Lohnt es sich, langfristig Aktien zu hebeln?
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Die meisten Aktieninvestoren, inklusive auch mir selbst, gehen ja davon aus, dass langfristig gesehen die Aktien immer mehr ansteigen werden. Aber wenn doch diese Annahme tatsächlich richtig ist, warum sollte man da nicht zusätzlich einen Hebel benutzen, um seine Rendite noch mal zu steigern? Das wäre doch eigentlich ein richtiger No-Brainer, oder nicht?
Das international größte und auch bekannteste Hebelprodukt ist der TQQQ von ProShares, im Wesentlichen ein Dreifach-Hebel-ETF auf den Nasdaq. Und der Nasdaq sind im Wesentlichen die 100 größten, ich sag mal eher tech-lastigen US-amerikanischen Unternehmen. Und der wird auch hier täglich angepasst; was es damit auf sich hat, da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen.
Jetzt, wenn du dir dazu mal die Performance anschaust, vom Februar 2010, wo er damals gelauncht wurde, bis heute, also so ungefähr in den letzten 15 Jahren, dann erkennst du, dass der eine Performance hingelegt hat von ungefähr 18.300 %. Das heißt, hättest du nur 1.000 Euro ganz zu Beginn investiert, hättest du daraus 183.000 Euro gemacht. Das heißt, dein Geld wäre 183-facht.
Jetzt, wenn du diese Rendite mal vergleichst mit der Rendite vom normalen Nasdaq, also dem, der ungehebelt ist: Da hättest du in der genau gleichen Zeit aus 1.000 Euro ungefähr, also nur in Anführungszeichen ungefähr, 1.600 gemacht. Das heißt, dein Geld ungefähr 10,6-facht. Das heißt, allein aus der Rendite-Perspektive wäre es doch eigentlich komplett verblödet, wenn man in den ganz normalen Nasdaq investiert und nicht hier in solche gehebelten Produkte. Oder nicht?
Und genau das schauen wir uns auch im heutigen Video gemeinsam an, denn nur die Rendite miteinander zu vergleichen, das ist etwas zu einfach gedacht. Und wer sich da nicht genau auskennt und nicht genau weiß, auf was er sich da einlässt, der kann auch mit solchen Produkten relativ schnell relativ viel Geld verlieren. Wir schauen uns zudem auch im Allgemeinen an, welche Optionen du hast, um Aktien zu hebeln, bevor wir dann etwas näher darauf eingehen, auf die gehebelten Produkte, also das, was ich dir vorhin bereits gezeigt habe.
Hi, mein Name ist Kevin Söll und auf meinem Kanal lernst du eigentlich über alles, was mit Krypto zu tun hat. Hin und wieder mache ich allerdings auch mal, ich sag mal, etwas allgemeinere Videos zum Thema Finanzen, insbesondere wie beispielsweise heute, wenn ich das Gefühl habe, dass es einfach für viele in meiner Community interessant sein wird.
Gut, bevor wir gleich tiefer einsteigen, lass uns zunächst mal die drei Optionen anschauen, die du grundsätzlich hast, um deine Aktien hebeln zu können. Und zwar die erste Option, dass du deine Aktien bzw. auch ETFs beleihst, das heißt, dass du deine Aktien oder ETFs als Sicherheit hergibst und dagegen dann einen Kredit bekommst, mit dem du theoretisch alles Mögliche machen könntest. Du könntest damit ein Haus kaufen oder auch beispielsweise einfach mehr Aktien oder mehr ETFs entsprechend nachkaufen und dadurch deine Position hebeln.
Dann das Margin Trading, was im weitesten Sinne auch sehr vergleichbar ist mit dem Lombardkredit, nur dass du diesen Kredit in aller Regel dann direkt vom Broker bekommst und ausschließlich benutzen kannst für das eigene Hebeln, was auch gleichzeitig meistens bedeutet, dass dort der Hebel ein bisschen höher ist. Und solltest du dich tatsächlich verspekuliert haben, dann kommt auch hier gemäß dem Namen dann der Margin Call, was im Wesentlichen vergleichbar ist mit einer Liquidation.
Dann die zweite Option, die du hast, um Aktien oder auch ETFs zu hebeln, ist über verschiedene Derivate, wie beispielsweise die Knockout-Zertifikate, was im Wesentlichen komplett fertige Hebelprodukte sind, die du kaufen kannst, die meistens eine Stop-Loss-Schwelle haben, und wird diese Schwelle entsprechend unterschritten, dann wirst du da ausgestoppt, was im Wesentlichen wiederum vergleichbar ist mit einem Margin Call.
Dann die Optionsscheine, wo du im Wesentlichen darauf wetten kannst, dass über einen gewissen Zeitraum der Preis entsprechend ansteigen wird, mit sogenannten Call-Optionen. Wenn du richtig liegst, kannst du damit gewisse Kursgewinne mitnehmen. Solltest du falsch liegen, dann kannst du maximal deinen Einsatz entsprechend wieder verlieren.
Dann die Futures, die im Wesentlichen nur eine Abwandlung sind von den Optionsscheinen, denn hier bei den Futures hast du im Vergleich zu den Optionsscheinen nicht die Option, dass du tatsächlich eine Aktie zu einem gewissen Preis dann kaufst oder verkaufst, sondern du musst es tun hier bei den Futures. Unter Umständen kannst du da auch mehr Geld verlieren, als du ursprünglich eingesetzt hast, aber dafür ist auch in aller Regel der mögliche Hebel mit Futures deutlich höher als der bei Optionsscheinen.
Und dann noch die CFDs, die Contracts for Difference. Das brauchst du an der Stelle nicht merken, aber das sind im Wesentlichen Produkte, wo du auf den Kursverlauf von einer Aktie wetten kannst, ohne die Aktie tatsächlich zu halten. Und die haben eben den großen Vorteil im Vergleich zu beispielsweise den Optionsscheinen, dass du da keine Laufzeit hast, das heißt, du bist deutlich flexibler, aber dafür sind auch in aller Regel hier die Gebühren im Vergleich zu den Optionen deutlich höher.
Und noch die dritte Option, die du hast, um Aktien oder ETFs zu hebeln: über fertig gehebelte, täglich angepasste Produkte, wie beispielsweise für ETFs oder Aktien, was im Wesentlichen so läuft, dass dort die tägliche Performance einfach mit einem gewissen Faktor multipliziert wird, beispielsweise um den Faktor 1,5x oder 2x oder 3x und natürlich auch in beide Richtungen, sowohl nach oben als auch nach unten.
Jetzt der große Vorteil von dieser Variante im Vergleich zu den ganzen Optionen hier oben ist der, dass du da nicht liquidiert werden kannst, weil du selber da keinen Hebel aufbaust, du kaufst einfach nur einen ETF und der, der im Hintergrund diesen ETF entsprechend managt, der ist dafür verantwortlich, entsprechend den Hebel aufzubauen. Das heißt, was du da im Wesentlichen machst, ist, dass du diesen zweiten Part – insbesondere hier bei den gehebelten ETFs sind es meistens Futures, aber auch teilweise Optionen, aber auch teilweise Fremdkapital und so weiter, mit dem die dann den Hebel aufbauen –, dass du das quasi outsourcest an einen professionellen Verwalter, der das für dich macht, und dafür zahlst du dann einfach jährlich eine etwas höhere Gebühr, damit der das tatsächlich für dich übernimmt.
Das heißt, gerade fürs langfristige Investieren und nicht irgendwie das kurzfristige Traden sind genau solche täglich angepassten Produkte aus meiner Sicht die beste Form von einem Hebel, weil du da erstens nicht liquidiert werden kannst, zweitens sind auch die Kosten über einen langen Zeithorizont definitiv im Rahmen, drittens hast du da auch keine Laufzeiten, viertens brauchst du dich nach dem Kauf um nichts kümmern, weil du das ja im Prinzip alles outsourcest an diesen professionellen Verwalter, und natürlich auch fünftens, dass du rein theoretisch auch die x-fachen Kursgewinne damit erwirtschaften kannst.
Aber warum benutzen dann nicht alle hier solche gehebelten Produkte, wenn das ja scheinbar so ein No-Brainer ist? Ich würde mal sagen, das hat bestimmt einerseits damit zu tun, dass viele Leute solche Produkte hier nicht kennen, allerdings auch andererseits, dass solche Produkte auch einfach mit mehr Risiken einhergehen.
Ein Nachteil von solchen täglich angepassten Produkten ist beispielsweise der Volatility Drag, der sich zunächst relativ kompliziert anhört. In der Praxis ist es allerdings relativ einfach, und zwar sagt der Volatility Drag im Wesentlichen nur aus, dass die Volatilität, also im Wesentlichen die Kursschwankung, über die Zeit die Performance entsprechend reduziert.
Lass uns dazu mal ein Beispiel anschauen, wie sich tatsächlich dieser Volatility Drag bei fallenden Preisen auswirkt. Wenn wir mal davon ausgehen, dass wir hier einen ETF haben mit einem Ausgangswert von 100 Dollar und der nach einem Tag um 10 % fällt, dann wäre dieser ETF noch 90 Dollar wert. Jetzt bei der zweifach gehebelten und täglich angepassten Variante wäre es wirklich so, dass hier die Performance von dem Tag verdoppelt wird auf 20 %, sodass sie danach nur noch 80 Dollar hat. Also es sieht ja soweit erstmal alles ganz normal aus.
Wenn wir allerdings am zweiten Tag davon ausgehen, dass der Kurs von diesem ETF um 11,1 % ansteigt, dann wären wir hier beim normalen ETF wieder bei einem Ausgangswert von 100 Dollar, also 90 mal die 1,111, dann kommen wir ziemlich genau auf 100 Dollar. Und hier bei der zweifach gehebelten Variante ist es dann so, dass wir von den 80 dann plus 22,5 % bekommen, aber dann kommen wir in Summe nur auf 97,78, das heißt, da fehlen im Wesentlichen schon 2,22 %.
Den Volatility Drag gibt es allerdings nicht nur bei fallenden Preisen, sondern auch bei steigenden Preisen. Wenn wir jetzt hier davon ausgehen, dass am ersten Tag die Aktie um 10 % ansteigt, hier beim gehebelten ETF um 20 %, und dann am nächsten Tag um die 9 % fällt, wieder auf den Ursprungswert von 100 Dollar, dann sehen wir auch hier bei der gehebelten Variante, dass wir da nicht ganz auf 100 Dollar kommen und auch da so ungefähr 2 % fehlen.
Wenn wir das jetzt mal über einen längeren Zeithorizont betrachten und davon ausgehen, dass wir hier einen ETF besparen, der ursprünglich 100 Dollar kostet, danach steigt der ETF am ersten Tag um 10 % an, danach fällt er wieder um 9 %, dann wieder 10 %, 9 %, 10 %, 9 % und so weiter und so fort, sodass hier nach ungefähr 10 Tagen der Wert nach wie vor die ursprünglich investierten 100 Dollar sind.
Wenn du jetzt in den gleichen ETF investieren würdest, der zweifach gehebelt und täglich angepasst wird, dann sieht hier das Bild hier in Orange so aus, wo du im Wesentlichen siehst, dass das zunächst mal relativ gleichmäßig verläuft, aber dann die Performance immer mehr entsprechend leidet durch diese Volatilität, und du hier nach 10 Tagen bei diesem Extrembeispiel mit 10 % hoch, 9 % runter und so weiter und so fort schon nach 10 Tagen nur noch ungefähr 91 Dollar hättest, das heißt einen Verlust von um die knapp 9 %.
Wenn du für den gleichen ETF nicht eine zweifach gehebelte Variante auswählst, sondern eine dreifach gehebelte Variante, dann sieht das Ganze hier so aus wie in Rot dargestellt, wo du im Wesentlichen erkennst, dass da dieser Volatility Drag nochmal viel extremer ist, wo du dann nach nur 10 Tagen nur noch um die 75 Dollar hast, das heißt, dir hier ungefähr 25 % fehlen. Was im Wesentlichen bedeutet, dass je höher der Hebel ist oder auch je höher diese Volatilität, desto höher auch dein Volatility Drag, also der Verlust, den du hier entsprechend erleidest.
Und das heißt jetzt im Wesentlichen für die Praxis zwei verschiedene Dinge, und zwar erstens, dass es natürlich auch wichtig ist, dass, wenn du tatsächlich in solche täglich angepassten Produkte investierst, dass diese Aktie oder dieser ETF auch langfristig wirklich ansteigt, weil sollte der mal über einen sehr langen Zeithorizont einfach nur seitwärts gehen, ja, dann tut dieser Volatility Drag gerade mit hoch und runter und hoch und runter und so weiter ziemlich weh, deine Performance wird ziemlich leiden.
Und noch zweitens: Sollte da mal irgendwann ein größerer Crash kommen, dann musst du dich auch bei solchen täglich angepassten Produkten drauf gefasst machen, dass du da teilweise deutlich länger warten musst, bis du mit diesem Produkt tatsächlich wieder im Positiven bist, im Vergleich zu, hättest du einfach nur ganz normal die Aktie oder diesen ETF entsprechend bespart. Das heißt, im Allgemeinen solltest du da vom Zeithorizont eher nochmal einen längeren Zeithorizont mitbringen.
Aber gut, an der Stelle könnte man auch behaupten: Wenn ich hier innerhalb von 15 Jahren die Wahl habe zwischen einer Verzehnfachung von meinem Geld und einer 183-Fachung, also dann spielt ja dieser Volatility Drag im Wesentlichen keine wirkliche Rolle, weil ich muss den einfach nur aussitzen und irgendwann langfristig ist hier die gehebelte Variante immer besser dran. Was vielleicht auch in der Theorie stimmen mag, allerdings in der Praxis alles andere als einfach ist, so eine Volatilität hier tatsächlich auszusitzen.
Denn es hört sich immer in der Theorie so einfach an, dass, boah, wenn mal irgendwann ein großer Crash kommt, dann werde ich nochmal extra nachkaufen und so weiter und mir die Taschen voll machen. Ja, aber wenn dann mal der Moment gekommen ist, dann hat mir die Praxis gezeigt, dass es in aller Regel so ist, dass einfach in so einem Moment die Angst so stark dominiert, dass die allermeisten Leute sogar eher bei diesem Zeitpunkt, wo es eigentlich günstig wäre, dann verkaufen und ihre Position abstoßen.
Denn schon allein, wenn man sich die zwei letzten größeren Korrekturen von diesem TQQQ anschaut, dann erkennst du, dass der im Jahr 2022 um um die 82 % gefallen ist und nur rund zwei Jahre zuvor um um die knapp 73 %.
So, und jetzt stell dir einfach mal in der Praxis vor, dass du hast dieses Chart gesehen und dachtest, der kennt nur eine Richtung, bist dann irgendwo hier in Top-Nähe, als der Hype am größten war, bist du hier entsprechend mit 100.000 eingestiegen, und danach kam diese Riesenkorrektur, wo deine 100.000 nur noch um die, sag mal, 17.000, knapp 18.000 wert waren. So, danach dachtest du, okay, ich verkaufe jetzt nicht, weil ungünstiger Zeitpunkt und so weiter, hältst du das weiter, hältst du das weiter, hältst du das weiter, und jetzt ungefähr vier Jahre später bist du immer noch bei einem Verlust von um die 20 % und bist bei einem Kapital von um die 80.000.
Und das, obwohl der normale Nasdaq, also die ungehebelte Variante, mittlerweile schon um die 23 % im Profit ist seit dieser letzten Korrektur hier. So, und du sitzt bei deinen minus 20 % in diesem gehebelten Produkt und denkst dir, boah, hätte ich einfach nur in den normalen Nasdaq investiert, dann wären jetzt schon aus meinen 100.000 ungefähr 123.000 geworden, und ich sitze hier mit meinen 80.000, wo wahrscheinlich auch viele ins Grübeln kommen und vielleicht ihre Position erst recht abstoßen.
Das heißt, es hört sich in der Theorie dann immer an, als ob das ein Zuckerschlecken sei, aber wenn du dann tatsächlich mal mit deinem eigenen Geld investiert bist und dann auch mit deinem eigenen Geld dick im Minus bist, ja, das ändert die eigene Situation dann bzw. auch die eigene Einstellung doch ziemlich stark.
Das gesagt haben: Hier haben wir uns im Wesentlichen den Effekt von der Volatilität und auch diesem Volatility Drag bei einer Einmalinvestition hier in Top-Nähe angeschaut. Wenn du dagegen das Ganze bespart hast, jeden einzelnen Monat, also regelmäßig, da kaufst du natürlich auch zu den günstigen Zeitpunkten ein, wie beispielsweise hier und hier, und dann ist natürlich die Volatilität auch eine ganz andere.
Es gibt allerdings im Übrigen auch noch drei weitere Nachteile, die aus meiner Sicht nennenswert sind. Zum einen, dass rein theoretisch auch ein Totalverlust möglich ist. Jetzt bei einem normalen ETF, wenn du in den investierst, der einen ursprünglichen Wert hat von 100 Dollar, dann müsste der ja um 100 % fallen, damit du tatsächlich bei einem Endwert wärst von 0 Dollar, was in der Praxis absolut unrealistisch ist bei einem ETF.
Dann bei der zweifach gehebelten Variante, da würden theoretisch minus 50 % reichen, weil zweimal die tägliche Performance von minus 50 % wären 100 %, aber auch da in der Praxis super unwahrscheinlich. Und selbst bei der dreifach gehebelten Variante, wo hier ein täglicher Crash von ungefähr minus 33 % ausreichen würde, auch da ist ein Totalverlust in der Praxis super, super selten, weil es auch in aller Regel noch zusätzliche Sicherheitsmechanismen gibt, also dass beispielsweise die Betreiber von diesem Produkt entsprechend kurzfristig den Hebel reduzieren, sodass das Produkt nicht auf 0 Dollar fällt. Also auch da in der Praxis sehr unwahrscheinlich, dass du hier einen Totalverlust bei einem ETF zumindest erleidest.
Zweitens hast du bei solchen Hebelprodukten auch in aller Regel eine ziemlich begrenzte Auswahl. Und zwar einerseits, was die Indizes angeht: Ich habe beispielsweise keine gehebelten Produkte für den MSCI World gefunden oder beispielsweise den FTSE All-World Index, also für die habe ich solche Produkte gar nicht gefunden. Aber auch andererseits, was den Broker angeht, dass einfach nicht jeder Broker diese gehebelten Produkte entsprechend anbietet. Das heißt, auf beiden Seiten ist die Auswahl eher begrenzt.
Und noch drittens, was die Total Expense Ratio angeht, also im Wesentlichen die jährlichen Kosten von den entsprechenden ETFs. Da habe ich mir mal die 10 Größten, also 10 Größten nach der Marktkapitalisierung, entsprechend angeschaut von den gehebelten, täglich angepassten Produkten. Und das Günstigste war hier mit 0,76 % pro Jahr, das Teuerste hier bei 1,06 % pro Jahr. Also bei Weitem höher im Vergleich zu einem durchschnittlichen ETF mit um die, ich sag mal hier, durchschnittlich 0,9 %. Bei einem normalen ETF zahlt man teilweise nur 0,15 % oder 0,2 %, 0,3 %. Also da sind die Kosten definitiv höher. Aber man muss halt natürlich auch dazusehen, dass hier in aller Regel die Performance deutlich höher ist und dadurch die Kosten weniger ins Gewicht fallen.
Jetzt mein persönliches Fazit zu solchen täglich angepassten gehebelten Produkten ist im Wesentlichen, dass es nicht wirklich ein No-Brainer ist. Weil, ja, einerseits natürlich renditetechnisch brutal, was da theoretisch möglich ist, allerdings auch zusätzlich einfach die Risiken und zusätzlichen Nachteile, die damit einhergehen, denen man sich definitiv bewusst sein sollte.
Aber ich glaube, im Allgemeinen würde ich sagen, wenn man jetzt, sag mal, wirklich jung ist, einen langen Zeithorizont hat und auch wirklich, wirklich, wirklich sich sicher ist, dass man diese Volatilität aushalten kann, dann spricht da aus meiner Sicht nichts dagegen, dass man einen gewissen Teil von dem, was man sowieso anspart, dann in solche Produkte entsprechend investiert, und zwar möglichst als Sparplan. Wer dagegen etwas älter ist und bald auf seine Ersparnisse zugreifen möchte oder auch im Allgemeinen einfach diese Volatilität emotional nicht mitmachen kann – und ganz ehrlich, ich würde da den mit Abstand größten Teil aller Anleger in diese Schublade entsprechend packen –, der sollte sich wahrscheinlich von solchen, ich sag mal, vermeintlichen Abkürzungen eher fernhalten.
Aber das Gefährlichste an solchen gehebelten Produkten ist wahrscheinlich gar nicht unbedingt das Produkt, sondern eher das Mindset dahinter, also mit dem die Leute tatsächlich in solche Produkte investieren, weil das sind ganz oft – also nicht immer, aber ganz oft zumindest – Leute, die im Allgemeinen bei ziemlich vielen Dingen im Leben eher Abkürzungen suchen, und bei manchen Dingen gibt es einfach keine Abkürzungen, und wenn man dann eine Abkürzung sucht, da kann man auch ziemlich auf die Schnauze fallen.
Ich persönlich finde solche Produkte primär in zwei verschiedenen Szenarien interessant, und zwar zum einen, wenn wir dann tatsächlich mal einen größeren Crash sehen, dass man dann hier möglichst günstig einkaufen kann und dann natürlich den Hebeleffekt, also überwiegend hier nach oben, entsprechend mitnehmen kann, das zum einen, und auch zum anderen weniger eine Einmalanlage, sondern tatsächlich dann, wenn überhaupt, einen Sparplan, dass man sowas einfach nebenher regelmäßig bespart.
Das gesagt haben: Nichts im heutigen Video sollte als Finanzberatung verstanden werden, und wenn du tatsächlich vorhast, in solche Produkte zu investieren, dann am besten doch mal selbst eine ganz tiefe Recherche machen oder dich professionell beraten lassen, dass du auch wirklich weißt, worauf du dich da einlässt.
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Timestamps:
0:00 Einleitung
2:01 Optionen um Aktien zu hebeln
4:05 Gehebelte ETFs
5:42 Volatility Drag
9:06 Volatilität
11:36 Weitere Risiken
13:30 Mein Fazit
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