Staatenlos: Legal 0% Steuern zahlen?
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Ich bin sehr stark in gewisse Shitcoins investiert, die aus meiner Sicht Potenzial haben. Jetzt freue ich mich sehr stark auf das Dinner mit Donald Trump in zwei Wochen. Ich habe nämlich genug Trump-Token, dass ich zum Gala-Dinner mit Donald Trump eingeladen bin. Ich will dann auch langfristig natürlich meine eigenen Restaurants und Hotels, vielleicht auch mal eine Fluglinie oder ein eigenes U-Boot, wäre natürlich auch schön. Ich habe jetzt meinen Katamaran, das Expeditionsmobil, irgendwann kommt sicherlich auch noch ein eigenes U-Boot. Man muss ja Träume haben, man muss Ziele haben. Also ich würde Dubai-Firmen nicht mehr wirklich empfehlen, ja, also im Regelfall rate ich mittlerweile von Dubai ab. Zypern würde ich schon empfehlen, das hat eben ein bisschen eine andere Anwendung als jetzt Dubai oder auch die LLCs, ist sicherlich noch eine der besten Möglichkeiten steuerlich in der EU. Und wenn man dich zwingen würde, du müsstest entweder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz dauerhaft wohnen, welches von den drei Ländern würdest du persönlich wählen? Wahrscheinlich würde ich schon...
So Leute, ich habe heute den vermutlich bekanntesten Weltreisenden aus Deutschland zu Gast, und zwar Christoph Heuermann. Christoph, könntest du dich vielleicht mal, gerade für die Leute, die dich noch nicht kennen, kurz vorstellen, wer du bist und was du tust?
Ja, ich bin Christoph Heuermann, 34 Jahre jung, seit zehn Jahren auf Weltreise. Ich war in jedem Land der Welt, das habe ich schon vor zwei Jahren abgeschlossen, mittlerweile auch in fast jedem Territorium der Welt. Also ich habe mir das Ziel gesetzt, quasi jegliche autonome Region auf der Welt zu besuchen. Mir fehlt nur noch eins, das ist das abgespaltene Land von Georgien, Abchasien. Da fliege ich in drei Tagen hin. Ich bin aktuell in Russland, habe hier in Sibirien noch einige autonome Regionen besucht. Und dann bin ich tatsächlich mit meiner sehr langen Weltreise durch und lasse es vielleicht ein bisschen gemütlicher angehen. Dennoch habe ich in den letzten zehn Jahren nicht nur gereist, sondern unter anderem auch den Blog staatenlos.ch aufgebaut und bin in zahlreiche andere Projekte investiert, auch durchaus im Kryptobereich.
Das heißt, so kann ich mir das vorstellen: Es gibt nicht nur diese, wie viele sind es, 195 Länder auf der Welt ungefähr, sondern...
Genau, 195 anerkannte Länder. Auf meiner Liste habe ich jetzt 326 von 326 autonomen Gebieten und Inseln besucht. Also ich habe mich schon ziemlich reingehängt die letzten Jahre und bin wirklich sehr viel gereist.
Okay. Wie kam es? War das schon immer ein Wunsch von dir, dass du gesagt hast, alle Länder der Welt und alle Territorien? Oder war das mehr so etwas, was sich schrittweise entwickelt hat?
Das habe ich tatsächlich schon im Studium irgendwann mal geschrieben: Ja, bis ich 35 bin, will ich alle Länder der Welt besuchen. Das habe ich dann ja sogar ein bisschen eher geschafft. Damals habe ich so ein bisschen selber darüber gelacht. Aber irgendwann, als ich mich dann quasi abgemeldet habe aus Deutschland, meinen Blog nach und nach aufgebaut habe, habe ich halt gesehen, ich war irgendwie schon in 80 Ländern. Dann dachte ich, machst du den Rest jetzt auch noch? Meine Mutter hatte mir einmal ein Buch geschenkt von einem Deutschen. Das heißt, ich war überall. Holger Spöri ist mittlerweile ein guter Freund von mir geworden. Der hatte mich damals inspiriert, eben auch in Konfliktzonen zu reisen. Der ist zum Beispiel ein guter Freund mit dem Diktator von Tschetschenien. Der war irgendwie im Bürgerkrieg in Syrien und solche Sachen. Und dann dachte ich, ach ja, ich gehe auch mal nach Nordkorea oder nach Afghanistan und so weiter, und habe dann natürlich auch Lust bekommen, alle möglichen anderen Länder anzuschauen.
Jetzt hast du ja, also ich habe mir relativ viele Interviews schon von dir angeschaut und da war es immer so, okay, ich habe jetzt gerade schon so viele Territorien und dann so viel. Und jetzt erzählst du mir, du bist kurz davor, diese Territorien abzuhaken. Das geht ja auch mit sehr viel, ich sag mal, nicht so 08/15-Standardreisen einher. Also sehr viele Territorien, die vielleicht eher abgelegener sind, wo man vielleicht auch schwieriger hinkommt, wo das Ganze wahrscheinlich auch ein bisschen teurer ist. Wie viel kostet denn derzeit, also wenn du so etwas öffentlich teilen möchtest, wie viel kostet denn dein Lifestyle, dass du dir so etwas überhaupt ermöglichen kannst?
Ja, das kann schon relativ teuer sein. Also es kann schon mal 40, 50.000 Euro im Monat kosten, rein Reisekosten mit allem drum und dran. Ich meine, ich fliege mittlerweile ja auch meistens Business Class, steige in doch eher besseren Hotels ab. Hier in Russland zum Beispiel ist es nicht ganz so teuer. Aber ich habe hier zum Beispiel einen Russen, den ich kenne, der so ein bisschen mein Fahrer und Guide ist, weil ich selbst kaum Russisch spreche. Und wir sind die letzten fünf Tage in Sibirien sicherlich 3000 Kilometer gefahren, also jeden Tag zehn Stunden im Auto. Das Schöne ist, wenn ich nicht selber fahren muss, was ich sonst sehr gerne mache, kann ich in der Zwischenzeit halt arbeiten. Hier in Russland ist auch in ländlichen Regionen das Internet ganz gut. Also kann ich einen Großteil meiner Arbeit, während ich im Auto hocke, erledigen und mir nebenbei Sibirien anschauen. Da war ich ja auch in einer autonomen Region, Tuva heißt die, die von Buddhisten besiedelt ist, an der Grenze zur Mongolei. Auch super interessant das Ganze, ja.
Und, jetzt gehen wir mal von 50.000 pro Monat aus, wofür geht da der Großteil drauf? Sind das wirklich die Reisen an sich, also Flüge, Autos und so weiter, oder ist der Großteil Hotels, oder wie ist das so in etwa im Durchschnitt?
Das ist eben eine gute Mischung aus Flügen und Hotels, aber vor allem eben auch die Kosten für den Guide. Ja, in diesem Fall muss ich natürlich quasi alles doppelt zahlen. Weil der Guide muss ja auch quasi im Hotel schlafen und verpflegt werden, und das Auto muss gemietet werden und so weiter und so fort. Also jetzt Russland hat mich die zwei Wochen, die ich hier bin, vielleicht nur 10.000 gekostet. Nur 10.000. Manchmal ist es auch weniger, manchmal ist es deutlich mehr. Ich war jetzt irgendwie schon, ich war siebenmal in der Antarktis, ich war auch schon beim Südpol und so. So eine Südpolreise, eine Woche Südpol, kostet dann mal glatt 80.000 Dollar. Aber natürlich kann ich auch mal irgendwie zwei Wochen in Thailand sein, das kostet mich dann vielleicht auch nur 1.000 Dollar im Monat. Also das ist extrem variabel. Man muss noch dazu sagen, dass ich ja auch nicht mehr alleine bin. Ich habe ja eine Partnerin seit drei Jahren, die hat einen neunjährigen Sohn, ich habe entsprechende Kosten für unser Setup in Dubai, auch nicht der günstigste Platz auf der Welt. Also da kommt schon einiges im Monat zusammen. Aber das Schöne ist, es gibt ordentlich Amex-Punkte. Aktuell habe ich zwei Millionen Amex-Punkte rumliegen. Das heißt, ich kann zumindest kostenlos durch die Welt jetten.
Okay. Und du hast vorhin schon erwähnt, danach, wenn du quasi diese Listen abgehakt hast, dann wird es ein bisschen ruhiger. Hat das jetzt auch mit Freundin, mit eventuell familiären Plänen zu tun, oder ist das auch so eine allgemeine...?
Ja, aber es wird immer noch, im Vergleich zum, sag ich mal, Normalbürger, sehr viel Reisetätigkeit sein. Aber ich habe selbst keine Lust mehr, irgendwie 120 Mal im Jahr zu fliegen. Ich bin schon seit zwei Jahren dran, mir so ein eigenes Expeditionsmobil zu bauen. Ja, das wird jetzt in sechs Wochen fertig, das hole ich ab. Und dann bin ich viel mit diesem, sag ich mal, Offroad-Luxuswohnmobil unterwegs, werde aber auch immer noch ein bisschen um die Welt jetten, verschiedene Dinge machen.
Das stelle ich mir Hammer vor. Das heißt, wenn wir jetzt mal so ein bisschen in die Zukunft schauen, also in der Zukunft wird es weniger Reisen, aber siehst du dich irgendwann mal tatsächlich sesshaft, also in einem einzigen Land? Oder denkst du, du wirst immer noch weiterhin Dauerreisender sein, nur halt ein bisschen langsamer?
Das kann ich mir nicht vorstellen. Nee, das kann ich mir in den nächsten zehn Jahren überhaupt nicht vorstellen. Das wird immer irgendwie eine Art multilokaler Lebensstil sein. Mal ein bisschen eben mit dem Expeditionsmobil rumfahren. Ich habe auch immer noch meinen Katamaran, den ich leider in den letzten zwei Jahren kaum benutzt habe. Aber ja, sehr stark in der Corona-Zeit sind wir in den Lockdowns davon gesegelt. Dann werden wir sicherlich jetzt mit der Zeit verschiedene Standorte aufbauen. Vielleicht eine Ferienwohnung in Europa, Italien oder sowas gefällt mir, vielleicht eine Wohnung in Argentinien, wo wir dann halt ein bisschen länger sind. Auch meine Partnerin möchte jetzt nicht dauerhaft an einem Ort sein. Die will nicht ganz so krass reisen wie ich. Ja, der war schon nach dem ersten Beziehungsjahr irgendwie in 60 Ländern mit mir zu viel, was ich auch nachvollziehen kann. Aber sie ist standhaft geblieben und freut sich selbst, dass ich mal häufiger bei ihr in Dubai bin.
Hammer. Jetzt wurde schon so viel gesehen. Also wenn man dich jetzt mal zwingen würde, Christoph, du darfst nur in drei Ländern auf der Welt leben, welche drei Länder? Also Italien hast du gerade schon erwähnt, Argentinien, ich vermute mal die zwei sind dabei. Was wäre das dritte Land für dich persönlich?
Ja, tatsächlich sind das so ein bisschen meine Lieblingsländer. Auch andere Länder in Südamerika wie Brasilien und Chile finde ich sehr interessant. Aber als drittes Land würde ich vielleicht dann irgendwie Neuseeland oder Australien wählen. Also mir gefällt die Südhalbkugel sehr gut. Ich habe damals nach dem Abi ein Jahr in Neuseeland gelebt, ich bin immer noch regelmäßig in Neuseeland. Ich war gerade im letzten Monat nochmal mehrere Wochen da und bin da grundsätzlich sehr gerne.
Okay. Und wenn man dich nochmal zwingen würde, nicht nur weltweit, sondern jetzt nur Europa, außerhalb von Italien, gibt es da noch andere Länder in Europa, die dir besonders gut gefallen?
Ja, es sind bei mir dann eher natürlich andere südliche Länder wie Portugal, Spanien, Griechenland, auch teilweise der Balkanraum, so wie Kroatien. Serbien finde ich relativ attraktiv, ja. Ich bin eher eine Person, die auch gern Kälte mag. Also mir gefällt es auch sehr gut in Norwegen, Island. Da werde ich jetzt auch viel im Sommer unterwegs sein, mit meinem Expeditionsmobil. Aber man muss das natürlich dann immer in der Gesamtperspektive sehen. Wenn ich dann auch steuerlich oder anderweitig betrachte, dann muss ich natürlich schauen, was da am idealsten ist. Dann gibt es ja sowas wie eine Pauschalsteuer in Italien oder Griechenland. Da zahlst du dann irgendwie deine 100, 200.000 im Jahr und der Rest ist komplett steuerfrei.
Okay. Gut, Christoph. Ich habe für das Gespräch heute einige Fragen aus der Community gesammelt. Deshalb habe ich die mal so ein bisschen nach Kategorien geordnet, dass wir die gemeinsam durchgehen können. Beginnen wir mit dem Thema digitales Nomadentum. Weil da ist ja deine allgemeine Empfehlung, dass man auswandert, ohne wieder einzuwandern, also quasi außerhalb vom System bleibt. Warum sollte man das denn machen? Also was sind da die Hauptvorteile, wenn man so vorgeht, anstatt auszuwandern und direkt wieder in einem anderen Land einzuwandern?
Ja, man ist einfach deutlich nachhaltiger unterwegs. Wenn man in einem Land lebt, dann hat man immer das Problem, dass sich in der Regel die Regierungen regelmäßig ändern und damit auch die Gesetze ändern, und plötzlich auf einmal Steuern eingeführt werden oder andere Zwänge eingeführt werden, die vielleicht nicht so gut sind. Ja, dann hat man vielleicht einmal in eine teure Immobilie investiert und plötzlich hat man eine hohe, was weiß ich, neue Steuer auf diese Immobilie oder viele andere Sachen. Und wenn ich jetzt quasi wohnsitzlos lebe, außerhalb des Systems lebe, dann bin ich halt viel weniger stark von diesen Änderungen betroffen, weil ich halt einfach ein Tourist im Land bin und regelmäßig weiterziehen kann. Also das ist ein großer Grund, das ist in der Regel nachhaltiger. Viele Leute denken, das ist irgendwie eine Grauzone, vielleicht sogar illegal, wenn ich gar keinen Wohnsitz habe. Tatsächlich ist es in meinen Augen viel sicherer, weil es weniger Änderungen gibt und weil ich natürlich einfach nicht in dem Land verwurzelt bin.
Okay, das mit dem illegal, da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen. Aber was gibt es denn auch an primären, also wenn man so vorgeht, was sind denn dann die Nachteile, wenn man einfach nicht wieder einwandert, also wenn man tatsächlich außerhalb vom System bleibt? Weil das hat ja wahrscheinlich nicht nur Vorteile, nehme ich an.
Ja, es wird oft missverstanden, dass man natürlich dann gar keinen Wohnsitz haben kann. Also ich sage immer, als Perpetual Traveller, das ist ja das Fachwort dafür, quasi Dauerreisender, sage ich immer, es geht nicht darum, keinen Wohnsitz zu haben, sondern keinen Steuerwohnsitz. Also nirgendwo auf der Welt eine Steuerpflicht auszulösen, die dann oft auch mit vielen anderen Pflichten zusammenhängt. Aber man kann durchaus eben Aufenthaltsgenehmigungen in verschiedenen Ländern haben. Ich habe zum Beispiel eine Aufenthaltsgenehmigung in Panama, in Paraguay, in Georgien, in Dubai, aber ich bin dort nicht steuerpflichtig. In all diesen Ländern habe ich dann die Möglichkeit, ich habe dort eine Steuernummer, ich habe dort Adressen, die ich nutzen kann. Ich kann das also nutzen, um eben Bankkonten zu eröffnen, Brokerkonten zu eröffnen, Investments zu tätigen. Das ist eben so eine typische Herausforderung, die man hat, wenn man gar keinen Wohnsitz hat. Also man muss sich irgendwie mittelfristig so eine Art Scheinwohnsitz besorgen, womit man dann eben seine Investments verifizieren kann. Und natürlich kann es auch anderweitig nützlich sein, irgendwie einen Personalausweis zu haben, einen Führerschein aus dem Land zu bekommen, nach einer gewissen Zeit eingebürgert zu werden, oder auch einfach eine Fluchtmöglichkeit zu haben. Angenommen, es kommt jetzt die nächste Pandemie oder der dritte Weltkrieg und man möchte raus aus seinem Heimatland, dann sind viele Länder wahrscheinlich zu, man kommt da nicht mehr rein als Tourist. Aber in dem Land, wo man die Aufenthaltsgenehmigung hat, wo man hin kann, wo man auch dauerhaft leben kann.
Okay, ja, du hast gerade schon viele Themen aufgegriffen, auf die wir gleich noch ein bisschen genauer eingehen. Ich habe auch in ein paar Interviews von dir ein sehr, du sagst immer dazu, das ist ein plakatives Beispiel, ich finde das Beispiel sehr interessant, dass du gesagt hast, zwei Länder reichen grundsätzlich aus, dass man das Ganze machen kann. Also beispielsweise, man kommt aus Deutschland und man sagt, ich bin ein Fan von Italien beispielsweise, dass man theoretisch zwischen diesen zwei Ländern, das ist jetzt nur ein Beispiel, das so aufstellen könnte, dass man tatsächlich außerhalb vom System bleibt. Geht das denn wirklich in der Praxis mit zwei Ländern? Also funktioniert das wirklich?
Ja, rein technisch haben ja die meisten Länder der Welt eine 183-Tage-Regel. Also bei nur zwei Ländern hätte ich theoretisch die 183-Tage-Regel erfüllt. Also ich brauche zwei Länder plus ein Land mit einem Tag, damit ich unter diesen 182 Tagen bleibe. Dann macht man halt einen kurzen Urlaub in einem Drittland und dann ist man schon weit von dieser, sag ich mal, 180-Tage-Regel entfernt. Es gibt durchaus Länder, die erlauben, ein bisschen länger im Land zu sein, oder Länder, die halt nicht besteuern, weil sie eh steuerfrei sind oder Auslandseinkommen steuerfrei ist. Das kann man natürlich dann auch nutzen. Aber grundsätzlich würde ich sagen, gehen zwei Standorte. Was man halt beachten muss, ist: In vielen Ländern außerhalb von Deutschland führt eine Wohnung nicht zu einer Steuerpflicht. Wenn ich in Deutschland, Österreich, Schweiz Schlüsselgewalt habe, also quasi dauerhaften Zugang zu einer Wohnung, macht mich das in der Regel auch steuerpflichtig. Das ist aber in vielen anderen europäischen Ländern nicht der Fall. In Spanien, in Italien, in Griechenland, Malta, Zypern, Irland, Dänemark, Island kann ich problemlos eine Ferienwohnung haben und in meiner Ferienwohnung ein halbes Jahr leben, ohne dass ich steuerpflichtig werde. Und das kann ich dann auch in einem anderen Land machen, oder dann halt auch in Deutschland sein, ein halbes Jahr, bloß halt nicht in der eigenen Wohnung. Da muss ich halt verschiedene kürzere Wohnungen anmieten, Airbnbs haben, bei Freunden, Familie, Bekannten wohnen, im Wohnmobil leben, was auch immer. Dann kann ich auch sechs Monate in Deutschland leben. Ich sage immer plakativ eben: halbes Jahr Deutschland, halbes Jahr Mallorca reicht. Besser, man hat drei Standorte, dreimal vier Monate, dann reizt man es auch nicht zu sehr aus. Und das kann man in meinen Augen auch sehr nachhaltig sein ganzes Leben machen. Ich kenne einen 90-Jährigen, der ist seit 30 Jahren vier Monate Sardinien, vier Monate Wien, vier Monate Thailand. Und dieses Modell ist auch das, was ich am meisten bei meinen, auch gerade älteren Kunden beobachte, dass wir so alle vier Monate meinen Standort wechseln.
Okay, ausreizen deshalb nicht, weil das eine Grauzone ist, oder wenn man da einfach unnötige Rückfragen vermeidet?
Es ist schon klar definiert mit den 183 Tagen, aber es gibt da noch zahlreiche Sonderregeln, die zum Beispiel in Deutschland gelten können. Die sind nicht im Gesetz, die sind halt quasi Richterrecht, das ist von Finanzgerichten in den letzten Jahrzehnten geurteilt worden. Das ist in der Regel auch kein Problem, wenn man mal ein Jahr die 183 Tage, sag ich mal, knapp erreicht. Aber wenn man jetzt zum Beispiel fünf Jahre lang jedes Jahr 183 Tage am genau gleichen Ort, der Heimatstadt oder sowas, in Deutschland ist, dann kann das halt schon ein Problem sein. Da muss man noch gewisse Zusatzkriterien erfüllen.
Lässt sich dieses Modell grundsätzlich mit allen Ländern in Europa umsetzen? Weil ich beispielsweise aus meiner Community viel mitbekommen habe: Ja, auswandern, ja, aber ich würde schon noch gerne in Europa bleiben. Also dass man jetzt beispielsweise sagt, nicht nur Italien, sondern noch Spanien mit dazu, dass man die Länder kombiniert, oder Kroatien und Griechenland, irgendwie sowas. Lässt sich das grundsätzlich mit allen Ländern machen?
Ja, also das würde sich ja bereits allein in deutschsprachigen Ländern, sag ich mal, machen lassen. Was weiß ich, fünf Monate Deutschland, fünf Monate Österreich, zwei Monate Schweiz. Schweiz ist zum Beispiel so ein gewisser Sonderfall, weil man in der Schweiz schon nach drei Monaten am Stück zumindest steuerpflichtig wird. Aber sonst hat man fast überall diese sechs Monate. Man kann die Länder beliebig kombinieren. Es sind auch immer irgendwelche Falschinformationen im Umlauf, die dann irgendwie sagen, ja, man darf nur sechs Monate in der gesamten EU sein. Das stimmt aber nicht. Die Länder sind steuerlich immer noch voll autonom. Das gilt immer pro Land, nicht irgendwie pro Schengenraum oder pro EU.
Okay. Und wenn man jetzt als Deutscher tatsächlich vorhat, Deutschland zu verlassen, wann genau wird denn die Wegzugsbesteuerung da relevant? Geht das grundsätzlich immer, oder muss man da gewisse Voraussetzungen erfüllen, wann das eintritt?
Ja, die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland geht eben verloren. Das heißt, das ist immer dann der Fall, wenn ich mich in Deutschland abmelde, oder indem ich mehr als sechs Monate in einem Land mit Doppelbesteuerungsabkommen lebe. Also angenommen, ich bleibe in Deutschland gemeldet, bin aber sechs Monate bloß in Spanien, dann bin ich offiziell in Spanien steuerpflichtig und, dank dem Doppelbesteuerungsabkommen, obwohl ich in Deutschland gemeldet bin, bin ich trotzdem quasi nicht mehr steuerpflichtig, und die Wegzugsbesteuerung wird ausgelöst. Also muss man ein bisschen aufpassen, wenn man aus irgendwelchen Gründen in Deutschland gemeldet ist, aber sich viel im Ausland aufhält. Wegzugsbesteuerung ist jetzt erstmal nicht dramatisch, es kommt halt auf die eigene Situation an. Die Wegzugsbesteuerung in Deutschland ist aktuell in der Regel auf Kapitalgesellschaften, und seit 01.01.2025 ja auch auf Fonds und ETFs ab 500.000 Euro Anschaffungswert. Das kann durchaus der Fall sein, lässt sich aber in der Regel mit einer geschickten Planung relativ einfach vermeiden. In Österreich zum Beispiel ist es deutlich strenger. In Österreich gilt die Wegzugsbesteuerung auf unrealisierte Kapitalerträge. Also die kompletten Kryptopositionen, die man hat, muss man quasi aufdecken, versteuern, damit man aus Österreich wegziehen kann. Auch da gibt es aber gewisse Wege, das Ganze zu optimieren. Und auch die Wegzugsbesteuerung in Deutschland, das ist so ein bisschen unser täglicher Beratungsalltag, da gibt es viele verschiedene Wege, wie man damit umgehen kann und wie man sie stark reduzieren oder sogar komplett vermeiden kann.
Okay, das heißt, Deutsche haben grundsätzlich nochmal mehr Vorteile im Vergleich zu den Leuten aus Österreich, gerade jetzt beispielsweise, was meine Community angeht, mit vielen, ein Großteil von ihrem Vermögen in Krypto. Die sind dann grundsätzlich in Deutschland schon mal besser unterwegs im Vergleich zu Österreich. Ist das richtig?
Aktuell ist das halt der Fall, weil Deutschland ja auch immer noch die Haltefrist von einem Jahr hat, also die Steuerfreiheit. Während in Österreich das früher so war, aber mittlerweile geändert wurde, eigentlich umgekehrt. Das Ganze, ich habe ja gerade gestern einen Artikel darüber geschrieben, das ist relativ interessant, vielleicht kann ich das kurz sagen: Also wenn du Krypto-Trader in der Community hast, die auch viel Krypto traden wollen, ist Deutschland ja ungünstig. In Österreich ist es aber hingegen besser geregelt, weil in Österreich Krypto-zu-Krypto-Transaktionen komplett steuerfrei sind. Man muss natürlich, wenn man auscasht, Steuern zahlen, auch relativ hohe, aber es ist doch ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man eben quasi alles steuerfrei thesaurieren kann und dann erst am Ende die Steuer zahlt. Und was man jetzt machen kann, was sehr interessant ist: Man könnte sich einfach in Deutschland relativ grenznah zu Österreich ansiedeln, irgendwo im schönen Bayern, ja, ist auf alle langfristig gehaltenen Kryptos steuerfrei, gründet dann eine GmbH in Österreich, grenznah, fährt ein-, zweimal die Woche über die Grenze zu seiner GmbH und tradet von dort. Man kann dann eben auch sein Trading in Österreich komplett steuerfrei durchführen, zumindest die Thesaurierung. Und das kann für einige eine ganz spannende Möglichkeit sein.
Interessant, okay. Und abseits von der Wegzugsbesteuerung, was müssen Auswanderer bezüglich der beschränkten Steuerpflicht und der erweitert beschränkten Steuerpflicht in Deutschland berücksichtigen?
Ja, es gibt diese erweitert beschränkte Steuerpflicht, das ist eben eine Erweiterung der beschränkten Steuerpflicht. Beschränkte Steuerpflicht heißt, wenn ich in Deutschland irgendwie Mieteinnahmen habe oder Gehälter aus einer deutschen GmbH beziehe oder eine Rente bekomme, ist das in der Regel beschränkt steuerpflichtig. Das heißt, ich muss trotzdem deutsche Einkommensteuer, ohne Freibeträge, darauf zahlen. Und Deutschland hat jetzt die erweitert beschränkte Steuerpflicht erlassen, das gibt es schon sehr lange. Das bedeutet, dass unter gewissen Umständen quasi das Welteinkommen herangezogen wird, um diese Besteuerung der beschränkten Steuerpflicht zu bestimmen. Das heißt dann für viele, dass sie zum Beispiel ihr Gehalt oder ihre Mieteinnahmen mit deutlich höheren, sag ich mal, Progressionsstufen besteuern müssen, also quasi Spitzensteuersatz. Und das kann bedeuten, und das ist so ein bisschen ein Interpretationskonflikt, den ich gerne mit anderen Steuerberatern führe, dass gewisse Erträge auch von Deutschland darüber hinaus besteuert werden können, die sonst nicht beschränkt steuerpflichtig sind. Da geht es konkret um sogenannte betriebsstättenlose Einkünfte. Das heißt quasi alles, was nicht einer ausländischen Betriebsstätte zugeordnet werden kann und nicht deutsches Einkommen ist oder nirgendwo zugeordnet werden kann. Das kann man aber relativ einfach vermeiden, indem man dann eben doch einen steuerlichen Wohnsitz im Ausland holt oder eine Firma gründet mit Betriebsstätte, in der man die Kryptowährung verwaltet oder ähnliches. Ja, also das Thema ist relativ kompliziert, das ist auch nur ein Teil der Wahrheit. Man muss diese erweitert beschränkte Steuerpflicht erstmal auslösen. Das tut man in der Regel nur dann, wenn man in Deutschland noch GmbHs besitzt oder Immobilien hat oder ähnliches, und da auch über eine gewisse Summe an Einnahmen kommt. Erst dann wird das Ganze überhaupt ausgelöst. Also es müssen relativ viele Schritte erfolgt sein, und selbst wenn das der Fall ist, kann man eben die Rechtsfolgen relativ einfach vermeiden, indem man sich eben besagten Steuerwohnsitz oder eine Firma mit Betriebsstätte oder ähnliches holt.
Und findet das in der Praxis auch tatsächlich Anwendung? Ich habe da von einigen mal gehört, dass es nur ganz wenige Leute in Deutschland überhaupt betrifft, dieses Thema. Ist das korrekt?
Ja, das ist korrekt. Also es hat mich halt immer gewurmt, dass gewisse Konkurrenz von mir extreme Paranoia und Angstmache vor diesem Thema schürt, in der Regel, um die Leute zu durchaus nicht schlechten, aber in der Regel unnötigen Wohnsitzlösungen zu drängen, dass die unbedingt dann nach Malta oder Zypern gehen, dann ein relativ teures Setup machen und davon geschützt sind. Und ich glaube immer noch, dass das nicht notwendig ist, dass man problemlos Perpetual Traveller sein kann. Wesentlich ist eben in der Praxis, dass es fast nicht vorkommt. Ich habe vor zwei Jahren eine Anfrage beim Bundesfinanzministerium gestartet, wie viele Leute denn tatsächlich zu dieser erweitert beschränkten Steuerpflicht veranlagt werden. Das sind im Schnitt 150 Leute im Jahr. Also nicht neu, sondern die erweitert beschränkte Steuerpflicht gibt es zehn Jahre nach Auswanderung. Rechnet man das runter, sind das jedes Jahr circa 15 neue erweitert beschränkt Steuerpflichtige. Allein wir verwalten über 2000 LLCs, die theoretisch jede in diese Regelung rutschen müsste, wenn das so schlimm wäre, wie einige Steuerberater das sagen. Ja, also in der Praxis kenne ich auch keinen einzigen Fall. Es gibt auch kein einziges Urteil, wo jemals zum Beispiel eine Briefkastenfirma, eine US-LLC oder ähnliches von der erweitert beschränkten Steuerpflicht erfasst gewesen wäre.
Interessant. Jetzt, wenn wir schon gerade beim Thema Angstmache, FUD und so weiter sind: Ich habe da schon ein paar Mal jetzt auf YouTube Videos gesehen im Sinne von, digitales Nomadentum, das wird keine Zukunft mehr haben, das wird irgendwann illegal, das ist nicht mehr möglich. Was ist da deine Einstellung dazu? Glaubst du, das ist etwas, was man auch langfristig in der Zukunft machen kann, oder wird es ab einem gewissen Zeitpunkt einfach wahrscheinlich dicht gemacht und es ist nicht mehr möglich?
Ja, warum sollte es dicht gemacht werden? Also die größte Gefahr ist irgendwie ein einheitlicher Weltstaat. Aber solange es Nationalstaaten gibt, die unterschiedliche Gesetze und Regelungen haben, wird das Thema sicherlich fortbestehen. Ich meine, es ist ja nicht so, dass die Digitalisierung weniger wird, die wird eher mehr, immer mehr Leute haben die Möglichkeit, das zu machen. Und klar, viele Staaten wollen das jetzt formalisieren, indem sie zum Beispiel digitale Nomadenvisa einführen. Aber auch wenn es digitale Nomadenvisa gibt, kannst du immer noch als Tourist mit einem Touristenvisum ins Land einreisen. Und es gibt fast keine Fälle, wo du als digitaler Nomade irgendwie ausgewiesen wirst, weil du irgendwie gegen die Arbeitserlaubnis verstoßen hast, solange du nur an deinem Laptop irgendwie arbeitest. Die Fälle, wo solche Probleme kommen, sind eigentlich immer so, dass du, was weiß ich, nicht im Coworking-Space, sondern für den Coworking-Space gearbeitet hast und dann natürlich relativ offensichtlich gegen die Aufenthaltsbedingungen verstoßen hast. Also es ist nicht nur geduldet, es ist relativ aktiv erlaubt. Ja, also ich meine, ich habe selbst schon mit x Grenzbeamten gesprochen und gesagt, ja hier, ich bin digitaler Nomade, ich reise online. Man kann meinen Namen googeln, das kann jeder Grenzbeamte machen, und da sieht man sofort, dass ich sozusagen illegal in jedem Land der Welt gearbeitet habe.
Okay, interessant. Und jetzt gerade mal, wenn wir uns die Tendenz anschauen im DACH-Raum oder im Allgemeinen, was die Länder angeht: Gerade was Auswandern angeht, habe ich das Gefühl, da kommen immer mehr Zusatzregeln dazu, es wird immer mehr von einem genommen und so weiter. Glaubst du, da gibt es noch, ich sag mal, eine gewisse Deadline, bis zu der man noch relativ glimpflich beispielsweise aus Deutschland rauskommt? Oder denkst du, das wird auch in der Zukunft immer möglich sein, dass man da mit, keine Ahnung, großen Krypto-Gewinnen oder Aktien-Gewinnen oder sonst was aus den Ländern entsprechend rauskommt?
Ja, ich meine, es wird nicht einfacher. Es wird sicherlich immer neue Regeln geben, um das Auswandern zu erschweren, je größer auch die Auswandererbewegung wird. Das hat man eben gesehen, dass in Deutschland auch die Wegzugsbesteuerung mittlerweile auf Aktiengewinne, auf Fonds, ETFs ab einer gewissen Summe eingeführt wurde. Und wenn diese Regeln einmal bestehen, dann kann man sie natürlich relativ einfach absenken. Und es ist halt plötzlich nicht mehr 500.000, sondern nur noch 100.000 Anschaffungswert, oder gar nicht mehr, und dann ist wie in Österreich auch Krypto und was auch immer davon erfasst. Ja, und das kann relativ schnell gehen. Und deswegen sollte man sich natürlich schon möglichst schnell überlegen, entweder auszuwandern oder zumindest die Strukturen zu schaffen, damit einen solche Themen nicht mehr interessieren müssen. Wenn man zum Beispiel in Deutschland eine Stiftung gründet, eine Genossenschaft oder andere Rechtsformen, die dann einen auch vor der Wegzugsbesteuerung und anderen staatlichen Zwangsmaßnahmen schützen.
Jetzt bist du ja jemand, der im DACH-Raum die Flaggentheorie, ich sag mal, relativ populär gemacht hat. Kannst du das mal für Leute, die das noch nie gehört haben, kurz beschreiben, was es ist und vor allem auch, für wen das entsprechend relevant ist?
Ja, die Flaggentheorie ist einfach die Strategie, die wir anwenden, um die Leute aus dem System zu befreien, um für mehr Freiheit und Wohlstand und Unabhängigkeit zu sorgen. Flaggentheorie heißt ganz einfach, dass wir unsere Angelegenheiten international diversifizieren, dass wir eben gewisse Aspekte unseres Lebens in andere Länder auslagern. Die Hauptflaggen sind eben die eigene Staatsbürgerschaft, der Wohnsitz, der Firmensitz, die Bankkonten, Investments, beziehungsweise, zu banaleren Themen, wo habe ich meine E-Mails, wo sind meine Domains registriert, wo sind meine Mitarbeiter her, wo gehen meine Kinder zur Schule, wo bin ich versichert und so weiter und so fort. Und es gibt gewisse Länder, die sich halt auf gewisse Flaggen spezialisiert haben, die dann aber bei anderen Flaggen deutlich schlechter sind. Das Schöne ist, die Welt besteht in meiner Zählweise aus 266 autonomen Staaten, in denen ich alle war. Ich habe auch noch ein paar mehr Inseln, die ich besucht habe. Also sehr, sehr viele Möglichkeiten, die man entsprechend anwenden kann. Für die meisten ist vor allem eben der Wohnsitz die entscheidende Flagge, weil der Wohnsitz quasi gesetzlich bestimmt, was mit den ganzen anderen Flaggen möglich ist. In Deutschland ist man relativ eingeschränkt mit Auslandsfirmen, aber kann zum Beispiel relativ problemlos eigentlich in jedem Land der Welt Konten eröffnen und dann sein Geld zum Beispiel eben vor den Fängen eines gierigen Finanzamtes in Sicherheit bringen, dass es eben nicht mehr so einfach gepfändet werden kann oder sowas.
Das heißt, Flaggentheorie ist quasi ein Synonym für: sich international einfach breiter aufstellen, wo man im Wesentlichen die Welt anzieht, im Sinne von, jedes Land hat gewisse Vorteile und Nachteile und wir holen uns die Vorteile aus den einzelnen Ländern raus und internationalisieren so quasi unsere Flaggen, die einzelnen Bereiche. Ist das richtig?
Genau, es geht einfach um mehr Unabhängigkeit, sage ich mal, gewisse Klumpenrisiken zu vermeiden. Das kann man eben sehr stark auch auf die Investmentwelt runterbrechen. Niemand würde seinem Kunden wahrscheinlich empfehlen, 100 Prozent alles auf eine Karte zu setzen. Aber genau das tun halt sehr viele Leute mit ihrem Heimatland. Die haben alles dort, die haben ihr Unternehmen dort, ihr Bankkonto, ihren Ehemann, alles haben sie eben aus einem Land, und das ist eben ein relativ hohes Klumpenrisiko. Wenn das Land dann den Bach runtergeht, was leider mit unserem Heimatland der Fall ist, dann gehen halt sehr viele Dinge gleichzeitig den Bach runter. Davor kann man sich eben, sage ich mal, schützen, indem man eben diese Flaggentheorie anwendet. Das heißt nicht, dass man auswandern muss. Die Flaggentheorie ist wirklich für jeden geeignet, selbst wenn er in seinem Heimatland leben bleiben möchte. Ja, ein Auslandskonto kannst du legal machen und damit kannst du eben für einen gewissen Schutz für dein Geld sorgen. Du kannst dir eine Aufenthaltsgenehmigung holen, auch ohne dorthin auswandern zu wollen, einfach, dass du es in der Hinterhand hast. Falls irgendetwas ist, kannst du dann in dieses Land flüchten. Und das ist oft auch, sage ich mal, wichtig, das rechtzeitig zu tun. Ich habe zum Beispiel vor acht Jahren diese Permanent Residence in Panama geholt, eine dauerhafte, lebenslange Aufenthaltsgenehmigung, damals noch für 5.000 Dollar auf dem Bankkonto und eine Firmengründung. Mittlerweile musst du im gleichen Programm 300.000 Dollar in eine Immobilie investieren. Das wird halt auch nicht einfacher, sondern selten einfacher. Man sollte sich halt möglichst darum kümmern, solange gewisse Lösungen auch relativ einfach machbar sind.
Ist denn auch das Ziel, jede Flagge, also jeden Bereich, in einem anderen Land zu haben? Oder ist es auch vollkommen fein, wenn mehrere Flaggen in einem Land sind?
Ja, wie gesagt, es sind diese Klumpenrisiken. Natürlich möchte man idealerweise vermeiden, zu viele Flaggen auch in einem anderen Land gleichzeitig zu haben. Aber in einigen Ländern ist das unumgänglich, weil ich zum Beispiel eh zwingend Firmen brauche, um eine Wohnung zu bekommen. Und oft ist es auch nicht unbedingt schlimm. Es gibt natürlich gewisse Steueroasen, wo ich natürlich dann auch relativ problemlos, sehr vorteilhaft, im gleichen Land unterwegs bin. Aber idealerweise versuche ich das schon so halbwegs zu trennen.
Für welche, also falls das überhaupt der Fall ist, für welche Flaggen ist denn Deutschland, Österreich und die Schweiz im Wesentlichen gut?
Ja, also die drei Länder sind immer noch relativ gut für Bankkonten in meinen Augen. Jetzt nicht so sehr, um irgendwie große Millionensummen dauerhaft auf dem Konto zu lassen, da vielleicht die Schweiz. Aber Deutschland ist zum Beispiel immer noch, was Banking angeht, relativ gut für Transaktionen. Also in Deutschland habe ich persönlich, und ich bin wirklich sehr breit mit Investments in 30 verschiedenen Ländern aufgestellt, keine Probleme erlebt. Also ich kann eigentlich von meinem deutschen Bankkonto überall hin überweisen, ohne dass ich je nach irgendwelchen Einkommens- oder Vermögensnachweisen gefragt werde. Das sieht in anderen Ländern ganz anders aus.
Okay, du hast vorhin schon erwähnt, Flaggentheorie ist nicht nur was für Auswanderer, sondern auch für Sesshafte. Gibt es denn für Sesshafte in beispielsweise Deutschland die Option, über die Internationalisierung die Steuern, gerade was Krypto-Gewinne angeht, zu optimieren? Gibt es da was in der Richtung?
Ja, ich hatte eben ja schon das Beispiel erwähnt. Man könnte grenznah zum Beispiel zu Österreich leben und in Österreich eine GmbH machen. Das ist eine der wenigen Möglichkeiten, die tatsächlich klappt. Das Problem ist, Deutschland hat sehr strenge Gesetze gegenüber Auslandsfirmen. Einerseits muss eben die Geschäftsführung aus dem Ausland erfolgen, und andererseits gibt es dann noch das sogenannte Außensteuergesetz, was auf Vermögensverwaltung, auf passive Einkünfte greift, und das kann dann nochmal für extra Besteuerung sorgen. Dieses Außensteuergesetz gilt aber nur für Niedrigsteuerländer. Das Schöne ist, eine GmbH in Österreich ist kein Niedrigsteuerland, du hast also kein Problem mit diesem Außensteuergesetz. Kann man auch anders vermeiden, aber jetzt nur das Beispiel. Und die Geschäftsführung: In der Regel musst du eben einen Fremdgeschäftsführer haben, der auch Kontenzugang braucht. Das ist natürlich blöd bei Kryptowährungen, da wirst du jemand anderem Zugriff geben. Aber auch bei diesem Österreich-Beispiel kannst du es selber sein. Wenn du einfach ein kleines Büro in Österreich hast, da zweimal die Woche hinpendelst, weil das eh nur wenige Minuten von deinem deutschen Standort weg ist, dann kannst du es eben selber machen. Das ist nicht nur mit Österreich möglich, das ist dann zum Beispiel auch mit Polen oder mit Frankreich möglich, wo es ähnliche Regelungen gibt, oder Luxemburg, auch sehr interessant. Also das sind Möglichkeiten, die man durchaus als Deutscher zum Beispiel spielen kann.
Gut, wie sieht denn die Flaggentheorie bei dir persönlich aus? Du hast vorhin schon erwähnt, dass du breit aufgestellt bist. Wie hast du das konkret bei dir selber umgesetzt?
Ja, also ich habe zum Beispiel mehrere Aufenthaltsgenehmigungen, zum Beispiel Panama oder Paraguay, oder bis vor kurzem auch Dubai. Mittlerweile habe ich das Dubai-Visum nicht mehr, weil es relativ teuer ist und eigentlich relativ wenige Vorteile hat. Aber ich habe jetzt zum Beispiel auch eine weitere Staatsbürgerschaft geholt. Das ist ein bisschen die Königsdisziplin der Flaggentheorie, was halt in der Regel mit sehr hohem Aufwand oder Kosten einhergeht. Ich bin aktuell sogar dabei, mir die dritte Staatsbürgerschaft zu holen. Ja, wenn man da mal Spaß dran gefunden hat, dann will man auf einmal ganz viele haben. Ein guter Freund von mir, der auch viele Kryptowährungen besitzt, der hat, glaube ich, gerade schon seine siebte Staatsbürgerschaft beantragt. Es gibt über 20 Länder auf der Welt, die Staatsbürgerschaften verkaufen. Ja, also gegen ein gewisses Investment oder eine gewisse Schenkung kannst du ganz legal den Pass erwerben. Ich habe tatsächlich auch meine Staatsbürgerschaft mit Krypto gekauft. Im kleinen Pazifikstaat Vanuatu, das hat mich knapp 150.000 USDT gekostet. Davon sind 50.000 Investment in eine Kakaoplantage, das kriege ich nach vier Jahren wieder, die 100.000 sind weg. Damit habe ich eben den Pass einer kleinen, neutralen Pazifik-Nation bekommen, mit der ich hier zum Beispiel auch nach Russland eingereist bin. Ich bin gerade in Russland, als Deutscher komme ich nicht so leicht nach Russland, brauche ein relativ aufwendiges Visum. Als Vanuatu-Staatsbürger konnte ich hier ohne Befragung 90 Tage visafrei einreisen. Also selbst als Deutscher mit einem relativ starken Reisepass können einige Länder eben noch Zusatzreiseoptionen bieten und natürlich einfach eine gewisse Schutzwirkung. Also das, was ich mache mit staatenlos.ch, ist ja nicht unbedingt im Sinne der deutschen Regierung. Da muss ich natürlich immer gewahr sein, dass mir vielleicht mal irgendwie als Sanktionsmittel der Reisepass entzogen wird. Und um da ruhiger schlafen zu können, habe ich jetzt eben einen Zweitpass, mit dem ich mich dann auch, wenn mir der deutsche Pass irgendwie weggenommen wird, frei auf der Welt bewegen kann. Das ist für viele sicherlich nicht notwendig. Aber ich sehe, immer mehr Menschen haben tatsächlich Angst, dass Deutschland totalitärer wird, und dass sie sich mit einem zweiten Pass absichern wollen. Und das ist eben auch erst seit einem Jahr möglich, kommt noch dazu. Also Deutschland hat erst im Juni 2024 mehrfache Staatsbürgerschaft unbeschränkt erlaubt. Vorher war das nur unter sehr hohen Auflagen möglich oder ab Geburt oder sowas.
Interessant, spannend. Okay. Jetzt gerade als Perpetual Traveller oder die Leute, die im Allgemeinen jetzt als Staatenlose unterwegs sind, für die wird ja auch ab einem gewissen Zeitpunkt ein Scheinwohnsitz wichtig. Kannst du auch da mal kurz erklären, für die Leute, die das noch nie gehört haben, was das ist und warum man sich sowas überhaupt zulegen sollte?
Ja, also temporär am Anfang, wenn man vielleicht Deutschland verlässt, kann man oft auch noch alte deutsche Daten verwenden. Also die meisten Leute behalten irgendwie ein deutsches Bankkonto, eine deutsche Steuernummer, die hat man eh sozusagen von Geburt bis zum Tod. Und diese Nummern und Angaben kann man noch verwenden, um seine Konten und so weiter zu verifizieren. Das hat natürlich den Nachteil, dass Dinge mit Deutschland ausgetauscht werden. Das hat in der Regel aber keine Steuerpflicht zu bedeuten. Bei der Steuerpflicht kommt es eben immer auf die tatsächlichen Fakten an: Habe ich die Schlüsselgewalt zu einer Wohnung, kann ich da die ganze Zeit wohnen? Wenn ich einfach nur irgendeine Adresse in einem Dokument hinterlegt habe, ist das unproblematisch. Dennoch macht es mittelfristig Sinn, das eben in einem anderen Land zu haben, um einen Austausch zu vermeiden und auch einfach neue Möglichkeiten zu haben. Scheinwohnsitz heißt ganz einfach, ich habe halt eine Adresse, eine Verbrauchsrechnung, ich habe eine Steuernummer, vielleicht auch eine Aufenthaltsgenehmigung in einem Land, die es mir dann eben ermöglicht, mich bei den ganzen Plattformen zu verifizieren. Und je nach Land gibt es dann natürlich auch unterschiedliche, sage ich mal, Wertigkeiten. Gerade typische Steueroasen sind nicht so gut. Wer zum Beispiel in Dubai ansässig ist, wird das kennen. Dubai war lange Zeit auf der schwarzen Liste, irgendwie für Geldwäsche und auch als Steueroase. Und mit Dubai-Wohnsitz hat man auf einmal ganz wenige Möglichkeiten, außerhalb von Dubai Banken zu öffnen. Das gleiche Thema stellt sich mit Panama oder anderen Steueroasen. Das heißt, oft ist es besser, tatsächlich in Hochsteuerländern so eine Art Scheinwohnsitz zu haben, weil man damit dann deutlich mehr Möglichkeiten hat, gewisse Dinge zu verifizieren. Ich habe zum Beispiel Lösungen in Thailand, in Deutschland, in Zypern und in Dubai. Und mit diesen vier quasi Adressen in verschiedenen Weltregionen kann ich eigentlich jede Plattform, jedes Investment, jedes Bankkonto auf der Welt aufmachen.
Okay. Bringt das denn irgendwelche Nachteile, wenn man einen Scheinwohnsitz hat? Also geht das mit Pflichten einher oder ähnliches?
Ja, das geht natürlich mit gewissen Kosten einher, um dann vielleicht Wohnungen am Laufen zu halten. Aber in der Regel musst du ja noch nicht mal eine eigene Wohnung mieten oder kaufen. Du kannst vielleicht über Freunde, Bekannte irgendwie eine Internetrechnung auf deren Namen laufen lassen, umschreiben und die zahlen. Oder es gibt auch gewisse Länder, wo es Services gibt, die dir sowas anbieten. Du kannst natürlich vielleicht auch mit der Zeit irgendwie dein Immobilienportfolio aufbauen, du hast eine eigene Wohnung, die dir sowas bietet. Das ist natürlich immer mit einem gewissen Aufwand verbunden. Aber so eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Steuernummer, die holt man sich einmal und dann hat man sie.
Und was sind denn so die beliebtesten Länder für einen Scheinwohnsitz? Also gibt es da so ein paar Favoriten, die sich besonders gut für sowas anbieten?
Also sehr beliebt sind zum Beispiel auch andere EU-Länder wie Spanien. Also in Spanien ist man zum Beispiel durch eine Wohnung nicht automatisch steuerpflichtig. Also selbst wenn man in seiner eigenen Finca auf Mallorca sechs Monate lebt, löst das keine Steuerpflicht aus. Viele mieten sich einfach eine Wohnung in Spanien günstig und haben dann eine Adresse mit Verbrauchsrechnung, holen sich in Spanien die NIE-Nummer, das ist so eine Art Steuernummer für Ausländer, die sie dann aber international als Steuernummer auch verwenden können für ihre Compliance. Ja, außerhalb der EU ist zum Beispiel Thailand sehr beliebt, wo man eben auch sehr günstig Wohnungen anmieten kann oder anderweitig sich irgendwelche Nachweise beschaffen kann, auch die Steuernummer durchaus möglich ist. Natürlich können dann auch die ganzen Steueroasen infrage kommen, sowas wie Paraguay, was sehr beliebt ist, wo wir dann auch selber gewisse Services anbieten. Da muss man halt immer schauen, ob dieses Land dann auch für das, was man machen möchte, ausreicht. Ja, Paraguay ist zum Beispiel nicht so anerkannt, zum Beispiel bei europäischen Banken. Aber wenn ich Bankkonten eh außerhalb der EU haben will, dann reicht das völlig aus.
Okay, und ist denn eine eigene Wohnung da als Scheinwohnsitz Pflicht, oder reicht es tatsächlich aus, dass man einfach nur die Internetrechnung von irgendeinem Bekannten in einem anderen Land hat?
Es geht immer darum, eben diese Adresse verifizieren zu können. Und oft gibt es natürlich einfachere Wege, als sich eine Wohnung zu mieten oder gar zu kaufen, durchaus legal. Also wenn ich jetzt irgendwie meinem Freund seine Internetrechnung auf meinen Namen bezahle, ist das kreativ, aber es ist nicht illegal. Es ist eine richtige Verbrauchsrechnung, die richtig bezahlt wird, nur wohne ich halt nicht tatsächlich in der Wohnung.
Okay, interessant. Thema SIM-Karten: Ich meine, du bist jetzt überall unterwegs und auch momentan wieder auf Reisen. Wie machst denn du das mit dem Internet? Du benutzt wahrscheinlich nicht nur das WLAN, sondern auch unterwegs das Internet. Bist du dann regelmäßig deine SIM-Karten am Austauschen? Benutzt du eSIMs, oder wie genau machst du das?
Tatsächlich habe ich hier in Russland das erste Mal seit mehreren Jahren wieder eine physische SIM, weil das Land ja komplett sanktioniert ist und sämtliche ausländische SIM-Karten hier offensichtlich nicht funktionieren. Normalerweise habe ich aber eine deutsche SIM-Karte, die mir in der ganzen EU Roaming, Internet, Telefon, SMS gibt, wo die SMS, das ist ja gerade auch für Kryptobörsen und so weiter wichtig, weltweit zugestellt werden, also auch außerhalb der EU. Und ich arbeite dann mit elektronischen SIM-Karten. Es gibt ja so Apps wie Airalo zum Beispiel als eSIM-Anbieter, wo du länderspezifisch oder auch für Regionen oder sogar weltweit quasi deine SIM-Karte hast. Das ist dann vielleicht leicht teurer als eine physische SIM-Karte, aber damit hast du quasi immer in Sekundenschnelle sofort bei Touchdown am Flughafen Internet im entsprechenden Land. Zusätzlich habe ich seit gewisser Zeit auch einen Starlink-Terminal bei mir, den Starlink Mini. Der ist ja doch recht klein und leicht geworden, kann man problemlos mitnehmen und dann auch in sehr entlegenen Regionen Internet haben. Im November war ich in der Antarktis auf dem Kontinent, eine Woche, von Kapstadt runtergeflogen. Da gibt es natürlich keinen Mobilfunk, aber mit Starlink konnte ich mich dann trotzdem mit der Welt vernetzen.
Spannend. Also das mit Starlink ist eine coole Sache, definitiv. Wahrscheinlich auch für deinen Camper-Van das Ideale, das Ding aufs Dach packen, oder?
Ja, richtig. Starlink braucht relativ viel Strom, aber es gibt die Möglichkeit, wenn man weiß, wie es geht, Starlink circa vier Stunden mit einer richtigen Powerbank zu betreiben. Also dann auch komplett ohne feste Steckdose.
Wow, cool. Gut, dann lass uns jetzt mal zu LLCs in den USA kommen. Das ist ja auch etwas, wofür du relativ stark bekannt bist, dass du da im Allgemeinen einfach ein Verfechter davon bist oder einfach denkst, das bringt viele Vorteile gegenüber anderen Modellen. Was sind denn so die primären Vorteile von einer LLC in den USA im Vergleich zu irgendwelchen anderen Modellen im Ausland?
Ja, also ich meine, es gibt auch andere Jurisdiktionen, wo man eine steuerfreie, buchhaltungsfreie, anonyme Firma gründen kann, aber in der Regel geht das dann einher mit einer sehr schlechten Anerkennung, mit schlechten Bankkonten und vor allem teuren Bankkonten, teuren Zahlungslösungen, so Sachen wie PayPal, Stripe, andere Sachen kann man dann halt nicht nutzen. Bei der LLC halt schon, das heißt, wir haben eine relativ hohe Anerkennung, die vielleicht gerade durch Trump etwas Schaden nimmt, aber dennoch noch relativ hoch ist weltweit. Wir haben sehr gute Bankkonten, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, die wir eröffnen können, also zum Beispiel im SEPA-Raum. Wir haben vernünftige Zahlungsanbindungen, können verschiedene Plattformen nutzen, haben aber trotzdem diese ganzen Vorteile, sind potenziell anonym, potenziell steuerfrei, potenziell buchhaltungsfrei. Wesentlich bei der LLC ist, dass man in einem steuerfreien Land lebt oder in gar keinem Land lebt, dann wird quasi die Besteuerung auf die Privatperson durchgereicht und man ist entsprechend steuerfrei. Das ist auch nicht nur in den USA so, das ist tatsächlich in allen englischsprachigen Ländern so. Also ähnliche Modelle gibt es auch in Kanada, in England, in Malta, in Zypern, in Singapur, in Neuseeland, in Südafrika und so weiter. Das ist nicht so beliebt, weil es dann oft Hürden gibt, man braucht teilweise einen Mitgesellschafter-Partner vor Ort, man hat zwingende Buchhaltung, das hat man halt alles in den USA nicht. Deswegen sind einfach die USA gleich mal am beliebtesten, weil sie auch am schnellsten gründen, die geringsten Kosten haben und so weiter. Aber man kann durchaus das gleiche Modell auch in Neuseeland fahren. Das kostet dann fünfmal so viel, aber dann hat man eine relativ seltene, komplett steuerfreie neuseeländische Partnerschafts-Firma.
Okay. Was sind denn deiner Meinung nach die primären Vorteile von einer LLC in Florida zu einer beispielsweise OÜ in Estland? Gibt es da wesentliche Unterschiede?
Ja, vor allem ist es ja die steuerliche Einstufung. Die LLC ist eben quasi ein Hybrid aus Kapitalgesellschaft, gesellschaftsrechtlich, also haftungsbeschränkt, aber steuerrechtlich Personengesellschaft. Das heißt, wir werden nicht mit Körperschaftsteuer besteuert, sondern mit der Einkommensteuer dort, wo wir leben. Estland ist eine Kapitalgesellschaft, eine ganz normale GmbH, die dann entsprechend natürlich die Körperschaftsteuer des Landes zahlen muss, wo sie registriert ist. Und das kann sich halt auch regelmäßig ändern. In Estland wurden gerade dieses Jahr und auch letztes Jahr, sag ich mal, Steuererhöhungen beschlossen. Früher hatte man 20 Prozent bei Ausschüttung, jetzt sind es 24 Prozent. Mittlerweile gibt es sogar eine Steuer, die man zahlen muss, wenn man nicht ausschüttet, zwei Prozent im Jahr. Estland hatte lange Zeit ein steuerfreies Gehalt, also man konnte sich quasi das Geld steuerfrei per Gehalt entnehmen, und auch das wurde mittlerweile zumindest eingeschränkt. Das heißt, man kann sich jetzt nicht mehr Unsummen irgendwie als Gehalt auszahlen, sondern man muss irgendwie den offiziellen Weg gehen und immer ein bisschen Steuern abdrücken. Estland ist immer noch keine schlechte Lösung innerhalb der EU. Für manche Sonderfälle, zum Beispiel, wenn es um Doppelbesteuerungsabkommen und Quellensteuern geht, wäre es eine bessere Lösung als die LLC. Aber im Großen und Ganzen hat man einfach, sag ich mal, die ganzen Regulierungsnachteile, die sich in der EU durch Firmen ergeben.
Bekommt man denn mit einer LLC in Florida oder in den USA nach wie vor problemlos Bankkonten? Und ich frage deshalb, weil ich beispielsweise erst vor ein paar Wochen mitbekommen habe, dass ein Kumpel von mir Probleme hatte mit seinem Wise-Account, glaube ich, mit seiner LLC in den USA. Wird die Regulierung beziehungsweise Regulation, KYC und so weiter gerade immer strenger und deshalb ein bisschen problematisch, oder denkst du, nach wie vor problemlos möglich?
Ich sage mal, man muss natürlich mit den regulatorischen Anforderungen Schritt halten und muss wissen, wie man damit umzugehen hat. Probleme bekommen in der Regel die Leute, die wirklich billig LLCs gründen. Das heißt, über den Registered Agent für 200 Dollar in den USA ihre eigene LLC aufmachen, aber eben zum Beispiel eine Registered-Agent-Adresse, wo 10.000 LLCs plus gleichzeitig gemeldet sind, ist halt bei den meisten Banken nicht mehr zulässig. Also du brauchst eine richtige Büroadresse, die wir zum Beispiel unseren Kunden zur Verfügung stellen, und dann ist schon mal ein Problem, sage ich mal, weniger. Bei Wise ging es zum Beispiel, da geht es immer noch um die Handelsadresse. Da gibt es viele verschiedene Wege, diese Handelsadresse nachzuweisen. Es ist relativ unlogisch, weshalb den meisten Leuten eben das Konto gesperrt wurde. Unseren Kunden haben wir halt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, sodass 95 Prozent, schätze ich, ihr Wise-Konto trotz der Probleme behalten konnten. Wir selbst arbeiten ja auch aktiv daran, neue, sage ich mal, Banken zu erschließen. Wir haben eine Liste von über 50 Banken für unsere Kunden, die möglich sind. Wir haben mit mehreren Banken Partnerschaftsabkommen, wo unsere Kunden besonders einfach dann zum Beispiel auch Bankkonten eröffnen können. Also ja, es ist einerseits zwar schwieriger geworden, andererseits gibt es über die letzten Jahre, die wir diese LLC-Gründungsverwaltung haben, deutlich, deutlich mehr Möglichkeiten, und jedes Jahr kommen auch neue Möglichkeiten dazu. Also an sich würde ich sagen, es ist eher einfacher geworden, sofern man weiß, was man tut.
Bietet sich eine LLC in den USA auch für Investments an, und falls ja, für welche, was sind da die Vorteile, wenn man sowas macht?
Ja, also es kommt darauf an, wo man investieren will. Für US-Investments ja, für Nicht-US-Investments in der Regel nicht, weil das regulatorisch nicht möglich ist. Das habt ihr sicherlich schon mal gesehen, wenn ihr euch auf irgendeiner Kryptobörse oder einem Broker oder ähnlichem anmeldet, mit US-IP-Adresse, kommt sofort ein großes Pop-up, nicht zulässig. Wegen dieser schweren US-Regulierung bezüglich Informationsaustausch und Kapitalmarktrechten und so weiter kann man die LLC in der Regel nur für US-Investments verwenden. Also wenn man jetzt zum Beispiel Krypto mit einer US-LLC machen will, dezentral kein Problem, aber als zentralisierte Börse bleibt einem faktisch nur Coinbase oder Kraken, weil das andere geht nicht. Da ist man dann halt schon ein bisschen eingeschränkt in der Nutzung. Kann das aber problemlos machen, und es gibt natürlich recht spannende US-Investments, die man dann eben nur mit einer US-LLC eingehen kann.
Okay, verstehe. Was muss man dann beachten, wenn man mit einer LLC in den USA Mitarbeiter einstellt, jetzt gerade wegen dem Auslösen von Betriebsstätten oder ähnlichem? Was würdest du da für konkrete Tipps geben?
Ja, ich meine, man kann das so machen wie ich. Ich habe auch mehrere Vollzeitmitarbeiter, die sind halt alle remote, die sind selber steuerfrei, sind selber Perpetual Traveller, arbeiten aus allen möglichen Ländern der Welt auf Touristenstatus. Die kriegen ihr Geld von mir überwiesen und das war's. Ohne Gefahr für mich, ohne Steuern für sie. Wenn das nicht in Frage kommt, muss man das in der Regel anders lösen. Man kann natürlich Freelancer ohne Probleme haben, auch in Deutschland. Wenn man Festangestellte haben will, wird es kniffliger. Die LLC, das ist eine US-Firma, sie hat aber kein Doppelbesteuerungsabkommen, weil sie steuerfrei ist, weil sie als Non-Resident-Firma gilt. Immer wenn es kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, wird quasi jeder Mitarbeiter im Ausland automatisch zur Betriebsstätte und macht meine LLC dort steuerpflichtig. Das ist nicht der Fall, wenn es ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt. Also habe ich zum Beispiel eine Estland-Firma, dann kann ich problemlos Leute im Homeoffice in Deutschland anstellen, ohne dass das eine Betriebsstätte auslöst. Genau das kann aber die Lösung sein. Viele unserer Kunden gründen eben zum Beispiel eine Firma in der EU, meistens nehmen wir Bulgarien, weil das ja günstig und unkompliziert ist. Diese bulgarische Firma stellt dann die Mitarbeiter in Deutschland im Homeoffice ein und verrechnet die Kosten einfach mit der LLC. Dann zahlt die LLC einfach die Bulgarien-Firma, die stellt die Mitarbeiter ein, macht noch einen kleinen Gewinn und das war's. Man kann auch über spezialisierte Agenturen gehen, sogenannte Employer of Records. Das sind dann quasi einfach Payroll-Dienstleister, die den Mitarbeiter quasi in deinem Auftrag einstellen für eine gewisse Gebühr. Das sind zwei oder drei typische Wege, die man gehen kann. Sonst natürlich das Thema Scheinselbstständigkeit. Scheinselbstständigkeit ist eben auch eine Gefahr, dass du eine Betriebsstätte auslöst. Das kann man umgehen, indem man den Scheinselbstständigen quasi von mehreren Firmen bezahlt. Also angenommen, du hast vielleicht nicht nur eine LLC, sondern zwei, dann zahlst du den halt von zwei oder drei LLCs, oder vielleicht auch von LLCs von Freunden oder sowas. Wenn er Geld von mehreren Leuten erhält, ist er eben in der Regel nicht mehr scheinselbstständig.
Spannend. Okay, das ist ein interessanter Tipp. Jetzt habe ich auf deiner Webseite gelesen, Thema Buchhaltung und Einnahmenüberschussrechnung, das ist empfehlenswert, muss man allerdings nicht einreichen. Also, ja, muss man alles nicht einreichen. Ich vermute mal, dass damit die Steuererklärung gemeint ist, richtig, dass man quasi einmal pro Jahr sowas abgibt. Gibt es denn irgendwelche Vorteile, wenn man das trotzdem macht, also wenn man sich die Arbeit antut?
Ja, also ich meine, die LLC hat offiziell eine Buchhaltungs- und Aufzeichnungspflicht, aber keine Einreichungspflicht, wie du schon sagtest. Und es wird aber faktisch nicht abgefragt. Also grundsätzlich sagen wir, keine Buchhaltungspflicht, man braucht keinen Steuerberater. Wenn man irgendwas einreichen will, dann kann man das auch selber machen, relativ einfach. Es kann gerade als Perpetual Traveller Sinn machen, freiwillig die Buchhaltung zu machen und eine Steuererklärung einzureichen. Steuererklärung heißt nicht, dass man Steuern zahlen muss, es ist dann einfach ein offizielles Dokument, das das Einkommen der LLC angibt. Das kann gerade im Investmentkontext relevant sein, wenn ich jetzt zum Beispiel stark in Immobilien, gerade in Europa, investieren will. Dann geht das heutzutage in manchen Ländern wie Spanien nur noch, wenn ich dem Notar einen Einkommens- oder Vermögensnachweis gebe. Ja, und ich habe halt keinen offiziellen Vermögensnachweis, keine Steuererklärung als normaler Perpetual Traveller. Und da kann diese LLC-Steuererklärung halt Wunder wirken und mir dann doch mein Immobilieninvestment ermöglichen zum Beispiel. Das ist ein relativ starkes Randthema. Ich bin selbst in sehr vielen Firmen und Projekten investiert, habe selbst sowas noch nie gebraucht, aber in gewissem Kontext kann das eben notwendig sein.
Ist das auch etwas, wo ihr eure Kunden entsprechend unterstützt? Also gibt es da Vorlagen zu, wie man sowas entsprechend macht?
Wir haben sehr ausführliche Compliance-Unterlagen für unsere Kunden, die genau sagen, in dem und dem Fall musst du das und das einreichen und in dem und dem Fall nicht, inklusive ausführlichen Ausfüllhilfen. Also man kann das relativ einfach selber machen, braucht dafür keinen Steuerberater. Wenn man unbedingt einen Steuerberater haben will, haben wir natürlich auch entsprechende Partnerschaften mit US-Steuerberatern.
Okay. Und jetzt gibt es ja noch zusätzlich die Option, mit einer LLC in den USA Bonität aufzubauen. Warum sollte, also welche Vorteile bringt das, wenn man das tatsächlich macht?
Ja, es gibt das quasi in zwei verschiedenen Varianten. Also ich baue mir einen Credit Score auf, einerseits, um die relativ guten Karten zur Reiseoptimierung in den USA zu bekommen, womit ich dann halt deutlich schneller irgendwie Meilen sammle und günstiger Business und First Class fliegen kann. Und es gibt den Weg, darüber potenziell sogar zinsfreie oder sehr zinsgünstige Darlehen zu bekommen, in einem durchaus höheren Bereich, um dann halt schneller irgendwie mein Vermögen aufzubauen, indem ich da zum Beispiel in Immobilien und Ähnliches investiere. Für beides brauche ich nicht nur die LLC mit der Firmensteuernummer, sondern auch eine private Steuernummer, weil dann an diese private Steuernummer eben die Bonität gekoppelt ist. Ich brauche auch eine private Wohnadresse. Das muss wiederum nicht eine wirkliche Wohnung sein, da gibt es auch andere Lösungen. Und wenn ich das alles habe, dann muss ich Bankkonten öffnen, Geschäftskonten, Privatkonten, die eben mit dieser ITIN, mit dieser persönlichen Steuernummer verknüpft sind, Geld hin und her schieben und nach und nach eben einen Credit Score aufbauen. Und dann kann ich nach einer gewissen Zeit eben zum Beispiel Kreditkarten beantragen. Ein guter Freund von mir ist darauf spezialisiert, der bietet auch ein Coaching an für unsere Kunden, wie man eben das US-Kreditkartensystem ausnutzt, um die ganze Zeit kostenlos durch die Welt zu jetten.
Sehr spannend. Okay. Gut, dann wechseln wir mal von LLCs in den USA zum Thema gemeinnützige Vereine in Österreich und der Schweiz. Denkst du, das ist ein sinnvolles Tool, nicht nur für Auswanderer, sondern auch für Sesshafte? Und falls ja, für welche Zwecke macht denn sowas tatsächlich Sinn?
Also wir haben das tatsächlich die letzten Jahre kaum noch empfohlen, eher davon abgeraten, einfach weil die einer zunehmenden Verfolgung gerade in Österreich ausgesetzt sind. Allein letztes Jahr wurden über 3000 gemeinnützige Vereine in Österreich von den Behörden zugemacht, weil die mittlerweile halt mitbekommen haben, dass das oft zur Steuerhinterziehung benutzt wird. Der Trick in Österreich ist eigentlich der folgende: In Österreich ist ein Verein automatisch gemeinnützig, aber eigentlich natürlich nur für gemeinnützige Sachen. Viele Leute gründen jetzt einen gemeinnützigen Verein und machen darüber nicht gemeinnützige, profitable Geschäfte und meinen, das nicht versteuern zu müssen. Und das fliegt den meisten Leuten mittlerweile um die Ohren. Insofern machen wir das relativ selten. Wenn wir Vereine machen, dann in der Regel rein zum Zweck, zum Beispiel die Wegzugsbesteuerung zu vermeiden, weil ein Verein hat halt keine Eigentümer, der gehört sich sozusagen selbst, und wenn er jetzt irgendwelche Anteile an GmbHs hält, ist man zum Beispiel die Wegzugsbesteuerung und ein paar andere Sachen los. Dafür kann das Sinn machen. Es kann einen gewissen Sinn machen auch zum Beispiel für Krypto-Projekte. Hin und wieder machen wir mal einen Schweizer Verein im Kanton Zug oder sowas und darüber so ein bisschen aus so einer Non-Profit-Organisation gewisse Krypto-Projekte gerade in der Anfangsphase oder eher dezentrale Sachen verwalten. Aber grundsätzlich bin ich nicht so der Vereins-Fan. Wir machen dann eher Genossenschaften in Deutschland zum Beispiel, die einfach steuerlich deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten geben.
Okay, gut, dann kommen wir jetzt noch zu den letzten zwei Themen. Also ein Thema, was mir definitiv selber auch aufgefallen ist, Thema Auswandertrends, dass einerseits sehr viele Leute beispielsweise nach Dubai auswandern oder auch beispielsweise nach Zypern auswandern. Würdest du Stand heute noch Dubai empfehlen?
Ja, also es kommt darauf an, was man in Dubai machen will. Ich hatte selbst drei Jahre den Dubai-Wohnsitz, gesponsert von der Freizone-Firma. Wir haben auch eine Wohnung in Dubai seit drei Jahren, meine Partnerin lebt dort, ihr Sohn geht dort zur Schule. Dubai ist sozusagen meine Homebase, kann man sagen, auch wenn ich vielleicht sechs bis acht Wochen im Januar dort bin. Ich mache Dubai eigentlich ganz gern, es ist sehr convenient. Jeder Unternehmer, der sich wirklich auf sein Business konzentrieren will, ist, glaube ich, in Dubai weltweit mit am besten aufgehoben. Es ist zwar relativ teuer, was irgendwie Wohnen angeht, oder wenn man jetzt irgendwie ein Highlife-Leben führen will, aber man hat halt auch extrem viele Services, man kann sich praktisch alles nach Hause bestellen, verliert extrem wenig Zeit, wenn man dort ist, und das hat eben schon sehr, sehr viele Vorteile. Es ist sehr convenient natürlich auch als Base für mich, der durch die ganze Welt reist, ich kann immer wieder leicht und bequem nach Dubai kommen. Ich würde sagen, ein Dubai-Visum ist aber überschätzt. In der Regel gibt es relativ wenige Vorteile. Ein Visum hat mir eigentlich den Vorteil geboten, ein Bankkonto zu öffnen, aber ehrlich gesagt, die Banken in Dubai sind nicht so toll, da gibt es deutlich bessere Optionen anderswo auf der Welt, und wenn ich jetzt eh nur ein, zwei Monate in Dubai bin, kann ich das auf Touristenvisum tun und dafür brauche ich kein Visum.
Das ist ja eben keine lebenslange Aufenthaltsgenehmigung wie in Paraguay, sondern es ist ein Visum für zwei, drei Jahre, es sei denn, ich habe irgendwie eine teure Immobilie und habe mir gleich so ein Golden Visa geholt. Also im Regelfall, wenn Leute einfach nur einen Wohnsitz haben wollen, rate ich ihnen mittlerweile von Dubai ab, weil das kostet irgendwie die 10.000 Euro, so einen Dubai-Status im Jahr aufrechtzuerhalten. Vielleicht auch noch kurz dazu: Als ich mit Dubai vor vier Jahren angefangen habe, war Dubai eben noch komplett steuer- und buchhaltungsfrei. Dann wurde relativ kurz danach die Körperschaftsteuer eingeführt. Die greift nicht sofort, die greift erst ab mehreren hunderttausend Umsatz oder Gewinn, aber sie geht mit einer verpflichtenden Buchhaltung einher und mit einem verpflichtenden Audit. Ich musste dann letztes Jahr zum ersten Mal durch dieses Audit durch. Obwohl ich die Firma nicht benutzt habe, musste ich über 100 Unterschriften leisten und habe locker 10 Stunden Zeit verloren. Danach wollte ich die Firma loswerden, ich habe sie mittlerweile an den Kunden verschenkt. Ich wollte die Firma so panisch loswerden, dass ich sie kostenlos verschenkt habe. Also ich würde Dubai-Firmen nicht mehr wirklich empfehlen, weil das mit sehr viel Bürokratie einhergeht.
Spannend, okay. Würdest du Stand heute noch Zypern empfehlen, weil das aktuell zumindest ein sehr beliebter Ort ist?
Zypern würde ich schon empfehlen. Das hat eben eine etwas andere Anwendung als jetzt Dubai oder auch die LLCs. Ja, also Zypern gerade als Wohnort ist sicherlich noch eine der besten Möglichkeiten steuerlich in der EU. Kommt aber darauf an, für wen. Also ich habe auch schon vielen Leuten geholfen, aus Zypern wieder auszuwandern und auf ein eher günstigeres, flexibleres Setup ohne Wohnsitz mit der LLC umzusatteln. Aber für viele Personengruppen kann eben dieser Zypern-Wohnsitz Sinn machen. Einerseits für Leute, die natürlich länger an einem Ort bleiben wollen, die, sag ich mal, mehr als ein halbes Jahr irgendwo leben wollen, irgendwo steuerpflichtig werden. Dafür ist es einfach einer der besten Steuerwohnsitze in Europa, keine Frage. Dann bietet es aber eben auch deutlich mehr Schutz als jetzt als Perpetual Traveller. Also in meinen Augen ist dieses ganze Wohnsitzlose komplett legal, ist auch keine Grauzone, aber man hat natürlich weniger Schutzwirkung, als wenn man in einem Land in der EU lebt, mit Steuererklärung, Steuerwohnsitz, Doppelbesteuerungsabkommen zu Deutschland und so weiter. Weil dieses Doppelbesteuerungsabkommen mich schon vor gewissen Punkten abschirmt. Also gerade Leuten, die noch viel in Deutschland sind, vielleicht auch physisch vor Ort in Deutschland arbeiten, denen tut zum Beispiel ein Zypern-Steuerwohnsitz besser als ein reines PT-Setup. Oder immer dann, wenn es um Doppelbesteuerungsabkommen geht, zum Beispiel Leute, die Software oder Apps, Musik, was auch immer, in den USA vertreiben, da wird immer eine hohe Quellensteuer von 30 Prozent fällig, auch bei einer LLC, die als Non-Resident gilt. Über eine Zypern-Firma hat man gar keine Quellensteuer zum Beispiel. Also es gibt so ein paar Sonderfälle, wo eine Firmengründung in Zypern dann tatsächlich effektiv besser sein kann als so ein komplett flexibles LLC-Setup.
Interessant. Gibt es denn außerhalb von Dubai und Zypern noch andere Auswandertrends, die dir persönlich aufgefallen sind?
Ja, es ist relativ spannend, dass es immer mehr Länder gibt, die einerseits relativ spannende Investoren-Visa anbieten. Fast jede Woche kommt mittlerweile ein Land dazu. Und immer mehr Länder, die vorteilhafte Steuerprogramme für Ausländer anbieten. Gerade in Europa ist das ja auch schon seit längeren Jahren ein Trend. Viele Leute wandern zum Beispiel steuerfrei nach Spanien aus. Es gibt das sogenannte Beckham-Gesetz in Spanien: Wenn man weiß, wie es geht, kann man relativ einfach sechs Jahre lang dauerhaft, also 365 Tage im Jahr, steuerfrei in Spanien leben. Es gibt mittlerweile sehr interessante Steuermodelle auch in Italien, in Griechenland, in Portugal, in sehr vielen anderen europäischen Ländern, womit man deutlich weniger Steuern zahlt als die Einheimischen. Das ist vielen Leuten nicht bewusst. Es gibt da schon sehr spannende Möglichkeiten. Es ist jetzt zu viel, um auf jedes Land einzugehen, aber es ist nicht so, dass da irgendwie die Möglichkeiten weniger werden, sie steigen ja.
Okay. Und wie siehst du persönlich die Entwicklung jetzt gerade im DACH-Raum, was Deutschland, Österreich und Schweiz angeht? Wie siehst du das heute und wie siehst du das in der Zukunft? Denkst du, da wird es grundsätzlich eher noch besser oder eher noch schlechter, was die Entwicklung angeht?
Ja, es wird eher schlechter, natürlich in meinen Augen, in allen Ländern. Vielleicht ändert sich das politisch mal in Österreich, vielleicht eher als in Deutschland. In der Schweiz hat man natürlich durch die direkte Demokratie so ein bisschen langsameren Verfall, würde ich sagen, aber auch die Schweiz entwickelt sich in meinen Augen in keine gute Richtung. Es geht halt einfach nur langsamer. Die Frage ist natürlich immer, wann da der Break-Even oder der Point of No Return erreicht ist, muss man abwarten. Wenn ich jetzt in Deutschland höre, die Körperschaftsteuer soll gesenkt werden, was soll das bringen, wenn irgendwie 1 Prozent jedes Jahr ab 2028 gesenkt wird? Das ist erst in vier Jahren und dann ist längst wieder eine andere Regierung an der Macht. Was viele nicht mitbekommen haben, zum Beispiel, der Gewerbesteuerhebesatz in Deutschland wurde jetzt substanziell angehoben. Also der Steuerwettbewerb innerhalb der deutschen Gemeinden wird quasi komplett vereitelt. Da habe ich gerade gestern einen Artikel zu geschrieben. Bisher konnte man in Deutschland, indem man quasi in die richtige Gemeinde gezogen ist, noch locker 5 bis 100 Prozent Steuern sparen, das geht jetzt auch nicht mehr. Also faktisch Steuererhöhung und keine Körperschaftsteuersenkung. Und viele dieser Sachen kriegen die meisten Unternehmer halt gar nicht mit. Da werden irgendwelche Themen aufgebauscht, die jetzt gar nicht so relevant sind, und nach und nach steigen die Abgaben immer höher und höher. Jetzt kommt ja wahrscheinlich noch eine Sozialversicherungspflicht für Selbstständige in Deutschland, dann kann man eben nicht mehr Kryptos kaufen, sondern muss sein Geld der Rentenkasse geben, die es im System verschwinden lässt. Und all das führt eben dazu, in meinen Augen, dass es fast nicht mehr lohnenswert ist, in Deutschland als Selbstständiger oder Unternehmer aktiv zu sein.
Und wenn man dich zwingen würde, du müsstest entweder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz dauerhaft wohnen, welches von den drei Ländern würdest du persönlich wählen?
Wahrscheinlich würde ich schon die Schweiz wählen. Die Schweiz ist mir schon recht sympathisch, wobei es eventuell durchaus Sinn machen könnte, nach Deutschland zu gehen. Das Problem in der Schweiz ist so ein bisschen die Vermögenssteuer. Die ist zwar nicht hoch, aber die führt dazu, dass man eigentlich sein Weltvermögen aufdecken müsste, was bei mir extremer bürokratischer Aufwand ist, weil ich in über 60 verschiedene Dinge oder über 100 verschiedene Dinge wahrscheinlich investiert bin und auf diesen Buchhaltungsaufwand keine Lust hätte. In Deutschland hingegen hätte ich das nicht. In Deutschland gibt es keine Vermögensteuer, es gibt eine Abgeltungssteuer, die niedriger ist als die Einkommensteuer. In Deutschland gibt es vor allem ganz gute Möglichkeiten über Stiftungskonstrukte und andere Gesellschaftsformen, die Kapitalertragsteuer sehr stark zu senken und quasi komplett steuerfrei zu thesaurieren. Also Deutschland ist, wenn man weiß, wie es geht, relativ gut, gerade wenn man mehrere Jahre im Ausland gelebt hat. Also ich könnte eigentlich mein komplettes Vermögen relativ safe ewig in Deutschland steuerfrei bekommen, indem ich jetzt eine Stiftung gründe, das Geld dort als Darlehen reingebe und in Deutschland dann einfach aus der steuerfreien Tilgung lebe. Also das ist ein typisches Setup, was wir auch für einige Kunden bauen, die nach Deutschland zurückkehren wollen.
Wenn jetzt jemand in Deutschland oder Österreich oder der Schweiz wohnt, nur Deutsch spricht und ziemlich Respekt hat vor dem Auswandern, weil man eben nur Deutsch spricht, gibt es denn irgendwelche Länder, wo du sagen würdest, hey, wenn du auch weiterhin nur Deutsch sprechen willst, weil, keine Ahnung, Fremdsprachen, das fängst du jetzt mit 70 Jahren nicht mehr an, gibt es denn irgendwelche Länder, wo du sagst, hey, da gibt es ganz viele große deutsche Communities, da fühlst du dich wahrscheinlich am wohlsten?
Ich meine, viele europäische Länder natürlich. Viele können natürlich nach Italien, nach Südtirol gehen. Gerade wenn man alt ist, Italien bietet zum Beispiel eine sehr attraktive Rentenbesteuerung, wo nur 7 Prozent der Rente besteuert werden, wenn es in Süditalien ist, aber dennoch kann Italien interessant sein. Es gibt natürlich auch Länder wie Spanien, Griechenland, Türkei, wo es doch relativ viele deutschsprachige Communities gibt, oder auch der Balkan und Ähnliches. International ist es natürlich ein bisschen schwieriger, aber auch da gibt es halt einfach sehr beliebte Länder für Rentner, wie zum Beispiel Thailand oder Ähnliches, wo es so eine Masse an Deutschsprachigen gibt, dass man sich da durchaus in gewissen Communities wohlfühlen kann. Und ich glaube, Englisch lernen ist jetzt nicht so schwierig, das kriegt man auch mit 80 noch hin.
Das sagst du, der mehrere Sprachen spricht, ja. Also ich weiß nicht, ob da, gut, man muss wahrscheinlich nur offen dafür sein, ja, da gebe ich dir vollkommen recht.
Man kann sich ja auch mit Händen und Füßen verständigen. Man muss natürlich ein bisschen aufpassen, man ist eben limitiert. Es gibt ja den schönen Spruch, man fürchte sich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind. Also man wird halt in vielen Ländern, auch Paraguay und Dominikanische Republik und Thailand, gern von anderen Auswanderern übers Ohr gehauen und zahlt dann fünfmal so viel für die Immobilie, wie sie eigentlich wert ist. Das ist natürlich, gerade wenn man da nur Deutsch spricht, ein ungutes Abhängigkeitsverhältnis, da sollte man wirklich stark drauf schauen, auf wen man sich einlässt. Da ist man natürlich mit Englisch oder gar der Landessprache doch deutlich flexibler.
Gut, dann vielleicht noch eine Frage, die jetzt wahrscheinlich sehr speziell für meine Krypto-Community ist. Wenn man jetzt beispielsweise mit Krypto ordentlich Gewinne gemacht hat, sagen wir mal in Deutschland, man ist nach der einjährigen Haltefrist und überlegt sich, künftig von Krypto zu leben und sich jetzt irgendwo, es ist nicht als Staatenloser, sondern tatsächlich irgendwo niederzulassen, was sind denn so beliebte Länder gerade für Leute, die sehr stark in Krypto investiert sind?
Die große Frage ist immer, ob ich die Kryptos langfristig halte oder eben aktiv trade. Wenn ich langfristig halte, gibt es auch in Europa etliche Länder, die relativ interessant sind. Wenn ich jetzt aktiver trade, sage ich mal, wird es deutlich weniger. Ein Land, was viele nicht kennen, was von vielen unterschätzt wird, ist zum Beispiel Kroatien, was eine recht hohe Lebensqualität in meinen Augen bietet. In Kroatien sind Krypto-Erträge steuerfrei, wenn zwischen den Kryptowährungen getradet wird. Sie sind auch steuerfrei nach einer Haltefrist von zwei Jahren, und alles darunter zahlt man nur 10 Prozent. Also das ist zum Beispiel relativ übergreifend eine gute Möglichkeit. Das Problem ist, in vielen Ländern in Europa sind zwar langfristige Krypto-Erträge steuerfrei, zum Beispiel Belgien, aber wenn man anfängt zu traden, hast du gleich 55 Prozent Einkommensteuer. Ja, also eben dieses gewerbliche Trading ist eben ein Thema, was man sich anschauen muss. Hat man zum Beispiel auch in der Schweiz. Für mich ist die Schweiz ein guter Standort für Krypto, aber wenn man anfängt, gewerblich zu traden, hat man Einkommensteuer und Sozialversicherung. Kann man dann irgendwie eine GmbH hinzugründen, hat man 11 Prozent Körperschaftsteuer, sicherlich besser, aber eben auch nicht ideal. Ja, also man muss halt stark schauen, was man in Krypto macht. Ich meine, Krypto bildet ja so viele andere Möglichkeiten, Staking und Liquidity Mining und Mining. Am besten ist man natürlich grundsätzlich in einem Land unterwegs, was gar nichts davon besteuert, also in der Regel komplett steuerfrei ist, wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Dubai, oder auf Auslandseinkommen steuerfrei ist. Georgien ist zum Beispiel da ein ganz interessantes Land, was noch halbwegs in Europa ist, oder eben internationale Lösungen. El Salvador, sehr, sehr kryptofreundlich. Costa Rica, Panama, Thailand, Philippinen, das sind alles Länder, die zum Beispiel dafür in Frage kommen könnten.
Gut, Christoph, ich habe in einem Interview gehört, dass du noch nie in deinem Leben Einkommensteuer gezahlt hast. Ist das korrekt?
Das ist korrekt. Ja, ich war tatsächlich nie wirklich in meinem Leben angestellt oder groß selbstständig. Als ich hier studiert habe, habe ich so ein bisschen als Copywriter gearbeitet, aber immer halt in Höhe des deutschen Steuerfreibetrages. Und dann habe ich mich bereits im Studium aus Deutschland abgemeldet und quasi aus dem Ausland heraus direkt mein Unternehmen aufgebaut. Das heißt, ich kann durchaus behaupten, nie direkte Steuern, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Co. bezahlt zu haben. Aber ich bin natürlich durch meinen relativ teuren Lebensstil doch, sage ich mal, mit einer sehr hohen Umsatz- und Konsumsteuerbelastung gestraft. Aber das finde ich eigentlich auch recht fair, weil das natürlich dann den Ländern zugutekommt, wo ich die Gelder ausgebe. Also an sich kann man nicht sagen, dass ich mich jetzt irgendwie durch die Länder schmarotze, sondern wahrscheinlich zahle ich doch recht viele Steuern im Vergleich zu anderen Personen.
Okay, jetzt würden wahrscheinlich irgendwelche Kritiker sagen, ja, aber Christoph, du benutzt doch die Straßen, du benutzt die Infrastruktur und so weiter. Wie siehst du das persönlich? Weil dadurch würde das ja eigentlich dann durch das Steuergeld entsprechend finanziert.
Ja, das habe ich ja gerade gesagt, das sind die indirekten Steuern, die ja durchaus nicht wenig sind. Also angenommen, ich habe letztes Jahr 120 Flüge gehabt, für jeden Flug kannst du mehrere hundert Euro Steuern und andere Abgaben, die an den Staat gehen, rechnen. Das ist relativ viel Geld. Ja, und ich meine, alles, was ich kaufe, hat Umsatzsteuer und oft noch etliche andere Steuern, die darauf kommen. Und das ist vielen Leuten ja gar nicht bewusst. Vielen Leuten ist ja nicht bewusst, wenn sie was kaufen, ist das nicht nur eine Umsatzsteuer, das ist dann auch die Lohnsteuer des Angestellten, der dir das verkauft, das ist die Körperschaftsteuer des Unternehmers, der das Geschäft führt, und auch noch seine Einkommensteuer. Jedes, alles, was du kaufst, ist eigentlich x-mal besteuert, und das zahlst du, weil du es kaufst, eben sozusagen auch mit. Also dieses, sag ich mal, Argument lasse ich nicht gelten. Davon abgesehen sind Steuern ohnehin Raub. Aber ich kann jetzt auch nicht als Mönch in der Pampa leben, irgendwas will ich mir schon mal kaufen.
Na klar. Jetzt hast du im Allgemeinen, was Steuern angeht und auch bei anderen Themen, ich sag mal, teilweise auch sehr, zumindest, ja, ich würde mal sagen, teilweise eher kontroverse Meinungen. Ist dir das noch nie, oder ist dir das schon mal in der Vergangenheit auf die Füße gefallen, dass du diese Meinung einfach auch öffentlich, publik entsprechend vertrittst?
Ja, ich meine, ich mache das sehr gerne. Also es freut mich nichts tierischer, als wenn ich mal wieder einen Konflikt mit jemandem austragen kann, der irgendwie die Meinung kritisiert, dass Steuern Raub wären. Besonders gerne lasse ich mich ja als asozial betiteln und versuche das dann sozusagen zurückzugeben an die Befürworter des Wohlfahrtsstaates, die in meinen Augen noch asozialer sind, indem sie quasi einer Person, also einem Staat die Macht geben, Leute auszurauben und das Geld dann irgendwie zu verteilen, damit sie quasi die Leute aus ihrer eigenen Verantwortung entlassen.
Okay. Gut, dann kommen wir jetzt noch zum letzten Punkt, Thema Investments. Wenn du sowas öffentlich teilen möchtest: Wie ist denn derzeit dein Portfolio so unter den Anlageklassen so grob strukturiert? Also bist du in eine Anlageklasse sehr viel investiert im Vergleich zu anderen? Wie ist das bei dir persönlich aufgeteilt?
Also bei mir ist es tatsächlich sehr stark auf Unternehmensanteile, und zwar außerbörslich. Also ich habe fast keine Aktien. Ich habe schon seit jeher, und das ist ein relativ, sag ich mal, einzigartiger Ansatz, würde ich sagen, den nicht viele Leute haben, auf Private Equity und Venture Capital gesetzt. Also ich habe sehr viele Unternehmensanteile verschiedener Firmen, vor allem Sachen wie Landwirtschaft, Rohstoffe, teilweise auch Immobilien und so weiter, wo ich einfach dann halt ein paar Prozent Firmenanteile halte und dauerhaft vom Wertzuwachs profitiere und irgendwann mal ganz nette Dividenden erhalte. Ich bin für einige Projekte bekannt. Ich habe eine Walnussplantage in Georgien, das ist die größte Europas mittlerweile, mittlerweile schon im neunten Jahr, die jedes Jahr schöne Walnüsse produziert, die auch durchaus ganz nette Profite bringen. Ich bin in verschiedenen Wagniskapital-Projekten investiert, ich bin mittlerweile an 30 Firmen im Silicon Valley beteiligt, die, wie ich hoffe, das nächste Facebook und Google werden. Und ich bin natürlich auch noch relativ stark im Kryptomarkt investiert. Also ich kenne Bitcoin schon seit 2011. Habe auch ganz gut, auch wenn ich leider die Bitcoins von damals nicht gehalten habe, doch ganz gut am Kryptomarkt verdient. Ich kann mich gut an den goldenen Kryptoherbst 2017 erinnern, da bin ich zum ersten Mal Millionär geworden und dann war das Geld auch schnell wieder weg. Aber ich bin dem Kryptomarkt treu geblieben und da auch in diverse Startups investiert.
Jetzt freue ich mich, vielleicht kann ich das kurz sagen, sehr stark auf das Dinner mit Donald Trump in zwei Wochen. Ich habe nämlich genug Trump-Token, dass ich zum Gala-Dinner mit Donald Trump eingeladen bin.
Ist das dein Ernst? Du bist du denn... Ja?
Ja, ich fliege in zwei Tagen hin. Natürlich ist das entsprechend gehedged, ja, also ich halte die nicht. Ich habe die geshortet, gehedged, sodass ich keinerlei Kursverluste habe, falls sie mal ordentlich fallen. Aber ich fliege zu Donald Trump, um mir die Hand zu schütteln.
Absolut verrückt, dass du zu den, wie viel sind es, den Top 225 Haltern gehörst?
Ja, genau.
Aber Christoph, was für eine Story?
Einfach nur eine Vermögensverschiebung. Es könnte eigentlich jeder, der ein paar Hunderttausend in Krypto hat, machen, einfach rumschieben, neutrale Position, ein paar Wochen halten und dann wieder umschichten. Aber ich bin sehr gespannt, ich bin ein großer Trump-Fan und würde ihn einfach mal in meinem Leben einmal privat erleben.
Cool. Hast du denn auch in deinem Portfolio sowas wie Edelmetalle, Anleihen, größere Cash-Positionen? Spielt das bei dir eine Rolle?
Nee, fast gar nicht, auch aus gewissen Gründen. Ich halte mein Bankkonto immer relativ low, da sind selten, sage ich mal, mehr als einige 10.000 Euro drauf. Ich halte halt so viel irgendwie flüssig, wie ich es brauche für meine Ausgaben, aber alles andere wird immer sofort investiert. Also in der Regel mache ich es oft so, dass ich die Liquidität in Krypto halte und ein bisschen spekuliere in verschiedene Sachen. Und wenn das dann gewisse Summen erreicht, dann cashe ich es aber halt auch wieder aus. Also ich habe zum Beispiel jetzt letztes Jahr im Herbst auf die Trump-Wahl spekuliert, da habe ich dann relativ kurzfristig irgendwie fünf Bitcoin angehäuft, mit der Hoffnung, wenn Trump gewählt wird, wird das hochgehen. Die Hoffnung hat sich erfüllt, dann relativ kurz nach der Wahl habe ich die Bitcoin wieder komplett verkauft. Das hat mir sicherlich irgendwie 150.000 Dollar gebracht, die habe ich dann in meinen Vanuatu-Pass gesteckt. Also ich halte Krypto selten langfristig, vielleicht schlauer, aber ich nehme die Gewinne mit und investiere das dann in eher langfristige Private-Equity-Projekte, die in meinen Augen halt so ein bisschen weniger volatil sind.
Klar. Und im Kryptomarkt bist du fokussiert auf Bitcoin, oder bist du auch im Altcoin-Markt sehr aktiv?
Ich bin sehr stark in gewisse Shitcoins investiert, die aus meiner Sicht sehr viel Potenzial haben, das aber auf den Märkten noch zeigen müssen.
Okay. Also ich muss immer noch schmunzeln bei der Geschichte mit Trump, das ist der absolute Hammer, wirklich richtig cool. Da bin ich gespannt, was du da erzählen wirst. Also ja, vielleicht noch ganz zum Schluss: Gibt es irgendein Thema, was ich heute noch nicht angeschnitten habe, irgendwas, was dich derzeit beschäftigt, was deine Passion ist, irgendwas, was du gerne noch teilen möchtest?
Ja, also wir könnten hier stundenlang reden. Am Anfang haben wir ein bisschen über meine Reisen gesprochen, dann ist es eher um die Themen gegangen, wofür ich bekannt bin, mit Staatenlos, die ganze Flaggentheorie, da sind wir kurz noch auf Investments und Krypto und so weiter eingegangen. Ich habe ja so viele verschiedene Projekte, die mir auch wichtig sind. Ich habe mir zum Beispiel über die Zeit, vor vier Jahren, ein Weingut in Argentinien gekauft. Da lasse ich jedes Jahr 2000 Flaschen Rotwein herstellen. Da werde ich dir gerne mal eine Kiste schicken, wenn du Wein trinkst.
Das wäre der Hammer, absolut.
Ja, und ich bin einfach interessiert. Vielleicht kurz dazu: Als ich angefangen habe, vor zehn Jahren, habe ich ein Buch von Richard Branson gelesen, "Losing My Virginity", eine sehr spannende Biografie. Richard Branson ist ja auch dafür bekannt, in extrem vielen Business-Bereichen Dinge zu machen. Er hat seine eigene Airline gegründet und seine private und so, blabla. Und sowas irgendwie fasziniert mich. Ich will dann auch langfristig natürlich meine eigenen Restaurants und Hotels, vielleicht auch mal eine Fluglinie oder eine Rakete...
Ist das dein Ernst? Also ist das wirklich...? Ja? Wow.
Ja, ja, natürlich, mittelfristig. Ja, ich habe mich jetzt die letzten zehn Jahre vor allem auf das Reisen konzentriert, gar nicht so sehr auf das Business. Das Business ist trotzdem erfolgreich geworden. Jetzt, wenn ich weniger reise, kann ich mich natürlich noch mehr darauf konzentrieren, die Millionen ein bisschen mehr anzuhäufen und viele weitere Projekte und Ideen, die ich in meinem Kopf habe, umzusetzen.
Spannend. Das heißt, weniger reisen heißt bei dir auch gleichzeitig, du willst den Fokus dann noch mehr auf Business setzen und das weiter ausbauen?
Ja, ich hatte bisher kaum den Fokus auf Business. Ja, also, klar, es ist relativ erfolgreich, was ich mache, aber der Fokus war tatsächlich eher auf anderen Dingen die letzten Jahre, und jetzt habe ich ein bisschen mehr Muße, mich so ein bisschen um meine Investoren zu kümmern, die vielleicht auch ein bisschen aktiver anzugehen, strategischer anzugehen. Ich habe gerade in eine Bank investiert, wo ich jetzt auch sehr stark mitwirke, die Bank eben mit meinen Kunden zu pushen und da vernünftige Lösungen anzubieten. Eine Bank, eine Fintech...
Eine Bank für...?
Eine Online-Bank, eine Fintech-Bank, die aber einen sehr innovativen Ansatz hat, auch zum Beispiel für Krypto, Off-Ramping und On-Ramping, sehr gut geeignet sein wird. Und das macht mir einfach Spaß, in diesen Bereichen, wo ich quasi business-technisch schon seit langem aktiv bin, natürlich auch zu investieren und die Projekte voranzubringen.
Spannend, ja. Also ich bin sehr gespannt drauf, wenn du dann irgendwann in der Zukunft nochmal zu Gast bist und dann erzählst über das Trump-Dinner, und jetzt hast du hier dein eigenes Restaurant oder das Flugzeug, was jetzt nach dir benannt ist oder sonst was. Ich habe auch in einem anderen Interview von dir gehört einen Traum von einem U-Boot. Ich weiß nicht, ob das immer noch aktuell ist.
Ja, ein eigenes U-Boot wäre natürlich auch schön. Ich habe jetzt meinen Katamaran, das Expeditionsmobil, irgendwann kommt sicherlich auch noch ein eigenes U-Boot. Man muss ja Träume haben, man muss Ziele haben. Ich habe jetzt mit 35 erreicht, was viele nicht erreicht haben. In jedem Territorium der Welt waren unter 10 Leute weltweit in der Geschichte der Menschheit.
Unter 10 Leute? Das heißt, du...
Ja, ja.
Wow.
Ich bin ja der Top-Fan, ja. Und die Leute, die es erreicht haben, sind doppelt so alt wie ich oder noch älter natürlich. Aber jetzt muss ich mir halt andere Ziele setzen, und wer weiß, in 10 Jahren können wir uns ja nochmal sprechen.
Gibt es da irgendwie einen Weltrekord dann dafür, also der Jüngste, der das jemals erreicht hat?
Ja, der Jüngste. Also ich bin der Jüngste, der diese Territorien erreicht hat. Jetzt, alle Länder der Welt, da gibt es einige Jüngere. Heutzutage, wenn du mit 20 startest, dann bist du mit 25 durch, wenn du es aktiv angehst. Aber zumindest bei diesen Territorien werde ich der Jüngste sein. Da gibt es auch verschiedenste Rankings und Clubs wie Nomad Mania oder Most Traveled People. Sind ganz nette Apps, kann man sich mal anmelden und seine eigenen Territorien und Länder zählen lassen.
Spannend. Also ja, Christoph, vielen lieben Dank für deine ganze Zeit. Das war mega interessant und ich glaube, das wird auch einigen bei mir und meiner Community definitiv weiterhelfen, gerade in den einzelnen Punkten. Ich werde auch unter dieses Video dann deine Webseite noch verlinken, auch deinen Kontakt, wo die Leute dich kontaktieren können. Und ja, hast du noch zum Schluss ein paar Abschiedsworte, irgendwas, was du noch gerne loswerden willst?
Ja, war ein schönes Interview über viele verschiedene Themen. Ich kann nur empfehlen, sich mal mit dieser Flaggentheorie zu beschäftigen. Das kann jeder wirklich umsetzen, egal in welcher Situation er ist, ob er noch in Deutschland ist und da schon bleiben will, auswandern will, in einem anderen Land dauerhaft leben will, oder dort vielleicht auch jetzt einfach den Bulls kriegt, gar keinen festen Standort zu haben und frei durch die Welt zu reisen. Muss ja nicht so krass sein, wie ich das die letzten Jahre praktiziert habe.
Alles klar. Christoph, dann vielen lieben Dank.
Ja, sehr gerne.
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