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Kevin Söll

Wie viel Geld braucht man wirklich zum Auswandern?

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Heute habe ich mal wieder Christoph Heuermann zu Gast, der mittlerweile alle Länder der Welt bereist hat, aktuell mit seinem Expeditionsmobil unterwegs ist und auch im DACH-Raum vor allem als der Steuerexperte gilt, gerade wenn es um die Themen Auswanderung genauso wie internationale Konstrukte geht. Konkret haben wir darüber gesprochen, ob man fürs Auswandern wirklich so viel Geld braucht, wie man auch mit Kindern auswandern kann, also welche Möglichkeiten es da gibt, dann auch, wie man eine zweite Staatsbürgerschaft potenziell bekommen kann und was da die Vor- und Nachteile davon sind, genauso auch, was du persönlich von seinem neuen Buch erwarten kannst, das jetzt in Kürze herauskommen wird. Christoph ist übrigens der Einzige, den ich mittlerweile schon zum dritten Mal zu einem Interview auf meinem Kanal eingeladen habe, weil aus meiner Sicht seine Inhalte wirklich super hilfreich und interessant sind. Von daher hoffe ich auch wirklich, dass auch du für dich selber aus diesem Interview etwas rausnehmen kannst.

So, Christoph, ich habe schon sehr häufig gehört, insbesondere von Leuten im DACH-Raum, dass man fürs Auswandern relativ viel Geld braucht. Würdest du sagen, das stimmt tatsächlich? Oder denkst du, das stellen sich die Leute sehr teuer oder unkompliziert teuer vor? Was ist da deine persönliche Einschätzung dazu? — Ja, ich meine, das kommt immer darauf an, wohin man auswandert und wie man mitnimmt. Ich habe damals vor zwölf Jahren Deutschland mit unter 2.000 Euro auf dem Bankkonto verlassen, ohne überhaupt irgendein geregeltes Einkommen zu haben. Also es geht sicherlich auch mit deutlich weniger. Ich bin dann erstmal als Backpacker günstig durch die Welt gereist und bin gar nicht fest irgendwohin ausgewandert. Aber auch wenn man irgendwie nach Kambodscha oder Nicaragua oder andere Länder geht, wo man vielleicht reinkommt, häufig steuerliche Vorteile hat und sehr günstige Lebenshaltungskosten, ist das sicherlich auch immer noch mit 1.000 bis 2.000 Dollar im Monat machbar. Klar, wenn ich mit Familie und mehreren Kindern bin und mir dann noch ein teures Land aussuche, wie Island, wo ich gerade war, dann geht es natürlich nicht so einfach. Da ist das Geld schnell weg. Aber man muss natürlich auch einfach vielleicht erstmal zumindest für eine gewisse Zeit Kompromisse treffen. Man braucht jetzt nicht 100.000 auf dem Bankkonto. Natürlich ist es aber, wenn ich Unternehmer bin und dann mit Wegzugsbesteuerung und anderen Themen konfrontiert bin, so, dass ich teilweise recht viel Geld in die Hand nehmen muss, um das zu lösen.

Okay, das heißt, so eine wirklich pauschale Empfehlung kannst du da auch nicht wirklich geben, weil es wirklich darauf ankommt, welche Ausgangssituation und wohin der- oder diejenige tatsächlich hingeht. Ist das korrekt? — Ja, aber ich glaube, es ist überschätzt. Also man kann mit deutlich weniger Geld auswandern, als die meisten denken. Ich sage immer: Sobald man sich selber finanzieren kann, remote, mit was weiß ich, egal wie hoch, kann man eigentlich immer auswandern. Und dann braucht man auch nicht wirklich Ersparnisse. Und wenn man das nicht hat, aber Ersparnisse hat, dann muss man halt schauen, wie lange die reichen, bis man dann irgendwie auf die Beine kommt und selber was verdient. Ich meine, ich helfe auch vielen Leuten, die haben häufig nur 200.000, 300.000 auf dem Konto, legen das langfristig an oder traden ein bisschen damit und denken, sie kommen damit irgendwie auf 2.000, 3.000 Euro im Monat, was ja durchaus realistisch ist. Und dann gehen sie in die richtigen Länder und kommen damit auch klar.

Okay. Aus eigener Erfahrung und auch aus dem Austausch, den ich innerhalb unserer Community gehabt habe, ist die größte Hemmschwelle von den meisten Leuten: Kinder. Und da ist meine erste Frage an dich: Wenn man jetzt tatsächlich Kinder hat, ist da dieses Dauerreisen, dieses Perpetual Travelling, da wirklich möglich, oder würdest du sagen, in so einem Fall wäre ein fixer Ort eigentlich eher deine Empfehlung? Also ich würde sagen, bei einem Baby oder Kleinkind, so alles unter zwei, drei Jahren, da spielt das wahrscheinlich noch nicht so eine große Rolle. Aber gehen wir jetzt mal davon aus, jemand hat ein Kind, das schon schulpflichtig ist oder im Schulalter ist. Was ist da so deine konkrete Empfehlung? — Ja, ich meine, das kommt natürlich extrem auf das Kind an. Also ich habe viele Familien seit Jahren betreut, die dauerhaft unterwegs sind, die auch Perpetual Traveller sind, sicherlich nicht so schnell, wie ich das praktiziere, aber dennoch mit, was weiß ich, mehreren Monaten an einem Ort, dann zwei, drei, vier Standorte, zwischen denen gewechselt wird. Ich habe ja selbst seit vier Jahren auch ein Kind an der Backe, seitdem es sechs ist. Die haben das so gelöst, dass wir in Dubai eine Base haben, das Kind in Dubai auf eine Schweizer Privatschule geht. Aber in Dubai gibt es halt keine starre Schulpflicht, sprich, wenn wir mal die Ferien zwei Wochen überziehen, um ein bisschen länger zu reisen, ist das auch kein Problem.

Das kann natürlich eine Lösung sein, aber viele machen eben dieses Freilernermodell. Wir haben jetzt gerade in zwei Wochen ein großes Event, die Startmus-Familienkonferenz, veranstalten wir schon zum dritten Mal, diesmal in Kroatien. Da kommen 60 verschiedene Familien mit Kindern. Das machen wir jedes Jahr, damit sich die Kinder mit anderen Reisekindern vernetzen können, die Eltern natürlich auch. Das ist immer ein super Event, und da gibt es wirklich auch komplett unterschiedliche Ansätze. Da haben wir auch ein eigenes Projekt gegründet, das heißt Citadel Gardens. Das ist übrigens auch sehr interessant für Bitcoiner, weil sehr viele Bitcoin-Investoren mit genau diesem Problem dort investiert haben. Es geht nämlich darum, dass man quasi auf der Welt verschiedene Dörfer schafft. So, was weiß ich, 20, 30 Leute können dann dort wohnen, in eigenen Häusern, Tiny Houses, was auch immer. Und da gibt es dann ein Bildungsprogramm, das die Kinder gemeinsam durchlaufen können. Und man kann halt flexibel zwischen diesen Orten wechseln. Also wir haben zum Beispiel schon was auf Madeira, in Kroatien, in Kanada. Und Leute können teilweise flexibel ihr eigenes Ding machen, und wenn sie Bock haben, können sie halt in diese Dörfer zurückkommen, wo sie dann ihre Community haben. Also die Grundidee war ganz einfach, dieses Perpetual Travelling etwas sozialverträglicher zu machen, vor allem für Frauen und Kinder.

Ist das auch deine primäre Empfehlung? Also ich würde sagen, Thema Schule ist die eine Geschichte, die andere Geschichte ist ja natürlich auch für Kinder so ein soziales Umfeld. Vor allem auch, wenn man dann regelmäßig den Standort wechselt, wahrscheinlich ein bisschen schwieriger. Hast du da konkrete Empfehlungen außerhalb von dem, was du jetzt gerade schon angesprochen hast? — Ja, ich meine, darum geht es ja vor allem, eben diese Sozialverträglichkeit. Schule braucht man in meinen Augen nicht. Jetzt vor allem im AI-Zeitalter ist es völlig illusorisch, dass man Kinder noch in die Schule mit starren Lehrplänen schickt. Der soziale Aspekt ist sicherlich wichtiger, aber man kann das sicherlich gestalten, wenn man schaut, dass man sich mit anderen Familien regelmäßig trifft, überall auf der Welt. Aber häufig ist natürlich für viele Kinder eine gewisse Basis, spätestens ab der Pubertät, schon nötig. Aber auch da gibt es so viele Modelle heutzutage. Also ich würde es letztlich immer vom Kind abhängig machen. Das wird die Bedürfnisse in der Regel schon genau wissen, ob es länger an einem Ort bleiben will oder vielleicht auch viel lieber um die Welt reist und das macht, was ihm Spaß macht.

Gibt es denn spezielle Länder oder Standorte oder, ich sage mal, Ballungsgebiete von Leuten, wo man relativ leicht so ein soziales Umfeld als deutschsprachige Familie aufbauen kann, deiner Erfahrung nach? — Ja, das ist vor allem natürlich in Europa der Fall. Also in Ländern wie zum Beispiel Portugal, Spanien, Kroatien sind es natürlich sehr viele Leute, auch international natürlich an Orten wie Thailand, Indonesien, Südafrika, Panama gibt es sehr viele Familien, die dann Gleichgesinnte haben. Und mittlerweile gibt es so viele Sachen, und wenn man dann gerade auch vielleicht nicht auf den deutschsprachigen Raum beschränkt ist — selbst da gibt es mittlerweile so viele Angebote, aber das international macht, mit den ganzen amerikanischen, kanadischen und was auch immer Familien — da kannst du wirklich an jedem Tag überall auf der Welt genug Kinder treffen und dir da irgendwie dein soziales Umfeld aufbauen. Das dann ja auch kontinuierlich weiter zu betreiben, das ist ja nicht so, dass man den trifft und dann Tschüss sagt und den nicht wiedersieht, da kann man schon eine gewisse Konstanz reinbringen, aber muss man sich natürlich auch darauf einstellen.

Okay, soziales Umfeld, denke ich, so wie ich das raushöre: Wo ein Wille ist, ist ein Weg, da findet man eine Lösung. Thema Schule: Da gibt es ja auch unterschiedliche Varianten, dass man beispielsweise seine Kinder vor Ort auf die Schule schickt, dass man Homeschooling betreibt. Gibt es ansonsten außer Homeschooling noch andere Alternativen, die da grundsätzlich in Frage kommen? — Ja, Homeschooling ist ja ein sehr breiter Bereich. Also es geht von Unschooling — ich mache gar nichts und mein Kind macht einfach, was es will — bis zu, sag ich mal, zertifizierten Online-Schulen, wo es dann auch ein Abitur erwirbt und studieren gehen kann. Wir haben da ein ganz gutes, neues Angebot, was wir bald anbieten werden, da kann man dann quasi sehr einfach einen amerikanischen Highschool-Abschluss erwerben, remote. Und damit natürlich dann auch an entsprechenden Unis weltweit studieren gehen, muss da aber nicht allzu viel nachweisen. Also das kann zum Beispiel eine Lösung sein. In meinen Augen ist da so ein gemischter Ansatz gut, möglichst frei, aber eventuell, je nachdem, was das Kind natürlich machen möchte, dann eben, dass man studieren gehen kann. Bei vielen Dingen ist das heutzutage absolut nicht mehr nötig, aber wenn es unbedingt Arzt, Ingenieur oder Ähnliches werden will, dann wird man da auch leider zukünftig nicht dran vorbeikommen.

Und was wäre deine konkrete Empfehlung, wenn jetzt beispielsweise das Kind ein Alter hat, wo es sich noch nicht so konzentrieren kann für digitale Inhalte, dass es vor dem PC sitzen kann und quasi digital zur Schule geht? Was würdest du da in dem konkreten Fall empfehlen? Also tatsächlich vor Ort die Kinder in die Schule schicken, oder gibt es da ansonsten was? — Man kann Privatlehrer holen, man kann so viele verschiedene Möglichkeiten nutzen. Ein guter Freund von mir hat seine Kinder jahrelang immer mitgenommen und dann immer lokal, wo er war, irgendwie zwei Monate mit den lokalen Kindern in die Grundschule gesteckt. Und das war vielleicht nicht ganz einfach, aber die konnten dann innerhalb von mehreren Jahren gleich fünf, sechs Sprachen fließend, weil die natürlich als Kinder auch extrem schnell lernen. Und wenn sie dann irgendwie, was weiß ich, zwei Monate in der kolumbianischen Schule mit den Locals gesteckt werden, dann haben sie halt nach den zwei Monaten auch schon ganz gut Spanisch drauf zum Beispiel. Davon profitieren sie halt immer noch sehr lange.

Spannend. Letzte Frage zum Thema Kinder. Ein bisschen Extremszenario, aber ich will es mal wirklich auf die Palme bringen. Angenommen, du hättest Stand heute vier verschiedene Kinder: ein Kind, was gerade so frisch auf die Welt gekommen ist, ein Kind mit fünf Jahren, ein Kind mit zehn Jahren, ein Kind mit 15 Jahren. Also quasi alle Altersgruppen so ein bisschen abgedeckt. Wie würdest du das konkret in deiner Situation als sehr starker Dauerreisender managen? — Ja, bei meinen eigenen Kindern würde ich natürlich mit den Kindern dauerreisen. Und dann werden die eh von Geburt an darauf geprimed und so geprägt. Klar, wenn sie irgendwann Bock haben, irgendwo zu leben, lässt sich das sicherlich organisieren. Dann kommt es natürlich auch so ein bisschen auf das private Support-Netzwerk an: deine Familie, Freunde, Bekannte, die sich dann vielleicht auch um die Kinder kümmern, gerade wenn sie selber Eltern sind. Also ich denke, das lässt sich schon sehr gut hinkriegen. Bis zehn Jahren in der Regel kein großes Problem. Sobald sie ihren eigenen Willen haben, in die Pubertät kommen, wird es natürlich schwieriger. Aber dann kannst du sie auch, was weiß ich, bei der Familie irgendwo auf der Welt leben lassen. Notfalls gibt es Internate, wenn das Kind das unbedingt möchte. Also da gibt es in meinen Augen schon genug Gestaltungsmöglichkeiten.

Spannend. Okay, gut, dann würde ich schon zum zweiten Thema kommen. Ich glaube, das ist ein Thema, was wir bisher in unseren Interviews — das ist ja, glaube ich, das dritte mittlerweile schon — relativ wenig besprochen haben: das Thema zweite Staatsbürgerschaft. Vielleicht mal ganz kurz vorweg für die Leute, die das nicht so wirklich einordnen können: Könntest du mal den Unterschied erklären zwischen einer Staatsbürgerschaft, dem Wohnsitz, dem steuerlichen Wohnsitz, so die Basic-Begriffe, damit die Leute auch wirklich wissen, was damit konkret gemeint ist? — Ja, eine Staatsbürgerschaft ist das, was man, sag ich mal, seit Geburt hat. Der Reisepass ist nur das Dokument. Das zeigt gar nicht an, ob man wirklich Staatsbürger ist. Damit reist man halt. Aber du kannst zum Beispiel die Staatsbürgerschaft eines Landes besitzen — beziehungsweise die Staatsbürgerschaft eines Landes nicht besitzen, aber trotzdem einen Reisepass. Das bietet zum Beispiel Panama an. Ganz interessante Möglichkeit für Österreicher, die keine doppelte Staatsbürgerschaft bekommen können. Die können damit aber trotzdem zum Beispiel einen anderen Reisepass zum Reisen nutzen.

Ja, Staatsbürgerschaft, abgegrenzt vom Wohnsitz: Eine Staatsbürgerschaft ist die Möglichkeit, immer dorthin zu ziehen. Ohne Beschränkungen kann ich halt in das Land einreisen. Mit einem Wohnsitz kann ich das eventuell auch, wenn es dann ein dauerhafter Aufenthaltstitel ist. Aber Staatsbürgerschaft heißt halt nicht, dass ich dort wohne. Ja, also ich kann natürlich auch als Staatsbürger aus meinem Land auswandern, aber trotzdem Staatsbürger bleiben. Das wird bei mir natürlich häufig vertauscht. Ich habe ja natürlich auch einen komplizierten Namen, staatenlos.ch. Viele Leute denken, dass staatenlos heißt, sie würden die deutsche oder andere Staatsbürgerschaft aufgeben. Das ist dann natürlich nicht der Fall. Staatenlos steht hier eher für die mentale Ebene und eher synonym für wohnsitzlos oder systemfrei. Also man meldet sich ab, man verlagert seinen Wohnsitz, behält aber die Staatsbürgerschaft. Damit auch den Reisepass zum Reisen.

Und was würdest du sagen, sind so die größten, wesentlichen Vorteile von der zweiten Staatsbürgerschaft? — Ja, das ist natürlich eher ein Thema für Leute aus, sage ich mal, Ländern mit schlechten Pässen. Also der typische Chinese, Araber, Inder, Russe kann halt in viele Länder nicht so einfach reisen wie der Deutsche. Und deswegen kann er seine Reisefreiheit stark erhöhen, indem er sich den richtigen Reisepass besorgt. Deutschland hat jetzt mit einen der stärksten Pässe der Welt. Dennoch kannst du die Reisefreiheit etwas erhöhen mit strategisch gewählten weiteren Pässen. Ich habe mir zum Beispiel vor drei Jahren den Vanuatu-Pass geholt. Das sind knapp 150.000 Schenkung plus Investment. In Bitcoin könnte ich das bezahlen, ganz praktisch. Und damit kann ich aber zum Beispiel visafrei nach Russland reisen. Und ich reise viel und ich reise auch noch viel, um Russland zu besuchen. Das ist halt mit einem deutschen Pass nicht so einfach. Ansonsten hast du auch ein größeres Risiko. Und mit einem Vanuatu-Pass komme ich da halt visafrei rein.

Ja, eigentlich geht es aber eher darum, dass man sich vor, sage ich mal, hypothetischen Risiken in der Zukunft schützt. Ich meine, mit dem, was ich mache, bin ich jetzt natürlich schon etwas in der Schusslinie in Deutschland und kann damit rechnen, bei einer noch totalitäreren Regierung vielleicht irgendwann mal auf der Blacklist zu landen und meinen Reisepass nicht verlängert zu bekommen. Und wenn ich keinen deutschen Reisepass mehr habe und sonst auch nichts, dann bleibt mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als nach Deutschland oder zumindest in die EU zurückzukehren. Und dann haben sie mich natürlich auch in vielen anderen Aspekten gepackt. Insofern ist es quasi die eigene Lebensversicherung für die Zukunft, sich da über einen zweiten Pass besser aufzustellen. Und diese Sachen passieren. Das ist jetzt nicht irgendwie rein hypothetisch. Ich habe diverse Kunden, die schon ihren Reisepass entzogen bekommen haben. Du musst einfach mal ins deutsche Passgesetz schauen. Da steht auch haargenau drin, wann der Staat dir den Pass entziehen darf: schon ab 50.000 Euro Steuerschulden zum Beispiel, wenn du deinen Unterhaltspflichten nicht nachkommst, wenn du eine Gefahr für die Bundesrepublik bist — alles sehr wischiwaschi auch formuliert. Also es kann schneller gehen, als viele denken, wenn du dich dem Wehrdienst entziehst, ja, gerade auch aktuell großes Thema mit dieser neuen Regelung, die da eingeführt wurde, die zwar offiziell nur für Deutsche mit deutschem Wohnsitz gilt, aber es lässt sich natürlich all das relativ schnell dann auch auf Auslandsdeutsche ausweiten. Also zu sicher sollte man sich da nicht fühlen. Stand jetzt gibt es diese Probleme noch nicht, aber sie könnten halt jederzeit kommen.

Okay, gibt es denn auch grundsätzlich irgendwelche Nachteile von einer zweiten Staatsbürgerschaft? Und sofern ich richtig informiert bin, in Deutschland ist es ja mittlerweile möglich, eine zweite Staatsbürgerschaft zu haben. In Österreich muss man, glaube ich, seine ursprüngliche abgeben. In der Schweiz, da kenne ich mich gar nicht aus, da kannst du mich gleich ergänzen. Aber gibt es denn auch grundsätzlich Nachteile, wenn man sich sowas anschafft? — Nein. Was ich meine, wesentlich ist halt, dass du diese Option hast. Mehr Optionen sind in der Regel nicht schlecht. Wenn dann ein Land, sag ich mal, totalitär wird und dir irgendwie schaden will, weil du den Pass hast, dann kannst du die vielleicht immer noch abgeben. Dann musst du natürlich die Passwahl schon, sag ich mal, strategisch klug machen. Es gibt einige Länder, die Passprogramme anbieten, wo man gegen Investment eine Staatsbürgerschaft kaufen kann, die in meinen Augen strategisch ungünstiger sind. Zum Beispiel Türkei ist ein beliebtes Land. Da kannst du für 400.000 Dollar Immobilieninvestment in der Türkei die türkische Staatsbürgerschaft kriegen. Du kannst dir sogar einen türkischen Vornamen machen lassen. Aber du bist dann halt Türke. Und das ist so, die Türkei unter Erdogan ist halt auch etwas schwierig, und da sperrt man dann viele Türken mal schnell lebenslang ins Gefängnis ein, wenn sie die falsche Meinung haben. Und dieses Risiko hast du dann plötzlich mit diesem Pass. Das kann dir dann als Deutscher in der Türkei eben nicht so schnell passieren.

Ja, deswegen rate ich stark dazu, beim zweiten Pass auf Länder zu setzen, die sehr frei sind, die möglichst komplett steuerfrei sind, die eher klein und unbedeutend sind, sich überhaupt nicht für ihre Bürger außerhalb der Landesgrenzen interessieren. Also eben die typischen Passstaaten. Das ist zum Beispiel Vanuatu oder auch die Karibikstaaten. Das ist eigentlich ein super Pass, um die eigene Souveränität wirklich zu vermehren. Und wenn man dann von so einem großen Schwellenland wie der Türkei, aber auch anderen Ländern, einen Pass will, kann man das vielleicht als dritten Pass noch machen. Aber in meinen Augen kann man sich damit eben auch mehr Probleme einkaufen, als dass es löst.

Gibt es denn tatsächlich wesentliche weitere Vorteile, wenn man sich einen dritten, vierten, fünften, sechsten Pass holt? Also teilweise gibt es ja auch Leute, die sind so ein bisschen, ich sag mal, passsüchtig, die dann auch tatsächlich sowas sammeln, vielleicht auch als Hobby, dass die da zehn verschiedene Pässe haben. Ist sowas dann auch grundsätzlich vertretbar? Bringt das wirklich Vorteile, oder ist das ab einem gewissen Grad einfach nur noch — ? Ja, ab einem gewissen Grad einfach nur noch. Es kommt natürlich immer darauf an, du weißt nie, was passiert, wie die Welt aussieht. Vielleicht kann dir das dann tatsächlich Vorteile bringen. Aber ich würde sagen, mehr als drei Pässe sind Blödsinn. Ein guter Freund von mir hat acht, weil er genug Krypto rumliegen hat und ihm das Spaß macht, neue zu bekommen. Aber grundsätzlich ist das nicht so prickelnd. Und man muss natürlich schon Staatsbürgerschaften offiziell angeben. Ich habe gestern, weil ich jetzt in den nächsten Wochen viel in Großbritannien bin, meine ETA beantragt. Man hat jetzt ja auch dieses neue ETA für Großbritannien. Da werden dann eben auch alle Staatsbürgerschaften abgefragt. Ich habe Vanuatu angegeben. Kein Problem. Nach einer Sekunde habe ich die Bestätigung bekommen. Aber wenn du auf einmal acht Staatsbürgerschaften hast, dann kann es natürlich sein, dass du bei Einreisen in gewisse Länder irgendwann zumindest komische Nachfragen bekommst. Du kannst es natürlich verschweigen. Ich meine, ich habe das mit dem Vanuatu-Pass groß rausposaunt. Aber normalerweise muss man das ja niemandem erzählen. Es wird auch nicht ausgetauscht bei den meisten Programmen. Und dann hat man das einfach so als Backup, ohne dass jemand davon weiß. Da muss halt jeder schauen, wie er damit umgeht.

Und dieses, was du vorhin schon erwähnt hast — du hast es ja über ein Investment gemacht. Investment, also diese CBI-Programme, Citizenship by Investment, das ist ja auch nur eine von vielen verschiedenen theoretischen Möglichkeiten, wie man an eine zweite Staatsbürgerschaft kommt. Würdest du sagen, das ist die einfachste und bequemste, wenn man das Geld hat? Oder gibt es auch grundsätzlich deutlich einfachere Möglichkeiten, an eine zweite Staatsbürgerschaft ranzukommen? — Ja, ich meine, CBI sind die offiziellen, legalen Programme, die die Staaten wirklich auch in ihrem Gesetz verankern. Das fängt so ab 100.000 an. São Tomé, kleiner afrikanischer Inselstaat, hat aktuell das günstigste Programm. Vanuatu ist ein bisschen teurer. Die Karibik-Länder schon so ab 200.000, 300.000. Und das geht dann hoch bis in den Millionenbereich. Malta zum Beispiel verkauft immer noch Pässe für eine knappe Million. Es gibt dann einen großen Graumarkt, ähnlich wie bei Investments. Viele Länder haben das zwar auch nicht offiziell im Gesetz, bieten das aber auch an. Da ist dann auch Korruption im Spiel. Da muss man stark aufpassen. Häufig geht es dann auch um die sogenannten Diplomaten-Pässe, wo auch sehr viele Falschinformationen im Umlauf sind. Die bringen relativ wenig. Da muss man halt schauen, was man macht. Das kann unter Umständen Sinn machen. Meistens tut es das aber nicht.

Jetzt muss man natürlich nicht unbedingt einen Pass kaufen. Man kann sich einfach einbürgern lassen, wenn man lange in einem Land lebt. Viele meiner Kunden leben schon in der Schweiz und bleiben dort auch ihre zehn Jahre. Davon müssen sie sechs Jahre in der gleichen Gemeinde leben, um sich dann vor Ort einbürgern zu lassen. Dann gibt es einen Einbürgerungstest. Und wenn du nicht weißt, wie Schweizer Mülltrennung funktioniert, dann kriegst du den Schweizer Pass nicht. Aber grundsätzlich kommt der Deutsche relativ gut an den Schweizer Pass. Man kann das zum Beispiel durch eine Heirat beschleunigen. Also wenn man mit jemandem verheiratet ist, kriegt man den Pass in der Regel nicht sofort, aber man kriegt ihn dann häufig schneller: nach nur zwei, drei Jahren im Land statt nach zum Beispiel zehn. In der Schweiz ist es aber sogar so, dass du den Pass ohne Anwesenheit in der Schweiz bekommen kannst, wenn du mit einem Schweizer verheiratet bist. Das ist ein guter Hack. Du musst dir einen Schweizer suchen. Dann musst du zwar erst, glaube ich, drei Jahre mit dem zusammen sein. Danach kannst du dann aber die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragen.

Und ein großes Thema — wir haben ja eben über Kinder gesprochen — ist eben der Geburtstourismus. Das bieten wir auch aktiv an. Also man kann sich als Familie entscheiden, die Geburt in einem Drittland, vor allem in Südamerika, zu machen: Brasilien, Argentinien, Chile, teilweise auch Kanada zum Beispiel, die Karibikländer. Und alle diese Länder in der neuen Welt haben das quasi gesetzt, dass, wenn das Kind vor Ort geboren wird, es automatisch die Staatsbürgerschaft hat. Zusätzlich hat es auch noch die deutsche Staatsbürgerschaft und andere Staatsbürgerschaften der Eltern, weil da geht es nach der Abstammung, nach dem Blut. Aber dort hat man dann eben diesen Hebel. Und der Hebel ist eben dann nicht nur für das Kind gegeben. Man nennt das auch Ankerbaby in den USA. In den USA geht das genauso. Wer in den USA leben will, aber nicht reinkommt, kann über so ein Ankerbaby versuchen, das zu machen. Weil es dann eben den Eltern häufig die unbeschränkte Aufenthaltsgenehmigung und dann teilweise auch nach wenigen Monaten die Staatsbürgerschaft gibt. Ein Mitarbeiter von mir hat das zum Beispiel gemacht. Der hat eine Frau von den Philippinen. Die sind nach Argentinien geflogen und haben das Kind dort zur Welt gebracht und haben jetzt alle auch den argentinischen Pass. Was natürlich für die Philippinerin, die einen sehr schlechten Reisepass hat, ein Riesenbonus ist, weil diese ganzen südamerikanischen Länder von der Reisefreiheit fast so gut wie Deutschland sind.

Sehr, sehr spannend. Okay. Letzte Frage zum Thema zweite Staatsbürgerschaft. Wenn du Stand heute, sagen wir mal, gar keinen Reisepass mehr hättest und du dir nur einen einzigen auf der gesamten Welt aussuchen könntest — welcher wäre das und warum? — Ja, wie ich schon sagte, am besten sind halt kleine Zwergstaaten, die sich nicht wirklich für dich interessieren und auch überhaupt keine Macht haben, dich global zu überwachen, die möglichst aber auch im Inland natürlich sehr frei sind, möglichst steuerfrei sind. Für mich wäre das wahrscheinlich ein kleiner europäischer Zwergstaat wie Monaco oder San Marino, weil die halt einen sehr starken Pass besitzen, der fast so gut ist wie der Deutsche, aber wo auf absehbare Zeit keine, was weiß ich, Besteuerung nach Staatsbürgerschaft oder andere totalitäre Maßnahmen erfolgen werden.

Okay, nächstes Thema. Beim letzten Interview hattest du erwähnt, dass momentan ein Expeditionsmobil gebaut wird. Mittlerweile ist es fertig. Ich werde es auch gleich kurz hier einblenden. Wahrscheinlich der Traum vieler Männer. Frage: Was ist denn grundsätzlich an deinem Expeditionsmobil besonders im Vergleich zu einem, sag mal, normalen Wohnmobil? — Na, es ist vor allem eben die Geländegängigkeit. Ich war jetzt zwei Wochen in Island unterwegs. Da gibt es die sogenannten F-Roads. Das sind halt so recht schlechte Schotterstraßen oder teilweise auch einfach Vulkansand oder Steine, über die du dann fährst. Du darfst auf keinen Fall Offroad in Island fahren. Das ist streng verboten, bei mehreren tausend Euro Strafe. Aber solange du eben auf diesen Tracks bleibst, bist du legal unterwegs und fährst durch wirklich traumhafte Landschaften und siehst dann halt auch für mehrere Stunden häufig kein anderes Auto. Und ich war mit dem Ding auch im Januar zum Beispiel schon in der tunesischen Sahara. Das war ein ziemlicher Hardcore-Trip. Vier Tage lang über die Dünen. Da ist auch einiges kaputtgegangen. Aber das muss man dann halt einfach mitnehmen. Und war ein großes Abenteuer.

Ja, also in meinem Fall ist es einerseits natürlich die Geländetauglichkeit, andererseits ist es schon, sag ich mal, deutlich komfortabler ausgestattet als die meisten Wohnmobile. Ich persönlich könnte mir kein Wohnmobil jetzt irgendwie von der Stange mieten und damit rumfahren, weil es einfach nicht den Anspruch erfüllt, den ich haben möchte. Ich habe so einen Beefer dabei, um meine Steaks zu braten, eine Waschmaschine drin, ein großes Bett für meine zwei Meter. Also man kann da schon sehr komfortabel drin leben. Und trotzdem überall auf der Welt zu den entlegensten Orten hinkommen. Das ist natürlich komplett self-sufficient. Alles rein elektrisch, kein Gas. Mit ordentlich Solar. Extrem große Tanks, damit du auch trotz des hohen Verbrauchs — ich habe so einen RAM, der 20, 25 Liter pro 100 Kilometer schluckt, aber mit 250-Liter-Tank kommst du dann trotzdem deine 1.300 Kilometer weiter. — 250-Liter-Tank, okay, stark. — Der große Vorteil ist, das ist unter 3,5 Tonnen. Ich habe das komplett aus Carbon designt, also aus quasi Flugzeugmaterial, sodass es trotz des relativ hohen Ausgangsgewichts unter 3,5 Tonnen bleibt. Was ein Riesenvorteil ist. Einerseits natürlich Führerschein, ich brauche keinen extra Führerschein dafür. Andererseits kann es dir aber auch viele andere Vorteile bringen. Ich kann auch auf der deutschen Autobahn mit dem Teil 200 fahren und die ganzen anderen kleinen weißen Wohnmobile überholen.

Okay, wie machst du das unterwegs dann mit dem Internet? Also ich vermute mal, du benutzt wahrscheinlich Starlink. Sind deine Erfahrungen damit gut? — Mit Starlink hatte ich ja vorhandene Erfahrungen. Wir waren in der ersten — ich habe ja auch einen Katamaran zusätzlich noch, da war ich jetzt vor zwei Wochen viel mit Segeln in Kolumbien und Panama. Da haben wir Starlink schon vor drei Jahren benutzt, als es ganz frisch rauskam. Auf dem Expeditionsmobil ist es super easy. Also das kannst du problemlos betreiben. Es frisst zwar relativ viel Strom und man muss da schauen, dass man es vernünftig anschließt mit dem richtigen Stecker, aber dann kannst du das problemlos betreiben, und es ist auch nicht mehr allzu teuer. Die Frage ist nur, ob es wirklich notwendig ist. Jetzt hier in Europa, in Island etc. hast du fast überall so gut ausgebautes 5G-Netz, dass du es fast eigentlich gar nicht brauchst, selbst wenn du an den entlegenen Orten bist. Aber wenn wir irgendwie in der tunesischen Sahara waren, war es natürlich extrem wertvoll.

Cool. Und was ist jetzt dein Plan damit? Hast du schon eine konkrete Strecke oder eine Tour, die du schon komplett vorbereitet hast? — Ja, wir haben jetzt zwei Wochen Island gemacht. Das Mobil bleibt jetzt in Island, weil meine Mutter gerne damit rumfahren würde. Also ich nutze das ja nicht die ganze Zeit, aber dafür dürfen es vor allem meine Eltern und auch eine Mitarbeiterin von mir häufig nutzen. Und das ist dann ganz praktisch, weil sie es mir natürlich dann dorthin bringen, wo ich es haben möchte, und selber dann auch ihren Spaß haben. Ich bin heute auf die Färöer-Inseln geflogen. Ich bin jetzt hier im Hotel, aber eben weil meine Mutter das jetzt, das war ihr großer Traum, mal durch Island fahren darf. Und dann bringt sie es mir jetzt auch zurück nach Europa. Und der Plan ist jetzt in knapp einem Monat, wenn sie zurück sind, bin ich mit dem Teil in Frankreich, und ich habe einen großen Trip im Winter nach Mauretanien vor. Also durch Spanien, Marokko, runter nach Mauretanien. Das ist dann wirklich ein Gebiet, wo du wirklich sowas brauchst. Und da kannst du super coole Sachen machen. Es gibt diese Oasen mit Wüstenkrokodilen. Das war immer mein großer Traum. Es gibt wirklich in der tiefsten Sahara, in der Wüste, Wasserlöcher, wo seit Jahrtausenden diese Krokodile leben. Und da wollte ich unbedingt mal hinfahren. Da kommst du quasi auch nur mit so einem Expeditionsmobil hin.

Ach, das ist verrückt. Okay. Und wie glaubst du, geht es bei dir im Leben weiter? Also glaubst du, du wirst für immer ein Dauerreisender mit dem Tempo sein? Oder denkst du, in der Zukunft wird es ruhiger? Wenn du jetzt einfach mal in die Zukunft schaust, denkst du, in zehn Jahren wird dein Lifestyle relativ vergleichbar sein mit Stand heute? — Ja, in zehn Jahren wird es glaube ich schon ein bisschen abgemildert sein. Ich meine, ich bin jetzt mit meiner Partnerin seit vier Jahren zusammen. Wir haben den Kleinen. Wir werden sicherlich auch noch einige Kinder selber bekommen wollen. Das heißt, es geht jetzt langsam in die Richtung. Aktuell — ich meine, hättest du mich vor drei Jahren gefragt, hätte ich auch gesagt, ich mache langsamer, aber es ist halt nicht passiert. Es hat sich so ein bisschen abgemildert, dass ich nicht mehr so viel fliege. Letztes Jahr hatte ich noch 140 Flüge. Dieses Jahr wird es wahrscheinlich nur die Hälfte sein, weil ich eben jetzt recht viel über Land bin, mit dem Expeditionsmobil unterwegs bin, längere Zeit auf meinem Boot verbringe, auch längere Zeit in gewissen Ländern verbringe, ohne so viel zu fliegen. Da habe ich auch nicht mehr so den Bock drauf. Trotzdem, sage ich mal, je mehr ich reise, desto mehr neue Ziele kommen eigentlich hinzu, desto mehr neue Pläne kommen hinzu. Vor zwei Jahren habe ich einen Tauchkurs gemacht. Vorher habe ich mich lange davor gedrückt, aber dann fand ich es so cool, dass ich jetzt auch lauter Tauchreisen um die Welt mache. Auf den Färöer-Inseln gehe ich morgen auch im eisigen Wasser tauchen, und eine große Leidenschaft waren immer Haie. Jetzt gehe ich immer mit den ganzen Haien tauchen und hoffe, dass sie mir nicht das Bein abbeißen. Also ein bisschen Nervenkitzel muss auch sein.

Hört sich cool an. Dann kommen wir jetzt schon zum letzten Thema, ein Thema, auf das ich sehr gespannt bin. Und zwar hast du ein neues Buch geschrieben mit dem Titel „Staatenlos“ und dem Untertitel „Ein globales, steuerfreies Leben mit der Flaggentheorie“, was ich persönlich bereits vorbestellt habe, „zur Optimierung der Staatsbürgerschaft, Wohnsitz, Einkommen, Unternehmen und Investments“. Was, glaube ich, am 14. Juli rauskommt, falls ich mir das nicht falsch notiert habe, und ungefähr 300 Seiten hat. Frage: Wie muss ich mir dein neues Buch vorstellen? Ist das mehr oder weniger eine sehr kompakte Zusammenfassung mit einem roten Faden von all den Interviews, die ich von dir schon gesehen habe, von den ganzen zigtausend Artikeln, die du mittlerweile auf deiner Webseite hast? Oder sind da auch Inhalte dabei, die man von dir öffentlich eigentlich so noch gar nie gehört hat? — Da ist natürlich schon einiges dabei, was nicht öffentlich gemacht wurde. Das ist auch ein sehr starker, vielleicht mein philosophischer Teil, wo wir auch einfach mal so ein bisschen die Flaggentheorie und die Hintergründe philosophisch und analytisch erklären, die Geschichte erklären, und ja, eben sehr stark auf diese Themen wie „Steuern sind Raub“ eingehen und warum Leute denken, dass Steuern nötig sind für die Gesellschaft und was die Alternativen zu Steuern sind etc.

Und dann landet das eben über bei der Flaggentheorie und diesen einzelnen Flaggen und natürlich auch, was Stand heute, als wir das Buch geschrieben haben, die besten Flaggen sind. Das ändert sich natürlich immer. Es werden wahrscheinlich auch zukünftige Auflagen nötig sein. Aber es ist eher, sag ich mal, ein zeitloses Buch. Es nimmt ja schon ein bisschen die besten Setups aktuell in den Blick, das, was man aus meinen Interviews kennt. Aber es ist eher auch zeitlos geschrieben, dass die Leute einfach das Grundwissen haben, was die Vor- und Nachteile sind, wenn ich das und das mache, wie ich mich einfach strategisch vernünftig aufstelle mit verschiedenen Flaggen. Ich meine, die meisten Leute außerhalb unserer Bubble haben halt noch nie von diesem Thema gehört. Und da ist es dann schon eine riesen Neuerung, wenn man irgendwie mit einem deutschen Wohnsitz ein Konto außerhalb von Deutschland öffnet und da ein bisschen Geld hinüberweist.

Das heißt, das Buch ist nicht nur primär für Auswanderer oder Leute, die sich grundsätzlich vorstellen können auszuwandern, sondern auch für Leute, die tatsächlich sesshaft innerhalb von — ? Ja, das Buch ist für jeden in meinen Augen. Das war auch das Ziel. Das Buch kostet 20 Euro. Ich will damit kein Geld verdienen. Ich verdiene damit auch nicht viel. Wer weiß, wie deutsche Verlage arbeiten etc., was da als Autor übrig bleibt. Da kommen vielleicht zwei, drei Euro pro verkauftem Buch bei mir an. Ich verdiene wahrscheinlich für ein Bestsellerbuch, das mich auf Platz 1 der Bestsellerliste bringt, so viel wie mit zwei Beratungen oder sowas, die ich mache. Das ist absolut nicht das Ziel. Hier geht es einfach um die Reichweite, um eben auch Leute, die bisher nicht mit unseren Inhalten in Kontakt gekommen sind, in Kontakt zu bringen und bei denen, sage ich mal, so ein bisschen das Samenkorn zu säen, sie einfach interessiert zu machen. Da gibt es Möglichkeiten: Was ist diese Flaggentheorie? Da fange ich erstmal an, vielleicht mein Vermögen in Deutschland zu schützen, ein Bankkonto im Ausland aufzumachen und das dann vielleicht irgendwann zu erweitern Richtung Auslandsfirma, Auslandswohnsitz oder gar zweite Staatsbürgerschaft. Ja, also wir wollen damit in die Breite gehen und wirklich auch vielleicht Skeptiker und Leute, die das sehr kritisch sehen, die denken: Ja, was macht denn dieser staatenlose Steuerhinterzieher — dass die vielleicht dann nachhaltig zum Umdenken angeregt werden.

Cool. Also ja, Leute, wie gesagt, ich habe das Buch selbst bereits vorbestellt. Ich werde es euch auch unten in die Beschreibung reinpacken, kann ich nur jedem empfehlen. Wenn ich es richtig gesehen habe, bis zum 14. Juli, also bis es rauskommt, gibt es nur die physische Version davon und ich glaube, danach dann auch die digitale Version. Ist das korrekt? — Die digitale gibt es dann erst Mitte August, genau. Das ist einfach aus strategischen Gründen, wegen dieser ganzen Bestsellerlisten, weil die nehmen nur physische Bücher. — Sehr eigenartig. Okay, cool. Das war es für heute. Christoph, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast und für all die Infos. Und ja, falls ihr noch irgendwelche konkreten Fragen habt oder auch konkrete Themen für die Zukunft, was wir mal mit Christoph besprechen können, gerne unten in die Kommentare. Und damit bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Ciao, ciao. — Super, ciao. Ciao, ciao.

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In diesem Interview mit Christoph Heuermann sprechen wir über das Auswandern mit Kindern, die Vor- und Nachteile einer zweiten Staatsbürgerschaft sowie über sein neuestes Buch.

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▬▬ KAPITEL
0:00 Einleitung
0:51 Wie teuer Auswandern wirklich ist
2:55 Auswandern mit Kindern
11:02 Zweite Staatsbürgerschaft
22:27 Christophs aktuelle & künftige Pläne
28:33 Christoph Heuermanns neues Buch

▬▬ ÜBER MICH
Hey, ich bin Kevin Söll. Ich habe einen Master in Wirtschaftsingenieurwesen, habe ursprünglich als Finanzberater gearbeitet und bin 2018 aus Deutschland ausgewandert.

Auf diesem Kanal geht es um Kryptowährungen, Bitcoin, Ethereum und Altcoins – mit Fokus auf Marktanalysen, DeFi-Strategien, Cashflow und langfristigen Vermögensaufbau mit Krypto.

Mein Ziel? Dir zu helfen, den Kryptomarkt besser zu verstehen, Chancen und Risiken einzuordnen und smartere Entscheidungen zu treffen. 🙏

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Alle Inhalte dieses Videos dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung, Finanzberatung, Rechtsberatung oder Steuerberatung dar. Sie sind weder als Kauf-, Verkaufs- oder Halteempfehlung, noch als Handlungsaufforderung oder Zusicherung einer bestimmten Kurs- oder Wertentwicklung zu verstehen. Insbesondere stellen sie keine Anlageberatung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dar. Die Inhalte geben ausschließlich meine persönliche Meinung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Kryptowährungen und andere Finanzinstrumente sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Die Informationen ersetzen keine eigene Prüfung oder individuelle Beratung durch qualifizierte Fachpersonen. Für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der Inhalte sowie für daraus entstehende Vermögensschäden wird keine Haftung übernommen, soweit gesetzlich zulässig. Dieser Kanal nimmt am Amazon-Partnerprogramm und weiteren Affiliate-Programmen teil. Mit * gekennzeichnete Links können Affiliate-Links sein; bei einem Kauf erhalte ich ggf. eine Provision, ohne Mehrkosten für dich.

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