Warum David Wulschner fast alles auf Altcoins setzt
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Im heutigen Video habe ich David Wulschner zu Gast, der einerseits dafür bekannt ist, dass er ein, ich sag mal, fast reiner Altcoin-Investor ist, aber auch andererseits eine der, ich sag mal, interessantesten Stories überhaupt hat, wie er damals zu Krypto gekommen ist. Zudem ist David jemand, der, ich sag mal, im Allgemeinen sehr transparent ist, der eine sehr, ich sag mal, nüchterne, rationale Art hat und aus meiner Sicht auch wirklich interessante Perspektiven liefern kann. Aber ich möchte mal nicht so viel vorwegnehmen. Ganz viel Spaß beim heutigen Interview.
David, ich habe so viele, so viele Fragen. Deshalb lass uns da mal ganz vorne starten. Vielleicht mal ganz zu Beginn: Wie bist du damals zu Krypto gekommen und wann war das bei dir persönlich? Weil ich habe da mal eine wilde Story gehört mit irgendwie Mining, mit Solaranlagen, einer fetten Stromrechnung und so weiter. Erzähl mal so ein bisschen.
Die Story hast du schon gehört, das ist ja interessant, und ich wollte eigentlich so viel erzählen. Also erstmal herzlichen Dank für die Einladung, finde ich mega cool. Auch liebe Grüße an deine Community und auch an meine Community, die zuhört. Ja, ich bin tatsächlich in 2016 durch einen Arbeitskollegen, der hat mal gesagt: „David, ich habe da was, was unfassbar viel Strom verbraucht. Du hast eine Solaranlage und einen Riesenspeicher bei dir auf dem Haus, lass mal was machen.“ Und ich so: „Was ist das?“ Und dann sagt er: „Ja, das ist so Bitcoin-Mining.“ Ich sage: „Habe ich schon mal was von gehört? Ganz grob, noch nie mit beschäftigt. Was macht das denn tatsächlich?“ Und dann sagt er: „Ja, also ich bin mir nicht ganz sicher, entweder ist es für das Pentagon oder für das Darknet.“ Ich sage: „Egal, lass machen.“ Ab da war ich dann, steckte die Nadel ganz tief in der Blockchain und in meinem Arm drin. Und das hat mich dann irgendwie nie losgelassen.
Das heißt, du hast als Miner gestartet, bevor du deinen allerersten Bitcoin oder so etwas gekauft hattest? Okay, das ist ja verrückt. Und wie lang war dann der Zeitpunkt zwischen, ich meine, da irgendwie solche komischen Coins hinzu, vielleicht lohnt sich das dann auch als Investment mal irgendwann später zu kaufen?
Also tatsächlich habe ich mal knappe vier Bitcoin auf einer persönlichen eigenen Wallet besessen. Das waren meine ersten eigenen Bitcoin. Als dann nach einem Dreivierteljahr, nee, einem halben Jahr, nicht ganz einem halben Jahr, vier Monaten, die erste Stromrechnung kam und trotz einer riesigen Solaranlage, trotz eines riesigen Batteriespeichers dann irgendwie auf einmal 6.000 Euro Stromkosten nachkamen – ja, musst du dir vorstellen: Gerade das zweite Kind geboren, Haus gekauft, gerade in einer neuen Firma angefangen, Geld war knapp. Ja, was machst du da? Sagst du: „Du, Jürgen, hör mal, Bitcoin beim Preis von 216 Euro.“ – „Nee, das setzt sich nicht durch.“ – „Oh, bis 216 Euro.“ – „Okay, das setzt sich nicht durch, das glaube ich nicht.“
So, dann hat Jürgen die Stromkosten übernommen, hat die Bitcoin gekriegt, und das hat mich seither nie wirklich losgelassen. Und meine ersten Investitionen habe ich dann tatsächlich im März 2018 getätigt. Da müsste der Kurs irgendwie so um die, ich glaube, 11.000, 10.000 Dollar das Stück gewesen sein, pro Bitcoin. Direkt in der Abwärtsbewegung gekauft, wieder, als es dann leicht angestiegen ist, und dann, ja, beigeblieben.
Ja, das waren so meine ersten Investitionen. Den kompletten Bärenmarkt mitgenommen, also richtig mies eingestiegen. Zwar nicht am Peakpunkt, aber dann vorrangig auch mit Altcoins. Klar, ein bisschen Bitcoin-Exposure, aber dann wirklich in 2018, Mitte 2018, volles Rohr an Altcoins rein.
Ich nehme mich so ein bisschen an mich selber, das ist sehr spannend. Das heißt, wie groß war damals ungefähr dein Bitcoin-Anteil? Damals war ja, also für die Leute, die damals noch nicht dabei waren, ein bisschen die Mentalität: Bitcoin ist eigentlich gar nicht das Wahre, sondern die Blockchain-Technologie, das ist das wirklich Besondere. Da war es völlig klar, dass man natürlich nicht nur in diesen langweiligen Bitcoin investiert, sondern auch in Altcoins. Aber wie war da damals bei dir die Quote und auch so das Mindset dahinter?
Ach, also wie das dann so ist: Man geht da ganz unbedarft rein. Hat man gesehen, der war auf 11.000, kam mal irgendwo von 50 Cent. Also da ist ja natürlich alles möglich. Wenn er erstmal auf 100.000 steigt, dann bist du mit ganz wenig Geld richtig, richtig, richtig hart investiert. Ja, dann guckst du dir ein paar Altcoins an. Litecoin war dann, glaube ich, mein erster, den ich mir dann irgendwann mal auch geschossen habe. Ja, wenn der auf 500 Dollar nur geht, ja, dann ist ja alles ein gemachter Mann.
Also beim Bitcoin-Exposure, aber tatsächlich damals relativ klein, waren es nicht ganz 5 bis 10 Prozent. Weil man natürlich dachte, man ist immer schlauer, und mit wenig Zeit, mit wenig Geld machst du natürlich mit Altcoins zu jeder Zeit den dicken Reibach. Dann aber auch zu ungeduldig gewesen, und die Quittung kam dann halt, wie gesagt, in den Abfällen.
Das ist so, ich glaube, das ist so die Story von jedem, der irgendwo anfängt. Die wenigsten Leute starten wirklich bei Bitcoin bei 15.500 im Ende 2022 oder bei Bitcoin, ich weiß gar nicht, wo war er gewesen, in dem Bärenmarkt damals bei knapp 3.100 Dollar Anfang 2019. Das starten halt die wenigsten bei. Von daher, ich glaube, ganz normaler Werdegang, wie jeder andere Altcoin-Investor auch.
Ich muss dazu sagen, ich komme aus einer superkonservativen Familie, Mittelstand, Eltern im Pferdesport massiv aktiv gewesen. Und da waren Finanzen: „Jung, kannst du ein bisschen Geld sparen.“ Das ist alles gewesen, „Pack mal auf den Sparplan.“ Keine Aktien, kein Gold, keine ETFs, keine Altersvorsorge, die man selber irgendwo macht. Und da ging man halt auch einfach mit null Wissen rein. Und das hat sich dann in den ersten Monaten gerächt.
Ja, erinnert mich doch sehr stark an mich selber. Also ich glaube, da werden wahrscheinlich viele das Ganze unterschreiben, dass sie eh die Erfahrung gemacht haben mit eher ungünstigem, erstem Zeitpunkt beim Einstieg. Aber man muss halt auch erstmal selber die ganzen Erfahrungen machen. Wann kam dann bei dir tatsächlich der Zeitpunkt, wo du gesagt hast: Okay, erstmal Mining, das fand ich interessant. Ich bin dann selber eingestiegen. Ich habe den Bärenmarkt mitgenommen, wahrscheinlich dann auch den Bullrun mitgenommen, den folgenden. Wann kam der Zeitpunkt, wo du dann gesagt hast: Das ist so spannend, ich starte da jetzt tatsächlich einen eigenen YouTube-Kanal dazu?
Also, wir sind März, nee, Februar 2021 von meinem damaligen Arbeitgeber aus in die Staaten ausgewandert. Für dreieinhalb Jahre mit komplett Kind und Kegel, Haushalt, alles drum und dran. Wir haben unsere Immobilie in Deutschland behalten, haben aber dann in North Carolina eine eigene Immobilie auch gehabt. Und dann halt wirklich dreieinhalb Jahre immer hin und her, Standortintegration, große Kunden, bla bla bla.
Und ich bin nach einem Jahr, ich würde mal wirklich sagen, einem 18- bis 20-Stunden-Tag, und das ist ungelogen, Samstag, Sonntag auch noch mit dazu, in einen krass tiefen Burnout reingeballert. Und das ohne Vorwarnung. Auf einmal war es da. Ich habe mich wie so ein Ding ins Gesicht gekriegt. Ich saß am Küchentisch an einem Samstagabend um 21:30 Uhr. Es war so eine offene Küche. Meine Frau stand in der Küche. Ich saß an dem schönen langen Esstisch und auf der linken Seite, also mein Laptop offen, auf der linken Seite eine Skizze, auf der rechten Seite eine Berechnung, einen großen Elektroautobauer. Und ich gucke sie an, ich sage: „Kannst du mir helfen? Weißt du, was ich machen soll?“ Und ich habe dann angefangen zu heulen.
Und an dem Punkt, das war Anfang 2022, bin ich komplett runtergefahren. Ich habe meine Arbeitszeit von wirklich 20 Stunden am Tag plus Samstag, Sonntag auf, ja, die siebeneinhalb Stunden runtergefahren. Das ist ja in Amerika überhaupt nicht typisch. Da arbeitet man ja immer deutlich mehr.
Und dann bin ich zu Hause, fuhr ich in den Teppich gelaufen, vor Langeweile. Ich habe mich ja eh zwangsläufig schon sehr lange mit dem Krypto-Space beschäftigt, die ganze Zyklik angefangen zu verstehen. Ich habe mir die Charts angeguckt. Ich habe Recherche betrieben. Und das jeden Tag dann schon, also trotz dieses ganzen Burnout-Themas oder in dieser Phase drin, gute vier, fünf, sechs, sieben Stunden.
Und dann kam ja 2021, 2022 Stepn. Kennst du ja, glaube ich, auch noch, so vom Hörensagen, so ein bisschen. Und da habe ich gesehen, was Leute im Space machen, weil ich habe mich nie getraut, mal über Bitcoin zu erzählen oder über Altcoins zu erzählen. Ich dachte mir: Okay, weißt du was, Stepn, da kannst du ein bisschen erzählen, wie man es einrichtet, wie man es macht. Und damit startete dann Herrentag 2022 mein erstes YouTube-Video.
Und das lief so überhaupt nicht, ganz wenig. Mit meiner Frau damals die Wette gehabt: Komm, 500 Abonnenten im ersten Monat, das schaffe ich locker. War ein bisschen schwierig. Und da begann dann die YouTube-Journey. Stepn ist dann so nach drei, vier, fünf Monaten beiläufig geworden. Ich habe dann mal mein erstes Video über XRP gemacht. Ich habe mal über Altcoins gesprochen. Ich habe ein paar Analysen gemacht. Und das hat einen sehr, sehr guten Anklang gefunden.
Und das halt interessanterweise ja wirklich auch in einer Phase, die – also ich habe wirklich einen Bärenmarkt gestartet. Ich glaube, mein erstes Video war mit Bitcoin so um die 22.000 US-Dollar, kurz vor dem FTX, nee, das war nicht FTX, sorry, rund um die ganze Covid-Thematik, um den Covid-Bärenmarkt. Und ich startete wirklich aus dem Loch raus. Und das fühlte sich gut an, weil alles stieg, weil alles in Ordnung war. Und da merkte ich dann einfach ganz schnell, wie viel Spaß das einfach auch macht.
Und 2024, als wir dann wieder zurück nach Deutschland sind, also zurück nach Deutschland, aber jetzt ja einige sagen: „Ja, Gottes Willen, wie kann man denn nach Deutschland zurückziehen?“ Also jeder, der mal woanders gelebt hat und das Thema Gesundheitsversorgung mitgemacht hat und weiß, dass in anderen Ländern das Thema Gesundheit zwischen Daumen und Zeigefinger entschieden wird, der weiß halt auch, dass wir in Deutschland ein, zwei Sachen haben, die vielleicht gar nicht so schlecht sind. Und ja, ab Ende 2024 war das Thema Selbstständigkeit als Investor, als Content Creator, als Hodler für mich eigentlich klar, weil es keinen Sinn mehr machte, in einen Job zurückzugehen. Und so kam das dann.
Sehr spannend. Du hast Berechnungen gemeint. Ich habe da irgendwas gelesen von Mechanical Engineering, also Thema Maschinenbau. War das das, was du ursprünglich studiert hattest und wo du dann auch gearbeitet hast? Oder gab es da noch mehr Hintergrundstory?
Also, ich bin eigentlich kompletter Handwerker. Ich bin gelernter Schlosser und Schweißer, habe mal auf einer großen Werft in Rostock oben gelernt, bin dann nach Niedersachsen gezogen, habe dann da bei einem großen Pumpenhersteller als Schweißer und Schlosser gearbeitet, habe dann einfach gesehen: Okay, irgendwie musst du was machen. Habe dann nebenbei mein Studium angefangen zum Maschinenbautechniker, bin da dann ins Engineering rein, habe da eine Gruppenleiterposition übernommen, bin dann 2018 zu einem Landunternehmen gewechselt, was mich dann später auch in die Staaten entsandt hat.
Habe da die komplette Engineering-Abteilung übernommen als Abteilungsleiter, also Engineering, technische Dokumentation, Projektmanagement, irgendwas, was noch, egal. Also relativ großes Team auch gehabt. Das war, ich habe das geliebt. Das war wirklich mein Ding, mit Leuten zusammenzuarbeiten, großes Team, Verantwortung, da Projekte gemacht. Also jedenfalls, für ein eigenes Video passt das halt nicht so gut her, ist ja auch egal.
Und habe dann die Standortintegration in den Staaten geleitet mit Know-how-Transfer, ERP-Integration, CAD-Integration, Wissenstransfer, kultureller Transfer. Das kann man sich mal gar nicht so vorstellen, wie schwierig das dann doch ist, so zwischen Deutschen und Amerikanern zu vermitteln. Hätte ich mir auch leichter vorgestellt.
Aber ja, genau, also das Thema Engineering, CAD, Design, Berechnung, das ist alles meins gewesen, von wirklich Beginn bis hin zur Installation. Ich habe es auch geliebt, die Hände schmutzig zu machen, direkt auf den Baustellen zu sein, Sachen selber mit zu installieren. Da kannst du nirgendwo so viel lernen wie mit deinen eigenen Händen und wirklich mit den Leuten direkt beim Aufbau.
Ja. Okay, eine Frage. Ich habe es ja schon vor dem Interview gesagt, das muss ich dich definitiv noch mal fragen, weil das bestimmt auch den einen oder anderen interessiert. Jetzt sehen ja die Leute mich so ein bisschen mit Farben und so weiter, und bei dir ist das Bild schwarz-weiß. Ich habe dich vorhin schon gefragt, aber ich glaube, das interessiert auch andere. Warum ist dein Bild schwarz-weiß? Weil das hat ja nichts damit zu tun, dass deine Kamera nicht potenziell auch das Ganze in Farbe aufnehmen könnte.
Also, du bist tatsächlich der Erste, der mich das wirklich fragt, warum schwarz-weiß. Aber der Hauptgrund für mich ist Fokus. Ich gucke mir so viele Kanäle an, ich schaue natürlich auch mal links und rechts, was machen andere. Und ich finde das gerade bei Finanz-Content – und wir machen ja Finanz-Content, ich hasse das Wort Finanz-Influencer, weil das Letzte, was ich möchte, ist influencen, sondern ich möchte bilden, und das ist mir wichtig –, dass man den Fokus verliert.
Man guckt auf RGB, man guckt auf irgendwas Blinkendes, man wird abgelenkt. Und da habe ich mir gedacht: Komm, lass uns das alles aufs Wesentliche reduzieren. Du zeigst dein Gesicht, du stehst für das, was du sagst, zu jedem Guten, aber auch zu jedem Schlechten, zu jedem Fehler, zu jeder guten Entscheidung. Aber lass es uns auf Schwarz-Weiß fokussieren, weil das die Leute einfach nicht ablenkt. Und das war so ein bisschen mein Thema.
Und meine Frau hat dann nachträglich auch gesagt: „Sieht edler aus, lass das mal so.“ Man sieht deine grauen Haare nicht, die du vom Kryptomarkt kriegst, dann passt das.
Das ist ein guter Punkt. Da brauchen wir nur noch was für die Falten, die uns der Kryptomarkt gibt. Ich sag's dir.
Okay, sehr spannend. Sehr interessant, wie sich das Ganze ergeben hat. Also vor allem der Werdegang von vielen YouTubern, finde ich doch, wie dann plötzlich das eine zum anderen führt und so weiter, finde ich doch sehr interessant. Dann lass uns vielleicht mal so ein bisschen abbiegen. Wir haben jetzt ziemlich viel erfahren zu dir, Background, Werdegang und so weiter. Was ist aktuell so ein bisschen deine Markteinschätzung? Also momentan ist ja nach wie vor eine große Debatte zwischen dem Bären und dem Bullen. Haben wir jetzt tatsächlich den finalen Zyklus-Boden gesehen oder nicht? Wie schätzt du das Stand heute ein?
Schön, dass du das fragst. Und das ist so eine Sache: Ich verfolge ja auch deinen Kanal. Das sage ich jetzt nicht, weil du mich zum Interview eingeladen hast, sondern weil ich es unfassbar wichtig finde, dass man sich gute Meinungen aus dem Markt rauspickt, auch von vielen verschiedenen Quellen. Ich sage immer so schön: Wir sind nicht mehr 1995, wo man in der Tagesschau sagt, was gesetzt ist, abends um 18:30 Uhr, sondern wir sind einfach jetzt hier in einer Mediengesellschaft, wo wir verschiedene Quellen einziehen können, um dann, ich sage mal, seine eigene Risikobeurteilung anzupassen.
Du bist ja auch jemand gewesen, der den Boden noch etwas tiefer erwartet hätte. Du hast ja auch deine verschiedenen Indikatoren. Ich persönlich habe für mich, und ich bin vielleicht immer etwas bullischer, als es andere sind, schon relativ früh gesagt, dass der Bereich, den wir – ich glaube, das hatten wir schon mal kurz besprochen –, dass der Bereich, den wir in der Bodenbildungsphase hier zwischen den knappen 57.800 und dem Bereich hoch auf die 67.000 hatten, ein relativ guter Bodenbereich war, ein bodennaher Bereich war, den man da einfach noch mal attestieren konnte.
Und da muss ich ganz ehrlich sagen, das war für mich relativ früh klar, einfach dieses Bärenmarktfenster, diese Bärenmarktbox, die ich mir gezogen habe, in dem Bereich zwischen den 69.000 und 53.000, die sich eigentlich relativ simpel ergibt, und zwar das All-Time-High aus November 2021 und dann mit einem Korrekturbereich, den ich mir abgeleitet habe aus dem alten Bärenmarkt 2022. Das ist identisches Verhalten einfach gewesen.
Und wenn man hier noch mal reinguckt, diese gesamte Box von 23 Prozent findest du auch genauso wieder, wenn du dir immer die Mühe machst und dir das alte Bullrun-Top schnappst und dann die Korrektur runternimmst. Das sind auch circa 23 Prozent. Und das war für mich einfach eine Kaufbox, wo ich gesagt habe: Weißt du, wenn du kaufst, dann in der Box.
Und ich habe bis zu diesem Bärenmarkt 2026 ein wirklich geringes Bitcoin-Exposure gehabt. Meine Kinder, meine vier Töchter, die haben alle ein eigenes Krypto-Portfolio, die haben gute 50 Prozent Bitcoin. Ich habe bis zu diesen Punkten hier – und ich glaube, ich habe meine ersten losen Bitcoin-Käufe bei 83.000 US-Dollar gemacht, in dem Dreh – null Bitcoin im Portfolio gehabt. Ich habe hier meinen Bitcoin-Bestand relativ stark aufgestockt. Ja, kann man jetzt richtig drüber, war für mich aber – ich bin Altcoin-Investor, mag das immer, bleibt auch weiter bei.
Also, um auf deine Frage zurückzukommen: Für mich ist der Bodenbereich komplett durch, zu einer Wahrscheinlichkeit von 90 bis 95 Prozent. Denn alleine diese Bewegung, die wir gemacht haben, mit dem Abfall, mit der Seitwärtsflaggenphase, dem gesamten Bouncing-Bereich und mit dem Ausbruch, vor allen Dingen auch noch wieder das Brechen der alten Hochbewegung rund um die 83.000, wo ja auch wirklich viele sagen, das war noch mal wichtig, ist definitiv eine Bestätigung, weil genau diese Bewegung haben wir in jedem vorherigen Bärenmarkt gesehen.
Und nun ist es ja jetzt nicht so, dass, nur weil es hier so war, nur weil es hier auch so war, dass es dann in 2026 wieder genauso sein muss. Aber es kommen natürlich auch noch andere Sachen mit hinzu. Wir haben verschiedene Backtests gehabt, die jetzt aus dem alten Low und der Abwärtsbewegung rauskamen, die sich immer wieder ergeben haben. Und wo ich einfach auch ganz klar gesagt habe: Meine Hauptkäufe habe ich hier gemacht. Bitcoin kaufe ich ab diesem Zeitpunkt jetzt erstmal nicht mehr, also sprich zu diesen Preisen jetzt.
Und 75 Prozent meines Altcoin-Invest-Portfolios habe ich auch tatsächlich am 19.08. reingeschmissen. Und das hat sich bis jetzt sehr gut ausgezahlt. Korrekturen sehe ich persönlich immer noch weiterhin. So eine Korrektur rund um 12 Prozent von dem Hochpunkt, den wir hatten, was dann irgendwo Preise rund um die 76.000 sind, bis, ich sage mal, im Idealfall, wenn wir wirklich viel Glück haben, noch mal auf die 67.000 US-Dollar, sind möglich.
Aber ein tieferes Tief, also sprich Werte unter den 57,8, 57,6, halte ich persönlich für sehr schwierig. Ist es ausgeschlossen? Auf gar keinen Fall. Das kann immer noch mal etwas Übergeordnetes kommen. Aber ich würde darauf nicht warten, persönlich gesagt. Und es kommt ja auch, glaube ich, immer eh darauf an: Welchen Anlagehorizont hat man? Ist man ein Swing-Trader, der von Tag zu Tag lebt? Ja gut, dann sind das jetzt auch gute Preise, wo man noch mal ein bisschen was mitnehmen kann. Ist man aber ein Hodler, der vielleicht auf fünf Jahre ausgelegt ist oder auf zehn Jahre oder auf 20 Jahre, sind die Preise immer noch ein Geschenk.
Ich höre da schon raus, du bist dann eher längerfristig orientiert. Es ist jetzt nicht so, dass du darauf aus bist, nächste Woche direkt einen Profit zu machen, sondern dein Zeithorizont ist etwas länger. Habe ich das richtig interpretiert?
Teils, teils. Also wenn es um ein Spot-Portfolio geht, ja, was aber auch nur Bitcoin betrifft und, ich sage mal, vielleicht noch ein bisschen Ethereum. Aber alles andere, was Altcoins betrifft, und das wird jetzt vielleicht der eine oder andere nicht gerne hören: Altcoins haben eine Halbwertszeit. Und die Halbwertszeit ist so lange, bis der nächste heiße Scheiß kommt und das nächste Projekt genug Geld ins Marketing reinsteckt und das nächste Projekt eine geile Community aufbauen kann.
Und dann ist auch ein gutes Projekt, was vielleicht jetzt im Fokus stand, was vielleicht jetzt ein 10x gemacht hat oder im vorherigen Bullrun 50x hingelegt hat, abgesagt oder abgeschrieben. Das haben wir auch immer wieder gesehen. Also Bitcoin, Ethereum, ja, Altcoins gehe ich eher von Zyklus zu Zyklus mit.
Und ich wurde wirklich von vielen auf YouTube ganz böse angegangen, wie ich denn sei, bei einem Dollar zu verkaufen, wie ich denn Render bei 11 Dollar verkaufen kann und noch ganz, ganz viele andere Projekte, die ich bei mir auch im Portfolio habe. Das steigt ja alles noch höher. Da sind wir gelandet. Naja, Render, wo waren wir bei Render? Bei einem Dollar. Bei SAI sind wir jetzt bei 4 Cent. Wir können auch eh nicht weitermachen, aber Altcoins, das A da drin, das hat ja auch immer ein Kollege im YouTube-Space immer so schön: Das A steht für aktives Handeln. Und wer das bei Altcoins nicht macht, der hat halt den Markt nicht ganz verstanden.
Sehr spannend. Also ja, ich glaube, da kann jeder Influencer ein Lied davon singen, der zu den Leuten gehört, die auch mal ein bisschen antizyklisch verkaufen, dass da viele mental vielleicht zu inflexibel sind und das absolut kritisieren, weil es kann ja nicht sein, wenn ich noch long positioniert bin, dass jetzt mein Lieblingsinfluencer irgendwie verkauft, weil das geht ja noch auf das Doppelte und das Dreifache. Ja, ich glaube, das kennt jeder.
Was ich jetzt interessant fand, als du den Bildschirm geteilt hast: Du hast ja diese Bärenmarktbox eingezeichnet. Ich denke auch von der Herleitung her relativ logisch, sage ich mal, sehr stark orientiert am Chart. Wenn ich es richtig gesehen habe, war es ja so, dass der Boden dort von der Box ungefähr bei den 53.000 ist. Was ich persönlich auch sehr interessant finde, wäre das in etwa das Preislevel vom Realized Price, also für die Leute, denen das nichts sagt, ist quasi der durchschnittliche Einkaufspreis der Investoren, der ja auch historisch betrachtet eigentlich bisher immer abgeholt wurde in einem Bärenmarkt.
Haben solche Indikatoren bei dir auch mit reingespielt? War das etwas, was du dir zusätzlich mit angeschaut hast, oder hast du gesagt: Nee, also historisch betrachtet letztes Mal quasi die Linie ziehen, an der habe ich mich primär orientiert? Oder wie war das bei dir persönlich?
Also, man kann nie mit einem Indikator, der im letzten Bullrun funktioniert hat, weiterarbeiten. Das klappt überhaupt nicht. Ich habe mir ganz, ganz viele Sachen gebaut. Ein extrem wichtiger Indikator – und den teile ich hier jetzt einfach mal nicht, seht's mir bitte nach, weil das Inhalt für meine VIP-Gruppe ist – ist tatsächlich etwas Ähnliches, was du auch gemacht hast.
Du hast ja so ein bisschen jetzt dieses YouTuber-Ranking aufgebaut: Wo liegen die deutschen Influencer, Content-Creator, wie auch immer? Und ich habe mir vier große Creator aus dem deutschsprachigen Raum rausgesucht, habe mir über die letzten Jahre ihre Abo-Zuwachszahlen in Korrelation zu den jeweiligen Videos, die gedroppt wurden, in Aufrufen gesetzt und habe mir daraus tatsächlich auch einen Bodenbereich abgeleitet.
Und wenn du siehst, dass eine Bärenmarktphase in 2022, 2023 – 2018, 2019 war jetzt ein bisschen schwierig, weil da noch nicht so viele gemacht haben. Ich glaube, da gibt es nur ein oder zwei, die wirklich da schon aktiv waren –, wenn du dieses Verhalten im jetzigen Bärenmarkt wieder gesehen hast, dann ist das ein wahnsinnig wertvoller Indikator: Wie viele Videos gedroppt wurden und wie viele Leute im Vergleich dazu dann abonniert haben.
Unter anderem sind natürlich Indikatoren immer für mich auch ganz, ganz wichtig, der Short-Term-Holder Realized Price und, ich sage mal, auch immer schön die Confluence von SOPR und MVRV, die du hier ja auch immer wieder siehst. Und gerade das Reindippen hier rein ist immer wieder auch ein Bereich gewesen, der langfristig gezeigt hat: Sehr schön, Bärenmarkt-Boden erreicht oder einen Bodenbereich erreicht, in dem man auch gut investieren kann.
Und ich muss jetzt ehrlich sagen, ein Modell, auf das ich sehr, sehr viel geschaut habe und was ich immer valide finde über die letzten 17 Jahre, ist das Power-Law-Modell. Also wir sind – und das hat mich wirklich ein bisschen erstaunt, wenn man mal ein bisschen ranzoomt – das erste Mal drunter gefallen.
Aber wie es halt bei solchen Modellen auch öfter mal ist, das ist so eine selbsterfüllende Prophezeiung. Es ist ja jetzt nicht nur ein Kevin oder ein David, die auf diese Modelle gucken und sie vielleicht zur Hilfe heranziehen, sondern es sind ja auch noch Millionen andere Leute. Und jetzt sehen diese Investoren: Alles klar, wir kommen dichter, also fangen sie an zu kaufen. Oh, ist ein bisschen drunter, jetzt muss ich aber mehr kaufen, bevor er dann gleich wieder hochgeht. Also ist das ja eigentlich so eine selbsterfüllende Prophezeiung. Das Ding wird immer wieder angelaufen. Und das war tatsächlich auch so ein Hilfsmittel, was man sich ganz einfach nehmen kann.
Das hast du ja bei mir im Chart auch gesehen. Ich habe mir auch die FIB-Level noch mit eingezogen. Das wäre für mich wirklich so diese Max-Pain-Box gewesen. Und natürlich auch noch das Thema Adoption.
Ja, wir sind ja mittlerweile – das ist so ein subjektives Thema, was man nicht messen kann – an einem Punkt, glaube ich, was das Thema Bitcoin und die Blockchain angeht, wo wir nicht mehr drumherum kommen. Bitcoin als Wertespeicher, ja, bedingt als Zahlungsmittel, aber die Blockchain als Technologie, die unfassbar wertvoll ist.
Ich habe das große Glück, dass ich dieses Jahr in den USA war, an drei Elite-Unis einfach auch mal Gastvorträge zum Thema Blockchain, Wallet-Sicherheit und Selbstverwahrung halten durfte. Da war einmal die University of Washington dabei, an der Westküste. Ich war in der Harvard Business School an der Ostküste und noch in Arkansas, an der University of Arkansas.
Und da habe ich einen Professor getroffen, der tatsächlich für die SEC arbeitet, mitarbeitet, im Gremium mitsitzt. Und der einfach sagte: „David, wir haben hier Walmart als größten Sponsor, der die Uni sponsort, mit richtig viel Geld. Und Walmart ist eines der Unternehmen, die die meisten Blockchain-Patente halten. Und die warten eigentlich nur darauf, dass der Clarity Act durch ist, dass das ganze Thema Regulatorik durch ist.“
Und ich sage jetzt mal, die Summe an dem, wo wir jetzt gerade stehen im Thema Adoption, ist einfach auch ein Punkt, der mich dazu bewogen hat, gar nicht auf solche tiefen Preise noch weiter zu hoffen. Und von daher war die Investitionsentscheidung eine gute, wie man sie jetzt gesehen hat.
Hörst du auch grundsätzlich zum Vierjahreszyklus? Oder sagst du: Vierjahreszyklus, das hat für mich noch nie Sinn ergeben, da habe ich mich gar nicht wirklich orientiert? Mit, ich sage mal, zeitlichen Perspektiven: Inwiefern hat das dann bei dir mit reingespielt? Denn rein aus der Perspektive eines Vierjahreszyklus haben wir alle so gut, inklusive mir, den Boden so irgendwann, Oktober 2026, entsprechend erwartet. Inwiefern hat das da mit reingespielt? Denn wenn du dich am Vierjahreszyklus mit orientiert hast, dann müsste das ja auch so ein bisschen eigentlich eher Kontraindikator gewesen sein. Wir sind irgendwie ein bisschen zu früh dran, oder nicht?
Ich finde das cool. Lass mich dir eine Gegenfrage ganz kurz stellen, bevor ich antworte: Wo startet für dich der Zyklus immer?
Für mich startet der Zyklus am Boden. Boden, Top, Top, Boden. So will ich messen.
Gut. Finde ich spannend, weil das erklärt jetzt auch, warum für mich der Zyklus passt und für dich nicht. Ich starte den Zyklus am Top. Und wenn ich mir das Top schnappe – und ich habe das mal, das ist auch Teil von meinen Videos, und wer heute kennt das auch ein kleines bisschen –, der Vierjahreszyklus ist, wenn man von Top zu Top rechnet, immer noch aktiv.
Natürlich hast du immer eine kleine Konstanz von ein paar Tagen, und du guckst 1.484 Tage zu 1.421 Tage, also reden wir hier jetzt, ich sage mal, in Summe um 63 Tage Unterschied. Hier reden wir dann wieder um sieben Tage Unterschied, dann sind wir von Top zu Top immer noch im Zyklus.
Das Einzige, was halt variiert, variieren kann, was in der Vergangenheit nicht variiert hat, was jetzt aber wieder deutlich stärker variiert hat, wenn jetzt der Boden bei 57,5, was wir noch nicht wissen können, wirklich der Boden war, ist halt die Bärenmarktbox. Also wir hatten ja bisher immer einen Bereich so zwischen 365 bis 413 Tagen. Und ich finde, so diese, ich sage mal, 40 Tage, das ist eine gute Karenz, die man da einfach noch mal mit reinnehmen kann. 12, 13 Prozent ist immer in Ordnung. Jetzt sind wir bei einer massiven Abweichung mit nur noch 266 Tagen.
Also, ich bin persönlich immer noch bis jetzt der Meinung, dass der Vierjahreszyklus intakt ist, wenn man die Messung von Top zu Top nimmt. Faktisch sind halt die einzelnen Phasen – Bärenmarkt, Anstiegsphase bis Erreichen des alten All-Time-Highs und dann der Ausbruch – die können halt immer variieren. Und das ist für mich halt immer noch der Beweis: Es passt.
Okay, spannend. Ist interessant. Also grundsätzlich für die Berechnung des Tops oder um so eine Idee davon zu bekommen, wann das ist, würde ich natürlich auch von Top zu Top rechnen. Ich bin sowieso ein Fan davon, dass man sich nicht nur auf eine Berechnungsweise festlegt, von Boden zu Boden, sondern dass man auch von Top zu Boden das Ganze misst in der Vergangenheit. Das würde ich definitiv auch so machen.
Aber ich glaube, der Grund, warum ich hier von Boden zu Boden geantwortet habe, ist primär, weil ich denke, der Vierjahreszyklus kommt nicht ursprünglich vom Kryptomarkt, sondern das ist auch etwas, was wir beispielsweise in der Vergangenheit beim Aktienmarkt schon über mehr als 30 Jahre mal gesehen haben, dass mehr oder weniger alle vier Jahre dort einen Boden gesehen haben. Aber es war nicht so, dass wir alle vier Jahre einen Top gesehen haben. Es war tatsächlich nur die Korrektur, so ein Boden, der alle vier Jahre kam. Deshalb, für mich persönlich, ich glaube, das wäre die Perspektive, die ich da am höchsten gewichten würde.
Aber na klar, ich meine, wenn man das Ganze von Top zu Top betrachtet, dann sehen wir jetzt im Jahr – was will ich rechnen – 2029, 27.8.29. 27.8.29 wäre theoretisch, wenn wir mit den 1.428 Tagen rechnen. Also alle in uns hier ein ganz wichtiges Datum.
David hat gesagt, aber du hast es doch gesagt. Jetzt haben wir schon mal so einen Tipp. Jetzt vielleicht nur noch deine Preisprognose.
Genau, finde ich gut. Nee, die machen wir jetzt nicht. Können wir uns vielleicht auf einen zweiten Teil des Videos einigen, den es dann bei mir auf dem Kanal gibt? Ich werde mir noch mal angucken, wie du die machst, und dann sage ich meine Preisprognose dazu mal.
Du kommst ja auch eher aus dem Aktienmarkt, du hast ja da gestartet. Von daher ist der Input auch superwichtig, vor allen Dingen, das auch mal mit einzufließen. Und wie du es ja schon sagst: Mehrere Betrachtungsweisen ergeben nachher ein ganzes Bild, und das ist einfach wichtig. Nicht nur auf diesen einen Fokus setzen, sondern auch mal in Ruhe andere Sachen zulassen, angucken und dann einfach auch mal den Blick ein bisschen schweifen lassen.
Okay, ich mache direkt weiter mit dem Thema Markteinschätzung und so weiter. Also für dich persönlich ist mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit der finale Zyklus-Boden erreicht. Sag niemals nie, es könnte immer etwas passieren, aber mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit gehe ich auch so weit mit. Das bedeutet ja jetzt im Wesentlichen, dass wir bereits im Bullrun sind, dass jetzt wahrscheinlich die nächsten, sagen wir mal, drei Jahre ziemlich viel Spaß machen dürften.
Wie bullish bist du auf den nächsten Zyklus? Denkst du, der nächste Zyklus könnte uns überraschen, insofern, dass wir da nicht unbedingt so die – historisch betrachtet hat sie bisher von jedem Bullrun zu Bullrun immer mehr abgenommen – Tendenz haben, dass wir bei Bitcoin eine abnehmende Volatilität nach oben sehen, also auch was die Preissteigerungen angeht? Oder denkst du tatsächlich, jetzt ist die Basis mit Clarity Act, mit Regulation, mit allem Möglichen, dass uns der nächste Zyklus überraschen könnte?
Also überraschen wird er uns sowieso, weil das, was der Kryptomarkt am besten kann, ist, dich einfach zu enttäuschen. Egal, ob du positiv eingestellt bist oder negativ eingestellt bist. Du bist ja auch mal ruckzuck mal rausgehebelt aus einem Trade oder in einen Stop-Loss gefahren, weil du die Situation falsch eingeschätzt hast, weil der Mann im Weißen Haus irgendwas getweetet hat oder irgendwas passiert ist, was du selber gar nicht auf dem Schirm hattest.
Nehmen wir mal den 10.10.2025. Gerade mal zwei Tage her jetzt vom Aufnahmezeitpunkt. Da haben auch viele gezittert, dass es jetzt dieses Jahr wieder genauso passiert. Wenn ich mir überlege, wie viele Leute da auf Twitter auch geschrieben haben: „Sichert eure Trades ab, es passiert das Gleiche wieder nach einem Jahr.“
Ich muss dazu sagen: Wenn ich jetzt wollen würde, dass es super viele Klicks gibt, würde ich sagen: Also, das wird natürlich wieder der Bullrun der Vergeltung und wir werden Preise sehen, die wir uns momentan noch gar nicht vorstellen können, und die Million ist definitiv drin. Dann müsste ich so etwas sagen. Aber ich bin immer ein Freund von Realismus, denn so Boom-Prognosen sorgen nämlich genau für dieses shady Bild, was Content-Creator oder Crypto-Influencer, wie man es ja so schön sagt, hier im Markt haben, und das will ich überhaupt nicht.
Ich denke, es ist wichtig zu beobachten, wie jetzt die weitere Regulatorik vonstattengeht, was jetzt die SEC macht, was die CFTC macht, was aber auch aus dem Weißen Haus kommt. Das Thema Clarity Act ist jetzt für dieses Jahr wahrscheinlich erstmal vom Tisch. Aber das heißt ja nicht, dass es nicht wieder aufgegriffen wird nach den Midterm-Wahlen.
Ich bin immer noch der Meinung, das habe ich auch mal auf dem Kanal gesagt, dass, wenn der Clarity Act durch ist, sich scheunentorgroße Liquidität öffnen wird. Das sage ich nicht, weil ich das glaube, sondern ich sage das, weil ich mit Fachleuten gesprochen habe auf meiner US-Reise in Interviews, die mehr wissen als ich, muss ich auch ganz ehrlich sagen, die dichter am Thema dran sind, die in der Industrie sitzen, die wissen, was damit auch passiert. Und ich denke, es wird sehr, sehr viel davon abhängen.
Blockchain als Technologie, als Technologieträger, ähnlich wie es die Dampfmaschine war, ähnlich wie es das Modem war, ähnlich wie es das Smartphone war, das ist ein Technologie-Meilenstein, der die Branche auf ein komplett neues Level heben wird mit der Integration, was dann auch irgendwann mal – da reden ja viele Altcoin-Investoren immer so schön von Anwendung – den Preis treiben wird.
Wir sehen bei noch keinem einzigen Altcoin Anwendung, bei noch gar keinem Coin, der dann auch wirklich den Preis hochbringt. Anwendung ist erst, wenn genug Leute den Coin kaufen müssen, um die Gebühren für die Services zu zahlen, dass dann eine künstliche Verknappung am Markt stattfindet. Aber das siehst du weder bei Quant noch bei XRP noch bei irgendwelchen anderen Assets. Das passiert einfach gerade nicht.
Der Punkt wird aber kommen. Wenn der Punkt kommt, dann kann das für den gesamten Markt einen ungeahnten Wachstumsschub bringen. Wird dieser Punkt in einem Jahr sein? Wird dieser Punkt in drei Jahren sein? Wird dieser Punkt in acht Jahren sein? Hey, I don't know. I don't care. Ich habe Zeit. Ich weiß, wo es hingeht, und ich freue mich auf diese Weise.
Was ich aber schon glaube, um auf deine Ursprungsfrage zurückzukommen: Wir werden bei Bitcoin in diesem Zyklus im Top sehr, sehr interessante Preise sehen. Sehen wir jetzt eine halbe Million? Ich glaube, das wird ganz schwierig. Aber sehen wir Preise um die 200.000? Ich wäre persönlich enttäuscht, wenn wir sie nicht sehen würden. Ich weiß nicht, was ist deine Meinung dazu?
Ich bin, glaube ich, eher im Camp noch konservativer, so ein Stück weit. Ich glaube nicht, dass wir die 200.000 tatsächlich knacken. Das wäre für mich Best-Case-Szenario über 200.000. Aber so mindestens 160.000. Ich glaube, wenn wir das nicht erreichen, dann wäre wirklich etwas faul. Also so irgendwo dazwischen, denke ich persönlich, könnte ich mir gut vorstellen. Nicht das, was die Leute hören wollen, aber ganz realistisch.
Aber schau mal, es deckt sich auch vollkommen. Wenn man sich jetzt mal den Spaß macht und sagt: Okay, wir ziehen jetzt mal unseren Zyklus komplett hoch und wir sagen jetzt mal, unser Bullrun-Top ist genau von Top zu Top in dem Vierjahreszyklus. Und ich habe mir hier mal eine Support-Linie gezogen vom 17er-High hoch hier rüber. Das passt nicht so ganz. Ich habe es gerade noch ein bisschen angepasst. Das ist immer, wenn man so etwas live macht und nicht vorbereitet ist.
So, okay. Nicht ganz okay. Ich denke jetzt mir nach. Wenn wir da jetzt mal reingucken, dann liegen wir in einem Preisbereich von – noch mal ein bisschen hochgehen hier – 178.000. Also liegst du mit deiner Annahme vollkommen richtig.
Und das wäre auch ein Bereich, wo ich allerspätestens die Reißleine bei mir ziehen würde, mir anschauen würde, wo steht der Markt gerade, wie ist das Sentiment, wie viele Abonnenten generieren gerade meine Content-Creator, die ich bei mir auf der Watchlist habe. Als Beispiel ist es ja auch ein gegengesetzter Indikator, den man sicher wieder nehmen kann: Wie viele Leute sprechen über den Markt gerade? Wie sieht es mit der potenziellen Rotation aus? Wie ist die Bitcoin-Dominanz? Wie sieht es auch in dem Bereich aus? Mit dem Short-Term oder dem Long-Term?
Okay, gut. Ich gehe wieder zurück. Es ist immer so schön, wenn man so etwas macht. Und dann überlegt man sich gerade: Okay, möchte ich jetzt vielleicht mal ein bisschen Chips vom Tisch nehmen, Gewinne mitnehmen und erst mal Danke sagen. Und da könnte es natürlich zu einer massiven Entscheidung kommen. Sehen wir die Ablehnung, geht es runter? Oder sehen wir ein weiteres Ausbrechen?
Aber noch mal: Jetzt zu sagen, wir werden hundertprozentig in den Bereich kommen oder wir drehen vorher, ist absolut unseriös. Man muss den Markt beobachten und die Randbedingungen angucken. Ich denke, da sind wir beide einig, oder?
Absolut, ja.
Dann lass uns vielleicht in das Thema einsteigen, was einige Leute interessiert, vor allem wahrscheinlich deine Community. Aber ich glaube, auch bei meiner Community wahrscheinlich größtenteils: Thema Altcoins. Ist ja, ich sage mal, gerade unter den Bitcoin-Maxis sehr, sehr umstritten. Da wird man dann als: „Oh, keine Ahnung, du tust Bitcoin nur schaden, indem du über Altcoins sprichst.“ Du hast ja gemeint, du bist primär Altcoin-Investor, obwohl du jetzt zum Zyklus-Boden auch Bitcoin mit dazu gekauft hast. So wie ich das rausgehört habe, ist es jetzt nicht irgendwie 90 Prozent von deinem Portfolio, dass du das in Bitcoin reingepackt hast, sondern da ist ein sehr guter Anteil in Altcoins mit dabei. Was ist denn allgemein so deine Einstellung zu Altcoins?
Weil ich habe vorhin rausgehört: Du bist Altcoin-Investor, gleichzeitig Halbwertszeit. Also du bist dir auch vollkommen bewusst, die meisten Altcoins, die performen vielleicht für einen Zyklus gut. Wenn es gut kommt, vielleicht noch einen zweiten. Wenn es absolute Ausnahmen sind, vielleicht auch noch einen dritten. Was ist das so grundsätzlich deine Einstellung zu Altcoins?
Also, wir können ja gerne mal ganz kurz mit meinem Portfolio starten, und ich bin ja auch mal ganz transparent, und ich finde das auch mal ganz schön. Seht jetzt mal bitte nach, dass ich jetzt vielleicht die Summe rausgenommen habe, aber mein Bitcoin-Exposure liegt bei nicht ganz 20 Prozent.
Und dann kommen einfach auch mal gleich Projekte wie Quant, LayerZero, ZK, Asper, Pyth, VeChain, Canton und, ich sage mal, wirklich ja weit über ein Viertel dann in restlichen Projekten. Das ist nichts, woran man sich ein Beispiel nehmen sollte. Und das sage ich einem jeden immer vorab, der mit mir über mein Portfolio spricht. Ich bin ein purer Zocker, was meine Altcoin-Position angeht.
Ich kann mir das aber auch erlauben, weil ich, ja, ich sage mal, fast das Fünffache von meinem Krypto-Portfolio in Betongold habe. Wir haben Immobilien, wir haben vermietete Immobilien. Ich habe ein sehr hohes Sicherheitsmaß hier auf anderen Seiten. Wir sind in ETFs investiert, wir sind in Edelmetalle investiert, wir haben auch noch ein Aktienportfolio. Von daher kann ich es mir erlauben, mit einem Prozentsatz meines Geldes auch zu zocken.
Speziell was jetzt Altcoins angeht: Ich bin früher sehr stark, und ich muss wirklich sagen, sehr stark, auch auf Nano-Caps gegangen. Das Problem bei Nano-Caps ist: Wenn du dir zehn Projekte nimmst und du nimmst jetzt bei zehn Projekten in jedes Projekt 1.000 Euro rein, dann musst du wirklich davon ausgehen, dass die Hälfte stirbt. Das Geld ist weg.
Dann hast du vielleicht, sagen wir mal, zwei Projekte, die ihren Preis behalten. Dann hast du noch 2.000 gesichert. Dann hast du vielleicht noch mal zwei Projekte, die sich verdoppeln, die vielleicht eine Verdopplung hinlegen, vielleicht auch eine Verdreifachung hinlegen. Dann liegst du im Normalfall aber auch wieder erst bei 4.000 Dollar von 10.000.
Aber von diesen zehn Projekten ist, wenn man nicht ganz blöd gekauft und nicht ganz, bis seine Hausaufgaben gemacht hat, was Recherche angeht, was Team angeht, was Use Case angeht, was ich sage mal so das ganze Drum und Dran angeht, ein Projekt dabei, was ich sage mal im Regelfall auch ein 10x hinlegen kann. Ja, und dann bist du halt bei 14.000 Dollar. So, also bist du wieder Break-even. Das ist halt alles eine Mischkalkulation.
Den großen Fehler, den viele Investoren mit Altcoins machen: Sie beschäftigen sich halt einfach nicht damit. Kaufen sie irgendwann, packen sie auf die Hardware Wallet, lassen sie auf der Börse liegen und dann stellen sie auf einmal fest: Oh, das Projekt ist gestorben, das wurde gehackt. Das ist ja mittlerweile echt riesig groß geworden, egal wo du hinguckst, Exploits noch und nöcher, gerade bei kleineren Projekten, die vielleicht ihre Hot Wallet nicht analysiert haben, keinen Audit drüber laufen lassen haben. Da sind halt einfach auch mal Exploits möglich und dann stirbt so ein Projekt auch mal mitten in der Bärenmarktphase oder in der Bullrun-Phase sogar.
Und von daher muss ich sagen, wie ich eingangs gesagt habe: Nehmt euch bitte kein Beispiel an meinem Portfolio. 20 Prozent Bitcoin-Exposure, das kannst du halt nur machen, wenn du auf der anderen Seite, ich sage mal, einen sehr, sehr sicheren anderen Hafen hast. Wie schon gesagt: andere Anlageklassen, Betongold, Immobilien und Co.
Aber ja, Altcoins sind für mich ein Thema, was ich super spannend finde, weil ich es liebe, die Technologie dahinter zu verstehen, und ich bin halt einfach auch ein Zocker. Und das muss man dazu sagen.
Sehr spannend. Ich glaube, das ist ein Punkt, den sehr viele Leute nicht mit berücksichtigen: dieses „Wann kann ich es mir erlauben, auch wirklich Risiken einzugehen?“ Du hast ja andere Anlageklassen und so weiter erwähnt. Jetzt mal nur, dass ich eine grobe Vorstellung bekomme: Wie groß ist dann in Summe von einem gesamten Portfolio der Krypto-Anteil im Vergleich zu einem Nicht-Krypto-Anteil? Von was für einer Quote sprechen wir da so ungefähr?
Also, wenn wir von der Investitionssumme ausgehen, liegen wir so zwischen, es müssten 8 bis 11 Prozent sein.
Was schon sehr hoch ist. Das muss man dazu sagen, was wirklich hoch ist. Wir haben ja in Deutschland ein Problem. Das kreide ich unserem Scheiß-Bildungssystem an. Sorry für das Wording. Mir kommt wirklich alles hoch, wenn ich an unsere Schulbildung denke oder wenn ich an Teile unserer Schulbildung denke.
Und ich glaube, ich darf mir das erlauben, weil ich einfach auch gesehen habe, wie das Schulsystem in anderen Ländern funktioniert. Meine Kinder haben in der 8. Klasse Paper-Trading in den USA gemacht. Wo ist so etwas hier? Du kriegst hier in Deutschland im Bildungssystem, wenn du nicht irgendwo an eine Elite-Uni gehst, wenn du nicht irgendwo wirklich deine Eltern Geld in die Hand nehmen und dich aktiv weiterbilden, nicht beigebracht, wie das Thema Steuern funktioniert, wie du dich selbst fürs Alter absicherst, was für jeden, der, ich sage mal, ab 1990 geboren ist, Pflicht ist: eine private Altersvorsorge. 1980 wäre es vorhin noch früher gewesen.
Du kriegst nichts an die Hand gegeben, wie so etwas funktioniert. Wann kauft man Gold? Wie sieht ein Zyklus aus? Wie viel seines Net Worth investiert man tatsächlich? Da gibt es ja in den USA Vorgaben. Die SEC gibt einen Richtwert. Was finden wir hier in Deutschland? Nichts, gar nichts, nada.
Da sind die Leute darauf angewiesen, dass sie selber probieren oder zumindest auf einen halbwegs guten Kanal irgendwo stoßen, der ihnen nicht den Kopf verdreht mit Shiba Inu, Pepe und Floki Inu und ihnen vorjault: Mit 100 Euro wirst du dann in drei Jahren oder in drei Monaten steinreich werden.
Und das ist etwas, was ich halt wirklich auch an unserem Bildungssystem krass angreife. Seht zu, dass man hier Bildung in die breite Masse bringt, in den Schulen reinbringt, Leute bildet und ihnen auch die Möglichkeit gibt zu verstehen, wie viel sie ihres Gesamtvermögens, was sie haben, vielleicht auch in Risikoanlageklassen investieren sollten oder wie viel in ETFs, wie viel in Edelmetalle, wie viel in Immobilien.
Ja, und das ist: Wir haben Sendungen, woher? Wir kennen es ja nicht, wir können es ja gar nicht wissen, oder? Ich weiß nicht, wie du dazu stehst.
Genau gleich. Also, wenn ich mal aufzähle, was ich alles in der Schule gelernt habe oder im Studium gelernt habe zum Thema Finanzen, ich glaube, da könnte ich keinen Vortrag darüber geben, weil da gibt es einfach so gut wie nichts.
Ja, absolut. Ist so, ne? Ich bin in einer ostdeutschen, ich bin wirklich im tiefsten Herzen Dunkeldeutschlands groß geworden. Wenn du da eine falsche Straße genommen hast, bist du von der Weltscheibe runtergefallen, ja, und da ist das Thema Finanzen nichts, nicht mal in der Familie, nirgendwo.
Ich habe meinen Vater, als wir das erste Mal mit Bitcoin auf 60.000 runtergewickelt sind, gesagt: „Papa, jetzt.“ Weißt du, wie viel mein Vater in Bitcoin investiert hat? Gar nichts, weil er das nicht versteht.
Schade eigentlich. Aber okay, ist halt so.
Ich habe noch eine weitere Frage. Du hast vorhin schon deine Kinder erwähnt und dass du auch für deine Kinder quasi in Krypto investierst. Ich vermute mal, dass da das Krypto-Portfolio anders strukturiert ist, dass da wahrscheinlich Bitcoin einen deutlich größeren Anteil ausmacht. Wie gehst du bei dem Portfolio deiner Kinder vor? Ist das so, dass du denkst, langfristig Buy and Hold, einfach nur Bitcoin? Oder ist das auch wieder gestreut mit Altcoins? Wie machst du das?
Also tatsächlich ist das Krypto-Portfolio meiner Kinder – und ich teile das einfach mal, war jetzt eigentlich gar nicht geplant, aber ich mache es trotzdem mal. Ich finde Transparenz und Offenheit immer ganz, ganz wichtig. Seht jetzt mal bitte nach, das ist das Portfolio von einer meiner Töchter. Also 81,7 Prozent in Bitcoin. Dann haben sie noch ein ganz bisschen was in Altcoins. Aber wirklich, das ist minimal.
Du siehst das hier selber auch an der Verteilung, und ich finde, für jemanden, der nicht aktiv sein Portfolio managt – also ich manage das Portfolio für meine Kinder –, das läuft immer so ab: Wenn sie Geld übrig haben, kommen sie zu mir, und wir haben die Vereinbarung, wenn sie mir einen Betrag geben, verdopple ich den, und wenn sie einen Betrag wieder raus brauchen und es nicht den gleichen Wert hat wie zu dem Zeitpunkt, wo sie es eingezahlt haben, zahle ich die Differenz.
Also das ist so ein bisschen, um meine Kinder zu motivieren. Wird manchmal ein bisschen schwierig, wenn sie dann mit 500 Euro ankommen, weil sie jetzt irgendwie über einen Geburtstag ein bisschen was bekommen haben und sagen, das müssen wir jetzt dann machen, aber nur 750 anstelle rein. Aber das ist dann so unsere Vereinbarung.
Aber um auf deine Frage zurückzukommen: Es ist eine ganz minimale, ich meine wirklich minimale Altcoin-Beimischung dabei. Aber das wirklich auch nur, das wäre für mich so ein typisches Portfolio für jemanden, der gerade anfängt: 81 oder 80 Prozent in Bitcoin und dann einfach ein bisschen was für Spaß und nicht mehr.
Diese Positionen, das sind aber auch Casper, XRP, Sei. Das wären für mich beispielsweise Positionen, die man unter Umständen vielleicht über einen Run länger halten könnte. Aber das muss halt jeder für sich selber wissen, ob das eine Sache ist, womit er sich identifizieren kann.
Die Portfolios werden aktiv gemanagt in Form von Kaufen, und wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, dann werden die Altcoins abgestoßen. Die Bitcoin-Bestände bleiben aber, weil das ist vielleicht irgendwann die Anzahlung fürs Haus, vielleicht ist es irgendwann das Haus, weiß ich nicht. Und es ist auf jeden Fall besser aufgehoben als auf dem Sparbuch.
Da gehe ich absolut mit. Definitiv.
Okay, du hast vorhin schon Immobilien erwähnt, du hast Aktien erwähnt. Wie stehst du denn zu Krypto-Aktien? Also so etwas wie, nehmen wir mal den Klassiker Strategy. Ist Strategy als Investment ebenfalls für dich interessant? Ist das ebenfalls etwas, in das du investiert bist, investieren würdest, oder wie siehst du solche Crypto-Treasuries?
Also, ich bin persönlich nicht in Strategy investiert. Es hat eine Daseinsberechtigung, und ich finde das Kaufverhalten von Saylor super als Indikator, denn immer wenn er kauft, sollte man verkaufen, immer wenn er verkauft, sollte man kaufen. Ja, das kann man so ganz grob, glaube ich, irgendwie festhalten.
Aber er verfolgt natürlich auch ein ganz anderes Ziel. Er hat da zwei Finanzmittel, einmal seine Fortschrittsaktie und Bitcoin, die er gegeneinander ausspielen kann. Und das ist extrem smart.
Sollte man jetzt Strategy kaufen, wenn man nur an Bitcoin denkt oder Bitcoin festhält? Ist jetzt meine persönliche Meinung: Nein. Wenn man aber breit gemischt sein möchte und vielleicht auch gerade sieht, dass die Strategy-Aktie – ich weiß gar nicht, wo sie am Tiefpunkt war, 70, 75 Dollar, 80 Dollar, irgendwie in dem Dreh – wieder auf ihre 100 Dollar zurück muss. Da arbeitet halt auch Saylor mit seinem Team dran, dass es wieder auf diesen Wert zurückgeht. Dann kann man diese Volatilität auch mitnehmen.
Aber ich persönlich glaube, dass viele, ganz, ganz viele Bitcoin-Treasury-Unternehmen diesen Bärenmarkt, ich sage jetzt mal, bis er wirklich final abgeschlossen ist oder diese Bodenbildungsphase, diese Bodenphase, in der wir uns ja immer noch teilweise befinden, nicht überleben werden.
Auch wenn wir jetzt noch mal einen Dip runter sehen werden, werden auch wieder einige sterben. Und wir haben ja vor, ich glaube, Kevin, vor drei, vier Monaten, zwei, drei Monaten, wirklich mit einmal eine ganze Menge an Sterben gehabt, wo vier, fünf in Summe angefangen haben zu verkaufen und auch komplett sich zurückzuziehen. Thema Switch rüber zum Mining, aber auch komplett aufgelöst, weil sie einfach gemerkt haben, dass ihr Geschäftsmodell nicht aufgeht.
Solange die Kurse niedrig sind, investiere ich persönlich nicht, aber ich denke schon, dass es eine Daseinsberechtigung hat und man damit auch gute Gains machen kann, wenn man es richtig timet.
Okay, spannend. Jetzt hast du ja auch eine – also Thema, ich switch jetzt mal wieder auf ein komplett anderes Thema – Hardware Wallets. Da war erst vor einigen Wochen ein großer Aufschrei mit: „Ah, Hardware Wallets sind jetzt irgendwie der letzte Schwachsinn, man kann ja auch sein iPhone einfach benutzen“ und so weiter und so fort. Ich glaube, die Welle hast du auch mitbekommen. Du bist ja auch selber noch involviert mit Tangem. Also, eine Hardware Wallet, die ich persönlich ziemlich zu wertschätzen weiß, die auch von sehr vielen Bitcoin-Maximalisten ziemlich durch den Schlamm gezogen wird: „Ach, ist ja keine Hardware Wallet, hat ja kein Display“ und so weiter und so fort.
Erstens, was ist so grundsätzlich deine Einstellung zu Hardware Wallets? Das vielleicht erstmal vorweg. Und dann noch zweitens: Was ist da deine Verbindung zu Tangem?
Also vorab mache ich mal Frage zwei, damit die Leute meine Aussagen richtig einordnen können, weil ich finde es immer ganz wichtig, auch den Motivator hinter einer Aussage zu verstehen. Ich bin seit 2023 Teammitglied bei Tangem. Ich bin der erste offizielle Brand Ambassador gewesen. Ich bekomme monatlich ein Fixum, ich kriege kein Geld dafür, dass ich ein Video mache, ich kriege kein Geld dafür, dass ich jetzt hier bei dir sitze und über Tangem spreche. Ja, so, das mal ganz kurz vorab, damit das jeder einordnen kann, was ich gleich sage.
Grundsätzlich, um auf die erste Frage zurückzukommen: Hol dir eine Hardware Wallet, der du vertraust, und es ist egal, welcher Name draufsteht. Okay, Coldcard würde ich jetzt nicht nehmen, sage ich mal so dazu. Und Ledger ist momentan auch gerade eher fraglich, wenn du sie nicht bei Ledger direkt gekauft hast, in Frankreich, und persönlich abgeholt hast.
Aber ansonsten ist jede Hardware Wallet besser als die zwei genannten, als eine Software Wallet, und jede Software Wallet ist besser, als seine Assets auf einer Börse zu lassen.
Das ganze Thema Selbstverwahrung, nehmen wir es mal gesamtheitlich, hat natürlich in 2026 den größten Schlag bekommen, den wir in der ganzen Industrie gesehen haben. KI-Boom hat da ganz klar mit reingezogen, weil einfach jetzt Brute-Force-Attacken auf Fehlerquellen bei solchen Wallets deutlich schneller funktionieren, weil einfach eine KI viel mehr durchrechnen kann auf einmal, als es jetzt der Mensch durchtesten konnte oder irgendwelche Algorithmen durchtesten konnten.
Und ich glaube auch nicht, dass wir das Ende davon schon gesehen haben. Aber wenn man sich einfach an so ein paar Regeln hält zum Thema Hardware Wallets, finde ich das relativ simpel.
Also noch mal: Beschäftige dich mit deiner Wallet, die du haben möchtest, weil du lässt da im Zweifelsfall deine Altersvorsorge drauf oder extrem viel Geld. Ich sehe auch viele Leute, ich mache nebenbei die Krypto-Steuerdokumentation für mittlerweile, ich glaube, knapp 100 Leute habe ich die gemacht. Wenn ich mir angucke, wie viele Investoren Beträge von einer halben Million, dreiviertel Millionen, Millionen Dollar auf Krypto-Börsen drauflassen, da kriege ich Angst.
Weil wenn die nämlich morgen mal sagen: „Ey, sorry, wir werden gehackt, du kriegst keinen Zugriff mehr, wir erlauben dir das nicht mehr“, oder irgendein Gesetz hat sich jetzt geändert, Thema MiCA ist ja auch ganz spannend, dann bist du aufgeschmissen.
Und bist du in der Selbstverwahrung, egal ob in der Software Wallet oder in der Hardware Wallet, dann kannst du halt immer noch selbst entscheiden, wo dein Geld hingeht, wie viel irgendwo hingeht. Du musst keine Nachweise erbringen, wenn du es verschicken möchtest, im Zweifelsfall, wenn du es irgendwo wieder aufbörsest. Aber du bist halt selber Herr über das Ganze.
Es wäre genauso, als wenn du in deiner Brieftasche jetzt, keine Ahnung, 5.000 Dollar liegen hast und jedes Mal beim Ausgeben dir jemand sagt: „Nein, nein, so viel darfst du jetzt nicht ausgeben.“ Oder sagen wir mal: „Wo hast du es denn überhaupt her?“
Also Selbstverwahrung, Hardware Wallets haben für mich eine ganz, ganz große Daseinsberechtigung, wenn man sich so ein paar Sicherheitsmechanismen einfach gewahr ist. Seed Phrases selbst erzeugen, offline erzeugen, da gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Ellie Parler hat so ein Gerät, da erzeuge ich mir jede einzelne meiner Seed Phrases mit. Oder auch auf einem separaten Smartphone, wo man sich ein Programm runterlädt, was offline ist. Das funktioniert auch super.
Seed Phrases vernünftig ablegen, Papier oder in Stahl eingestanzt. Am besten auch noch mal fraktioniert, also wirklich in zwei oder drei Teile gesplittet. Dann eins in der Bank, eins zu Hause. Also egal, wo geklaut wird, niemand kann etwas mit einem Teil anfangen.
Und natürlich nicht digital ablegen. Das mache ich nicht. Selbst wenn man es verschlüsselt über zwei oder drei Ebenen, es kann immer einen Angriffsvektor geben, der schwierig ist.
Und Understatement. Das ist natürlich bei mir schwierig. Leute wissen, was ich an Exposure habe. Leute wissen, dass ich eine Tangem Wallet habe. Leute wissen, dass ich andere Wallets habe. Ich habe in meinen letzten sechs Jahren weit über 40 verschiedene Hardware Wallets durchprobiert, getestet und auch in Benutzung.
Da kann es natürlich auch schon mal sein, dass jemand einen auf der Straße anspricht. Aber einfach den Mund halten. Gar nicht zeigen, dass man etwas hat. Gar nicht darüber reden. Das ist, glaube ich, so der beste Schutz, den man irgendwie machen kann, wenn man mit Geld um sich geht. Ist ja im wahren Leben auch so. Man muss ja nicht immer alles zur Schau tragen, oder?
Absolut. Das erinnert mich gerade so ein bisschen an den Fall in Frankreich. Da war es ja angeblich so, dass tatsächlich das Tax Office, also das Finanzamt, gehackt wurde und dann tatsächlich irgendwelche kriminellen Hände in die Daten gekommen sind, wer wie viel Krypto hält und so weiter. Und das ist natürlich das Größte. Also wenn man einfach darüber spricht, über Krypto, oder wenn solche Daten irgendwie online sind, das ist einfach das Schlimmste, was passieren kann. Aber wenn man das vermeidet ...
25, über 70 Fälle sind dokumentiert. Und ich meine, 2024 ist doch sogar ein Ledger-Mitarbeiter gefangen genommen worden, seine Frau und er. Ihm wurde, glaube ich, ein Finger im Ohr abgeschnitten. Und gegen die Zahlung von Lösegeld, gegen Krypto, ist ja auch größer. Also es ist halt, wie gesagt: Einfach den Mund halten, Danke sagen, freuen, still sein. Da gibt es so viele Sachen, die man selber machen kann.
Und das Gleiche droht uns ja jetzt in Deutschland, Europa auch, mit CARF und mit DAC8. Der Austausch der Krypto-Dienstleister, sagt man ja immer so neudeutsch, ist ja im vollen Gange. Und jeder Krypto-Dienstleister, Lending-, Staking-Anbieter, Wallet-Anbieter, die in der EU sitzen, also auch der französische Anbieter, aber auch MiCA-regulierte Börsen, die müssen sich untereinander austauschen.
Die tauschen deine Daten, also deinen Personalausweis, deine Telefonnummer, deine Wallet-Adressen, untereinander aus. Und somit ergibt sich ein komplettes Netz aus Informationen, wer du bist, wie viel Geld du hast und wo es liegt.
Und jetzt stell dir mal vor, so etwas wird gehackt. Und das ist ein Punkt gewesen, da habe ich schon vor anderthalb Jahren darauf hingewiesen, dass ich das ganz, ganz schwierig finde und wir jetzt gezwungen werden als Deutsche, als Europäer, in ein solches Melderegister – weil nichts anderes ist das ja, das ist ein Melderegister – unsere Daten einzugeben. Und niemand kann kontrollieren: Wie sicher ist das, wer bewahrt das auf, wer hat Zugriff darauf?
Ich meine, in Frankreich im Tax Office war das doch, glaube ich, sogar auch ein Insider-Job gewesen, wenn ich das richtig gelesen habe.
Hey, das ist Spekulation, oder? Ui, das wäre ja noch krasser. Verschwörungstheorien hier.
Wer weiß, ja.
Gut, sehr spannend. Dann lass uns vielleicht jetzt noch zum letzten Punkt kommen. Du bist ja auch schon einige Jahre jetzt im Markt. 2018, das sind gute acht Jahre, ungefähr sogar schon fast neun Jahre. Wenn dir jetzt jemand einen Tipp geben müsste, der komplett neu anfängt im Kryptomarkt, noch nie wirklich investiert hat, weiß ja gar nicht, in was wirklich: Was wäre so der Nummer-eins-Tipp an einen Krypto-Anfänger?
Das ist eine gute Frage. Also, wenn jetzt jemand sagt, er ist so heiß und er muss jetzt unbedingt etwas kaufen, er muss sein Verlangen stillen, weil das meistens einfach so ist, dann würde ich sagen: Wie viel Geld hast du zur Verfügung? Splitte das mal in vier Teile. Ein Viertel davon kaufst du jetzt Bitcoin mit. Punkt. Und dann fängst du an zu lesen.
Werde ihm ein paar Buchtipps geben: Bitcoin Standard, wenn er wirklich ein ganz Hartgesottener ist und ich weiß, der hat Lust auf Technik. Ansonsten so diese Standard-Finanzthemen, die man ja hat: Rich Dad Poor Dad, das ist ja so ein typischer Klassiker, um mal so ein bisschen auch Zyklen zu verstehen und mal so ein bisschen in den Markt reinzukommen.
Aber ich würde ganz klar sagen: Fang erstmal sukzessive an. Kauf Bitcoin und dann informier dich. Fang nicht mit irgendwelchen hochspekulativen Altcoins an. Wenn du auf irgendwas Lust hast, guck dir die Top 10 an, da kann man ein bisschen reingucken, mal hier und dort ein bisschen rein investieren.
Aber halte dich – ich nehme noch mal ein Portfolio von einer meiner Töchter – an 80 Prozent Bitcoin. Mit dem Rest kannst du ein bisschen zocken, wenn du total Lust hast. Oder nimm dein Geld, was du fürs Zocken nehmen willst, geh ins Casino. Da kriegst du wenigstens noch einen schönen Drink und hast einen schönen Abend. Da hast du wahrscheinlich mehr von, als wenn du unwissend und ungebildet und uninformiert in Altcoins gehst. Das wäre mein kurzer Rat.
Sehr toller Schluss. Damit, damit, das hat richtig Spaß gemacht. Können wir gerne in der Zukunft noch häufiger machen. Und liebe Community oder Communities, falls ihr noch irgendwelche Fragen habt für das nächste Gespräch oder sonst was, gerne unten in den Kommentaren. Und damit sehen wir uns beim nächsten Mal wieder. Macht's gut.
Herzlichen Dank, Kevin. Und liebe Grüße auch von meiner Seite aus, Ross. Ciao. Bis zum nächsten Mal.
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In diesem Interview mit David Wulschner sprechen wir über seinen Werdegang, seine Krypto-Strategy, sein Portfolio sowie seine aktuelle Markteinschätzung.
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▬▬ KAPITEL
0:00 Einleitung
0:32 Wie David zu Krypto gekommen ist
5:32 Entscheidung zum eigenen YouTube-Kanal
9:30 Beruflicher Werdegang
11:20 Warum schwarz-weiß-Bild
12:56 Davids Markteinschätzung
17:51 Davis Strategie
19:51 Davids Indikatoren
25:03 Relevanz des 4-Jahres-Zyklus
29:54 Einschätzung des nächsten Zyklus
36:06 Davids Meinung zu Altcoins
40:26 Davids Gesamt-Portfolio
43:38 Portfolio seiner Kinder
46:00 Meinung zu Strategy
48:13 Davids Verbindung zu Tangem
49:29 Meinung zu Hardware Wallets
55:29 Tipps für Kryptoanfänger
▬▬ ÜBER MICH
Hey, ich bin Kevin Söll. Ich habe einen Master in Wirtschaftsingenieurwesen und habe ursprünglich als Ingenieur sowie als Finanzberater gearbeitet.
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Mein Ziel? Dir zu helfen, den Kryptomarkt besser zu verstehen, Chancen und Risiken einzuordnen und smartere Entscheidungen zu treffen. 🙏
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