Wurde der finale Zyklusboden bei BTC schon erreicht?
Transkript anzeigenTranskript ausblenden
Transkript
Ich hab heute Thomas Wagner zu Gast, der nach wie vor ziemlich davon überzeugt ist, dass Bitcoin tatsächlich noch ein tieferes Tief sehen wird. Und das ist auch ein bisschen das, was wir heute primär in diesem Video diskutiert haben: seine persönliche Einstellung, seine These, seine Positionierung, weil er auch erst vor Kurzem eine Short-Position auf Bitcoin entsprechend eröffnet hat. All das und noch mehr im heutigen Video.
So, Thomas, es ist schon eine Weile her, dass wir zum letzten Mal gesprochen haben. Deshalb ganz zu Beginn: Wir haben uns gegenseitig, glaube ich, die Videos jetzt nicht wirklich angeschaut. Deshalb wird das heute sehr interessant, was du sagst, und das wird heute eine authentische Reaktion auf das, was du sagst, wenn wir auf das Thema eingehen. Aber erstmal ganz vorweg: Wenn ich dir Stand heute eine Knarre am Kopf halten würde und sagen würde, du Thomas, Stand heute, du musst es 100 % richtig einschätzen, zu wie viel Prozent Wahrscheinlichkeit denkst du, der finale Zyklusboden bei Bitcoin ist tatsächlich schon drin? Was denkst du Stand heute?
Dass der Boden schon drinnen ist, würde ich sagen: vielleicht 10, 15 %, vielleicht 20, aber mehr nicht. Also zum Großteil würde ich sagen: Der Boden ist no way drinnen. No way. Okay, ich meine, das wird heute ein sehr interessantes Gespräch. Sehr cool. Okay, dann lass uns direkt mit dem starten. Wie kommst du drauf? Also was sind konkret die Dinge, die du dir anschaust, dass du sagst: Hey, zu mehr als vier Fünftel, zu mehr als 80 %, sagst du, der Boden, der finale, der kommt tatsächlich erst noch?
Starten wir mal ganz vorne. Bei Bitcoin bin ich ja ein Sentiment-Händler. Ich meine, ich bin am Finanzmarkt seit 2009 und für mich funktioniert es am besten, wenn ich mir den Markt anschaue: Was machen die Leute so, wie sind die drauf, wie ist die Stimmung? Ich bin halt der Meinung, das funktioniert besser als Chartanalyse oder irgendwelche Folien oder irgendwelche Indikatoren, was die Leute dann zeigen und selber gar nicht verstanden haben, was die überhaupt machen oder was die überhaupt darstellen. Am Ende gibt es natürlich viele Wege nach oben. Und ich bin halt der Meinung, momentan bin ich, ich habe mir das eh vorhin ein bisschen im Vorfeld zusammengefasst, halt der Meinung, dass wir momentan vom Sentiment Leute haben, die durchgehodlt haben, also entweder durchgehodlt oder halt vergessen zu verkaufen am Zyklus-Top.
Dann haben wir das Lager der Frontrunner, die sagen, der Zyklusboden ist jetzt früher, und ich tue das Front-running sozusagen. Das zeitliche Event wäre ja irgendwo so Anfang, Mitte Oktober, der theoretische Zyklusboden. Und dann gibt es eben die Frontrunner, die haben gesagt: Okay, das wird jetzt früher sein, weil das kann nicht so einfach sein und dieses Mal ist alles anders und bla bla. Dann haben wir auch noch die Ungeduldigen, die es einfach nicht mehr ausgehalten haben und jetzt unbedingt was kaufen müssen. Dann gibt es noch die DCAler, die sowieso einfach stur DCA machen und den Mittelkurs kaufen wollen, denen ist sowieso alles wurscht. Und dann haben wir noch die Gruppe, das sind relativ viele, die jetzt auf den Pump aufgesprungen sind: Oh, Bitcoin pumpt, der Boden ist drin, jetzt schnell kaufen, rein da.
Genau, und die alle haben eins gemeinsam: Die rufen jetzt alle den Boden aus und sagen, der Boden ist drin, ihr seid alle Deppen, ihr seid Idioten. Ich muss mich schon wieder beschimpfen lassen bei YouTube: Ich bin ein Depp, ich bin ein Idiot, ich habe überhaupt gar keine Ahnung, der letzte Depp, ich habe den Boden verpasst und ich werde nie wieder Bitcoin kaufen können. Und ja, ich habe alles verpasst und ich werde sterben jetzt ohne Bitcoin. Genau, das ist so die Scheiße, die ich mir anhören muss. Ich bin das schon gewohnt, weil das ist eigentlich immer wieder so, das ist beim Verkaufen so, das ist beim Einkaufen so. Das Problem ist auch: Wenn man sich die Kommentare schnappt und die später zeigt oder halt dann zurückgeht zu den Kommentaren, es bringt nichts, weil die Leute sind dann eh nicht mehr im Markt, die sind dann eh weggespült und das war's.
Genau, die rufen alle den Boden aus und sind sich zu 100 % sicher, der Boden ist drin. Und das wird bereits so gefeiert, als hätten sie es jetzt zu 100 % den Boden gekauft, hätten es geschafft zu hodln bis zum nächsten Top, ohne Blödsinn zu machen oder gescampt zu werden. Hätten es bereits jetzt geschafft, das Top zu verkaufen und das Geld schon sicher irgendwo in USDC geswapt oder schon aufs Konto oder Schweizer Franken. Genau, das wird schon gefeiert, der Sieg wird schon gefeiert. Und das ist so das Gesamtbild der Masse, würde ich sagen. Und da ist für mich ganz klar: Wenn es wegen so einem kleinen Pump schon so massiv bullisch wird, dass die Leute glauben, okay, in drei Monaten sind sie reich und Bitcoin geht jetzt dann bald auf 100.000, dann ist für mich klar, no way ist der Boden drin.
Weil wenn man jetzt vergleicht mit den vergangenen Zyklen, dann ist am Boden das Sentiment so, dass der Großteil denkt: Bitcoin stirbt, das wird nie wieder was, Bitcoin fliegt jetzt auf 5.000, auf 10.000, auf 3.000. Niemand glaubt mehr daran, dass Bitcoin jemals nochmal steigen kann, oder der Großteil. Und jetzt war es aber so, bei den 60.000 oder 57.500, je nachdem, wo man dann schaut, ist ja wurscht, war jeder der Meinung, dass Bitcoin sowieso wieder steigt. Es ist eh egal, ob ich jetzt kaufe oder bei 40 oder bei 80, Bitcoin steigt sowieso. Und das hat man eigentlich am Boden dann nicht mehr. Am Boden sind alle am Boden zerstört. Da fange sogar ich dann an, als hartgesottener Investor zu überlegen: Okay, scheiße, jetzt wird es aber wirklich hart, oder? Das hatten wir jetzt einfach nie. Jetzt hatten wir einfach nur: Jeder weiß sich sicher, Bitcoin steigt sowieso, und es ist eh egal, ob man jetzt kauft oder wurscht, steigt sowieso.
Okay, ich unterbreche dich da mal. Von dem her ist relativ klar: Boden nicht drin. Okay, ich unterbreche dich da mal ganz kurz und ich nehme heute in dem Gespräch eher die Gegenposition von dir ein. Ganz bewusst, das ist jetzt nicht unbedingt meine Meinung, aber einfach nur, um deine These ein bisschen zu testen. Erstens zu dem, was du gerade im Nebensatz gesagt hast, diesem kleinen Pump, da würde man jetzt rational dagegen sagen: Na ja, in US-Dollar gemessen war es bisher der größte Anstieg in der Woche, den wir überhaupt bisher im Kryptomarkt bei Bitcoin gesehen haben. In US-Dollar gemessen, nicht relativ, sondern in absoluten Zahlen. Und auch als zweiter Punkt könnte man sagen: Na ja, du vergleichst jetzt den Bärenmarkt mit den letzten Bärenmärkten, aber vielleicht ist der einfach anders, weil die klassischen Thesen oder Narrative sind, Thema ETF, institutionelle Adoption, was auch immer, Zyklen haben sich geändert, und deshalb kann man diesen Zyklus, diesen Bärenmarkt, nicht mit den letzten vergleichen. Wie würdest du bei so einem Kommentar darauf antworten?
Ja, also prinzipiell mal institutionell: Wer außer Michael Saylor und ein paar so Wahnsinnige, die meistens dann am Top kaufen und am Boden verkaufen, die machen ja eigentlich das Gegenteil, oder? Gerade Michael Saylor ist bekannt für Top kaufen und dann am Boden verkaufen. Ist ja nicht sein Geld, also von dem her kann ich es verstehen, es ist ihm egal. ETFs werden zu 80 % von Retail gekauft, das sind halt einfach Leute, die sagen: Okay, ich habe keinen Bock auf Selbstverwahrung, ich habe keinen Bock auf Hardware, also auf Hardware Wallet, beziehungsweise ich habe keinen Bock auf Kryptobörsen. Ich habe sowieso schon ein Aktiendepot, haue ich mir einen BlackRock iShare rein und gut ist. Ist auch verständlich, macht auch Sinn, hat auch gewisse Vorteile, genau bezüglich ausgeraubt werden zu Hause und so Geschichten oder gescammt werden, also das hat auch seine Vorzüge. Und am Ende wollen die meisten Leute eh nur den Gewinn. Jetzt kommen natürlich die Leute und sagen: Ja, aber Thomas, das ist kein echter Bitcoin und bla bla, das könnten ja schummeln und so und Selbstverwahrung. Ja, am Ende geht es mir nur um Cash, mir ist das scheißegal, ob es ein Perpetual ist, ob es ein ETF ist, ob es ein echter Bitcoin ist, so what?
Ich bin der Inhaber der Crypto Recovery. Ich habe Anfänger gesehen, ich habe Bitcoin-Maxis gesehen, ich habe Leute gesehen mit wenig Geld, mit viel Geld. Ich habe so viele Leute gesehen, die mit Selbstverwahrung ihr Geld verloren haben, weil sie einfach die Basics gar nicht verstanden haben. Die können weder einen Public Key von einer Adresse unterscheiden, noch wissen sie, wie eine Seed Phrase generiert wird, noch wissen sie, wie man das aufbewahrt, noch wissen sie, wie man die Seed Phrase testet im Vorhinein, damit man dann weiß, wenn es notwendig wird, dass der dann auch funktioniert. Oder sie werden gescammt mit irgendwelchen Scams. Da sagen jetzt die Leute: Ja, das kann mir nicht passieren. Doch, das kann jedem passieren, weil die Scams, die spielen mit Emotionen, mit Gier, mit Angst und die versuchen dich so in Angst, Panik oder in Gier zu versetzen, dass das Hirn einfach aufschaltet. Das kann jedem passieren. Im schlimmsten Fall noch sowas wie Coldcard, wo die Nutzer alles richtig gemacht haben, Kohle trotzdem weg. Also Selbstverwahrung heißt auch Selbstverantwortung zu 100 %. Ich glaube, dass die meisten Leute bei einer streng regulierten Börse besser aufgehoben sind, weil die nutzen Industrie-Standard-Hardware-Wallets. Also das sind keine Ledger, keine Trezor, das sieht aus wie ein Server-Rack, das funktioniert ein bisschen anders, das machen Profis dort, und die meisten Leute haben das Wissen nicht, um das sicher zu betreiben.
So, das sage ich jetzt als Inhaber der Krypto-Recovery, das ist voll gegen meine Firma eigentlich, weil das sind potenzielle Kunden, die Selbstverwahrer, weil die landen am Ende bei mir, wenn sie einen Blödsinn machen. Aber die Erfahrung zeigt halt, dass die meisten Leute das Wissen nicht haben. Jetzt sind wir natürlich ein bisschen abgeschweift vom Thema. Das zu dem Thema ETFs. Man muss natürlich auch sagen: Die Leute rufen jetzt den Boden aus, aber der Zyklus, Zyklusboden, ist ja zeitlich noch gar nicht da. Das ist ja mal das Nächste. Also es wäre ja irgendwo Anfang Oktober. Wenn man sich das jetzt anschaut, die vergangenen Zyklen, dann variieren die ein bisschen so um zwei Wochen. Das heißt, man müsste sagen: Okay, Ende Oktober oder so könnte man sich dann überlegen, ob der Zyklus gebrochen ist oder nicht. Davor gehen wir mal davon aus, dass er intakt ist. Also es macht keinen Sinn, jetzt zu sagen, der Zyklus ist gebrochen, wenn der Zeitraum noch gar nicht da ist.
Und vielleicht auch noch spannend, das zeige ich vielleicht kurz die Grafik, beziehungsweise ich blende mal kurz den Zyklus-Chart ein. Ich meine, das kennen eh alle wahrscheinlich, die hier bei dir sind. Das wird bei dir nicht viel anders ausschauen. Man kann es natürlich ein bisschen anders einzeichnen, aber grundsätzlich wird das wahrscheinlich bei allen ähnlich ausschauen. Wir haben immer einen Bärenmarkt von 364 Tagen und dann 1.064 Tage, wo es halt dann vom Boden zum Top geht. Je nachdem, wie man das einzeichnet, Weekly oder Daily Chart, weicht es um ein paar Tage ab. Am Ende kommt irgendwo halt dann so der 5. Oktober raus, dann hat man eine kleine Varianz, wenn man sich die Vergangenheit anschaut, so zwei Wochen plus/minus. Also müsste man da auch noch zwei Wochen Spielraum geben, dann kann man sagen: Okay, zyklisch wäre der Zyklus zeitmäßig gebrochen.
So, jetzt kann man natürlich auch sagen: Okay, wie sieht es denn aus in den vergangenen Zyklen? Ist das wirklich so, dass man sagt, der Zyklus wäre gebrochen? Ich könnte mir gut vorstellen, also jetzt mal nur angenommen, angenommen der Zyklus ist zeitlich gebrochen, dass man dann vielleicht in zwei Jahren zurückschaut auf heute und sagt: Na ja, also gut, der Bärenmarkt hat jetzt nicht zwölf Monate gedauert wie in der Vergangenheit, aber halt neuneinhalb, zehn Monate, dass man dann sagt: Ja gut, da gibt es halt auch eine gewisse Varianz über die Zeit, das wird nicht immer jedes Jahr genau vier Jahre sein.
Es kann theoretisch sein, genau. Aber ich kann mir ja nur die vergangenen Bärenmärkte anschauen. Da hast du irgendwie so um die zwei Wochen halt, wo es ein bisschen hin und her variiert. Das sind halt die Daten, die wir haben, andere Daten haben wir halt nicht. Ja, gehe ich grundsätzlich mit. Also ich bin auch eher der Verfechter im Sinne von: Solange er nicht tatsächlich gebrochen ist, warum davon ausgehen, dass er dieses Mal bricht. Ja, okay. Und dann haben wir natürlich auch noch die Grafik, wo man sieht: Okay, wie viel geht es denn runter? Wir reden ja jetzt von Bärenmarkt, von Boden, deswegen reden wir nicht, wie viel x nach oben, wurscht. Wir reden mal: Wie viel geht es runter?
Wenn man halt schaut, 2010, 2011, minus 93, dann minus 84, minus 83, minus 77 und jetzt aktuell stehen wir bei minus 54. Das wäre natürlich auch eine krasse Anomalie, wenn es jetzt so ein riesiger Sprung wäre, weil der Sprung davor, der ist ja eigentlich nicht groß. Wenn du jetzt schaust, ein Prozent, dann sind es da sechs Prozent, und jetzt auf einmal wäre ein Sprung von, was sind das, 54, das sind 21, was sind das, das sind 23 Prozent Sprung. Das wäre jetzt ein 23-Prozent-Sprung. Das ist natürlich ein bisschen viel. Ja, pauschal würde ich jetzt sagen: Minus 70 wäre okay, oder? Wo würden wir da stehen, wenn wir das jetzt ausrechnen? Sagen wir mal 126.000 durch 100 mal 70, jetzt einfach auch mal 0,7 rechnen können, also mal 0,3, 126.000, habe ich früher schon falsch gerechnet, mal 0,3, so. Dann wären das 37.800 Dollar, theoretisch der Zyklusboden. Das würde auch ungefähr dahin kommen, wo ich schätzen würde. Ich würde mal so sagen, um die 40.000 rum, mit ein bisschen plus/minus, müsste theoretisch der Boden sein. Haben wir das erreicht? Nein.
Also es spricht ganz klar dagegen die Vergangenheit, wie viel es runtergeht. Es spricht ganz klar dagegen, dass wir die zeitliche Komponente noch nicht erreicht haben. Und dann gibt es natürlich noch andere Sachen wie den 200er Weekly Moving Average. Das sind so Standardindikatoren. Das nehme ich gerne ein bisschen dazu, auch wenn ich generell mit Sentiment alleine auch klarkommen würde. Schaue ich mir natürlich so Standard-einfache Indikatoren an, wo ich 100 % verstehe, was der Indikator macht. Kann man dazu nehmen, warum nicht? Und wenn man da jetzt schaut, theoretisch könnte man sagen, wenn man sich den 200er Weekly Moving Average anschaut, könnte der Boden schon drin sein? Ja, wir sehen aber auch: Im letzten Zyklus sind wir deutlich drunter gegangen. Aber es hat auch schon Zyklen gegeben, wo wir nur drauf gekommen sind oder minimal drunter. Also von dem her könnte man sagen: Okay, ja, Boden drin möglich, oder? Wenn man jetzt ehrlich ist.
Dann haben wir den Realized Price. Bitcoin Realized Price ist sozusagen der Durchschnittspreis, den die Leute im Durchschnitt bezahlt haben für ihre Bitcoin. Und da sind wir eigentlich immer deutlich drunter gegangen in den vergangenen Zyklen. Und jetzt waren wir noch nicht mal auf der Linie. So, der Realized Price wäre momentan bei 52.000 Dollar. Und wir sind deutlich drunter gegangen. Das heißt, da wären wir auch wieder so bei 45.000, 40.000, irgend sowas rum. Also es würde auch mit der Prozent-Minus-Rechnung irgendwo halt dann schon zusammenpassen.
Dann haben wir noch den Rainbow Chart. Das ist immer so mein Running Gag, den Rainbow Chart. Den finde ich irgendwie sogar lustig, weil der braucht ab und zu wieder mal eine neue Farbe. Ich wollte das sagen. Er kriegt eine neue Linie und dann passt es wieder. Dann sagen wir: Ja, es hat immer funktioniert, oder? Er kriegt eine neue Linie. Er hat ganz viele Memes dazu, aber es hat perfekt funktioniert. Da siehst du eben im Hintergrund noch die unterste Linie. Es hat eigentlich im letzten Jahr auch nicht funktioniert. Da hat es auch nicht funktioniert. Aber nimmst du das jetzt wirklich noch an? Also schaust du da wirklich auf den Rainbow Chart? Ich sehe den schon länger nicht mehr.
Ich schaue ab und zu drauf, weil ich es lustig finde. Der braucht dann wieder eine neue Linie. Der hat im letzten Zyklus schon eine neue Linie gebraucht. Da finde ich halt irgendwie lustig. Ja, okay. Ich zeige noch kurz einen Indikator. Das ist so der Standardindikator, mit dem die Bitcoin-Maxis immer um die Ecke gekommen sind. Das ist der Power Law. Ah, okay. Ja, hat eigentlich beim Top auch nicht funktioniert. Ich denke, wir werden da auch noch unter die rote Linie fallen. Da müsste man die halt neu zeichnen. Dann passt es auch wieder. Nein, Scherz. Also, was viele nicht wissen: Das Power Law wurde gar nicht für Bitcoin entwickelt. Das Power Law ist ein generelles Modell, das Wachstum beschreibt.
Und jetzt tragen die da einfach logarithmisch in die X- und Y-Achse die Zeit und halt den Kurs ein. Und dann hofft man halt, dass es da drin bleibt. Aber es ist als Bitcoin-Bär eigentlich nicht viel mit Bitcoin zu tun. Es wurde einfach als generelles Wachstumsmodell entwickelt. Und man trägt halt jetzt die Daten ein, oder? Momentan würde ich sagen, es passt noch. Ich bin der Meinung, wir fliegen da noch deutlich drunter und dann kannst du das Modell in die Tonne kloppen. Ja, also ich würde sagen, das Modell kann man jetzt schon in die Tonne kloppen. Also wenn es bricht, dann bricht es. Also das Modell ist so lange gut, bis es irgendwann mal bricht. Und das Modell ist schon vor einigen, vor mittlerweile fast zwei Monaten oder so, schon gebrochen. Aber ja, ich würde mal sagen, ich gehe tatsächlich beim Großteil von dem, was du sagst, komplett mit.
Also rein zeitliche Perspektive: Da ergibt es keinen Sinn, dass der finale Zyklusboden bereits drin ist. Preisliche Perspektive genauso wenig. Also die Korrektur vom Top, aber preislich kann man ja natürlich auch anders messen, beispielsweise mit den realisierten Verlusten in diesem Zyklus. Das habe ich erst in einem Video vor wenigen Tagen gezeigt. Ist mir noch zu wenig eigentlich für den Bärenmarkt. Also stimmt mich nach wie vor, ich sage mal, eher skeptisch. Und auch vereinzelnd On-Chain-Daten. Du hast vorhin schon bereits ein paar gezeigt per Chart. Gehe ich auch zum Großteil mit. Also sowas wie Realized Price hatte ich für sehr, sehr, sehr aussagekräftig. Und nicht nur Realized Price, sondern auch wenn man sich den Realized Price von den Langzeithaltern anschaut, also eine spezifische Gruppe, die Bitcoin-Halter, die quasi langfristig investiert sind, haben wir bisher in jedem Bärenmarkt unterstritten. Steht derzeit bei um die 39.000. Ja, bisher noch einiges davon entfernt. Gehe ich komplett mit. Also preisliche, zeitliche Perspektive und auch bottom- bzw. allgemeine On-Chain-Daten. Der mit Abstand größte Teil würde eigentlich eher noch vermuten lassen, der finale Zyklusboden ist noch nicht drin.
Was man auch vielleicht, Kevin, anschauen kann, ist, wenn man sich den Top immer anschaut und den Boden, also durch wie viel hat es sich im Prinzip halbiert? Also wenn man jetzt schaut, von 2017 ist von 19.800 auf 3.150 gegangen. Das wäre, also die 3.150 wäre durch 6,2 vom Top. Das Gleiche hatten wir 2021 durch 6,2. Von 69.000 auf 15.500 oder 14.600 ist ja wurscht, je nachdem, wo man dann schaut. Jetzt hätten wir aber nur Faktor 2,2. Wenn man jetzt 6,2 wiedernehmen würde, wie es in den vergangenen Zyklen war, dann wären wir sogar auf 20.000 Dollar unten beim Bitcoin-Preis. Wobei ich da schon eher sagen würde, das wäre dann eine Anomalie in die andere Richtung. Würde ich jetzt auch sagen, das ist eher unrealistisch, aber unmöglich würde ich es jetzt auch nicht schätzen. Chance vielleicht, keine Ahnung, 1, 2, 3 %. Die Chance ist nie null. Bitcoin ist immer noch ein Risiko-Asset. Wenn jetzt Leute sagen, Bitcoin kann nie wieder unter 60.000 fallen oder nie wieder unter 50, dann sage ich, das ist absoluter Quatsch. Genauso wie es hochgegangen ist, so schnell kann es auch wieder runtergehen.
Okay, ich verstehe die ganzen Punkte von dir. Ich nehme jetzt einfach mal die Gegenposition ein, weil ich denke, dass gerade in der aktuellen Marktphase beispielsweise viele Chart-Analysten sagen würden: Hey, Marktstruktur ist gebrochen. Das ist nicht typisch, die Marktstruktur, die wir derzeit haben, dass wir tatsächlich noch ein weiteres finales, also ein tieferes Low tatsächlich finden, sondern wir stehen jetzt auch mittlerweile schon kurz vor dem 350-Day-Moving-Average, den wir zumindest historisch betrachtet so spät im Bärenmarkt erst dann wirklich angelaufen sind, wenn tatsächlich der Ausbruch nach oben kommt. Also das würden wahrscheinlich derzeit Chart-Analysten sagen. Ich persönlich schaue mir ab und zu auch noch die, ich weiß nicht, ob dir das was sagt, Heikin-Ashi-Kerzen. Das kennen die wenigsten. Das ist quasi nur bei TradingView, da kannst du die Kerzenart ändern auf Heikin-Ashi. Das ist quasi eine Kerzenart, die die Closes, die Opens und so weiter ein bisschen anders berechnet. Und das erlaubt, wesentliche Trendwenden zu erkennen. Das ist jetzt kein Indikator speziell für Bitcoin, sondern für alle möglichen Asset-Klassen. Bei manchen funktioniert es besser, bei manchen weniger gut.
Aber beispielsweise bei Bitcoin war es so, also zumindest für die Leute, die meinen YouTube-Videos folgen, die können jetzt wahrscheinlich, die wissen die ganzen Charts, die ich in letzter Zeit häufiger geteilt habe. Aber da ist es so, dass wir im Bärenmarkt bisher fast immer nur rote Kerzen hatten. Und wenn die grüne kommt, dann war tatsächlich der finale Zyklusboden auf dem Monatschart bereits drin. Und jetzt haben wir tatsächlich bereits die zweite grüne Kerze gesehen. Nicht hintereinander, aber in diesem Bärenmarkt, was historisch betrachtet auch nur eines hieß: Bärenmarkt ist vorbei, wir starten jetzt tatsächlich in den Bullrun. Thema Chartanalyse: Ist das was, was du überhaupt mit einfaktorierst? Und auch Thema Makro, habe ich von dir noch gar nicht gehört. Ist das was, was du mit berücksichtigst?
Also Makro, ja, interessiert mich natürlich. Fed und da gehe ich davon aus, dass die Fed die Zinsen nochmal erhöht dieses Jahr. Bin ich mir relativ sicher. Das ist natürlich schlecht für Risiko-Assets. Die Fed hat den Schalter, den Partyschalter, auf Zinsen hoch heißt Partys ausgeschaltet. Zinsen runter heißt Party an. Natürlich, wenn es ordentlich runtergeht oder wenn wir irgendwo bei 5 % sind, es geht 0,25 runter, so what, wurscht. Chartanalyse selber juckt mich nicht oder nicht mehr. Das habe ich am Anfang gemacht, wo ich gestartet habe, 2009, 2010, 2011, 2012. Es funktioniert einfach nicht. Es ist einfach Kaffeesatzlesen, meiner Meinung nach. Wenn Chartanalysen funktionieren würden, dann hätte man schon lange Computerprogramme programmieren können oder auch KIs, die die Muster perfekt erkennen ohne Emotionen und dann unendlich Geld drucken. Gibt es das? Nein, hat noch nie funktioniert. Wenn, dann funktioniert es kurz, dann nachher wieder nicht mehr, genauso wie mit den Bots.
Also ich persönlich halte gar nichts von Chartanalysen. Ich finde, das funktioniert nicht. Wenn man sich anschaut, was die Leute alles predikten, wenn man da mal zurückgeht in die Vergangenheit, wenn man die ganzen Linien, was die umzeichnen, einzeichnen würde auf einmal, dann würde man fast nichts mehr sehen im Chart. Also ich persönlich bin kein Fan von Chartanalyse, mag vielleicht ein paar Leute geben, die das hinkriegen. Ja, glaube ich vielleicht, keine Ahnung, von 10.000 einer oder so. Aber prinzipiell bin ich da kein Fan davon. Ich weiß, jetzt werde ich sicher von den Kommentaren erschlagen, weil jeder denkt, Chartanalyse, Trading, alle werden reich. In der Theorie und bei YouTube sieht das so aus. In der Praxis werden die meisten sehr, sehr arm oder ganz schnell arm. Schnell reich gibt es nicht, nur schnell arm. Aber am Ende muss jeder seine Erfahrungen selber machen. Jeder glaubt am Anfang, wenn er mit Investment anfängt, war bei mir nicht anders. Also Lehrgeld nennt man das.
Ich gebe dir aber prinzipiell recht, dass wenn man sich jetzt die Kerze anschaut, jetzt ohne irgendwie charttechnische Wertung, dann ist das natürlich schon massiv im Vergleich zu dem, was wir früher hatten. Das ist eine massive Kerze. Und sowas kann natürlich schon den Ausbruch bedeuten. Das ist so. Das muss man ganz klar sagen. So eine Kerze, das kann einen Ausbruch signalisieren. Und da geht es trotzdem nicht so weit, dass du sagst, Wahrscheinlichkeit schätze ich nicht 10, 15 oder 5 Prozent ein, sondern 25, 30 Prozent? Nein, ich bin sogar short. Also ich bin mit 4 % meines Krypto-Cash bin ich short mit Hebel 3.
Okay, auf deine Positionierung kommen wir gleich noch zu sprechen. Da werde ich bei YouTube natürlich geprügelt, gehatet. Ich bin Depp, ich bin Idiot, ich habe gar keine Ahnung. Ich bin mir sehr sicher, dass mir der Short noch Geld bringen wird. Mein Zielkurs wäre 65.000. Bei 65.500 werde ich ein TSL aktivieren. Ich weiß nicht, ob du das kennst: Trailing Stop Loss mit einem kleinen Abstand. Und dann lasse ich einfach mitlaufen, nach unten ein bisschen halt dann killt. Und dann hätte ich schon einen schönen Gewinn zusammen. Also die Welle runterreiten bis auf 65 und dann halt den TSL rein. Und wenn der dann zieht, keine Ahnung, ist mir dann wurscht. Oder wenn der bei 64 zieht, bei 60, bei 50, scheißegal. Ab 55 ist das ein schöner Gewinn und dann passt das. Bin ich zufrieden.
Hast du 55 gesagt oder 65? Ab 65. Ab 60 bin ich zufrieden. Warum legst du dann das Ziel auf 65 und nicht auf tiefer, wenn du mit über 80 % Wahrscheinlichkeit davon ausgehst? Ich setze ja ein TSL. Ja, aber da musst du... Genau, aber wenn du irgendwann mal... Ja, ein Trailing Stop Loss, der zieht sich ja mit wie ein Schleppseil. Solange die Preise fallen. Wenn wir kurz im Anstieg sind, dann bist du ja draußen. Ich bin mit dem Gewinn super zufrieden bei 65. Das ist ein schöner Batzen Geld. Da müssen andere sehr, sehr, sehr lange dafür arbeiten gehen. Ab da bin ich zufrieden. Dann kommt der TSL rein. Der soll mitlaufen. Und wenn es denn bei 65 rauskickt, bin ich auch zufrieden. Also ich bin da nicht gierig. Vom Geld, vom Gewinnmitnehmen ist noch keiner arm geworden. Von der Gier wird man arm. Ich bin damit zufrieden. Wenn es weiter runterläuft, geil. Wenn bei 65 rauskillt, auch okay, passt. Aber kaufen tue ich noch keine Bitcoin.
Gut, wir haben gerade relativ schnell die Themen gewechselt. Also erstmal vorweg, was du ganz zu Beginn noch gesagt hast, dass du gerade gehated wirst auf YouTube und so weiter: Ich finde das echt schade, dass man Leute einfach so kritisiert für was. Weil man kann einfach auch Informationen hernehmen und sich dann seine eigene Meinung bilden. Und im Endeffekt geht es ja nicht darum, ob wir recht haben oder nicht recht haben. Im Endeffekt geht es darum, dass wir Geld verdienen. Also ich denke, die meisten Leute hoffentlich sind im Kryptomarkt, um genau das zu tun. Und selbst wenn die Position gegen dich laufen sollte, selbst wenn du mit der Position einen Verlust realisieren solltest, das Investmentleben ist ja danach nicht vorbei. Es geht ja weiter. Man kann sich repositionieren. Man kann das Ganze wieder im Bullrun theoretisch gutmachen. Aber ja, ich denke, diese Glaskugel, die manche in der Kommentar-Section haben, dass sie zu 100 % davon ausgehen, dass es die oder die Richtung ist, ich glaube, das ist genau das, was den meisten Leuten im Kryptomarkt das meiste Geld kostet. Dass sie einfach entweder so denken oder so denken, aber nicht in Restwahrscheinlichkeiten.
Und ich vermute auch, dass, gehen wir mal vom Worst Case davon aus, du behältst nicht recht. Irgendwann im November steht Bitcoin immer noch nicht bei den 65.000. Ich vermute mal, dass du eher zu der Kategorie gehörst, die sagt: Ja gut, irgendwann muss ich die Reißleine ziehen. Und ich gehe dann wieder long. Genau. Also von daher, ja, das erstmal zu dem... Im schlimmsten Fall, wenn jetzt Bitcoin to the moon geht und alle reich werden, wenn die Masse jetzt reich wird, wenn das erste Mal im Leben die Masse nicht von hinten genommen wird, sondern jetzt reich wird, dann verliere ich meine 4 % Krypto-Cash. Dann ist das sozusagen eine Spende an die Leute, die richtig gelegen sind, und dann ist das für mich okay.
Bevor wir gleich nochmal ein bisschen genauer über deine Positionierung sprechen, sofern du das überhaupt öffentlich teilst: Du hast ganz zu Beginn einen Satz gesagt, ich bin eigentlich eher Sentiment-Trader. Warum habe ich jetzt bisher noch keine Daten zum Sentiment gesehen? Du hast mir noch nichts gezeigt, du hast mir noch nichts dazu gesagt. Ist das jetzt einfach nur ganz subjektiv gesehen? So: Hey, momentan viel zu bullish, das passt nicht zum Zyklusboden. Ist das so, wie du das einschätzt? Also eher subjektiv gesehen? Oder schaust du dir da viele Greediness an?
Also Sentiment mache ich eigentlich komplett ohne irgendwelche Daten, sondern ich schaue mir eher potenziell sehr große YouTube-Kanäle an. Nicht, was die sagen, die Videos schaue ich mir gar nicht an, ich drücke auf Pause. Was mich interessiert, ist: Wie ist so die Stimmung in den Kommentaren? Und ganz interessant sind Live-Chats. Das ist für mich ganz interessant, da kann man sehr, sehr gut die Stimmung ablesen. Und gerade bei den großen Kanälen, das sind Hype-Kanäle, wo halt die Masse sich sammelt, wo die Masse hinläuft, da kann man ganz gut das Massensentiment abgreifen. Grundsätzlich hast du natürlich noch deine Umgebung zu Hause, oder? Da merkst du natürlich auch: Reden jetzt potenziell sehr viele Leute von Krypto? Hat man gleich wieder gemerkt, jetzt bei deinem Pump, da geht es schon wieder los, oder rufen sich auf einmal irgendwelche Leute und sagen: Hey, was meinst du, soll ich jetzt XRP kaufen oder so Zeugs? Oder auch in den Medien: Oh, Bitcoin so und so viel Prozent. Oder du merkst halt sofort wieder, okay, das Sentiment shifft innerhalb von einem Tag von Bärenmarktstimmung, oh, es tut sich monatelang nichts, in einen Pump und ja, alle sind bullish und jetzt geht es to the moon.
Genau. Ich mache das halt auch schon seit 2009, das muss man natürlich dazu sagen. Thomas ist ein alter Hase. Damals konnte ich das auch nicht, aber wenn du so lange dabei bist, hast du mehrere Bullruns mitgemacht. Ich komme aus dem Aktienmarkt, das läuft da eigentlich genau gleich, nur halt weniger stark wie im Kryptomarkt. Aber du kriegst irgendwann ein Marktgespür. Das würde ich jetzt nicht unterstreichen. Ich würde tatsächlich sagen, die allermeisten Leute haben das nie. Aber es gibt manche Leute, die ticken ein bisschen mehr Left-Brain-mäßig, ein bisschen mehr mit Zahlen, Nummern, sind ein bisschen kühler, rationaler. Ich glaube, du gehörst in die Kategorie. Ich persönlich würde mich auch in die Kategorie packen. Und ich glaube, da kommt das dann wahrscheinlich im Zeitlauf. Manche brauchen ein paar Zyklen mehr, um das zu lernen, manche ein bisschen weniger. Aber ja, da gehe ich grundsätzlich mit. Ich würde mich in die Kategorie emotionslos einstufen.
Also wenn du so lange irgendwo am Finanzmarkt bist, dann ist dir alles wurscht. Du hast alles gesehen, nach oben, nach unten, dir ist alles wurscht. Wenn es jetzt 30 % nach oben geht, ist mir das wurscht. Wenn es 15 nach unten geht, ist mir auch wurscht.
Okay. Würde ich jetzt persönlich bei mir nicht sagen. Also ich glaube, so 50 %-Sprünge, das wäre mir nicht komplett wurscht. Aber gut, du hast auch noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel als ich. Wie alt bist du gerade, Thomas? Du sprichst wie ein 80-Jähriger. Der 50 Jahre an der Börse aktiv war. Der war ein guter Lehrmeister. Also damals, wo ich gestartet habe, der hatte schon 45 Jahre Börsenerfahrung.
Spannend. Er hat mir ein bisschen was erspart von Lehrgeld. Auch nicht ganz alles, weil man glaubt es halt nicht. Man muss es selber auch probieren, so wie es halt jetzt die neuen Leute probieren müssen. Ja, ist halt so. Da muss man halt ein bisschen Geld hinlegen, um halt dann zu lernen.
Okay. Also ich glaube, ich habe jetzt was deine Einschätzung angeht, ich habe ein ziemlich gutes Gefühl, wie du zu der Einschätzung kommst. Also du schaust dir ja, ich würde mal sagen, relativ ähnliche Sachen an, wie ich mir auch anschaue. Das ist wahrscheinlich auch so eine Liste. Ich weiß nicht, ob du die schriftlich hast oder ob du die im Kopf hast mit subjektiven Bottom-Indikatoren. Solche Sachen, die du vorhin angesprochen hast mit: Hey, wenn das Sentiment so und so ist und so weiter und so fort. Also so, ich sage mal, mehr oder weniger Klassiker. So, das ist deine Einschätzung. Zum größten Teil gehst du davon aus, der finale Zyklusboden ist noch nicht drin. Was heißt das jetzt für deine Positionierung? Du hast vorhin was gemeint von 4 %. Wie muss ich mir das vorstellen? Hast du 96 % einfach nur Cash und 4 % sind Short und mit den 4 % hast du einen 3er-Hebel?
Okay, also prinzipiell investiere ich natürlich nicht nur in Krypto, sondern zum Großteil in Aktien, ein bisschen in Gold und ein bisschen in Krypto und natürlich ein bisschen Cash-Reserve. Heißt du das öffentlich? Hast du da ein Problem damit, über so Prozente zu sprechen, was dein Portfolio angeht? Nö, Prozent ist kein Problem. Also Aktien kann man, jetzt momentan bin ich privat nahezu komplett in Cash. Später wird die Aufteilung wieder sein: so ungefähr 60, 70 % Aktien, 10 % Gold und so 20 bis vielleicht maximal 30 % Krypto. Genau, das ist angedacht. Von dem Cash, was ich reserviert habe für Krypto, habe ich jetzt im Prinzip 4 % reingesteckt in den Short.
Okay, und dem bist du wann eingegangen? Ist das jetzt schon ein Short, der Monate läuft, Wochen läuft? Das kann ich so sagen, Kevin, weil ich teile ja eigentlich seit es meinen YouTube-Kanal gibt jeden Kauf und jeden Verkauf direkt. Also das heißt, entweder ich mache einen Community-Beitrag, ich mache ein Video oder einen Livestream. Meistens ist das erst mal ein Beitrag und dann im Nachgang ein Video. Warum mache ich das so? Ganz einfach: Die meisten Influencer, die sagen dann, wenn es, keine Ahnung, wenn es jetzt gestiegen ist, sagen sie: Ich habe eh vorher gekauft und ich habe eh DCA gemacht, ich liege richtig. Und wenn es runtergeht, dann sagen sie: Ich war eh short, drei Wochen später. Ich teile es aber wirklich direkt. Ich kann dir sagen...
Was ist da deine Erfahrung damit? Also ich habe das einfach auch mal gemacht, dass ich... Nein, da haben wir es immer gleich. Also wenn ich es teile, werde ich gehatet und ein paar Monate später kommen die Leute dann, ein Teil entschuldigt sich, ein Teil sagt: Scheiße, du hattest doch recht, ich bin doch der Loser und nicht du. Also meistens ist es so. Aber wirklich, das passiert sehr, sehr oft. Leider. Und je mehr ich gehatet werde, desto sicherer ist es, dass ich richtig liege. Okay. Ja, ist halt leider so.
So, jetzt lasse ich mich den Post tun, jetzt hast du mich abgelenkt. Das war vor elf Tagen. Da habe ich geschrieben: Gerade einen 3x Short Bitcoin eröffnet bei 76.600 Dollar. 21.08.26 um 9:15 Uhr. So. Und dann habe ich... Wo ist es? Da habe ich den Short nochmal erhöht. Short weiter erhöht auf 4 % vom Cash. Also im Prinzip habe ich den Short verdoppelt. Das war vor zehn Tagen, also einen Tag später. Da hatte ich... Jetzt habe ich einen Durchschnittseinstiegspreis von 76.949. Ja. Also wenn man jetzt schaut, was haben wir jetzt? 76,7. Jetzt ist er minimal wieder im Plus momentan. Minimal. Er war aber auch schon gut im Minus. Aber es ist mir wurscht. Der läuft einfach.
Genau. Hast du auch schon davor geshortet? Oder warst du im Bärenmarkt eher mit Cash warten? Also ich handle so wenig wie möglich. Also ich versuche so wenig wie möglich zu handeln. Warum? Wenn du anfängst, viel hin und her zu handeln, hin und her macht Tasche leer, dann ist die Wahrscheinlichkeit natürlich groß, dass du irgendwann mal falsch liegst. Deswegen handle ich sehr, sehr selten. Also investieren besteht zu 99 % aus nichts machen, zuschauen, am Arsch sitzen und warten. Das halten halt die meisten Leute nicht aus, aber es ist halt am Ende so.
Ich kann das kurz mal zeigen, wie so ein Post ausschaut. Hier sieht man jetzt den Post, wo ich den Short eröffnet habe, mit im Prinzip Zeitstempel. Wow, Respekt, was die Transparenz angeht. So teile ich eigentlich jeden Kauf, jeden Verkauf. Und genauso war es auch, wo ich meine 70 % verkauft habe im Zyklus, im letzten, also im vergangenen Zyklus. Ja, da wurde ich natürlich auch gehatet. Ich bin ein Depp, ich bin ein Idiot, Bitcoin geht auf 200.000, 500.000. Wie kannst du jetzt verkaufen? Du bist ein Trottel. Ja, gut, ich glaube, das kennt jeder Influencer. Also zumindest jeder, der nicht Mainstream unterwegs ist. Das Problem ist, es kommt der nächste Zyklus. Die alten Leute vom vorigen Zyklus sind wrecked. Dann kommen neue andere Leute und die gleiche Kacke beginnt von vorne. Und so wiederholt sich das immer wieder.
Okay, ich habe noch zwei Fragen zum Schluss, weil Portfolio ist durchgegangen, deine Einstellungen sind durchgegangen. Jetzt hast du ja auch vor Kurzem etwas geteilt namens die Delayed-Entry-Theorie oder Theory. Genau. Erstmal vorweg: Woher der fancy Name? Ist das dein Neologismus? Ja, okay. Das ist meine Erfindung. Ich habe mir überlegt, wie könnte man das nennen? Also wie bin ich auf die Strategie gekommen? Das vielleicht mal dazu. Also ich habe mir gedacht: Okay, der Markt überlegt sich ja immer irgendwas, sodass die Masse, 95 bis 99 %, so richtig von hinten in den Auspuff genommen wird. Dass so richtig die Röhre brennt. So, da habe ich mir überlegt: Okay, was könnte der Markt machen, dass es wieder alle komplett zerlegt, so wie am Top zum Beispiel? Dass es alle so richtig, ja, komplett zerlegt. Und dann bin ich eben drauf gekommen: Ja, es könnte natürlich, wenn die Leute jetzt denken, der Boden ist früher drin, dass der dann vielleicht sogar ein bisschen später kommt und dann halt trotzdem alle im Prinzip wieder erwischt.
Und ich habe das auch ein bisschen zusammengeschrieben im Post. Vielleicht fasse ich das mal zusammen. Es ist ein bisschen wir, aber eigentlich, wenn man es versteht, ist es nicht wir. Also theoretisch müsste ungefähr roundabout 5. Oktober ja der Dump kommen. Die meisten Influencer teilen das auch so, weil man es ja rausmessen kann. Also es unterscheidet sich jetzt nicht viel. Genau. Und jetzt warten die Leute drauf. So, wenn jetzt am 5. Oktober, am 6., 7., 8., 9., 10. nichts passiert, dann feiern natürlich die Leute, die jetzt schon drin sind, und sagen: Wir haben es euch ja gesagt, der Boden ist drin und jetzt geht es to the moon. So, das lockt natürlich die Leute, die hartgesottenen, die durchgehalten haben, das lockt dann die Leute natürlich auch rein. Die sagen dann: Scheiße, die hatten recht, schnell rein. Das ist mal die eine Seite.
Jetzt könnte es natürlich auch passieren, dass mal ein Dump kommt. Sagen wir mal, wir fliegen runter auf 60. Dann fühlen sich die Leute bestätigt und sagen: Okay, 5. Oktober, 6., 7., 8., 9., 10. Oktober, zack, es ist ein Dump gewesen, 60.000. Jetzt ist der Boden drin, so hops rein. So, somit wären alle schon mal investiert. Also 99,9 % wären dann investiert. Also nahezu alle hätten dann wirklich gekauft. Auch die Hartgesottenen. So, jetzt kann es natürlich passieren, dass der Dump dann einfach ein bisschen zeitverzögert kommt. Delay Entry. Und dass wir halt dann, wenn es vorher noch nicht gefallen ist, in einen Rutsch oder in zwei Rutschen runterfallen. Oder wenn es schon gefallen ist, auf, keine Ahnung, 60, dann noch der finale Rutsch kommt.
Und dann sind wir in dem Sentiment, wo die Leute sagen: Oh scheiße, Bitcoin steht jetzt bei 40.000, 35.000, 45.000. Der stirbt jetzt, jetzt geht der auf 10.000, 5.000, so wie es halt immer war. Keiner traut sich mehr zu sagen: Bitcoin steigt sowieso wieder, ist eh egal. Der steigt 100 % wieder, kannst du kaufen, wurscht. Jeder sagt dann: Okay, jetzt ist es tot, jetzt ist es vorbei. Und dann werden sehr viele Leute in Panik verkaufen, weil sie denken: Scheiße, jetzt habe ich bei 60.000, bei 70, bei 80, egal, habe ich gekauft. Jetzt sind mir so viele Prozent gefallen. Ich verliere meine Existenz, ich habe vielleicht sogar einen Kredit genommen. Schnell, ich rette die letzten Prozent, bevor es jetzt auf 10.000 fliegt und fast alles weg ist. Und ja, und dann kommt es wieder so, wie es kommen muss. Danach geht es dann los und der Markt hätte die meisten wieder so richtig verarscht. Also ich habe seit 2009 nie gesehen, dass die Masse richtig gelegen ist. Nie. Es hat es nie gegeben und es wird es auch nie geben.
Ja, also grundsätzlich, dieses Mal ist es anders festzuhalten, war ja auch wurscht betrachtet. Also es gibt nicht umsonst den Spruch: Dieses Mal ist es anders, die fünf gefährlichsten Wörter eines jeden Investors. Von daher wird es sehr spannend zu sehen, ob das sich tatsächlich so ausspielt. Vielleicht noch eine letzte Frage zum Schluss: Wir haben jetzt gerade über Positionierung gesprochen, auch deine Aufteilung mit Aktien, mit Krypto und so weiter. Was ist denn deine persönliche Einschätzung zu Strategy als Investment? Ist es was, was du persönlich ebenfalls im Portfolio hast, was du attraktiv findest? Hättest du da weniger davon? Sollte man lieber direkt Bitcoin kaufen, gehebelte Bitcoin kaufen? Was ist da deine Einschätzung dazu?
Also ich persönlich würde es nicht kaufen. Das kann natürlich gut performen. Ich würde dann eher Bitcoin Hebel 2 kaufen, je nachdem, wie es halt in dem Land, wo man gerade ist, steuertechnisch besser ist. Entweder mit Margin long. Wenn es zum Beispiel ein richtiges Kryptoprodukt ist, zahlst du in Österreich KESt. Das ist im Normalfall günstige Einkommensteuer. Wenn es wurscht ist, wie in der Schweiz oder so, dann nimmst du es halt perpetual, egal. Was halt gerade am günstigsten ist, oder mit DeFi. DeFi würde ich persönlich nicht mehr empfehlen. Habe ich früher auch genommen, Curve und so Geschichten. Warum würde ich das für Hebel nicht mehr verwenden? Ganz einfach, weil ich es zu riskant finde.
Was finde ich daran riskant? Du tauschst Bitcoin mal gegen Wrapped Bitcoin. Hast du da schon mal eine zweite Chain, die ein Risiko ist. Plus du hast den Wrapper, der ein Risiko ist. Dann steckst du es noch in ein Protokoll rein. Dann hast du noch das Kursrisiko. Du summierst einfach Risiken. Und gerade jetzt mit der KI sind alle am Suchen nach Fehlern, wo man irgendwo Lücken ausnutzen könnte, um Geld zu klauen. Da würde ich dann eher eine regulierte Börse nehmen, eine streng regulierte. Aber muss auch am Ende jeder selber entscheiden. Ich finde es momentan so risikoreich, weil die KIs zerlegen ein Ding nach dem anderen. Und du aggregierst mehrere Fehlerquellen. Das ist natürlich schlecht prinzipiell. Am Ende muss es jeder selber entscheiden.
Ich denke, es kommt auch wieder darauf an, wo bist du, in welchem Land, wie ist es steuertechnisch und so weiter. Wie ist es mit Auszahlen, mit Einzahlen. Es wird mittlerweile auch schwierig, wenn du irgendwo von Selbsthosting, also von Selbstverwahrung, dann auszahlen willst. Es wird auch immer schwieriger. Da wollen die alle möglichen Nachweise haben, wenn es um mehr Geld geht und so. Das ist halt dann auch nervig, oder? Aber am Ende muss es jeder selber entscheiden. Also ich persönlich würde lieber gehebelte Bitcoin nehmen. Meine persönliche Empfehlung ist Hebel 2. Wenn unbedingt wer mehr will: 2,5. Higher wäre mir schon zu wild, oder? Wenn es 33 % runtergeht, bist du liquidiert. Gefährlich. Hebel 2 ist eigentlich ausreichend, um eine gute Performance hinzukriegen.
Mit Strategy, ja, wenn es funktioniert, macht man sicher Gewinn. Mir persönlich wäre es so risikoreich. Warum? Weil Michael Saylor ja komische Sachen macht. Er kauft am Top, er verkauft am Boden. Er sagt selber, um die Dividenden zu zahlen, verkauft er halt dann auch Bitcoin. Vorher hat er gesagt: Never sell your Bitcoin. Dann hat er gesagt, okay, das gilt nur für die anderen, nicht für ihn. Und wenn man dann schaut, noch Dotcom-Bubble, Jahr 2000. Da war MicroStrategy, die Aktie, minus 99 % innerhalb von ein paar Stunden. Michael Saylor war damals the biggest loser von der Dotcom-Bubble. Seine MicroStrategy-Aktie hat das meiste verloren, was es gegeben hat bei der Dotcom-Bubble. Also er hat einmal die Firma schon komplett an die Wand gefahren.
Und jetzt ist das ja wieder eigentlich ein Schneeballspiel beziehungsweise ein Ponzi. Weil wenn du die Dividenden zahlst vom Verkauf von Bitcoin beziehungsweise von dem Geld der neuen Leute, die reinkommen ins System, dann ist es ein klassisches Ponzi. Und er sagt ja selber auch, er verkauft Bitcoin, um die Dividenden zu zahlen beziehungsweise er nimmt das Geld der neuen Investoren her dafür. Das ist für mich ein klares Indiz für Firmen-Ponzi. Ist das jetzt so, dass das morgen implodieren wird? Nein, natürlich nicht. Gerade solche Ponzi-Schemata, die können auch gerne mal 10, 20 Jahre überleben. Also die laufen sehr, sehr lange und viel länger, als die Leute erwarten. Aber irgendwann gehen sie halt dann trotzdem flöten. Das gab es schon mit allen möglichen Sachen. Das gab es auch schon mit Containerfirmen und so.
Die haben die Container teurer verkauft, als sie in Wirklichkeit waren, und haben halt dann gute Renditen ausbezahlt. Die haben aber nur um 5 % geschummelt sozusagen. Das hat, glaube ich, 20 oder 25 Jahre überlebt. Michael Saylor schummelt jetzt halt um 10 % oder um 11 %. Ja, schauen wir mal. Aber es ist jetzt nicht so, dass es das Ball zerreißt. Aber aufgrund der Vergangenheit von ihm würde ich es persönlich nicht kaufen. Aber es gibt genug Leute, die das kaufen.
Okay, spannend. Also ich habe da teilweise eine andere Meinung dazu. Aber es ist spannend, deine Perspektive dazu zu hören. Letzte Frage. Kam mir jetzt gerade noch spontan. Die habe ich vorhin vergessen oder beziehungsweise wollte ich dir stellen, habe ich aber irgendwie vergessen. Wann ziehst du persönlich die Reißleine? Also wann ist der Punkt, wo du sagst: Okay, scheiße Leute, ich habe mich tatsächlich geirrt. Meine Einschätzung war falsch. Mein Short ist da immer noch offen. Der ist vielleicht gerade so bei plus, minus null oder vielleicht sogar im Minus. Ich ziehe jetzt die Reißleine.
Der Short, der war schon im Minus. Also das ist kein Thema. Das sieht sich aus. Kein Problem. Ja, also ich habe aufgrund der Historie natürlich die Akkumulationsbox berechnet. Das kann man natürlich auch berechnen. Wie viel Zeit hatte man in den vergangenen Zyklen zum Akkumulieren? Blablabla, bevor es dann losgegangen ist. Und Zyklus gebrochen: 5. Oktober. Einen kleinen Spielraum muss man ihm geben, klar. Das heißt, spätestens Ende Oktober könnte man sagen: Okay, der Zyklus ist gebrochen. So. Die Akkumulationbox geht natürlich weiter. Oder die geht theoretisch sogar bis März 27.
Wie kommst du auf die Box? Wie kommst du auf den März? Das ist die Vergangenheit. Wenn du jetzt schaust, okay, wann haben wir den Boden erreicht in der Vergangenheit? Und wie viel Zeit hattest du davor und danach, um den ordentlichen Preis zu akkumulieren? Ich fahre da jetzt mal rein. Wenn du jetzt zum Beispiel hier schaust, dann hast du im Prinzip ja Zeit von hier weg bis hier rüber, dass du akkumulieren kannst. Ah, okay, okay, verstehe. Das kannst du in der Vergangenheit schauen und kannst natürlich auf die Zukunft prognostizieren. Das ist ja nicht so, die Leute rufen, die haben ja hier schon einen Ein-Tages-Boden ausgerufen, oder? Geht kurz mal drunter, als ist der Boden drin, oder? Ein-Tages-Boden. Wenn der Boden drin ist, dann bleibt das lange liegen. Also es ist nicht so, dass wir dann sofort steigen und nur noch to the moon. Hat es zumindest in der Vergangenheit nie gegeben.
Gehe ich mit. Das heißt, wann genau ziehst du die Reißleine, wo es bei dir tatsächlich erst im März ist, dass du sagst: Hey, wenn im März mein Short nicht im Profit ist, dann schließe ich den? Ja, aber wahrscheinlich werde ich nicht so lange aussitzen, muss ich auch ehrlich sagen. Aber jetzt Ende Oktober, ab dann kann man sich mal überlegen, ob man falsch liegt. Da muss man sich dann vielleicht das Sentiment nochmal genauer anschauen, schauen, was ist passiert, was macht die Zentralbank. Da muss man vielleicht dann auch ein bisschen Makro anschauen. Ich bin halt auch persönlich der Meinung, dass wir am Aktienmarkt, da kenne ich mich ja eigentlich am besten aus, am Aktienmarkt, von da komme ich her. Das mache ich schon länger als Krypto. Krypto mache ich seit 2017, oder? Am Aktienmarkt bin ich der Meinung, dass wir nahe des Tops stehen. Vielleicht geht noch ein Ticken. Also es ist definitiv schon eine Blasenbildung.
Das Problem ist, bei einer Blase, du erkennst, du weißt natürlich nicht, wann die Blase platzt. Du weißt: Okay, wir haben jetzt eine Blase, ja, wissen wir, klar. Aber wann die platzt, wissen wir nicht. Und wenn ich mir das anschaue, dann würde ich sagen: Vielleicht gehen noch ein paar Prozentchen und dann ist irgendwann Schicht im Schacht. Dann braucht halt der S&P 500, der MSCI World, dann brauchen die halt einfach eine 20-%-Korrektur. Und wenn der S&P 500 20 % macht, macht Bitcoin sicher mehr als 20 %, würde ich jetzt auch mal in den Raum stellen. Dann macht er wahrscheinlich 40 % oder noch mehr.
Das heißt, du gehst primär davon aus, wenn wir tatsächlich noch tiefer gehen bei Bitcoin, dann ist der Aktienmarkt der Auslöser dafür? Oder die Zentralbank und dann beides? Okay, spannend. Also muss es ja auch einen Grund haben, sozusagen, dass der Aktienmarkt runtergeht. Es kann jetzt eine Eskalation sein im Iran-Krieg, dass die anfangen Atombomben zu schmeißen, weil sie komplett verrückt sind. Und dann schmeißt der Rust ja auch noch einer, weil er sagt, wenn die schon schmeißen, schmeiß ich auch eine. Ja, wer weiß. Oder was die alles treiben, weiß kein Mensch. Oder die Zentralbank sagt: Scheiße, Inflation außer Rand und Band, 0,5 % Zinsen hoch. Irgendwas kommt, wahrscheinlich kommt wieder irgendwas, was wir jetzt noch gar nicht im Radar haben, weil sonst wäre es komplex geworden, wenn wir es jetzt schon wüssten.
Vielleicht noch kurz zum Zeigen: Ich verwalte auch für extern Geld. Und für extern habe ich bereits schon Bitcoin ein bisschen drin. Also da sind aktuell iShares 3,7 % schon drin. Genau. Da ist auch Gold drin mit 3,9 % und dann ist drin... Das ist ein weltweit gestreutes Portfolio. Ja, Aktien mit 44 %, aber ich habe eine Cashquote von 48 % und das ist eben genau das, weil ich eben warte auf die Korrektur. Also das Cash wartet, investiert zu werden. Genau. Es ist natürlich ein bisschen gestreut. Jetzt nicht extrem, es ist schon sehr amerikanisch-lastig. Aber man sieht eh hier die Aufteilung China, Schweiz, Taiwan, Niederlande, Deutschland. Genau. Ist sogar in den Top 100 von 35.000 Wikifolios. Meins unter den Top 100. Also ganz, ganz geil eigentlich. Soll jetzt auch keine Werbung sein. Ich wollte euch einfach nur das hier zeigen, dass im Prinzip da schon ein bisschen Bitcoin drin ist.
Jetzt werde ich dir sagen: Ja, Thomas, wieso hast du da Bitcoin schon drin bei extern verwaltetem Geld und bei deiner eigenen nicht? Ganz einfach: Das ist nicht mein Geld. Also das meiste ist externes Geld. Ein Teil ist auch von mir investiert in Wikifolio. Und da das nicht mein Geld ist, gehe ich mit dem natürlich ein bisschen vorsichtiger um, beziehungsweise defensiver. Und deswegen hat das schon Bitcoin und auch Gold drin und hat auch eine Aktienquote von 42 %. Privat gehe ich da natürlich aggressiver vor. Privat habe ich auch kein Problem, wenn der Zug abgefahren ist und ich keine Bitcoin kriege, dann habe ich halt keine Bitcoin. So what? Bitcoin ist keine Luft, kein Essen. Man lebt auch ohne Bitcoin. Es ist nicht so, wie die Leute immer tun, dass man ohne Bitcoin, als ob der Zug abgefahren ist, du stirbst. Nein, natürlich nicht. Das ist ein Investment-Behikel von vielen, mit dem man Gewinn machen kann. Und ja, ein Risiko-Asset von vielen, von Zehntausenden.
Und wenn man jetzt schaut, es gibt genug Assets, die auch gute Prozent machen. Wenn man da jetzt schaut, bei mir im Wikifolio, sortieren wir mal nach Performance, Zeitkauf. Das ist jetzt, wann habe ich die gekauft? Schnell mal hoch. 21.04.25, das sind eineinhalb Jahre. Läuft das jetzt? Und der Sinn davon, jetzt schauen wir mal. Wir haben im Prinzip das höchste AMD mit 280 %, 177. Also es sind einige Aktien, die richtig schöne Prozent gemacht haben. Und gerade mal 1, 2, 3, 4, 5, 6 Positionen von, keine Ahnung, von über 27 Positionen sind 6 Positionen im Minus und 21 haben ein schönes Plus drauf. Also es gibt genug andere Assets, mit denen man auch richtig viel Geld machen kann und nicht nur Bitcoin. Das ist eigentlich die Botschaft, was ich übermitteln möchte.
Und ich würde auch sagen, dass von der Sicherheit her, wenn du einen S&P 500 kaufst, jetzt mal das Wikifolio, tun wir mal weg, dann ist der von mir aus gesehen sicherer, weil er erstens eine längere Historie hat und natürlich mega breit gestreut ist. Ich finde das sicherer als Bitcoin. Und, was eigentlich schlimm ist an der Sache: Der S&P 500 hat die letzten 5 Jahre Bitcoin sogar outperformed. Jetzt werden die Leute kommen und sagen: Ja Thomas, schau mal auf 10 Jahre, 15 Jahre. Ja klar, nur die Zeit von vor den 5 Jahren, die kommt bei Bitcoin nicht mehr zurück. Also die Performance, das könnt ihr vergessen, dass die Performance wieder zurückkommt, die kommt nicht mehr zurück. Und das sieht man auch im Zyklus selber, dass das Wachstum beziehungsweise die Schwankungsbreite immer kleiner bei Bitcoin wird. Und das ist aber keine Bitcoin-eigene Eigenschaft. Das sieht man auch gut in dem Wachstumsmodell im Power Law. Das im Prinzip, das beschreibt ja das generelle Wachstum, also nicht auf Bitcoin bezogen, sondern generell, dass die Schwankungsbreite immer abnimmt. Also die Zeiten da von früher, das könnt ihr vergessen, das kommt nicht mehr, wo du mit Bitcoin 100x machst oder 50x, die Zeiten sind vorbei. In diesem Zyklus macht der dann vielleicht ein 2-, 3-, vielleicht ein 4x und that's it.
Also ja, da gehe ich grundsätzlich mit, dass es auch andere Anlageklassen gibt, wo man gut Geld verdienen kann. Jetzt muss man natürlich dazu zählen: Also erstmal Hut ab, die Performance lässt sich definitiv sehen. Die letzten eineinhalb Jahre waren allerdings auch eher, ich sag mal, sehr gut für den Aktienmarkt im Allgemeinen. Da würde ich sagen, da hat man wahrscheinlich im Allgemeinen relativ gut Geld verdient mit den Aktien. Wir haben auch bei uns in der Membership ein Wikifolio, das Manu managt. Und ich glaube, da ist auch die durchschnittliche Rendite bisher, also da fahren wir quasi die Ebenzweig-Strategie, die wir auch mit DeFi und so weiter nachmachen. Und wenn ich es richtig im Kopf habe, ist auch da Jahr über Jahr bisher bei plus 40 % oder so. Also es ist krass, was man da rausholen kann.
Weil ich stimme da absolut dir zu mit Bitcoin. Ich denke mittlerweile ist es tatsächlich, wenn man mit Krypto viel Geld verdienen möchte, ist es ein absolutes Muss, dass man den Markt timet. Ich gehe nicht davon aus, dass einfach nur DCA und HODL und so weiter, dass man, also wirklich sehr, sehr, sehr, sehr langfristig gesehen gehe ich mit. Aber so dieses: Hey, mit Krypto baue ich jetzt mal innerhalb von den nächsten zehn Jahren wirklich ein Vermögen auf. Also wenn da die Sparrate nicht entsprechend ist, dann gehe ich eher davon aus, ja, da muss man sich wahrscheinlich mit einer durchschnittlichen Rendite zufriedengeben, die ein bisschen höher ist als der Markt im Markt. Oder weniger. Oder sogar weniger als der S&P 500.
Gut, Cherrypicking und so weiter, da können wir noch andere Zeiträume. Das ist ja kein Cherry. Also S&P 500, den gibt es seit 60 oder 70 Jahren. Ja, aber so den Zeitraum von fünf Jahren zu wählen, das gerade in dem Zeitraum dann, ja, das ist Cherrypicking. Aber ich gehe mit dir mit: Also wenn man jetzt denkt, okay, man macht einen Sparplan auf Bitcoin im Monat, 50 Dollar, 100 Dollar oder 100 Euro im Monat, kommst du auf keinen grünen Zweig auch nicht nach 40 Jahren, das kannst du vergessen. Da kommst du auf nichts mehr.
Ich habe das mal berechnet. Ich habe die Rechnung jetzt bei der Hand. Also da würde ich, da würde ich, in 40 Jahren, da gehe ich schwer davon aus, dass Bitcoin wahrscheinlich schon über eine Million steht. Ich müsste die Rechnung raussuchen. Aber am Ende ist eigentlich rausgekommen, dass für den Standard-User, der jetzt nicht irgendwie 15 Jahre alt ist, der müsste eine Sparrate haben von 1.000 bis 2.000 im Monat, damit der schnell auf einen grünen Zweig kommt.
Und was viele Leute zusätzlich vergessen, das habe ich früher auch eigentlich nicht mitbedacht: Es kommt ja immer was dazwischen. Wenn du jetzt, sagen wir mal, du sagst jetzt: Okay, ich lege 500 jeden Monat in Bitcoin ein, in S&P 500, wurscht. Ich lege 500 an, ich rechne mit 20 % pro Jahr oder 30, dann rechnest du dir das aus und sagst: Okay, in 30, 40 Jahren habe ich, keine Ahnung, Millionen und das reicht dann und dann bin ich finanziell frei und passt. So. Dann hast du ja einmal das Problem: Was ist das Geld dann noch wert in so vielen Jahren? Ist dann vielleicht eine Million, kriegst nicht mal mehr ein halbes Haus oder so? Gut möglich.
Dann ist die zweite Frage noch: Kommt irgendwas dazwischen? Und das ist eigentlich der größte Punkt, oder? Vielleicht willst du mal heiraten, vielleicht willst du dann mal ein Haus kaufen, dann brauchst du Geld für die Anzahlung. Dann kriegst du vielleicht Kinder, dann vielleicht kommt eine Scheidung, bla bla bla bla. Also im Normalfall kommt dir im Leben innerhalb von 20, 30 Jahren immer irgendwas dazwischen, was einen großen Teil des Geldes wieder absaugt. Du musst das erstmal durchhalten. Die Leute, die das ausrechnen und predigen und sagen: DCA, Bitcoin und so, das sind ja alles Leute, die machen das gerade mal ein paar Jahre. Es ist ja nicht so, dass die das 30 Jahre schon machen. Also die wissen das ja noch gar nicht, was in 10 Jahren auf sie zukommt oder in 15. Aber du musst mal 30 Jahre durchhalten, ohne dass irgendwo ein Blutsauger kommt, der dein Geld aussaugt. Egal, ob das jetzt Kinder sind, eine Scheidung, einen Hauskauf, eine Anzahlung, irgendwas saugt dir halt Kapital ab davon. Das musst du erstmal schaffen, dass du im Prinzip so lange auf so viel verzichtest, ohne dann für irgendwas was zu brauchen.
Gehe ich mit, ja. Cool. Thomas, das war ein sehr interessantes Gespräch. Also liebe Leute, liebe Zuschauer, ihr könnt gerne eure Kommentare unter dieses Video packen. Könnt ihr all euren Hate gegenüber Thomas rauslassen. Ist ja nur mein Gott. Ihr könnt schreiben, das ist demnach gar keine Ahnung, was für ein Affe. Ich könnte euch eine Liste schreiben, und könnt ihr es aussuchen, weil ich kenne die ganzen Kommentare eh schon. Genau, lasst da ruhig euren Hate bei meinem Kanal raus und nicht bei seinem Kanal. Und ja, falls ihr davon noch mehr sehen wollt in der Zukunft und so weiter, schreibt uns das gerne unten in die Kommentare. Dann kann ich Thomas auch noch häufiger einladen. Vielleicht noch ein Abschlusswort.
Mein Standardwort, weil die Leute jetzt haten und der Zug ist abgefahren, ist mein Sprichwort wieder das von den Taliban: Ihr habt die Uhren und ich habe die Zeit. In diesem Sinne, ciao.
Alles gut.
Automatisch erstellt (Speech-to-Text) und KI-gestützt sprachlich bereinigt. Es gibt den gesprochenen Inhalt wieder, kann aber vereinzelt Fehler enthalten.
Beschreibung anzeigenBeschreibung ausblenden
In diesem Interview mit Thomas Wagner diskutieren wir über die aktuelle Marktsituation von BTC.
📩 Krypto-Newsletter inkl. Portfolio:
https://kevinsoell.com/newsletter
🔥 Cheat Sheet zur Top- und Bodenfindung:
https://cheatsheet.kevinsoell.com
👑 Unsere Krypto-Membership:
https://ebel2x.com
🎁 300 € in BTC gratis bei OKX:
https://kevinsoell.com/okx *
⭐ Meine Empfehlungen:
https://kevinsoell.com/empfehlungen
▬▬ KAPITEL
0:00 Einleitung
00:26 Einschätzung zum BTC Boden
29:52 Portfolio von Thomas
34:05 Delayed Entry Theorie
37:50 Meinung zu Strategy
42:07 Invalidierung des Trades
49:09 Künftige BTC Performance
▬▬ ÜBER MICH
Hey, ich bin Kevin Söll. Ich habe einen Master in Wirtschaftsingenieurwesen und habe ursprünglich als Ingenieur sowie als Finanzberater gearbeitet.
Auf diesem Kanal geht es um Kryptowährungen, Bitcoin, Ethereum und Altcoins – mit Fokus auf Marktanalysen, DeFi-Strategien, Cashflow und langfristigen Vermögensaufbau mit Krypto.
Mein Ziel? Dir zu helfen, den Kryptomarkt besser zu verstehen, Chancen und Risiken einzuordnen und smartere Entscheidungen zu treffen. 🙏
𝕏 Für mehr Content, folge mir auf X:
https://x.com/kevinsoell
▬▬ DISCLAIMER
Alle Inhalte dieses Videos dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung, Finanzberatung, Rechtsberatung oder Steuerberatung dar. Sie sind weder als Kauf-, Verkaufs- oder Halteempfehlung noch als Handlungsaufforderung oder Zusicherung einer bestimmten Kurs- oder Wertentwicklung zu verstehen. Die Inhalte stellen keine individuelle Empfehlung oder Beratung im Sinne geltender Finanzmarktregulierungen dar. Kryptowährungen, Kryptowerte, Derivate und andere Finanzinstrumente sind mit erheblichen Risiken verbunden und können bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Insbesondere gehebelte Produkte können zu überproportionalen Verlusten führen. Vergangene Wertentwicklungen, Prognosen oder Einschätzungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Informationen ersetzen keine eigene Prüfung und keine individuelle Beratung durch qualifizierte Fachpersonen. Inhalte zu Kryptowerten erfolgen unter Berücksichtigung der geltenden regulatorischen Anforderungen, einschließlich der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA), soweit anwendbar. Für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der Inhalte sowie für daraus entstehende Vermögensschäden wird keine Haftung übernommen, soweit gesetzlich zulässig. Dieser Kanal nimmt am Amazon-Partnerprogramm und weiteren Affiliate-Programmen teil. Mit * gekennzeichnete Links können Affiliate-Links sein; bei einem Kauf erhalte ich ggf. eine Provision, ohne dass dir dadurch zusätzliche Kosten entstehen.
#Bitcoin #Krypto #Ethereum
