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Kevin Söll

Achtung Bären! Q4 könnte sehr bullisch werden 🚀

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Wenn du dir die Statistiken zum Marktsentiment anschaust, dann stellst du fest, dass derzeit das Sentiment sogar noch mal deutlich bearischer ist als damals zum Tiefpunkt vom Bärmarkt, aufgrund der Tatsache, oder das ist jetzt meine Vermutung, dass beim Bärmarkt einfach jeder weiß, dass es irgendwann mal wieder vorbei ist, aber derzeit sind wir einfach so im Niemandsland irgendwo in der Mitte. Und auch wenn derzeit relativ viele von der Rezession ausgehen, halte ich es persönlich derzeit für extrem gefährlich, bearisch positioniert zu sein, und die Gründe dafür schauen wir uns auch im heutigen Video gemeinsam an, und zwar ohne viel Meinung, sondern primär mit Zahlen, Daten und Fakten. Ganz zum Schluss teile ich auch meinen persönlichen Ausblick, wie ich selbst denke, dass es von hier entsprechend weitergeht.

Der erste Grund, warum ich persönlich eher davon ausgehe, dass es derzeit gefährlich ist, sich bearisch zu positionieren, ist die Saisonalität. Denn auch wenn viele davon ausgehen, dass sich Märkte eher zufällig entwickeln, gibt es noch ziemlich viele Übereinstimmungen zwischen den unterschiedlichen Marktphasen, die eher darauf hindeuten, dass manche Phasen, manche Saisons eher positiv sind und andere eher negativ. Aktuell befinden wir uns beispielsweise im historisch schlechtesten Quartal für Bitcoin, mit einer durchschnittlichen Rendite über die letzten zwölf Jahre von nur 5,5% und einer Medianrendite sogar von minus 4,3%. Das Gute daran ist die Tatsache, dass nach Q3 noch Q4 folgt, das historisch mit Abstand beste Quartal für Bitcoin, mit einer durchschnittlichen Rendite von ungefähr plus 89% und einer Medianrendite von ungefähr plus 57%. Das heißt, allein saisonal betrachtet, derzeit eher gefährlich, sich bearisch aufzustellen.

Falls du auch im Aktienmarkt aktiv bist, kennst du sicher das Sprichwort Sell in May and go away, aufgrund der Tatsache, dass insbesondere beim Aktienmarkt die Periode ab Mai bis meistens Oktober in der Vergangenheit relativ bearisch war. Das gilt allerdings nicht nur für den Aktienmarkt, sondern auch für den Kryptomarkt. Und zwar, wenn du dir hier mal die Statistiken dazu anschaust, hier in Blau dargestellt die Rendite von Bitcoin zwischen Oktober und April, und in Rot dargestellt hier die Rendite zwischen Mai und September. Und wie du hier erkennen kannst, wenn du das hier mal zusammenzählst, hatten wir in Summe eine Rendite zwischen Oktober und Mai ab dem Beginn vom Jahr 2010 von ungefähr plus 13 Millionen Prozent. Allerdings die Rendite zwischen Mai und September war dagegen in der gesamten Zeit nur ungefähr plus 620 Prozent.

Jetzt, wenn man die Statistik sieht, könnte man meinen, ja gut, das war jetzt vielleicht wegen der Anfangszeit, wo damals eben Bitcoin auch extrem stark performt hat. Aber nein, dem ist nicht so. Wenn du dir mal beispielsweise die Rendite anschaust über die letzten vier Jahre, also seit dem Jahr 2020, dann war es auch hier so: die Rendite zwischen Oktober und April plus ungefähr 1465 Prozent und die Rendite in Summe seit dem Jahr 2020 zwischen Mai und September minus 65 Prozent. Oder anders formuliert: Mit dem Ende vom September und dem Start vom Oktober kommen wir rein saisonal betrachtet eigentlich in die beste Phase, was die Performance von Bitcoin angeht.

Der zweite Punkt, warum es aus meiner Sicht derzeit eher gefährlich ist, bearisch zu sein, ist die globale Liquidität. Und jeder, der meinen Newsletter abonniert hat, der kennt wahrscheinlich solche Charts, die eh so jede Woche bei mir im Newsletter mit drin sind. Aufgrund der Tatsache, dass wir in der Vergangenheit eben gesehen haben, dass der Bitcoin-Preis, hier in Blau dargestellt, relativ stark mit der globalen Liquidität korreliert. Und auch erst vor kurzem ist die globale Liquidität hier nach oben ausgebrochen. Und als das das letzte Mal im letzten Zyklus der Fall war, im Jahr 2019, kam danach eine ziemliche Rallye, was die globale Liquidität angeht, allerdings genauso auch was den Bitcoin-Preis angeht.

Auch beim Double Exponential Moving Average, hier in Rot dargestellt, ist die globale Liquidität hier ausgebrochen. Und auch da das genau gleiche Spiel: Als das das letzte Mal im letzten Zyklus stattgefunden hat oder im Zyklus davor, war das jedes Mal ein ziemlich bullisches Zeichen, dass danach hier diese parabolische Phase kam. Aber wenn du dir die Statistiken zur globalen Liquidität anschaust, dann erkennst du auch, dass allein im Juli und August, also in den letzten zwei Monaten, die globale Liquidität um die knapp 5% zugenommen hat, dem stärksten Anstieg seit beispielsweise Ende 2023 und davor, ja, für eine gute Zeit davor. Auch der 10-wöchige Lead der globalen Liquidität, hier in Weiß dargestellt, zeigt an, dass wir irgendwann hier im September noch den Tiefpunkt finden, bevor es dann danach immer weiter nach oben geht, und da eben Bitcoin stark damit korreliert, sollte das auch entsprechend Bitcoin mit nach oben ziehen.

Der dritte Grund, warum es aus meiner Sicht derzeit eher gefährlich ist, sich bearisch zu positionieren, sind die Zinskürzungen und der US-Dollar-Index. Denn sicher ist dir schon aufgefallen, dass es bei den Zinskürzungen zwei verschiedene Camps gibt. Es gibt das eine Camp, die behaupten, dass Zinskürzungen eher bullisch sind, und es gibt das andere Camp, die behaupten, dass Zinskürzungen eher bearisch sind. Jetzt, die rein faktisch korrekte Antwort ist: Es kommt einfach drauf an.

In diesem Schaubild siehst du beispielsweise alle ersten Zinskürzungen der letzten 40 Jahre, genauso wie die Rendite vom S&P 500 nach der ersten Zinskürzung. Und da sind aus meiner Sicht mehrere Dinge auffallend. Und zwar zum einen, dass du hier erkennst, dass zwölf Monate nach der ersten Zinskürzung es nur zweimal in den letzten 40 Jahren tatsächlich vorkam, dass der S&P 500 eine negative Rendite hatte. Und das war zum einen im Jahr 2001 und zum anderen im Jahr 2007, beide Male, wo wir hier eine Rezession gesehen haben. Zweitens erkennst du auch, dass, wenn die erste Zinskürzung 0,5% war und nicht 0,25%, dass das in der Vergangenheit bisher eher ein bearisches Zeichen war, aufgrund der Tatsache, dass es zu Panik geführt hat und oft danach eben eine Rezession kam. Das heißt, aus der Perspektive ist derzeit eher Vorsicht angebracht. Und drittens erkennst du, dass nach spätestens sechs Monaten sowohl die durchschnittliche als auch die Medianrendite vom S&P 500 positiv war. Das heißt, mittel- bis langfristig sind Zinskürzungen im Allgemeinen eher positiv. Allerdings in der Anfangszeit, in den ersten sechs Monaten, da kann es auch eher negativ sein.

Was mit den Zinssenkungen einhergeht, ist oftmals auch eine Schwäche vom US-Dollar im Vergleich zu anderen Währungen. In diesem Chart siehst du beispielsweise den DXY, also den US-Dollar-Index, genauso wie den Bitcoin-Preis. Und wie du hier erkennen kannst, jedes Mal, wenn der DXY, der US-Dollar-Index, nach unten hier ausgebrochen ist, war jeweils die Phase, wo Bitcoin relativ stark dazugewonnen hat. Das heißt, sollte hier tatsächlich der DXY jetzt in den nächsten paar Wochen oder Monaten nach unten ausbrechen, dann wäre das definitiv ein ziemlich positives Zeichen für Bitcoin.

Wenn du dir dazu den letzten Zyklus anschaust, also hier in Lila dargestellt der US-Dollar-Index und hier in Schwarz dargestellt der Bitcoin-Preis, dann erkennst du, dass zur ersten Zinskürzung der US-Dollar-Index zunächst mal erst gefallen ist, dann allerdings zum Covid-Crash relativ stark angestiegen ist und erst nach der letzten Zinssenkung tatsächlich dauerhaft weitergefallen ist, wo dann auch hier Bitcoin etwas zeitversetzt seine parabolische Phase gesehen hat. Das heißt, wenn du wissen willst, wann die parabolische Phase bei Bitcoin startet oder zumindest das Fundament gelegt ist, dann lohnt es sich auch definitiv, hier einen Blick auf den DXY zu werfen. Wenn der hier nach unten ausbricht, definitiv ein positives Zeichen.

Dann zum vierten Punkt, die US-Wahlen. Und zwar, wenn dieser Zyklus bei Bitcoin eines bewiesen hat, dann die Tatsache, dass das Bitcoin-Halving-Event ziemlich an Bedeutung verloren hat, gerade was die Price-Action angeht. Aber man könnte auch argumentieren, dass noch nie das Halving-Event so besonders war, sondern dass es primär an den US-Wahlen lag, die ebenfalls in einem Vierjahreszyklus stattfinden. In dem Chart siehst du beispielsweise in Schwarz dargestellt den Bitcoin-Preis, in Blau dargestellt die jeweiligen Bitcoin-Halving-Events und hier in, ich sag mal, Orange dargestellt die US-Wahlen. Wie du feststellen kannst, jedes Mal nach den Wahlen kam es hier zum massiven Run-Up bei Bitcoin. Hier das Ganze noch etwas überspitzt dargestellt. Und auch wenn man solche Charts ohne Preis- und Zeitachse eher mit Vorsicht genießen sollte, da erkennt man noch ziemlich deutlich, dass es hier im vorletzten Zyklus und im letzten Zyklus nach den Wahlen ja zu einem ziemlichen Run-Up kam.

Das heißt, da stellt sich die Frage, ob es eventuell dieses Mal tatsächlich gleich ist. Die Wahlen in den USA finden am 5. November statt, das heißt von heute nur noch wenige Wochen. Und sollte sich tatsächlich die Vergangenheit wiederholen, dann könnte das relativ bullisch sein für Krypto. Und zwar insbesondere dann, wenn Trump gewinnt, denn es ist ja kein Geheimnis, dass er sich deutlich positiver zu Krypto geäußert hat im Vergleich zu Kamala.

Du findest auch dazu unterschiedliche Prognosen, wie beispielsweise hier von der Standard Chartered Bank, die davon ausgehen, dass, sollte tatsächlich Trump gewinnen, dass dann Bitcoin bis zum Jahresende bei ungefähr 125.000 Dollar steht. Und sollte Kamala gewinnen, dann Bitcoin nur in Anführungszeichen bei 75.000. Der Bernstein-Fonds ist dagegen etwas pessimistischer und geht nur in Anführungszeichen davon aus, dass, wenn Trump gewinnt, dass dann Bitcoin bis zum Jahresende auf um die 90.000 steht. Und wenn Kamala gewinnen sollte, dass dann Bitcoin auf 30.000 geht. Also ja, da wird ziemlich mit Preisprognosen um sich geworfen.

Jetzt, wenn du dir zu den Wahlen mal die aktuellen Wahrscheinlichkeiten anschaust zwischen Trump und Kamala auf Polymarket, dann stellst du fest, dass es derzeit ein ziemliches Kopf-an-Kopf-Rennen ist, mit beiden um die 50%. Das heißt, es wäre definitiv nochmal ein positiver Katalysator, falls Trump tatsächlich gewinnen sollte.

Und zusätzlich zur globalen Liquidität sollen auch in Q4 dieses Jahres oder in Q1 nächsten Jahres noch ungefähr 16,2 Milliarden von FTX an die ganzen Gläubiger ausgezahlt werden, wo relativ viele davon ausgehen, dass ein großer Teil davon wieder zurück in den Kryptomarkt fließt. Zum Vergleich dazu: Mt. Gox hat derzeit nur noch ungefähr 32% von ihren ursprünglichen Bitcoins im Wert von 2,6 Milliarden. Das heißt, die Summe, die in Cash tatsächlich von FTX ausgezahlt wird, ist ungefähr sechsmal größer als das, was derzeit auch Mt. Gox entsprechend hält. Wobei man auch dazu sagen muss, dass derzeit relativ viel diskutiert wird, wie viel von diesen 16,2 Milliarden tatsächlich wieder zurück in Krypto fließt.

Jetzt meine persönliche Einschätzung ist die, dass es wahrscheinlich ziemlich stark auf die Marktphase drauf ankommt. Wenn wir in einer bullischen Marktphase sind, dann gehe ich persönlich davon aus, dass mehr Kapital zurück in Krypto fließt; sind wir dagegen eher in einer bearischen Marktphase, dann potenziell eher weniger.

Das heißt jetzt als Fazit: Aus meiner Sicht ist es derzeit deutlich gefährlicher, in Cash zu sein, als in Krypto zu sein. Und auch wenn solche Marktphasen eher zäh sind, eher langweilig sind, sollte man sich auch bewusst machen, dass es absolut gesund ist und ein richtig gutes, stabiles Fundament bildet für einen massiven Bullrun, der da noch kommen kann. Kurzfristig betrachtet schließe ich persönlich ein Hard Landing und auch einen Crash nicht aus. Insbesondere jetzt die nächsten paar Monate könnten aus meiner Sicht noch eine ziemliche Wundertüte werden.

Allerdings mittel- bis langfristig, also ich sag mal bis spätestens Mitte nächsten Jahres, gehe ich persönlich ganz stark davon aus, dass der Kryptomarkt von hier nochmal deutlich höher steht und auch die ganzen Altcoins bzw. die Gewinner-Altcoins auch Bitcoin stark outperformen. Und du solltest dir auch bewusst machen, dass der Kryptomarkt in der Vergangenheit immer die Leute belohnt hat, die solche Marktphasen durchgestanden haben. Das heißt, jetzt gilt es einfach nochmal, Geduld zu beweisen. Oder wie David Einhorn gesagt hat: Das große Geld wird nicht durch das Kaufen und Verkaufen gemacht, sondern durch das Warten.

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