr ein Working-Holiday-Visum. Man darf da offiziell arbeiten, man kann genauso auch herumreisen. Und genau das habe ich gemacht: gearbeitet und herumgereist.
Und ungelogen, nach ein paar Monaten dort war ich schon so glücklich wie einfach noch nie zuvor in meinem ganzen Leben, obwohl ich keinerlei Freunde, also alte Freunde dort hatte, keinerlei Familie, kein gar nichts. Ich habe ein Glückslevel erreicht, das ich davor noch nie in meinem Leben hatte.
Dann, ungefähr ein halbes Jahr später in Australien, habe ich mir auch vorgenommen – es war schon ewig lange auf meinem Vision Board in Deutschland –: Ich möchte ein Online-Business starten. Ich habe keine Ahnung, was, aber ich möchte irgendwie ein Online-Business starten. Ich sehe mich einfach viel mehr dabei, dass ich von zu Hause am Computer arbeite und so weiter.
Und habe das dann tatsächlich nach einem halben Jahr in Angriff genommen. Das war damals noch mit SEO-Webseiten. Heutzutage ein relativ veraltetes Konzept, weil heutzutage die wenigsten Leute wahrscheinlich noch Google verwenden, wo man dann auf die Artikel klickt, die ganz oben sind, sondern heutzutage benutzt ja jeder ChatGPT für die ganzen Sachen.
Und habe das dann gestartet. Erst da war plötzlich die Horizonterweiterung im Sinne von: Hey, ich habe jetzt einen Laptop. Ich brauche eigentlich nur eine Internetverbindung, und dann kann ich arbeiten, von wo ich will.
Da habe ich relativ spontan entschieden: Na ja, nach Australien – wenn ich schon in der Ecke bin, dann muss ich ja schon nach Neuseeland, oder? Dann hat es mit Neuseeland angefangen, und dann dachte ich: Ja, ich habe schon so viel Tolles von Thailand gehört. Und dann ging es von Neuseeland nach Thailand.
Und so ging das dann quasi immer weiter, wo mich plötzlich dieser Travel-Bug gebissen hat. Hättest du mir davor gesagt: Du, Kevin, das wird später mal dein Lifestyle sein, hätte ich gesagt: Nein, ich brauche mein festes Umfeld, meine Freunde, meine Vereine. Ich brauche alles bei mir, meine Routine und so weiter.
Und ja, so hat das bei mir angefangen, dass ich einfach Lust bekommen habe zu reisen. Und erst danach kam das mit Steuerfreiheit und so weiter. Ich wusste damals nicht mal, was ein Digitalnomade ist. Ich kannte das Konzept gar nicht. Als mir dann irgendjemand mal gesagt hat: Ah, du bist ein Digitalnomade. Ich so: Nee, was ist das? Du wusstest das gar nicht? Ich kannte die Leute gar nicht.
Und auch später mit Steuerfreiheit und so weiter: Das waren alles erst Vorteile, die ich kennengelernt habe, dadurch, dass ich mir einfach die Frage gestellt habe: Okay, ich habe jetzt gerade Geld verdient, wo muss ich denn das versteuern? Recherche gemacht. Und dann: Hä, wie? Ich kann das gar nicht hier versteuern. Ich darf das gar nicht. Ich kann keine Steuern zahlen, weil mich das Land nicht lässt, weil ich dort nicht steuerlich ansässig bin. Ich dachte: Was ist das denn für ein verrücktes Konzept?
Und jetzt noch vielleicht zum zweiten Punkt: Das war so die Story hinter der Auswanderung und wie es dazu gekommen ist. Und deshalb ändert sich auch nach wie vor mein Hintergrund meistens alle vier Wochen. Alle vier Wochen fängt es an, dass ich innerlich im Bauch so ein Gefühl habe: Ha, etwas Neues wäre schon cool. So alle vier Wochen eine andere Art meistens. Alle zwei bis drei Monate spätestens meistens ein neues Land.
Was das Thema Banking und so weiter angeht oder auch Krypto im Allgemeinen, würde ich tatsächlich sagen, bin ich relativ klassisch aufgestellt. Ich kann mich nur an eine einzige Situation erinnern, wo ich mal mit Bitcoin etwas gezahlt habe. Das war tatsächlich in El Salvador.
Ich war damals zur Einführung von Bitcoin für drei Monate in El Salvador und habe mir das Ganze angeschaut. Also: Hey, wirklicher Bitcoin hier. Die wenigsten Bitcoin-Maxis können das tatsächlich von sich behaupten, dass sie damals zur Einführung drei Monate vor Ort waren. Ich war in der Nähe, aber ich bin trotzdem extra deshalb dort vor Ort gewesen.
Und ja, natürlich habe ich da mal mit Bitcoin vor Ort gezahlt. Aber ganz ehrlich: Wenn man das einmal gemacht hat, wird einem auch relativ schnell klar: Er will natürlich eher seine Shitcoins, also seine Dollar und Euro, loswerden, statt unbedingt seine Bitcoin für irgendwelche Sachen. Es ist so ein einmaliger Gag. Da kriegt man ein schönes Hoch, was Dopamin angeht. Und danach denkt man: Ja, ich nehme in Zukunft doch wieder die Kreditkarte.
Auch was Banking angeht, im Wesentlichen nichts wirklich Besonderes. Als jemand ohne festen Wohnsitz ist alles ein bisschen schwieriger, weil man regelmäßig Nachweise für alles Mögliche bringen muss. Aber ansonsten würde ich sagen, unterscheidet sich meine Situation gar nicht so stark von der von jemandem, der in Deutschland beispielsweise sesshaft ist.
Spannend, hätte ich gar nicht gedacht. Also, du bist – wir haben ja das Thema Idealismus schon geklärt – auch ganz klassisch unterwegs mit einer Debitkarte, Kreditkarte und fertig?
Genau, das läuft dann nicht mehr über Deutschland, auch nicht über die EU, weil wir wissen: Man hat mittlerweile einfach riesige Nachteile. Deshalb bin ich ein großer Fan von sogenannten – je nachdem, wo man ist, gibt es andere Wörter dafür – Compliance-Wohnsitzen.
Ich habe beispielsweise eine Wohnung auf den Philippinen. Da zahle ich Miete, da zahle ich eine Stromrechnung, da zahle ich Internet und so weiter und so fort. Das gibt mir die ganzen Nachweise. Damit kann ich alles nachweisen, und ich bin außerhalb der EU.
Ich habe auf alle Börsen Zugriff, ich habe keinerlei Einschränkungen, was das Ganze angeht. Und ich habe auch keinen automatischen Informationsaustausch, den ich jetzt nicht so dramatisch finde. Ich habe da nichts zu verschweigen oder sonst was. Aber schon allein, dass Daten gesammelt werden und irgendwann potenziell gehackt werden können und so weiter, ist einfach ein riesiges Sicherheitsthema, und das möchte ich nicht.
Nicht, weil ich etwas zu verbergen habe, sondern einfach nur aus Sicherheitsgründen. Ich denke, es ist einfach sehr tricky, wenn Staaten anfangen, immer mehr Daten zu dir zentral zu bündeln, mit den ganzen Connections und so weiter.
Wir haben ja gesehen, was in Frankreich mit dem Hack vom Finanzamt passiert ist und welche Konsequenzen das hatte, wie viele Leute schon entführt wurden, Finger abgeschnitten wurden und lauter solche gruseligen Dinge. Da habe ich wirklich keine Lust drauf.
Absolut verständlich, hundertprozentig. Kevin, nun bist du viel unterwegs. Da stellt sich mir die Frage: Was ist für dich jetzt noch als Investitionsgut spannend? Aktien, wir wissen, dass du über den Aktienmarkt kamst als Finanzberater. Übrigens wusste ich das vorher auch gar nicht. Finde ich super spannend. Wie sieht es mit ETFs aus? Ich vermute mal, Immobilien werden bei dir wahrscheinlich eher nicht so das Thema sein. Edelmetalle – wofür schlägt dein Herz noch? Wo bist du noch so investiert?
Ja, das hat auch sehr viel mit meinem eigenen Lifestyle zu tun. Immobilien, hast du schon gesagt, sind einfach immobil. Das würde mich zu stark an etwas binden, wo ich mir einfach nicht sicher bin, ob ich da langfristig tatsächlich mein Leben noch sehe.
Derzeit kann ich es mir zumindest echt nicht vorstellen, dass ich irgendwann mal komplett sesshaft leben werde. Vielleicht läuft es darauf hinaus, dass ich vielleicht zwei, drei Wohnungen oder Häuser in zwei, drei verschiedenen Ländern habe und dann irgendwie so hin und her pendle. Aber so komplett sesshaft kann ich mir Stand heute nicht mehr vorstellen.
Das ist ein Luxus, das muss man dazu sagen. Das ist eine Mega-Einstellung, die du dir momentan mit deinem Lifestyle auch erlauben kannst, durch deine Arbeit, durch dein Wirken. Das ist ja etwas, was man mitnehmen sollte, wo, glaube ich, auch viele jetzt gerade, auch wenn es negativ klingt, neidisch drauf gucken und das auch gerne wollen würden durch die ganze Regulatorik, durch die Möglichkeiten.
Ich meine, keine Steuern zahlen, das wäre für mich schon ein Grund genug, Sachen zu packen und jeden Monat woanders zu wohnen. Aber es ist toll. Ich finde das im positiven Sinne beneidenswert.
Ja, also keine Steuern zahlen, das ist auch nur so plakativ. Es ist natürlich de facto nicht der Fall. Ich zahle natürlich überall Mehrwertsteuer. Wenn ich Kunden aus Deutschland habe, zahle ich da ebenfalls Mehrwertsteuer. Ich zahle vor Ort in dem Land, wo ich Geld ausgebe, meistens noch eine Zusatzsteuer mit dazu.
De facto steuerfrei leben geht ja gar nicht. Steuern sind einfach immer mit dabei. Vielleicht keine so hohe Einkommensteuer, das auf jeden Fall, die fällt weg. Aber steuerfrei an sich ist das eigentlich de facto nie wirklich der Fall.
Wenn wir mal die Anlageklassen durchgehen: Ich glaube, da hat sich auch mein Mindset dazu im Zeitlauf ziemlich geändert. Ich sage mal, ich habe damals 2014, 2015, 2016 – das war so die Hochzeit für Aktien für mich persönlich. Damals war ich sehr stark fokussiert auf das, was heutzutage superpopulär ist: Gerd Kommer und so weiter. Damals hat ihn noch kein Mensch gekannt.
Ich habe damals seine Bücher gelesen, mit Weltportfolio, mit Faktorprämien und so weiter. Das hat mich absolut fasziniert. Ich bin auch nach wie vor ein Verfechter eines weltweit gestreuten Aktienportfolios. So lege ich auch den Großteil meiner Aktien an.
Ich sehe Aktien allerdings tatsächlich weniger – und ich glaube, da haben jetzt wahrscheinlich viele eine andere Meinung dazu – für den Vermögensaufbau, sondern mehr für den Vermögenserhalt. Aktienrendite minus Inflation, da bleibt dann ein bisschen was übrig. Aber wenn ich das vergleiche mit dem, was ich im Kryptomarkt verdient habe oder verdienen kann, denke ich, ist es für mich einfach eher Vermögenserhalt.
Aktien haben definitiv ihre Daseinsberechtigung auch in meinem Portfolio. Auch wenn ich sagen würde: Mittlerweile habe ich immer noch, wenn ich meinen Krypto-Anteil zusammenzähle – und das ist keine Empfehlung, das ist nur das, was ich mache und was ich mir auch erlauben kann, weil ich keinerlei Verpflichtungen habe, keine Kinder, keine Katzen, keine Hunde, kein gar nichts. Ich habe auch ein Einkommen, das es mir erlaubt, dass ich theoretisch alle meine Investments verlieren könnte, und ich würde trotzdem nicht unter der Brücke landen.
Und ich glaube, den Luxus hat nicht jeder, dass er so wenig Verantwortung hat. Deshalb bin ich, was mein Portfolio angeht, immer noch zu mehr als 50 Prozent in Krypto investiert. Die Quote ist zwar im Zeitlauf deutlich nach unten gegangen, auch als das Gesamtvermögen einfach nach oben gegangen ist, einfach immer mehr diversifiziert.
Der Großteil von dem, was ich bisher diversifiziert habe und was im Zeitlauf nur noch mehr wird, sind Aktien, ETFs. Dann habe ich noch einen eher kleineren Teil in physischem Gold. Den Teil möchte ich im Zeitlauf allerdings auch noch ausbauen. Ich habe noch einen – das ist fast nicht der Rede wert – winzigen Teil in Kunst.
Ich habe Kunstwerke, die ich in der Schweiz lagern lasse. Gold ist in Singapur. Und der Rest ist Bitcoin-Cold-Storage. Das ist mittlerweile fast die Hälfte meines Krypto-Portfolios. Das ist tatsächlich eine Buy-and-Hold-Position, auf die ich auch keinen Zugriff habe.
Dafür müsste ich jetzt im Flieger sitzen, in ein anderes Land fliegen. Das liegt dort im Schließfach. Das ist komplett von mir getrennt, weil ich mir auch bewusst bin, dass ich als Influencer ein gewisses Risiko von Überfällen und so weiter habe. Deshalb ist der Teil komplett separiert.
Mein aktives Portfolio, das ist auch das, was ich dann quasi in meinem Newsletter und so weiter teile, setzt sich zusammen aus mittlerweile einem Großteil gehebeltem Bitcoin mit unterschiedlichen Strategien, die ich da fahre. Das ist so in etwa der Aufbau des Portfolios.
Ich glaube auch, um ehrlich zu sein, dass sich da in den nächsten Monaten bis Jahren gar nicht so viel ändern wird. Ich glaube einfach nur, dass der Anteil von Aktien und Gold deutlich größer werden wird. Das ist zumindest der Plan: dass alle Gewinne, die ich im Kryptomarkt mache – und nicht alle, aber ein Großteil davon – dann einfach immer wieder umgeschichtet wird, sodass diese Komponente hoffentlich irgendwann über 50 Prozent ist und ich nicht mehr ein so starkes Klumpenrisiko bei Krypto habe.
Wir wissen es nie. Ich schätze, die Wahrscheinlichkeit ist unglaublich gering, dass bei Bitcoin noch irgendwie etwas anbrennt. Aber es gibt halt immer eine Restwahrscheinlichkeit, und dagegen möchte ich mich ebenfalls absichern.
Stark. 50 Prozent in Krypto finde ich mega. Aber das passt zu deiner Lebenseinstellung, zu deinem Lebensumstand, glaube ich, auch gut dazu.
Kevin, du hast gerade erwähnt, dass du deine Buy-and-Hold-Position in Bitcoin auf einer Cold Wallet hast. Es interessiert jetzt erst mal nicht, welche das ist, aber wie stehst du momentan dazu? Es ist einfach ein ganz großes Thema. Ich sage mal, 2026 scheint irgendwie das Damoklesschwert für Self-Custody zu sein.
Wie stehst du momentan gerade zum gesamten Thema Selbstverwahrung? Bei mir in der Community haben mich in den letzten Tagen sehr, sehr viele Fragen erreicht: David, soll ich jetzt mein Geld lieber auf eine EU-regulierte Börse mit Einlagensicherung transferieren oder soll ich es auf einer Wallet lassen? Welche Wallet empfiehlst du? Und wie stehst du momentan dazu? Wie risikoreich siehst du das Thema Selbstverwahrung?
Ich glaube, da hat sich meine Meinung im Zeitlauf auch geändert. Anfangs war ich da sehr dogmatisch unterwegs und habe gesagt: Ab dem und dem Betrag Hardware Wallet, Pflichtprogramm, that's it. Egal welche. Mittlerweile würde ich wahrscheinlich nicht mehr sagen: egal welche. Das war noch damals so: Ledger, Card und so weiter. Das Mindset war: Die Verwahrung in der Hardware Wallet – in aller Regel erledigen die allermeisten ihren Job.
Ab einer gewissen Summe einfach alles da drauf, Selbstverwahrung ist das A und O. Ich glaube, mittlerweile habe ich da tatsächlich so ein bisschen meine Meinung geändert, und zwar aus zwei verschiedenen Gründen.
Einerseits, weil ich mittlerweile tatsächlich denke, dass Selbstverwahrung ab einem gewissen Vermögen super viele Vorteile bringt. Ich bin nach wie vor ein riesiger Fan davon und verwalte den Großteil meines Kapitals so. Es geht allerdings auch mit Nachteilen in Form eines Sicherheitsrisikos einher.
Deshalb denke ich mittlerweile tatsächlich, dass es ab einem gewissen Vermögen auch sinnvoll sein kann, dass man tatsächlich auf verschiedenen Börsen sein Geld lagert. Wenn jetzt sehr viele Leute eine sehr konträre Meinung dazu haben: Ich denke tatsächlich, wenn man ein gewisses Vermögenslevel erreicht hat, kann es sinnvoll sein, das Geld auf einer Börse zu lagern, weil diese Börsen meistens Zusatzfunktionen haben.
Du kannst beispielsweise blockieren, dass du dein komplettes Geld auf einmal abziehen kannst, oder dass es für eine bestimmte Anzahl von Tagen gesperrt wird. Und das ist gerade für Worst-Case-Szenarien wie Entführung oder was auch immer – ich will mir das gar nicht ausmalen – eigentlich gar nicht so schlecht, weil ich das bei Selbstverwahrung nicht habe.
Wenn ich bei Selbstverwahrung eine Transaktion mache, ist alles weg. Ich habe keinerlei Zugriff mehr auf meine Funds. Das habe ich bei Kryptobörsen teilweise nicht. Das soll jetzt nicht bedeuten: Schiebt all euer Geld auf Kryptobörsen und so weiter. Überhaupt nicht. Das ist nie etwas, was ich auf meinem YouTube-Kanal gesagt habe, und ich mache es auch nicht selber.
Ich würde immer den Großteil selbst aufbewahren. Aber das ist eine Komponente, bei der ich mein Mindset ein Stück weit geändert habe. Paradoxerweise geht es um das Thema Sicherheit, weil Selbstverwahrung nicht nur rosig ist. Man muss das wirklich gut aufbewahren. Das ist viel Verantwortung, die damit einhergeht.
Kein Kundensupport, kein gar nichts. Wenn das Geld weg ist, ist es weg. Und ich glaube, Thomas von Crypto Recovery kann ein Lied davon singen, dass Selbstverwahrung auch mit Risiken einhergeht, mit Seed-Aufbewahrung und so weiter. Die besten Grüße gehen übrigens raus an Thomas, Grüße an unseren Firmenbär Thomas.
Und der zweite Punkt, den ich gerade schon angesprochen habe, ist die Aufbewahrung der Seed Phrase. Das war auch eine persönliche Erfahrung mit einer Verwandten von mir. Ich habe gesagt: Du, Krypto und so weiter, Selbstverwahrung, dann Hardware Wallet, so und so funktioniert das mit der Seed Phrase, die auf jeden Fall gut aufbewahren.
Und irgendwann später habe ich gesehen: Okay, die Seed Phrase steht einfach auf einem Zettel auf dem Küchentisch. Da habe ich gedacht: Oh Gott, mir dreht sich alles im Magen um, wenn ich mir vorstelle: Da ist Kapital drauf, und das liegt einfach offen auf dem Küchentisch herum.
Da habe ich gemerkt: Beim Thema Seed Phrase aufbewahren tun sich unglaublich viele Leute richtig schwer. Und es ist auch, um ehrlich zu sein, nicht so ganz einfach. Wenn du sie irgendwo versteckst oder aufteilst und so weiter, ist auch immer die Frage: Wenn du irgendwann stirbst, weiß derjenige, was er zu tun hat? Und wenn du irgendwelche Wörter vertauscht hast oder sonst was?
Das heißt, jede Art von Verschlüsselung oder Sicherheitsmechanismus, die du einbaust, muss im Worst Case auch von jemand anderem wieder entschlüsselt werden können. Und das macht das Thema Vererben einfach unglaublich schwierig.
Von daher denke ich mittlerweile auch aus dieser Perspektive: Für manche Leute ist es vielleicht sogar faktisch sicherer, die Verantwortung an ein Unternehmen abzugeben. Das ist wahrscheinlich nicht perfekt und wahrscheinlich vom Sicherheitslevel her nicht auf dem Niveau, wie wenn du die Seed Phrase selbst gut bei einer Hardware Wallet aufbewahrst. Aber vielleicht ist es für manche Leute gar nicht schlecht, das komplett an eine Börse auszulagern, die hoffentlich gut mit dem Geld umgeht.
Und wenn es mehr Kapital ist, dann vielleicht auf mehrere Börsen splitten, sodass man nicht irgendwie ein komplettes Klumpenrisiko hat. Vielleicht ist es für manche Leute gar nicht so schlecht. Wie gesagt, das ist nicht das, was ich selbst empfehlen würde, und auch nicht das, was ich selbst mache.
Man muss natürlich auch immer die finanziellen Incentives im Hintergrund im Blick behalten. Als Influencer verdienen wir auch Geld damit, dass Leute ihr Geld auf einer zentralen Börse parken, dort Trades machen und so weiter. Das sollte aus meiner Sicht allerdings nie der Anreiz sein zu sagen: Packt euer Geld jetzt alle auf eine Börse.
Nein, das ist nicht das, was ich selbst mache. Ich bin da, glaube ich, auch nicht unterwegs wie du. Du hast schon unglaublich viele Hardware Wallets getestet, Tutorials dazu gemacht für YouTube und so weiter, also ein großer Verfechter der Selbstverwahrung. Aber ich glaube, ich bin mittlerweile einfach realistisch genug, um einzusehen, dass es vielleicht nicht die beste Lösung für jeden ist.
Das ist so schön gesagt. Plan B hat 2024 oder 2025, glaube ich, als die ETFs aufkamen, gesagt: Ich verkaufe alle meine Spot-Bitcoin und kaufe ETF, weil ich diesen Stress der Selbstverwahrung, die Verantwortung und das Risiko nicht mehr haben möchte.
Du hattest noch das Thema Klumpenrisiko erwähnt, und das finde ich auch ganz, ganz wichtig. Vielleicht kannst du deinen Input dazu noch geben, das würde mich wirklich persönlich interessieren. Ich selbst habe zehn Wallets von einem Hersteller – wir wollen ja keine Werbung machen – in Benutzung und habe dazu noch vier weitere Wallets von unterschiedlichen Herstellern in Benutzung. Ich habe überall gesplittet.
Für mich fängt ab einer Investitionssumme von 10.000 Dollar immer eine neue Wallet an. Das reduziert für mich persönlich das Risiko. Ich habe natürlich auch Lust darauf, weil ich mich mit der Technik beschäftigen möchte und es zwangsläufig für den Kanal mache. Da ist auch wirklich der Spaß an der Selbstverwahrung dabei.
Wie machst du das? Hast du eine einzige Wallet oder bist du auch unterwegs und splittest ab einer gewissen Summe? Oder nimmst du nicht immer denselben Hersteller? Wie sieht es bei dir aus?
Also, ich habe das auch gesplittet. In der Vergangenheit hatte ich es mehr gesplittet als heute, weil ich in der Vergangenheit ein bisschen dazu tendiert habe, zu stark zu diversifizieren. Dann habe ich gemerkt: Für mein aktives Portfolio ist das so stressig. Jetzt muss ich das hier einstecken, dort eine Transaktion machen, muss das hier einstecken und die Transaktion machen. Da habe ich gemerkt: Alles über vier Hardware Wallets für das aktive Portfolio ist mir persönlich einfach zu aufwendig.
Ich habe eine ähnliche Erfahrung mit Multisig gemacht, also dass man nicht nur von einer Hardware Wallet das Ganze bestätigen muss, sondern von zwei. Ich hatte das ein paar Mal, beziehungsweise ich habe das mal aktiviert. Ich habe dann ein paar Transaktionen gemacht, und ich glaube, nach drei oder vier Transaktionen hatte ich so die Schnauze voll davon. Ich habe mir gedacht: Nein, ich will mir bei jeder Transaktion diesen Stress nicht mehr antun.
So sicher das auch sein mag und so sehr es definitiv seine Daseinsberechtigung hat – gerade für Leute, die im acht-, neun- oder zehnstelligen Bereich im Kryptomarkt unterwegs sind: Multisig ist ein absoluter No-Brainer, das zu nutzen, vor allem wenn man das Ganze über mehrere Geräte splittet.
Aber ja, mittlerweile tendiere ich dazu: Für mein aktives Portfolio benutze ich drei verschiedene Hersteller von Hardware Wallets. Cold Storage ist bei mir auf einer Steel Wallet. Extra gesichert, aber auf einer Steel Wallet.
Ja, also eigentlich eine Paper Wallet, wenn man so möchte, oder? Was die meisten gar nicht mehr kennen. Das ist superwitzig. So alt sind wir schon, dass wir Paper Wallets kennen.
Kevin, letzte Frage: Wenn du jetzt mal, sagen wir, vier oder fünf Jahre zurückgehen würdest – oder sagen wir, vier Jahre ist eigentlich falsch, das wären eher sieben oder acht Jahre – und dein Ich, das jetzt das erste Mal mit dem Kryptomarkt in Berührung kommt, mit der Anekdote mit deinem Kunden damals, der sich über Bitcoin austauschen wollte: Was wären die Key Points, die du deinem Ich vor acht Jahren mit deiner jetzigen Erfahrung mitgeben würdest? Welche Fehler sollte es nicht machen? Worauf sollte es achten, speziell im Kryptomarkt?
Ich glaube, erstens eine Sache. Da gibt es bestimmt auch konträre Meinungen dazu, vielleicht hast du sogar eine konträre Meinung dazu. Mittlerweile denke ich viel mehr, dass Bitcoin für den Kryptomarkt die Benchmark ist.
Benchmark, ich weiß nicht, ob das vielen Leuten etwas sagt, vom Aktienmarkt quasi das, woran man sich orientiert. Und ich glaube tatsächlich: Wenn man einfach nur in Bitcoin investiert, dann investiert man in die Benchmark des Kryptomarkts. Wenn das tatsächlich der Fall ist – das ist mehr eine Hypothese –, dann ergibt es auch Sinn, dass man immer einen gewissen Teil der Benchmark im Portfolio hat.
Das ist zumindest mein Ansatz: X Prozent sollten Bitcoin sein. Und mit dem Rest kann man sich dann immer noch austoben und eigene Erfahrungen machen. Das Tolle am Kryptomarkt ist ja auch, dass er so schnelllebig ist, dass man innerhalb eines Zyklus so viel Erfahrung machen kann, für die man im Aktienmarkt oder im Immobilienmarkt Jahrzehnte bräuchte.
Im Kryptomarkt ist alles komprimiert. Innerhalb von vier Jahren wirst du alles erleben, was du als Investor brauchst: die Höhen genauso wie die Tiefen, vor allem die Tiefen. Die sind umso wichtiger.
Ich würde mittlerweile nicht nur für mich selbst, sondern auch bei Empfehlungen immer sagen: X Prozent sollten Bitcoin sein. Das ist die Position, die dir im Worst Case den Arsch retten könnte. Ich benutze mal das Wort. Ich hoffe, das ist in Ordnung, wenn du dich mit dem anderen Teil verspekulierst.
Zweitens glaube ich, ich habe es vorhin schon angesprochen: sich mehr auf sein eigenes Edge zu fokussieren, also auf den Bereich, bei dem man wirklich sagt: Da habe ich einen Informationsvorteil im Vergleich zur breiten Masse, und genau deshalb kann ich dort mehr Geld verdienen als die breite Masse.
Und sich einfach seinem Edge treu zu bleiben und nicht die ganze Zeit die eigene Strategie über den Haufen zu werfen, weil man sieht: Oh, aber der Influencer hat jetzt plötzlich mit Meme-Coins Millionen gemacht. Ah, scheiße, vielleicht sollte ich jetzt doch irgendwie mit Meme-Coins anfangen und so weiter. Nein, einfach sich selbst und seiner Strategie treu bleiben.
Bitcoin als Benchmark finde ich absolut. Den kann man auch auf zwei Arten nutzen. Zum einen eine gewisse Exposure in Bitcoin – das macht immer Sinn als vernünftige Ankerposition. Du brauchst immer eine Ankerposition, die dich auch nachts ruhig schlafen lässt. Dann kannst du auch ruhig mit 20, 30, 40 oder 50 Prozent in Altcoins zocken, wenn du das machen möchtest, weil du weißt, dass dein Portfolio durch einen vernünftigen Anker hochgehalten wird.
Das muss nicht unbedingt Bitcoin sein, es kann auch eine gute Altcoin-Position sein, die verlässlich ist und die du gut geshoppt hast. Aber so etwas solltest du immer haben. Das ist meine persönliche Meinung dazu. Als Benchmark kannst du Bitcoin, glaube ich, ganz gut sehen.
Wir sehen Anstiege. Das hat ja perfekt um den 18., 19. August gepasst. Bitcoin macht sein Hoch, und die Altcoins ziehen mit einem leichten Versatz nach. Du kannst die Benchmark auch als Informationsvorsprung sehen, wenn du bereit bist, einfach deinen Standpunkt oder die Perspektive richtig zu setzen. Das denke ich jedenfalls.
Mir ist gerade noch der dritte Punkt eingefallen: wem man tatsächlich folgt. Wenn wir von Influencern sprechen – ich mag das Wort nicht, du magst es auch nicht, wir mögen es alle nicht, aber es ist einfach das häufigste Wort dafür –, dann würde ich sagen, ist es wichtig, dass man Leuten folgt, die nicht zwingend die gleiche Strategie verfolgen müssen, aber zumindest einen ähnlichen Zeithorizont haben.
Nicht, dass man selbst eigentlich vorhat, langfristig in Krypto zu investieren, beispielsweise über einen kompletten Zyklus, und dann irgendwelchen Chart-Analysten folgt, die nur auf kurzfristiges Swing-Trading aus sind. Dann hält man die ganze Zeit deren Perspektive im Kopf: Ja, aber jetzt wird es irgendwie von hier fallen auf das und so weiter.
Das bringt einen die ganze Zeit aus dem Konzept, sodass man denkt: Ah, scheiße, ja, aber jetzt sollte ich vielleicht doch wieder verkaufen, obwohl ich eigentlich langfristig investieren will.
Das heißt: Influencer finden, denen man gerne folgt und denen man vertraut, die einen ähnlichen Zeithorizont verfolgen. Ich glaube, das ist sehr wichtig, damit man nicht die ganze Zeit Zweifel an seiner eigenen Strategie bekommt, weil sie indirekt von einem anderen Influencer kritisiert wird, der sie gar nicht kritisieren möchte, sondern einfach eine andere Strategie mit einem anderen Zeithorizont verfolgt.
Und ich glaube, das war ebenfalls etwas, was ich berücksichtigen würde. Ich habe bei mir selbst gemerkt: Als ich aufgehört habe, solchen Leuten zu folgen, war ich viel ruhiger und viel weniger emotional bei irgendwelchen Aufs und Abs. Es fiel mir einfach viel leichter, meiner eigenen Strategie treu zu bleiben.
Finde ich ein ganz tolles Schlusswort von dir, kann ich absolut nur unterstreichen. Und das hat ja auch ganz viel mit einem vernünftigen Plan zu tun. Du baust ein Haus ja auch nicht ohne einen vernünftigen Plan. Du kannst nicht einfach mit dem Dach anfangen, wenn die Bodenplatte noch nicht gegossen ist. Plan machen, Zielsetzung, Umsetzung und dann die Ergebnisse.
Und ich glaube, das vergessen ganz, ganz viele Leute da draußen und lassen sich, wie du so schön das Beispiel gemacht hast, durch falsche Quellen, die vielleicht gar nicht zu ihnen passen, zu ihrem Lebensumstand und zu ihrer Zielsetzung, so beeinflussen, dass sie eigentlich nur hinterherlaufen und nicht ihren Plan verfolgen.
Kevin, von meiner Seite aus vielen herzlichen Dank, dass wir das Interview machen konnten. Ich freue mich, und ich hoffe, wir wiederholen das noch mal. Und ich würde sagen: Die letzten Worte gehören dir.
Ja, vielleicht als letzte Worte, gerade an die Leute, die noch auf ein tieferes Tief gewartet haben, das dann nicht kam, und jetzt einen Ausbruch gesehen haben und denken: Ah, scheiße, jetzt sieht es aus, als würden wir tatsächlich kein tieferes Tief mehr sehen, und jetzt habe ich irgendwie noch Cash und warte auf den Einstieg.
Schaut euch einfach mal an, wo wir Stand heute sind, gemessen am Boden, also wie viel sich Bitcoin bisher vom Boden abgesetzt hat, und vergleicht das mal mit dem letzten Zyklus, wo Bitcoin damals zu diesem Zeitpunkt war.
Und jetzt seht ihr mal, was höchstwahrscheinlich in den nächsten zwei bis drei Jahren noch kommen wird, und dass es alles andere als zu spät ist, da noch irgendwie den Einstieg zu finden. Ich glaube, die große Party, die wird tatsächlich erst noch kommen.
Natürlich gibt es auch Party-Crasher. Wir werden auch Rücksetzer sehen, definitiv auch größere. Die gehören dazu, die sind auch gesund. Aber der Zug ist nicht abgefahren.
Ich glaube, wer Stand heute im Oktober 2026 so ein Video hier anschaut, ist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um in den nächsten paar Jahren gut Geld zu verdienen.
Hervorragend. Herzlichen Dank, und wir sehen uns beim nächsten Video. Danke euch. Ciao, ciao.
Automatisch erstellt (Speech-to-Text) und KI-gestützt sprachlich bereinigt. Es gibt den gesprochenen Inhalt wieder, kann aber vereinzelt Fehler enthalten.
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